Heute gibt es mal etwas weniger Text, dafuer umso mehr Bilder!

Bei unserer Abfahrt zur ersten und längsten Etappe der Transsibirischen Eisenbahn hatten wir einiges zu schleppen. Neben Fertignudeln und Frühstück vor allem viel frisches Wasser.

Allerdings kann man sich auch unterwegs an den Bahnhöfen ganz gut versorgen. Insgesamt gab es aber nur an ca. drei großen Bahnhöfen wirkliches (warmes) Essen zu kaufen. Hier kaufe ich gerade Fisch mit Gräten (aber im Zug hat man ja Zeit…)

Sibirien ist bekannt für seine Holzbaukunst. Wir hatte das Glück in Irkutsk, der Hauptstadt Sibiriens, in einem sehr hübschen kleinen Guesthouse in genau so einem typischen Holzhaus zu wohnen.

Der Besitzer des Lingvo-Hotels ist der Direktor des Theaters von Irkutsk und nicht nur kreativ, sondern auch einigermassen Handwerklich begabt. In unserem Piratenzimmer im Dachgeschoss hatten wir sogar ein Lenkrad zum Fenster öffnen und einen Aufstieg zu unserer Luke. Ahoi!

Zu guter letzt hat man im Lingvo noch die Möglichkeit mit dem Besitzer zu Abend zu essen. Dabei kann man aus diversen russischen Gerichten auswählen. Wir haben uns für den nur im Baikalsee lebenden Omul entschieden. Ausgesprochen köstlich und dazu gab es noch allerlei Anekdoten rund um Irkutsk und den Baikalsee.

Hier ein Bild vom Kloster zu Maria Erscheinung in Irkutsk. Leider war der Tag sehr bewölkt. In der Wirklichkeit ist dieses Kloster von außen hundertmal schöner. Nach der Besichtigung Irkutsks ging es über bucklige Pisten auf die Insel Olchon am Baikalsee.

Dort haben wir in einem hübschen Sibirischen Dorf geschlafen. Zwar ist das Dorf gut auf Touristen eingestellt, aber die Insel ist (noch) so unbewohnt, dass man  sich jederzeit einsam fühlen kann, wenn einem danach ist. Es gibt übrigens unzählige Fakten über den Baikalsee. Hier nur der den ich am beeindruckendsten finde: im Baikalsee befinden sich 25% aller Süßwasservorräte unseres Planeten!

In der Gegend des Baikalsees ist der Schamanismus noch eine verbreitete Religion und einige der heiligsten Orte liegen auf Olchon. Hier seht ihr den Schamanenfelsen im Sonnenaufgang morgens um halb sechs.

Das hier sind die sogenannten Schamanenpflöcke. Diese sind überall auf der Insel zu finden. Beim Beten binden die Gläubigen Tücher um die Pflöcke. Jede Farbe hat dabei eine andere Bedeutung. Blau ist am häufigsten zu sehen und steht für den Himmel und den Frieden.

Im Licht der untergehenden Sonne steht Maria am Schamanenfelsen.

Einen Tag haben wir eine Tour zum Nordkap gemacht. Von dort aus kann man den Baikalsee in seiner ganzen Größe bewundern. Er ist zwar nur 80 km breit (von West nach Ost) aber über 600 km Lang (von Nord nach Süd) und 1680 m tief. Unglaublich, dass er trotz seiner Größe zufriert, so dass sogar Lastwagen über das Eis fahren.

Es ist irgendwie ein seltsames Gefühl an einem Meer zu sitzen, ohne dass man das Salz riecht. Aber die Ausmaße und die Brandung des Baikals lassen einen immer wieder vergessen, dass man eigentlich an einem See ist. Nebenbei: es gibt Vermutungen, dass beim Baikalsee ein neuer Ozean entsteht. Er wächst!

Mittags haben wir Omulsuppe gegessen. Es war kalt und klar, aber in der Sonne war es einfach perfekt.

Wenn man durch die Insel fährt sieht man Vieh, wohin man schaut! Pferde, Schafe aber vor allen anderen Kühe. Zäune gibt es auf Olchon aber keine. Die Tiere können ja von der Insel nicht weglaufen :)

Beim Abschied wurden wir von den Dorfbewohnern begleitet. In der „Hauptstadt“ Olchons sind uns tatsächlich mehr Hunde als Russen begegnet.

