A lot of novices praying at Wat phra singhEs gibt Dinge, die mir in Thailand besonders gefallen haben. Eines davon ist, dass man leicht mit den Einheimischen in Kontakt kommt. Und das gilt nicht nur für den Durchschnitsthai, sondern besonders auch für buddhistische Mönche. Man kann in fast jeden Tempel gehen und die Gläubigen beobachten, wie sie beten und sich segnen lassen. Auch Fotos machen ist kein Problem, solange man respektvoll bleibt und sich an die Regeln hält. Im Morgengrauen und bei Sonnenuntergang singen die Mönche ihr alltägliches Gebet und auch dort kann man gerne Teil nehmen. In Chiang Mai ist Sara, eine Amerikanerin, die wir in unserem Guesthouse kennen gelernt haben, jeden Tag zweimal zum Wat Chomphu zum meditieren gegangen. Einmal bin auch ich um 4:30 Uhr aufgestanden und habe sie begleitet. Ein ziemlich einprägsames Erlebnis!

Eine geniale Einrichtung, die ich in Chiang Mai im Wat Mahawan kennen gelernt habe, ist der Monk Chat. Was ein Monk Chat ist? Genau das wonach es sich anhört. Der Tempel bietet für zwei Stunden eine Sprechzeit, in der ein englisch-sprechender Mönch mit Touristen über Buddha und die Welt redet. Dabei kann man wirklich alles fragen und auf alles gibt er eine Antwort. Bei meinem Monk-Chat hatte ich den Mönch eine Stunde lang ganz für mich alleine. Zuerst war ich etwas schüchtern, aber er war so freundlich, dass wir schnell  richtig ins Gespräch gekommen sind. Und ich habe genau das bemerkt, was mir Sara vorher immer erzählt hatte. Buddhistische Mönche sind außerordentlich normale Menschen. Sie leben zwar ein vollkommen anderes Leben als wir, aber sie sehen es als ihre Pflicht an immer Up To Date zu bleiben. Ein Beispiel:

Frage: Spielen Mönche manchmal Computer?

Antwort: Natürlich! Die Menschen der modernen Welt kommen zu uns und wollen Hilfe zu modernen Problemen. Wie können wir einer Mutter helfen, deren Kind zu viel Computer spielt, wenn wir selbst nicht wissen was das ist?

Natürlich haben wir auch über Buddhismus gesprochen und wie man sein leben auf dieser Welt am besten meistern kann. Davon scheinen die Thailänder einiges zu verstehen, lächeln sie doch, wann immer möglich. Es wird schwer sein ein freundlicheres Volk zu finden. Aber auch über die Mönche an sich habe ich viel neues erfahren. So wusste ich z.B. nicht, dass die Mönche in Thailand noch höher als der (sehr präsente und geliebte) König stehen. Sie verbeugen sich nicht vor seinen Bildern und müssen auch bei der Nationalhymne nicht aufstehen.

Als nach ca. einer Stunde zwei Frauen zum Monk Chat dazu kamen, dreht sich die Diskussion ein wenig. Die Damen waren scheinbar etwas feministisch und wollten vieles über Mönche und Frauen wissen. So ist z.B. bekannt, dass Mönche keine Frauen berühren dürfen (und auch Geschenke nicht direkt von Frauen annehmen). Monk-Chat at wat mahawanAuf Nachfrage hat der Mönch erklärt, dass Frauen den Mönch am Mönch sein, am auf sich selbst besinnen und am nach Innen schauen hindern. Selbst die eigene Schwester darf ein Mönch nicht berühren, könnte er doch die weiche Haut seiner Schwester angenehm finden und sich bei der nächsten hübschen Frau die er trifft, daran erinnern. Es gibt nur drei Ausnahmen, wann ein Mönch eine Frau anfassen darf: 1. seine Mutter 2. Kinder und 3. wenn eine Frau Hilfe braucht. Aber damit waren die beiden nicht zufrieden und wollten wissen, wie es sich denn mit Transvestiten verhält. Daraufhin erklärte der Mönch, dass das ganze nicht so hundert-prozentig streng zu verstehen ist. Letztlich kommt es darauf an, was der Mönch in seinem Gegenüber sieht. Wenn er also den Transvestit als Mann wahrnimmt, gibt es kein Problem. Außerdem kann ein Mönch durchaus auch eine Frau berühren, wenn er ihr z.B. ein Segnungsarmband überreicht. In dem Fall hat er der Frau ja geholfen. Also alles ist auch eine Auslegungsfrage. Aber bei den Fragen der beiden Frauen, die wirklich manchmal sehr direkt waren, ist mir bewusst geworden wie selbstsicher und, ja, weise der junge Mönch (22 Jahre alt) war. Er wurde immer wieder in die Enge getrieben aber ist stets ruhig und freundlich geblieben. Und er wusste auf jede Frage die passende Antwort!

