Erfahrungsbericht aus dem russischen Konsulat in Bonn

Ich bin sehr früh von Mainz weggefahren, um rechtzeitig, im – für Rheinlandpfalz zuständigen – russischen Konsulat in Bonn, zu sein. Wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, muss man vom Hauptbahnhof bis „Bad Godesberg Bhf“ und von da aus mit dem Bus 615 Richtung Stadtwald / evangelisches Krankenhaus, welcher alle 20 min kommt, bis zur Haltestelle Viktorshöhe fahren. Ab da sind es 50m zu Fuß entgegen der Fahrtrichtung. Dort aber nicht gleich zum ersten Gebäude links reingehen, das irgendwie wie ein russisches Konsultat aussieht und an dem auch kein deutsches Wort zu finden ist, sondern zum nächsten, diesmal mit einem deutschen Schild.

Hier ist keine Visastelle

Hier ist keine Visastelle

Gut, dann steht man vermutlich vor einer Menge Menschen noch vor dem Eingang. Bei mir waren es vor allem russische Menschen. Visastelle BonnEiner hat zum Glück mein fragendes Gesicht bemerkt und Hilfe angeboten. Dann hat er mit dem Pförtner ein paar russische Worte gewechselt und schon durfte ich an all diesen Leuten vorbei gehen. Da war ich ziemlich unsicher aber angeblich wollten die alle was anderes. Von da aus geht es die erste Treppe links hoch zu den Visa Schaltern. Auch hier war mir das System der Warteschlangen unbegreiflich. Wo muss man anstehen? Der Schalter für das Touristenvisum war geschlossen, hm… sehr beruhigend! Ich stand mitten im Raum zwischen zwei Schlangen und beobachtete erstmal die Situation. Manche wechselten die Schlangen von links nach rechts und umgekehrt. Ich verwechselte auch die Kunden und Beamten, da manche Beamte, wahrscheinlich mangels Platz, die Stapel Visa nicht hinter den Schaltern bearbeiteten, sondern auf den Tischen, an denen die Leute die Anträge ausfüllten. Außerdem waren auch hier fast alles Russen. Mir war nicht klar wer wer war. Na ja wie auch immer. Ich war etwas verloren und auch da hat mich irgendein Russe angesprochen, um zu helfen. Ich hielt meine Mappe in den Armen und er forderte, dass ich meine Papiere alle in die richtige Reihenfolge und in den richtigen Pass einräume. Er fasste dabei meine Pässe an und ich wurde etwas misstrauisch. Er meinte, ich wäre die nächste und der Beamte würde sich freuen. Er kenne sich aus. Er hatte sich vor mir gedrängelt aber er gehörte wohl zu einem Reisebüro und es sei immer ein „normaler Mensch“, dann einer vom Reisebüro, usw. an der Reihe. Na gut ich fragte mich, wie die Sitten so sind in Russland und ob man sich mit Trinkgeld bedankt. Aber es wäre vermutlich eine Beleidigung gewesen, wenn nicht. Also habe ich es gelassen. Als ich endlich dran war, hat der Beamte alles schnell gecheckt und mir dann eine Rechnung gegeben.

Damit musste ich zur Kasse nach unten, glaubte ich. Also hab ich mich an den nächsten Schalter begeben, der irgendwie nach Kasse aussah. Da standen ich und ein anderer verlorener Deutscher vor mir, als uns plötzlich aus dem nirgendwo wieder ein Russe fragte, ob wir zahlen wollten. Er schickte uns daraufhin ganz raus aus dem Gebäude. Wir mussten 50 m mit Pässen in der Hand wieder rausmarschieren an den ganzen Russen vorbei, welche immer noch draußen warteten (die Armen). Dann erreichten wir das Gebäude neben der Haltestelle (das ohne deutsches Wort). Nach der Passkontrolle geht man zur kacca (Kasse) im EG. Achtung! Nur Beträge bis 25 € können bar bezahlt werden. Für zwei Pässe habe ich 70 € bezahlt + 1 € Kartengebühr „für dotsche Banke“ versuchte die Russin zu erklären. Ach ja alles klar, ist also logisch, mit Karte zu zahlen.

So dann mit der Quittung muss man wohin? Na klar! Zum 1. Gebäude zurück. Und da noch mal anstehen. Dort traf ich wieder den Reisebüro-Russen, der 3-mal verwundert fragte, ob ich sooo lange nur zum zahlen gebraucht habe?!? Tja da war in der Schlange eine Russin vor mir gewesen, die bestimmt 10 verschiedene Rechnungen nacheinander bezahlt hat und immer zwischendurch mit Papiere ausfüllen beschäftigt war. Vor mir waren nun zwei Schalter besetzt. Ein Visum-Schalter, vor welchem die Schlange voll war und ein Reisebüro-Visum-Schalter ganz leer. Ich stand selbstverständlich vor dem 1. Schalter und fing an mit aller Kraft zu gähnen, als mich der Beamte vom 2ten Schalter bemerkte und zu sich bat. Die sind sehr verständnisvoll diese Russen. Na ja man muss irgendwie das Chaos ausgleichen. Also gab man mir einen Abholtermin, zu dem ich 12 Tage später noch mal persönlich nach Bonn kommen muss. Leider geht es nicht per Post und ich brauche wieder mal einen ganzen Tag. Zum Glück gibt es ein Globetrotter-Outlet in Bonn wo man nett den ganzen Tag verbringen kann.

Tja die ganze Geschichte im Konsulat hat nur eine Stunde gedauert. Wenn man alles hinter sich hat, kann man sich mit einem Tschebureki (russische Teigtaschen mit Hackfleischfüllung) belohnen bis der Bus kommt. In unserem Fall hoffen wir, dass wir das Visum bekommen, da wir „Arbeitslos“ auf die Anträge geschrieben haben, was ich im Nachhinein bereue. Eigentlich sind wir erst bei Antritt der Reise arbeitslos, Björn sogar erst 1 Monat später.

12 Tage später bin ich also noch mal zum Konsulat gefahren, um meinen Pass abzuholen. Man muss zwischen 12.00 und 13.00 erscheinen. Ich hatte mir fest vorgenommen kurz vor 12 da zu sein. Tja, ich habe es erst um 12.30 geschafft, typisch Marokkanerin 😉 und stand vor einer geschlossenen Tür mit anderen Menschen. Nach 10 Minuten zappeln lassen, ist der „Türsteher“ endlich gekommen, um einige von uns rein zu lassen. Ich ging etwas nervös die Treppe hoch und nach 5 Minuten Wartezeit, durfte ich unsere schönen nagelneuen Visa bewundern!

Maria

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2 Responses to “Russisches Visum”

  1. Maria sagt:

    Merci riri je compte sur toi pour nous supporter en live!

  2. riri sagt:

    salut
    bon voyage
    c’est super d’avoir ce site. on pourra vous suivre au fur et à mesure

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