Wenn Du dir Asien vorstellst, voller Menschen mit konischen Strohhüten; mit Verkäufern, die ihre Waren auf einer Bambusstange mit zwei Körben über der Schulter tragen; mit Gassen, bevölkert von einer Million ratternder Motorräder; voll sagenhaftem Chaos; mit Märkten von frischen Gemüsen, exotischen Früchten, voller Farben und unbekannter Gerüche; mit leckeren Frühlingsrollen; chinesischen Tempeln; fahrenden Händlern, die alles erdenkliche verkaufen; mit ganzen Umzügen auf zwei Rädern; dann, in Fakt, hast Du in Vietnam die größte Chance, dass sich genau all diese Vorurteile bestätigen.

Vietnamese banana seller Vietnamese IKEA

Nur, dass es noch viel mehr ist als das: Vietnam hat eine boomende Wirtschaft und modernisiert sich noch in den Nachwehen des Vietnam Krieges in rasenden Schritten. Es ist ein unglaubliches Land und für die Wünsche eines jeden Reisenden hält es etwas passendes bereit.

Es ist auch das Land mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis in Asien: für acht bis zehn Dollar findet man persönliche und hochklassige Doppelzimmer mit Bad, Fernseher, Kühlschrank und manchmal sogar Klimaanlage. Die Vietnamesische Küche ist außerdem exzellent. Und die Restaurants, auch die etwas schickeren sind meist kaum teurer als das Essen an den Straßenständen. Der Preis für eine geführte Tour in Vietnam, mit Guide, Transport und Verpflegung ist oft lächerlich gering. Und die Busse sind absolut bezahlbar und gleichzeitig Komfortabel und modern.

Die Menschen: viele sagen, sie seien unfreundlich. Wir haben andere Erfahrungen gemacht. Die Vietnamesen sind extrem beschäftigt und arbeitsam. Sie stehen vor Sonnenaufgang auf und arbeiten hart bis in die späten Abendstunden. Der Rezeptionist von unserem Hotel zum Beispiel hatte zwei Jobs und musste mindestens 16 Stunden am Tag für ein miserables Gehalt arbeiten. Trotzdem hat er uns immer angelächelt, wenn er uns gesehen hat. Wären wir an seiner Stelle, wir wären immerzu schlecht gelaunt.

Uns hat es gefallen, dass – weil Vietnam so dicht bevölkert ist – wir Touristen in den Massen der Einheimischen leicht verschwinden können. Die meisten kümmern sich nicht groß um uns und gehen einfach ihrer alltäglichen Beschäftigung nach. Perfekt um die Kultur und die Menschen zu erleben, wie sie wirklich sind.

Auch sind die Vietnamesen ziemlich gewieft. Sie sind nicht nur konfuzianisch bedingt außerordentlich gebildet und diszipliniert, sondern auch extrem anpassungsfähig. Sie schaffen es wundersamer Weise sich im verwirrenden Verkehr, der Verwaltung und der Organisation zurecht zu finden. Sie füllen jede kleine Nische in der Gesellschaft aus, die sich ihnen bietet und schaffen es das Chaos zu überblicken. Aber, ob man ihnen blind vertrauen sollte, dass müssen wir erst noch sehen.

Die Orte, die wir besichtigt haben:


Was uns an Vietnam so besonders fanden, war, dass jede einzelne Stadt, die wir besucht haben, einen einzigartigen, unverwechselbaren Charakter hatte. Eine Zusammenfassung über die Orte, die wir gesehen haben:

Saigon:view over saigon

Eine dynamische, moderne Stadt, hoch interessant und lebendig. Auch ist es die Stadt des Spaßes und der Leichtigkeit mit seinen Karaoke Bars, Cafés, Restaurants und, wie man zugeben muss, seinen Prostituierten, die an jeder Straßenecke warten. Auch das Wasserpuppentheater ist äußerst originell.

Water puppet theater

Aber besonders geprägt hat uns das War Remnants Museum und in der näheren Umgebung Saigons die Tunnel der Vietkong von Cu Chi.

