Endlich zurück im Schosse der Zivilisation! Wir haben das Chaos Indiens hinter uns gelassen und wurden von Thailand mit offenen Armen und einem strahlenden lächeln empfangen. Alles in Thailand hat unser Herz zum leuchten gebracht: die liebenswerten Menschen, die gute Organisation, die modernen Verkehrsmittel, das großartige und extrem würzige Essen und unglaublich vieles zu entdecken.

Marias Schwester Sonia ist nach Bangkok gekommen und wir haben gemeinsam drei wundervolle Wochen im Norden Thailands verbracht. Sie hat zwar eine andere Art zu reisen, bequemer, teurer, aber außer ein paar kleinen Streitereien in den ersten Tagen war das kein Problem. Außerdem hat es uns geholfen einen Gang runter zu schalten. In drei Wochen Thailand haben wir drei Städte besucht: Bangkok, Ayutthaya und Chiang Mai.


In Bangkok hatten wir uns erst mal im hübschen und sehr persönlichen first nights in the bamboo guesthouse, 3 in a room Bamboo Guesthouse ein Zimmer zu dritt geteilt. Für extrem wenig Geld gab es zwar W-Lan, aber leider kein eigenes Bad und nur Duschen mit kaltem Wasser (bei 30°C im Januar), außerdem war grade Paarungszeit bei den Katzen der Gegend und wir hatten nicht genügend Pantoffeln im Gepäck, so dass wir Sonia am nächsten Tag ins New Siam Guesthouse gefolgt sind, wo sie eine Klimaanlage genießen konnte und wir alle näher am Nachtleben Bangkoks waren. In nur zwei Minuten kamen wir zur Khao San Road, der berühmten Touristen Meile Bangkoks. Hier ist praktisch alles möglich. In der Straße mit Unmengen an Bars und Restaurants und Massen an trendigem Schnick-Schnack kann man sich gehen lassen und auch im Bikini-Oberteil fällt man nicht besonders auf.

Khao San Road

Für eine schier unendliche Auswahl an Souvenirs sollte man den Chatuchak Markt (Weekend Market) besuchen und sich dafür ruhig mehr als nur einen halben Tag Zeit nehmen. Hier ist uns eine lustige Kleinigkeit passiert: während unseres Besuches blieben auf einmal alle Menschen um uns herum stehen. Wie bei dem Kinderspiel „Donner, Wetter, Blitz“ oder wie bei einem riesigen Flashmob waren wir plötzlich von erstarrten Thais umgeben. Ungläubig blickten wir uns um. Irgendwann bemerkten wir, dass im Radio gerade die Nationalhymne gespielt wurde. So wurden wir Zeugen eines Phänomens, dass täglich zweimal in Thailand stattfindet.

Aber Bangkok hat mehr zu bieten als nur Party und Shopping. Selbst neben den wunderschönen Tempeln Wat Pho und Wat Arun sticht der Tempel des Smaragd-Buddha, Wat Phra Kaew, hervor. Er ist das bezauberndste und verspielteste, wenngleich übertriebenste und überladenste Bauwerk, dem wir bisher begegnet sind. Wir haben sie geliebt, all die verrückt glitzernden Farben, Figuren und Formen. Einzigartig!

Wat Phra Kaew

Und nach einem langen Tag auf Bangkoks Straßen gibt es nicht besseres, fish spaals eine ausführliche – und verdammt günstige – Massage, die man direkt auf der Straße oder in schicken Salons genießen kann. Dabei gibt es sanfte Formen oder die echte Thaimassage , bei der man von den Masseuren mit Freude, spitzen Knien und Ellenbogen gequält wird, dass man manchmal schreien möchte. Zum guten Schluss wird man solange in unmöglichen Positionen gestreckt, dass einem die Tränen in die Augen steigen. Blauen Flecken sind gratis mit dabei. Wem das alles noch zu langweilig ist, der kann sich die Füße in einer Fisch-Spa massieren lassen. Dabei schwimmen hunderte kleiner, hungriger Fische (keine Piranhas) in einem Becken, in dass man seine Füße taucht. Sofort beginnen sie mit der Arbeit und knabbern einem den Dreck von den Füßen. Wir haben es für fünf Minuten getestet. Zumindest die ersten beiden Minuten kann man nicht anderes machen als zu kichern. Extrem spaßig!

