Die Zeit von 6 Uhr bis zur Mittagszeit ist eine ganz besondere im Park des Himmelspalastes. In dieser Zeit treffen sich hier die Chinesen um das zu tun, was ihnen Spaß macht, was ihnen gut tut und worin sie sich zu verbessern suchen.

Tai Chi im morgengrauen

Es herrscht eine ganz spezielle Atmosphäre, ohne dass es leise oder bedächtig wäre. Allgegenwärtig ist das Klatschen von Händen auf Händen,Schwertkaempfer ueben und philosophieren ueber die Kunst des Schwertkampfes Bauch oder Beine. Beim stehen, gehen und laufen, beim Tanzen oder sich unterhalten klatschen die Menschen sich auf den Körper um sich aufzuwärmen und die Ein alter Mann legt mal eben sein Bein auf einen Ast waehrend er plaudertLebensgeister zu wecken. Es ist eine so vielfältige Gesellschaft, die sich hier versammelt. Man findet Kartenspieler, Schwertkämpfer, Jogger (aber nur wenige), viele dehnen sich an Turngeräten auf “Spielplätzen” oder an einem Baum oder Geländer. Es wird Federball oder Fuß Federball gespielt. Einige Musizieren, und singen wie in der traditionellen chinesischen Oper, wobei jeder der mag einmal singen kann oder tanzen gemeinsam. Und überall sieht man Leute, die Tai Chi machen. Ob alleine oder in der Gruppe ist dabei Nebensache, jeder wie er mag. Überhaupt, scheint es die Leute hier absolut nicht zu stören, was andere machen oder denken könnten (wie bei diesem hier). Immer wieder hört man laute rufe “Haaaoo” oder ein schnelles “Hau. Hau.”. Wer sich hier hin kommt, scheint mit sich selbst im reinen zu sein. Ich wandele durch den Park und bin fasziniert. Ich wusste, dass hier morgens Sport gemacht wird, aber mit so einer Vielfalt hatte ich nicht gerechnet. Es ist wundervoll.

Aber richtig los geht es erst in dem Moment, als Maria und ich unsere Zurückhaltung ablegen und von Zuschauern zu Teilnehmern werden. In dem Moment als wir verstehen, dass wir hier einen Ort gefunden haben, an dem jeder an sich Unglaublich was er da macht. Er ist 73!!!arbeitet und es nicht schlimm ist, wenn man noch ein Lehrling ist. In diesem Moment übertreten wir eine unsichtbare Grenze zwischen den Touristen und den Einheimischen, in diesem Moment erleben wir den  Park des Himmelspalastes anders. Wir gehen auf den Spielplatz, legen unsere Sachen ab und fangen vorsichtig an unsere vom Reisen müden Knochen zu dehnen. Sofort kommt ein Chinese auf uns zu und zeigt uns Übungen, wie er sie macht. Ein bisschen macht er sich auch lustig über mich, weil ichHier kriege ich tips, wie ich mich besser dehnen kann so ungelenkig bin, aber nicht so, dass es mich stören müsste. Wir staunen über einen alten man der die wildesten Dehnübungen macht. Als er es bemerkt, zeigt er sie mir. Ich traue mich zunächst nicht, doch dann versuche ich es. Ich schaffe es. Einmal… Der alte Mann ist 73 und macht sie locker 5 mal am Stück. Als wir fertig sind mit dehnen,verabschieden wir uns und geraten gleich in die nächste Gruppe. Hackysack ist in Deutschland eine Trendsportart. In China wird es seit über 2000 Jahren gespielt und jeder spielt es vom Kind bis zur Oma. Nur haben die Chinesen keinen Reissack, sondern mit Federn bestückte Metallplatten und es heißt Jianzi. Unser laoschi (Lehrer) zeigt uns einige Tricks und freut sich, wenn wir etwas hinbekommen. Danach gehen wir noch etwas weiter, klettern ein wenig, machen Situps und uns tun die Touristen leid, die es nicht geschafft haben die unsichtbare Grenze zu überschreiten. Hoffentlich geling uns dieses Kunststück noch öfter. Es ist in China sehr schwierig als Reisender kein dummer Tourist zu sein.

Junge und alte Frauen Tanzen mit dem Faecher Die Chinesen lieben es gemeinsam zu tanzen

 

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One Response to “Morgens im Park des Himmelspalastes”

  1. […] Der Oktogonale Tempel im Zentrum des Parkes ist ein Holztempel voller Symbolik. So stellen z.B. das viereckige Fundament und der Runde Tempel darauf Himmel und Erde dar. Der Park um den Tempe ist nicht außerordentlich schön, aber wird von den Einheimischen genutzt um ihre Morgengymnastik zu machen. Und jeder ist willkommen mitzumachen. […]

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