Ich selbst glaube weder an Buddha noch an eine andere Religion, aber die Philosophie des Buddhismus ist eine sehr interessante. Und wenn ich wieder die Möglichkeit finde, werde ich gerne wieder mit einem Monk Chatten.

Björn

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10 Responses to “Tempelleben und mit Mönchen reden”

  1. Hannelore Grill sagt:

    Schätzungsweise ist jeder 10 Buddhistische Mönch in Thailand is Narkotika süchtig. Sie verachten Frauen. Nachdem ich eine Frau bin kann natürlich auch nur ICH dies beurteilen. Ich verlange mehr Respekt als die verachtungsvollen, falschen Mönche zu verteitigen! Sie blicken verachtungsvoll auf Frauen oder ignorieren sie total. Frauen werden als „fleichlich und verlockend bezeichnet“. Dies schreibt sogar „Thailands Journal of Law and Policy“. Buddhismus ist eine patrikalische, menschenverachtliche Religion. Ich kenne einen Buddhistischen Mönch. Er schreibt oft auf seiner FB Seite: „LEBE DEIN LEBEN ALS WÄREST DU TOT. ENJOY NON CLIGING. Das nenne ich im höchsten Grad als lebensverachtung auch wenn sie dann in ihren gelben Frauenkleider herumlaufen und lächeln. Das bedeutet im Grunde nur: Ich habe das Leben aufgegeben …. “ http://en.wikipedia.org/wiki/Crime_in_Thailand

    • Bjoern & Maria sagt:

      Liebe Hannelore,
      ich freue mich ehrlich, dass Du weiter auf unserem Blog mitdiskutierst, aber achte mehr auf deinen Ton. Ich musste deinen letzten Beitrag loeschen, ganz einfach, weil er in der Art nicht hierher gehoert.
      Worueber auch immer Du dich so sehr aufregst, es hat nichts mit meinem Beitrag hier zu tun. Es macht mir absolut garnichts aus, dass Du eine andere Meinung hast als ich, im Gegenteil, das ist bereichernd. Aber bitte schrei mich nicht in deinen Kommentaren an.

  2. Thea sagt:

    Hallo Björn,
    ich bin gerade – auf einer Liege am Strand des Golf von Thailand liegend – auf Deinen Blog gestoßen. Danke für Deinen Bericht und toll, dass Du so souverän auf die für mein Empfinden, stark wertenden, unhöflichen und zum Teil auch unsachlichen Beiträge geantwortet hast. Auch ich habe mir als Frau zunächst überlegt, wie dieses Nicht-berühren-dürfen von Frauen zu werten ist. Der erste Impuls ist schon irgendwie empört zu sein, nach kurzer Reflexion allerdings, habe ich beschlossen, mich doch lieber erstmal näher mit dem Buddhismus zu beschäftigen, als über etwas zu urteilen, was ich noch gar nicht in seiner Gänze erfasst habe. In diesem Sinne werde ich jetzt mal weiter googeln…

    • Bjoern & Maria sagt:

      Wie ich weiter oben schon erwähnt habe, ich denk, dass es mehr ein Schutz vor sich selber und der eigenen Unvollkommenheit ist. So wie ich das ganze verstehe, streben die Mönchen ja nach einem Ideal, welches unserem Naturell nicht so wirklich entspricht.
      Allerdings kann ich absolut nicht einschätzen inwieweit diese radikale Sichtweise zu Problemen führt, also ob es in Thailand zB häufig zu sexuellen übergriffen von Mönchen kommt.
      Wenn Du darüber was herausbekommst, würde ich mehr sehr freuen, wieder von Dir zu hören.

  3. Bjoern sagt:

    Hallo John,
    acht Jahre in Thailand zu leben ist natürlich etwas anderes, als zwei- oder dreimal an einem Monk-Chat teilzunehmen. Ich habe mich auch nicht in besonders um den religiösen Aspekt gekümmert, sondern vor allem versucht die Philosophie darin besser zu verstehen. Aber um über das Richtig oder Falsch zu diskutieren reicht hier der Platz wohl nicht. Allein die Frage, wie aktiv/passiv man im Leben sein sollte kann wohl ein ganzes Leben füllen.
    Klar scheint, dass bei einer Begegnung mit einem thailändischen Mönch jeder seine eigene Erfahrung macht.
    Allerdings verstehe ich nicht ganz, was Du mit Esoterik meinst. Der Begriff ist so schwammig und negativ besetzt, dass ich ihn für keine Philosophie oder Religion der Welt verwenden würde.

