Das Highlight unserer Reise bisher: exotisch, aufregend und imposant. Das wahre Asien. Peking hat uns überrascht, in seinen Bann gezogen und schockiert.



Peking ist eine saubere Stadt, groß, schön, exotisch, traditionell und modern. Unzählige Tempel und Parks gilt es so entdecken. Wir waren 10 Tage dort und wollten nicht wieder gehen.

Das erste Highlight war (wie erwartet) das Essen. Kaum in Peking angekommen sind wir natürlich gleich eine Pekingente essen gegangen. Sie wird vor deinen Augen in zarte Scheiben geschnitten und mit Pfannkuchen und Schnittlauch gegessen. Aus den Resten wird zum Abschluss noch eine Suppe gemacht. Köstlich! Wenn man zu mehreren isst, bestellt jeder was ihm gefällt und alles wird in der Mitte des Tisches serviert und geteilt, so dass jeder von allem probieren kann. Manchmal gibt zum leichteren Teilen auch eine Drehbare Platte in der Tischmitte. Das zweite Highlight waren die Supermärkte, was man so eigentlich nicht erwartet. Dort findet man kaum Zutaten zum kochen, sondern nur Süßigkeiten, Trockenfruechte, Fertignudeln in allen Varianten, Vakuum-verpackte gebratene Enten, Limonaden und Wasser.

Weiter haben uns unsere Schritte zu den Souvenirs geführt. In diesen Momenten ist es schwer ein Backpacker zu sein, es gibt zu viel schönes, das man kaufen möchte, so viele Versuchungen. Genau wie beim Essen: am Anfang möchte man am liebsten alles probieren!

Und dann kam der Schock. Angekommen auf dem Nachtmarkt habe ich das gesehen wovon jeder schon gehört hat. Aber die Realität ist ganz anderes als die Theorie! Hier gibt Spieße in allen Varianten. Manche mit Lamm oder Tofu andere mit Salamandern, kleinen Vögeln, Embryos, Käfer, riesige Skorpione und das heftigste: lebende Skorpione, die aufgespießt den ganzen Tag darauf warten gegrillt zu werden (hier das Video). Wir haben nichts davon gegessen sondern nach etwas normalem gesucht. Wir waren zu schockiert. Nudeln findet man leicht, und dazu gab es etwas, dass wir für Tintenfisch-Arme gehalten haben. Es hat scheußlich geschmeckt und erst drei Wochen später haben wir herausbekommen, dass es Kuhmagen war. Ekelhaft. Also ja, die chinesische Küche. Sie kann viel besser und viel schlechter sein als in einem chinesischen Restorant bei uns. Aber in jedem Fall ist sie anders.

Und die Chinesen. Ja, ja. Sie selber sind eine Sehenswürdigkeit. Und während der einzigen Woche in der alle Chinesen frei haben, konnten wir sie wahrlich in Massen beobachten. Sie waren einfach überall, wie Ameisen. Die Parks, die eigentlich zum entspannen und meditieren gedacht sind, waren voll von Gruppen kleiner Ameisen. Jede Gruppe hat ihre eigenen Hüte (schön rot oder rosa, damit sie auch von weitem zu sehen sind) und der Guide hat eine Fahne in der Hand und ein Mikro am Mund. Dabei versucht jeder Guide lauter zu sprechen als sein Nachbar. Einmal, in einem Park, haben wir einen chinesischen Touristen gesehen, der arme hatte alleine die ungeteilte Aufmerksamkeit des Guides und dieser hat wie verrückt in sein Mikro geschrien, nur 2 cm vom Ohr des Touris entfernt. Es gab für ihn keine Chance zu entkommen. Maria und ich lagen am Boden vor lachen.

Die Chinesen sind gerne kitschig. Sie kaufen alle möglichen Souvenirs wie blinkende Statuen, Spielzeuge und Kanevalshuete und überall spazieren sie mit kleinen chinesischen Flaggen umher. Die Chinesen in den nationalen Ferien sind wirklich die absoluten Touristen. Viel mehr als wir. Sie machen Fotos von allem und jeden, auch manchmal von uns. Und das in der Hauptstadt! Außerdem sind sie extrem neugierig. Wenn wir etwas lesen oder ein Foto machen, kommen sie und wollen genau wissen, was wir machen und einmal hat uns jemand sogar unseren Reiseführer aus der Hand genommen und darin geblättert. Aber anstatt zu fragen hat er uns freundlich angelacht. Ein anderes mal wurde ich fast von einem Mofa angefahren, aber der Fahrer musste sich nicht entschuldigen. Stattdessen hat er wieder nett gelacht, so dass man mit lachen musste und nicht wirklich sauer werden konnte. Die Chinesen lachen sehr viel und gerne und in fast jeder Situation.