Weniger lustig aber genauso interessant ist es, einmal zum Nationalsport der Thailänder zu gehen, zum Thai-Boxen. Da hier nicht nur mit Fäusten, sondern auch mit Tritten gekämpft wird, ist es viel technischer und interessanter als normales Boxen. Auch wenn es unverschämt teuer ist haben wir uns die besten Plätze direkt am Ring geleistet (ca. 50 Euro) um die Tritte wirklich sehen zu können und den ein oder anderen Schweißtropfen abzubekommen.

Thai Boxing

Es gibt eine Million Dinge zu erleben in Bangkok, aber es ist halt eine gigantische Metropole und so wollten wir nach einer Weile lieber weiter ziehen um auch eine andere Seite Thailands kennen zu lernen.

Nur 2 Busstunden nördlich von Bangkok liegt das kleine Ayutthaya. Die ehemalige Hauptstadt Thailands ist unbeschreiblich reich an kulturellen Vermächtnissen. Am besten mietet man sich ein Fahrrad und erforscht die unzähligen Tempelruinen auf eigene Faust.

Sonia & Maria on a bicycle

Genau das haben wir zwei Tage lang gemacht und waren dabei auch auf einem schwimmenden Markt. Zwar handelt es sich nicht um einen authentischen Gemüsemarkt, aber die Mengen an einheimischen Touristen wissen, wofür sie her kommen: das Essen ist lecker, billig und wahnsinnig vielfältig. Am dritten Tag haben wir dann die Fahrraeder, die uns in der Hitze ziemlich zum schwitzen gebracht haben, zur Seite gestellt und eine Tempeltour mit dem Boot unternommen. Unsere lieblingstempel waren Wat Lokaya Sutha,Wat Phra Mahatat, Wat Phanan Choeng und Wat Chaiwatthanaram. Aber ganz ehrlich, selbst in drei Tagen hatten wir nicht die Zeit alle Tempel der Stadt zu besichtigen.

Wat Phra Mahatat

In der Nacht dann haben wir den Zug nach Chiang Mai genommen. Die Schlafzüge Thailandsnight train to chiangmai sind wahrlich Komfortabel. In der zweiten Klasse gehören ein Bett mit Bezug, eine dünne Decke (ein zusätzlicher Schlafsack kann praktisch sein) und ein Kissen zur Ausstattung und selbst einen Vorhang gibt es, so dass man fast das Gefühl hat, alleine in seinem Bett zu liegen. Selbst Sonia konnte schlafen wie ein Baby in der Wiege. Wir können euch den Nachtzug in Thailand wirklich nur ans Herz legen, aber bucht, wenn möglich, eine gute Woche im Voraus!

Unsere letzte Station in Nordthailand war Chiang Mai. Eindeutig der Ort, an dem wir uns bisher am wohlsten gefühlt haben. Hier liegt eine sehr entspannte Atmosphäre in der Luft, es gibt tolles Essen, eine Vielzahl an Aktivitäten, kulturelles Program und eine wunderschoene Landschaft in der Umgebung. In unserem Guesthouse, dem Pagoda Inn, haben wir einen ein paar andere Reisende getroffen: Jens (Deutscher), Taylor (Kanadier), Sara (Amerikanerin) und Myriam (Belgierin). Sie alle sind uns schnell ans Herz gewachsen und waren ein bisschen wie eine Familie für uns. Stundenlang saßen wir im, von aggressiven Mücken besetzten, Garten des Pagoda Inn und haben über Gott und die Welt gequatscht.