  4. John Newton sagt:

    …. Esoterik-Geschädigte!

  5. John Newton sagt:

    Mit thailändischen Mönchen habe ich viele negative Erfahrungen gemacht. Sie sind stolz und unnahbar, eine tiefgreifende Diskussion mit ihnen ist unmöglich. Hinter der vorgespielten Toleranz steckt ganz klar der Gedanke, dass der Buddhismus die einzige wahre Lehre ist. Die Gleichgültigkeit in den asiatischen Ländern rührt vor allem daher, dass alles Maya (Einbildung) ist und dass das „Karma“ unabänderlich ist. Weshalb sollt ich mich für die !armsten, für gequälte Tiere, etc. einsetzen, wenn ich doch nicht ändern kann. Mir ist diese Mentalität derart auf den Geist gegangen, dass ich nach 8 Jahren Chiang Mai in die Schweiz zurückgekehrt bin. Hier habe ich zu Jesus Christus gefunden, dem einzigen Gott, der sich den Menschn wirklich offenbart hat…!

  6. Hannelore Grill sagt:

    Vielleicht ist dir auch nicht bewusst, dass sollte es trotzdem vorkommen, dass ein Mönch von einer Frau berührt wird, muss dieser einen ausgezogenen Reinigungsprozess durchführen. Da steckt viel Frauenverachtung dahinter. Das die Buddhisten Mönche so freundlich sind bedeutet nur, dass sie sich von der Welt abgeschirmt haben. Wenn ein Buddhistischer Mönch lächelt, bedeutet es nicht, dass er irgend welche Gefühle hat. Es bedeutet nur, dass er sich von sich selbst und von der Welt abgetrennt hat. Wahres Glück bedeutet, in der Phase der „Nichts“ sein. Es bedeutet: „Jetzt kann ich auch den Bösen gegenüberstehen ohne dass dies schmerzt oder dass es mich irgendwie berührt. Nichts kann mir mehr weh tun. Es gibt nichts das ich fürchte, außer natürlich – FRAUEN“.

    • Bjoern & Maria sagt:

      Hallo Hannelore,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Es ist mittlerweile drei Jahre her, dass ich den Artikel veröffentlicht habe und er bedeutet mir viel, weil ich finde dass der Monk Chat wirklich eine tolle Einrichtung ist.
      Was deine Einschätzungen angeht, so habe ich aber durchaus eine andere Meinung. Ich habe den jungen Mönch gesehen und ein wenig Zeit mit ihm verbracht und ich glaube nicht, dass „Verachtung“ und „Furcht“ die richtigen Begriffe sind. Wie Du sagst, der Mönch hat sich dem Glauben verschrieben und von der Weltlichkeit abgetrennt. Ich glaube, dass die Einstellung der buddhistischen Mönche vielmehr zeigt welche große Wichtigkeit Sexualität in unserem Leben ausmacht.
      Es scheint mir sehr schwierig sein Leben ganz und gar Gott (oder Buddha oder sonst irgendetwas) zu widmen und sich von allen anderen inneren Bedürfnissen zu trennen. Wie schwierig das ist haben wir ja leider oft genug auch in Deutschland bei katholischen Mönchen zu Gesicht bekommen.
      Aber ich bin einer Meinung mit dir, dass der Mönch dieses Problem alleine und für sich selber zu lösen hat.
      Ich bin auch der Meinung, dass es Dinge gibt, die gegen eine Gleichberechtigung laufen und die ich gerne anders hätte, z.B. dass Frauen keine Mönche werden können. Aber das Vermeiden von Berührung interpretiere ich eher als Selbstschutz in dem Sinne sich zu schützen vor der eigenen menschlichen Natur.
      Alles liebe, Björn

  7. Hannelore Grill sagt:

    Das Mönche Probleme haben sich an Frauen sexuell angezogen zu fühlen, ist ein Problem mit dem der Mönch selbst fertig werden muss anders nennt man dies „Projektion“, dass will sagen, die Frau muss das Problem des Mönches tragen. Dies ist beleidigend und diskriminierend. Jemand die Hand schütteln bedeutet „Vertrauen“. So ist es in allen Kulturen. Man hat kein Vertauen für Frauen.

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