Wir empfehlen dir, die Stadt und seinen Verkehr einmal mit einem Cyclo zu erfahren. Dabei fühlt man sich umspült, wie eine gediegen dahin treibende Schildkröte in einem Meer voll von Schwärmen quirliger, hektischen Mopeds.

Saigons Motos

Ach ja, und wenn Du die Straße zu Fuß überqueren willst: Viel Glück! Am einfachsten ist es noch, wenn man schlicht die Augen schließt und losgeht. Tatsächlich ist es das wichtigste langsam und regelmäßig zu laufen, ohne anzuhalten oder umzudrehen. Die Moto-Fische werden schon an dir vorbei gleiten.

Mekong Delta:Cruising on the Mekong

Die Fahrt mit einem kleinen, wackligen Kahn über einen Arm des Mekong ist ein Klassiker, den man nicht verpassen sollte. Erkunde die Märkte am Ufer auf denen unter anderem Ratten oder Ohren und Augen vom Schwein verkauft werden und wo Frauen in schickem Schlafanzug und mit Strohhut ihren Sonntagseinkauf machen. Definitiv eine verwirrendere und authentischere Erfahrung als eine touristische Fahrt durch einen der schwimmenden Märkte.

Women chic for the market Pig puzzle on the market

Mui Ne:

Wir haben nie verstanden, warum alle Welt von diesem Strand schwärmt. Er ist zwar hervorragend für Windsurfer, aber so ungemütlich stürmisch und der Sandstreifen kurz und steil, dass an schwimmen eigentlich nicht zu denken ist.

Mui ne is about wind surfingRed sand dunes Okay, wir hatten ein tolles, günstiges Zimmer im Strawberry Guesthouse und es gibt in der Nähe hübsche Sanddünen, die man mit einem Plastikschlitten hinab sausen kann, aber ansonsten: höchst uninteressant.

Da Lat:

View over Da Lat

Flower-HeartAhh, Da Lat, die romantische Stadt Asiens schlechthin! Hierher zieht es die vietnamesischen Touristen um Anträge zu machen, zu heiraten, oder die Flitterwochen zu verbringen. Die Luft ist geradezu mit rosafarbenen Herzen gefüllt. Diese Stadt, in den Bergen gelegen, hat vieles, das an Europa erinnert. Man findet einen großen See, üppige Villen, Erdbeeren, Artischocken, Felder voller Blumen anstatt Reis, Kuchen und Gebäcke, schöne blühende Gärten und eine Seilbahn. Nicht sehr exotisch für die meisten Touristen, aber für uns war es mal wieder eine Abwechslung.

Romance in Da Lat Flowers

In Da Lat sollte man auch das Crazy House besuchen, ein Haus, dass direkt aus einem Märchenbuch ausgeschnitten zu sein scheint. Oder man kann mit der alten französischen Eisenbahn fahren, hinauf zur exzentrischen und schlichtweg genialen Linh-Phuoc-Pagode. Oder man kann einfach nur in einem netten Cafe sitzen und einen Artischocken-Tee trinken.

Crazy HouseLinh-Phuoc-Pagode

Nha Trang:

Eine saubere, sehr moderne Stadt. Wir hatten uns hier mit Taylor verabredet, dem Kanadier, den wir in Thailand kennen gelernt haben, in Laos zufällig getroffen haben (die Welt ist wirklich klein) und mit dem wir nun einen Teil unseres Weges durch Vietnam gemeinsam gehen wollten. Nha Trang’s riesiger, schöner Stadtstrand mit seinen sanften Wellen lädt zum Baden ein. Tranh Beach Und wem das nicht reicht: die Strände der Inseln direkt nebenan sind noch schöner und eine Bootstour für den ganzen Tag, Essen inbegriffen bekommt man schon für 6$!

Seafood on our boat tour

Außerdem hat die Stadt gute Restaurants, Clubs und auch einen großen Markt mit köstlichen, exotischen Früchten. Also, plane einen Stopp in Nha Trang, es ist keine verlorene Zeit.

Hoi An:

Eine kleine Stadt mit einer großartigen historischen Altstadt. Für uns eine der schönsten Städte Asiens!