Sara, Myriam, Taylor, Pagoda Inn

Die Guesthouse-Küche war hervorragend und original thailändisch-scharf. Überhaupt sind das Essen, die Früchte und Shakes in Chiang Mai enorm gut, vielfältig und preiswert. All das (bis auf die Moskitos) hat uns insgesamt fast zwei Wochen in Chiang Mai gehalten. Ein Luxus, den wir umtriebigen Globetrotter uns sonst nicht gönnen.

Das beste Hostel Nordthailands

Ah, so viele Chillies auf dem Küchentisch unseres Guesthouses. Hilfe!

Das, was man in Chiang Mai nicht verpassen darf sind der Nachtmarkt und besonders der Sonntagsmarkt. Hier gibt es noch mehr Souvenirs und Krims Krams zu kaufen als in Bangkok, aber von besserer Qualität als in China, Indien oder Indochina. Allein hierfür lohnt sich ein Wochenend-Ausflug nach Thailand. Außerdem gibt es einen herrlichen goldenen Tempel auf dem Berg Doi Suthep, den man sich unbedingt ansehen muss. Weniger Pompös als in Bangkok, aber mit unheimlich vielen verschiedenen und originellen Buddha Statuen und einer sehr religiös-geschäftigen Stimmung (Video).

Tempel on Doi Suthep, Chiang Mai

Für alle Liebhaber thailändischer Küche (was eigentlich jeder sein muss, dem Essen einigermassen Spaß macht) empfiehlt sich in Chiang Mai auch ein Kochkurs. Thai dancing showMmh... Maria cooked Chiang Mai noodle very wellMaria hat zusammen mit Myriam einen bei Baan Thai Cooking für 700 Baht (~17 Euro) gemacht. Zuerst haben sie einen Markt besucht um die Zutaten einzukaufen und sich dann vier Rezepte aus einer Auswahl thailändischer Spezialitäten ausgesucht, welche sie selbst kochen und anschließend verputzen durften. Danach waren sie beide glücklich bis oben hin vollgestopft. Im Preis inbegriffen ist auch ein Kochbuch mit den Rezepten, so dass Maria jetzt echt thailändisch kochen kann! Thailändisch tanzen kann sie außerdem auch, hat sie doch einen Abend eine Tanzshow mit Dinner besucht. Björn war in der Zeit vier Tage lang mit seinem neuen Kumpel Jens auf dem Motorrad unterwegs, um das Umland Chiang Mais zu erkunden. Diesem Erlebnis haben wir  einen eigenen Artikel gewidmet.

Maria in the cooking class

Und auch über den, für unsere ganze „Familie“, aufregendsten Teil unserer Zeit in Chiang Mai, unser Trekking durch den Dschungel, schreiben wir in einem eigenen Artikel.

Insgesamt ist Thailand bisher das Land, welches am leichtesten zu bereisen war. Es ist ein stabiles, hoch entwickeltes Land, das dennoch seine Traditionen beibehalten konnte. Dazu hat es tolles Wetter, unbeschreiblich freundliche Menschen, mit denen man leicht in Kontakt kommen kann, beste Küche und niedrige Preisen. Thailand ist aktuell eines der besten Urlaubsländer, die man sich nur vorstellen kann. Und das können wir schon sagen, bevor wir die Strände des Südens gesehen haben!

Ghosthouse
Animalistischer Kult: in Thailand sieht man überall Geisterhäuser. Dort werden den Geistern Essen und Trinken geboten (hier Fanta), um sie vom eigenen Wohnhaus fern zu halten.

 

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4 Responses to “Unsere Reise durch Nordthailand”

  1. Uli sagt:

    In so einem Schlafabteil im Zug habe ich mal einen kleinen Kiosk betrieben. Es gab Hähnchenspieße, Lotto-lose und Süßigkeiten … gluabe ich 😉

  2. Niko sagt:

    Das mit den Pantoffeln hab ich nicht kapiert… :-)

    • Bjoern sagt:

      Da hab ich versucht Lustig zu sein. Wir konnten halt die Katzen des Nachts nicht alle mit Pantoffeln verjagen und haben deswegen nur maessig geschlafen…
      Schoen mal wieder von dir zu hoeren 😉

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