Wieder zurück in Irkutsk haben wir die Kirche der Gottesmutter von Kasan bestaunt. Gleichzeitig verspielt und harmonisch kann sie auch mit den berühmten Russisch-Orthodoxen Kirchen Moskaus mithalten.

Im Innenraum herrscht eine spirituelle Atmosphäre und es dufte nach Weihrauch. Ein schöner Abschluss unserer Zeit in Sibirien. Mit der Transsib sind wir dann weiter in die Mongolei gefahren, ein fast unbewohntes Land mit rüdem Klima.

 

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9 Responses to “Reise durch Sibirien”

  1. Hallo!

    Das Lingvo-Hotel sieht so toll aus, aber ich finde leider keine Info darüber im Internet. Könnt ihr uns bitte weiterhelfen?

    LG S u J

  2. monika sagt:

    Hallo, ihr Beiden
    Habe soeben ganz zufällig auf Arte den Baikalsee besucht, den Schamanenfelsen, die Insel Olchon und anderes. Es ist so, wie ihr es beschrieben habt. Die Tiere laufen dort frei herum. Die Menschen sind Selbstversorger, sie leben vom Omul, der Reichtum der Region, und was sie aus ihrer Landwirschaft erwerben können, arm, aber scheinbar zufrieden, und die Regierung in Moskau schert sie wenig. Diesen Fisch gibt es nur dort. Um den See herum gibt es viele Fischerdörfer, die Russen kommen aus allen Regionen dorthin auf die riesigen Fischmärkte.
    Es gibt eine Forschungsstation mit Meeresbiologen (die ihr nicht zufällig getroffen habt), sie erforschen das Ökosystem des Sees, sie fahren im Winter in Kolonnen über den See. Das Eis ist sehr kompakt, aber sie müssen sehr aufpassen, fahren sehr langsam und immer mindestens mit 50m Abstand. Sie tauchen bei -25° bis -40° unter das Eis in grosse Tiefen. Tatsächlich gleicht das Ökosystem dem eines Süsswasserozeans. Zum Tauchen kostet die Ausrüstung 2.500 Eur, die die Forscher aus ihrer Tasche zahlen, obwohl sie für den Staat forschen, und dafür nur 600 Eur monatlich bekommen!
    Aber es gibt auch schon organisierte „Eistauchsafaries“! Nur etwas für harte Männer! Sie schleppen eine fahrbare Sauna mit, von dort direkt ins eiskalte Wasser springen (wie in Finnland). Die Dörfer freuen sich auf die Touristen, (Geld, Arbeitsplätze), fürchten aber eine zunehmende Verschmutzung.

  3. monika sagt:

    Diese Hunde interessieren sich scheinbar sehr für Maria. Die Armen, die werden sicher nur von Fisch(gräten) und Kartoffel(schalen) ernährt. Was da wohl in der Plastiktüte versteckt ist? Vielleicht noch ein Zipfel Salami oder eine gute Bratwurst aus Deutschland? Mal der Spur folgen!

  4. Maria sagt:

    La derniere photo est une photo inedite ! On l’a prise en douce car en general il est interdit de prendre des photos dans les eglises orthodoxes.

  5. LazyLion sagt:

    Das ist ja mal ein interessanter Beitrag. Mit dem Text und den Fotos in der Kombi, das habt ihr super hinbekommen. Danke dafür und weiterhin so viele interessante Erlebnisse.

  6. totoche sagt:

    ouah! c´est tres sympa ce roman-photo! mais ceux que je lisais dans ma tendre et lointaine jeunesse racontaient surtout des petites histoires d´amour! lol
    maintenant que vous etes deja en chine, vous allez bien sur gouter a la cuisine locale (par rapport en allemagne où c´est deja tres bon, en chine encore meilleur?), par contre je vous interdis formellement de manger les gentils chiens et chats!
    totoche, membre de l´association de protection des animaux a mainz!

    • Bjoern/Maria sagt:

      En Chine tu peux vraiment manger de TOUT ! Pour l’instant un gentil canard a suffit. On n’ose pas encore manger de mechants insectes.

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