Hoi An streetview Hoi An street

Viele kleine Gassen voller Laternen, hübsche, alte Häuser und Tempel aus der Zeit der reichen chinesischen und japanischen Händler sind hier noch erhalten.

Lantern in Hoi AnCantoneese assembly hall

Quan Cong

Und Hoi An seine ganz eigenen kulinarischen Spezialitäten. Genug um drei Tage lang jede Mahlzeit etwas anderes zu probieren – und alles schmeckt göttlich! Man sagt auch, dass der 5 km entfernte Strand sehr schön sein soll. Wegen schlechten Wetter war es uns nicht vergönnt das zu prüfen. Also, insgesamt, gibt es einen Grund, Hoi An nicht zu besichtigen?

Hue:

Die frühere Hauptstadt beherbergt viele historische Monumente, darunter eine große Anzahl Gräber der ehemaligen Kaiser.

Tu Duc TombGarden in front of Minh Mang tomb

Wir konnten diese Stadt nicht wirklich genießen. Es war rund um die Uhr Hundewetter. So haben wir alle Sehenswürdigkeiten an einem Tag besichtigt und uns den Rest der Zeit zitternd unter der Bettdecke verkrochen.

Hanoi:

Hanoi Street

Verhasstes, geliebtes Hanoi! Diese Stadt übertrifft mit seinem Chaos und Wahnsinn noch Saigon. Und sie ist teurer. Sie ist nicht schön, dafür aber stressig und laut. Und sie langweilt einen nie. Die Menschen auf der Straße zu beobachten ist eine Sensation an sich. Warum Essen sie auf mini Hockern, wie für Babys, auf dem Bürgersteig sitzend auf Nasenhöhe der millionen Auspuffrohre der Mopeds und dem Dreck auf der Straße zu ihren Füssen, wo nebenan doch nette Restaurants zum gleichen Preis einladen? Einige stellen ihre Plastikhocker sogar noch auf die Straße um mit ihrer Familie die Frühstückssuppe zu genießen. Und es sind nicht nur die armen, die das machen. Versteh‘ einer die Vietnamesen!

Eating on the sidewayEating even on the street

Was interessant ist zu besichtigen: der Balsamierte Körper Ho Chi Minhs in seinem Mausoleum und daneben das Ho Chi Minh Museum.

Ho Chi Minh mausoleum

Abgesehen vom Literatur-Tempel sind die Tempel Hanois sind nicht außergewöhnlich. Aber eine Fahrt auf einem Moto-Taxi (xe ôm) ist es absolut. Das ist anders als mit dem Cyclo: man wird auf dem Moped eines jungen Vietnamesen Teil des quirligen, hektischen Schwarms der Strassen und muss hoffen dass er sich einen sicheren Weg durch das monströse Meer Hanois bahnt. Unser war etwas wahnsinnig und ist auch bei rot über die Ampel gerast; uns blieb nichts anderes übrig als die Augen zu schließen und ein kleines Gebet zu sprechen.

Wer keine Lust mehr hat auf Nudelsuppe und Reis kann in Hanoi auch ganz besonderes Fleisch probieren. Hier findet man Froschschenkel und gar Hund und selbst Schlangenblut und –herz ist hier zu bekommen. Ob wir es probiert haben? Lest später.

In der Nähe Hanois gibt es die weltberühmte Halongbucht, die man gut mit einer Tour erkunden kann. Aber achtung! Es gibt in Hanoi unzählige Imitationen von bekannten Reiseagenturen wie Sinh Cafe, in denen man nur eine schlechte Tour zu überteuerte Preisen kaufen kann. Es muss hunderte davon in Hanoi geben, manchmal 10 in der gleichen Straße und eins neben dem anderen. Welche ist bloß die richtige? In Vietnam gibt es kein Copyright!