Die Händler sind hemmungslos. Sie rufen nach dir und fassen dich an. Einer hatte eine besonders raffinierte Strategie entwickelt. Er stand mitten auf dem Gehweg um Werbung für sein Geschäft zu machen und zu rufen wie alle anderen, aber wenn du in seiner Nähe vorbei gegangen bist hat er dir ein Bein gestellt um deine Aufmerksamkeit noch mehr auf sich zu ziehen. Maria währe ihm fast zu Füssen gelegen.

Auch sind die Chinesen, besonders in Peking, ausgesprochen hilfsbereit, manchmal sogar zu sehr. Ganz im Gegensatz zu Moskau versuchen sie dir zu helfen, auch wenn sie nur ein paar Wörter Englisch sprechen können. Wenn du einen Stadtplan öffnest, kommt vermutlich bald jemand, der dir seine ehrliche Hilfe anbietet. Wow, so habe ich Hilfsbereitschaft noch nie erlebt. Und wenn du nach dem Weg fragst und er ihn nicht kennt, dann belässt er es nicht dabei, sondern fragt alle anderen auf der Straße, oder ruft jemanden an (wie der Telefonjoker bei wer wird Millionär) Die, die kein Englisch können geben auch nicht auf, sondern benutzen entweder einen Handy-Wörterbuch oder rufen jemanden an der besser Englisch kann als sie. Ein Mädchen wollte uns einmal so sehr helfen, dass sie nicht nur alle Leute angesprochen hat, sondern auch unser Ziel auf dem GPS ihres Handys eingegeben hat und eine viertel Stunde mit uns in die entgegengesetzte Richtung gegangen ist in die sie eigentlich wollte. Sie (und wir) haben das Ziel auch erreicht.

Insgesamt ist Peking eine unglaubliche Stadt mit unglaublichen Einwohnern.

 

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8 Responses to “Oh mein Gott, wir sind in Peking”

  1. Christoph sagt:

    Hi,
    warum ich auf eurem Blog gelandet bin nachdem ich bei Google nach Schokolade in Peking gesucht habe, weiss ich nicht. Trotzdem habe ich mir euren Bericht durchgelesen und freue mich das ich nicht der Einzige bin der Ueber seine Erlebnisse hier berichtet. Die Weltreise klingt spannend und ich denke ich werde jetzt oefter bei euch vorbei schauen.
    Viele eurer Erfahrungen teile ich uneingeschraenkt, allerdings finde ich, dass es hier sehr viele Supermaerkte mit einer reichlichen Auswahl an normalen Lebensmitteln gibt. Manche sind sicherlich gut versteckt, aber erst die letzten Tage war ich wieder Obst, Gemuese, Eier und Nudeln kaufen. Die Nudeln werden hier frisch zubereitet und man findet nur selten welche die Abgepackt sind wie in Deutschland. Was hat euch den in Peking am besten gefallen? Und habt ihr euch an den Huehnerfuessen oder Schweinehufen versucht? Die beiden einzigen Gerichte die ich hier bisher ausgelassen habe :)

    Schoene Gruesse
    Christoph

    • Bjoern/Maria sagt:

      Vielen Dank Christoph, für deinen Kommentar. Oh, sicherlich gibt es unzählige Märkte mit frischen Gemüsen, Nudeln etc. Aber bei den Instant Nudeln gibt es vieeel mehr Auswahl, als sonst wo auf der Welt. Und sind sie nicht voll lecker?! An einem Supermarkt sind wir aber in den ganzen 6 Reisewochen in China nicht vorbei gekommen. Man findet aber auch immer das, was man sucht. :) An Hühnerfüße und Schweinehufen haben wir uns allerdings nicht getraut. Was gibt’s denn daran zu essen???

  2. klaus mühlmann sagt:

    hallo, ihr beiden!

    das ist einfach unglaublich , euch beide da zwischen den schlitzis zu sehen. hat tatsächlich alles geklappt. eure geschichte von den lebenden skorpionen hat mich geschockt.
    hoffentlich habe ich alles richtig gemacht und meine mail kommt an. alles gute für eure weitere reise!
    gruß!
    klausss

  3. […] Hauptstadt war schon auf den ersten Blick etwas besonderes und ist bis heute unsere Lieblingsstadt in China. Mit ihren majestätischen Tempeln und Gärten und […]

  4. LazyLion sagt:

    also wenn ich mir so die heiße Pfanne vorstelle, bin ich ganz froh schon im Augst geboren zu sein..

    Lazy

    • Bjoern sagt:

      Gruebel, gruebel… Du meinst, weil du ein Loewe bist. waerst du in China sicher davor gegrillt zu werden? Weit gefehlt. Gerade heute wieder haben wir Tiger-Tatzen auf der Speisekarte gehabt. Da ist es bis zum Loewen nicht merh so weit 😉

  5. Brigitte (Immu-Ganzimmun) sagt:

    Hallo Björn und Maria,

    habe heute endlich Zeit gefunden zu lesen was Ihr erlebt. Sehr spannend.

    Grüße aus Bretzenheim

    Brigitte

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