Die Halong Bucht:

Foggy, mysterious Halong BayHalong Bay sunset

Delecious food

Wir haben sie bei schlechtem Wetter entdeckt und dennoch, sie ist einer der Höhepunkte von ganz Asien! Wir sind drei Tage lang mit einem Holz-Segelboot durch einmaliges Wasser geschippert. Ein türkisblaues Meer, gespickt von kleinen Felsinseln, die die Wasseroberfläche durchstechen, wie die verzauberten Dornen einer gigantischen Unterwasserpflanze.Wir haben uns wie in einer mystischen Legende gefühlt, in der ein Drache bereit ist jeden Moment vor unseren Augen aufzutauchen.

Ohne dass wir ernsthaft ans Heiraten gedacht haben, haben wir angefangen uns unsere Hochzeit in der Halong Bucht vorzustellen und sie bis ins Detail zu planen. Wirklich ein magischer Ort.

Wir haben in dem Boot in unserer eigenen Kabine geschlafen, die sehr stimmungsvoll eingerichtet war. An Bord haben wir uns mit Fisch, Krabben, Garnelen und einer üppigen Auswahl hervorragender Gericht bekochen lassen.

Beautifull boat

Als Aktivitäten standen zur Auswahl: Erkundung einer der zahlreichen Höhlen, Kanu fahren, im eiskalten Wasser schwimmen, mit einer Bambus-Angel alte Socken Angeln, ein Karaoke Abend, bei dem wir mit der Crew kämpfen mussten um singen zu dürfen (die Vietnamesen lieben Karaoke über alles), eine kleine Wanderung auf einen Berg der Insel Cat Ba und hinauf auf einen verrosteten Stahlturm, der nur noch von wenigen Schrauben zusammengehalten wurde…

OldHighSave

… und zuletzt die Attacke von wütend-rasenden Affen auf Monkey Island. Also, würdet ihr zu unserer Hochzeit in der Halong Bucht kommen? 😉

Praktische Informationen zur Halong Bucht: nehmt euch Zeit eine vertrauenswürdige Reiseagentur in Hanoi zu finden. Wir sind fast verrückt geworden bei der Anzahl an Angeboten und Verarschungen. Wir haben letztlich in unserem Hotel (Century Hotel) gebucht und sollten 125 Dollar bezahlen. Nach viel verhandeln habe wir die Tour für 85 Dollar pro Person bekommen. Aber man nimmt besser nicht die ganz billigen Touren. Sie haben einen schlechten Ruf und in der Zeit, als wir in Hanoi waren ist eines der Boote Nachts, mit allen Passagieren an Bord, gesunken. Wir hatten Glück und haben drei wundervolle Tage gehabt, dabei eine Nacht auf einem drei Sterne Schiff und eine Nacht in einem halb abgerissenen drei Sterne Hotel auf der Insel Cat Ba. Wir hätten im Nachhinein lieber 2 Nächte auf dem Boot verbracht, auch wenn das um einiges teurer ist. Im Preis waren alle Mahlzeiten enthalten und der Service war gut.

Vergesst auch nicht unsere Fotos in der Galerie und auf Flickr anzusehen!

Eine dynamische, moderne Stadt, hoch interessant und lebendig. Auch ist es die Stadt des Spaßes und der Leichtigkeit mit seinen Karaoke Bars, Cafés, Restaurants und, wie man zugeben muss, seinen Prostituierten, die an jeder Straßenecke warten. Auch das Wasserpuppentheater ist äußerst originell. Aber besonders geprägt hat uns das War Remnants Museum und in der näheren Umgebung Saigons die Tunnel der Vietkong von Cu Chi.

Wir empfehlen dir, die Stadt und seinen Verkehr einmal mit einem Cyclo zu erfahren. Dabei fühlt man sich umspült, wie eine gediegen dahin treibende Schildkröte in einem Meer voll von Schwärmen quirliger, hektischen Mopeds.

Ach ja, und wenn Du die Straße zu Fuß überqueren willst: Viel Glück! Am einfachsten ist es noch, wenn man schlicht die Augen schließt und losgeht. Tatsächlich ist es das wichtigste langsam und regelmäßig zu laufen, ohne anzuhalten oder umzudrehen. Die Moto-Fische werden schon an dir vorbei gleiten.

 

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