Laos

Nach unserer schönen Zeit in Chiang Mai haben wir für drei ein halb Wochen Laos besucht. Ein Land, das sich ganz anders gezeigt hat, als wir es erwartet hatten. Aber zuerst mal ein paar Fakten über dieses Land, von dem einige sicher noch nicht viel wissen:

In ganz Laos leben 6,6 millionen Menschen (etwa so viel wie in Rio de Janeiro) auf 236 000 km2, was eine Bevölkerungsdichte von 24 Einwohnern pro km2 ergibt. Vergleich mit Deutschland : Laos ist nur 1,5 mal kleiner als Deutschland, hat aber 12 mal weniger Einwohner. Vientiane ist die Hauptstadt und Theravada Buddhismus ist Staatsreligion. Laos war im Laufe der letzten Jahrhunderten immer wieder von Fremdmächten besetzt. Zuletzt und am längsten von Frankreich. Erst seit 1973 existiert die Volksrepublik Laos als unabhängiger Staat. So hat sich in Laos weniger eine einheitliche Kultur entwickelt als in allen Nachbarländern.

Hier eine Karte unserer Reise durch Laos:

Laos Tour

Laos ist eines der ärmsten Länder Asiens und wir dachten auf uns wartet ländliches und einfaches Leben in üppiger Natur mit freundlichen Menschen, die uns einladen bei ihnen Tee zu trinken oder gar zu schlafen, weil wir letztlich dachten wir würden zwei der wenigen Touristen sein, die Laos entdecken. Aber es hat sich vieles verändert in Laos. Wir haben mal eine kleine Liste zusammen gestellt mit positiven und negativen Aspekten die uns in Laos aufgefallen sind:

Zuerst die negativen Seiten:

– „zwei der wenigen Touristen sein“ ist eine vollkommen falsche Idee. Wir waren überall von anderen Touristen umgeben und dank der geringen laotischen Bevölkerungsdichte fallen sie besonders ins Auge. Die Laoten selber reisen wenig und selbst in Cafés und Restaurants findet man fast nur ausländische Touristen. An einigen Orten in Laos muss man regelrecht nach Einheimischen suchen. Vang Vieng zum Beispiel. Einst ein kleines Fischerdörfchen am Ufer eines schönen Flusses hat es sich in ein Ghetto für Touristen verwandelt, die sich betrinken, halb nackt rumlaufen und sexuelle Sprüche auf den Körper schreiben, alles in einem Land in dem die Menschen eigentlich sehr zurückhaltend sind. Aber sie tolerieren es, da der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle darstellt. In den Bars in Vang Vieng laufen rund um die Uhr idiotische Comics wie „American Dad“. NB: die Landschaft um Vang Vieng ist immer noch wunderschön und es gibt viele Höhlen, Lagunen und Wasserfälle zu erkunden und Tubing (auf einem LKW-Reifen den Fluss hinabtreiben) hat verdammt viel Spaß gemacht.

Vang vieng landscape tubing, Vang vieng 2

blue lagoon, Vang vieng

– Viele Straßen, Viertel, oder sogar ganze Städte sind alles andere als authentisch. An diesen Orten sind die Laoten nur für uns da : sie beschäftigen sich damit uns zu unterhalten, uns etwas zu verkaufen, uns zu transportieren, zu beherbegen oder zu verpflegen. Hier verdienen sie nur mit dem Tourismus ihr Geld. Und an solchen Orten ist es natürlich schwierig einen Kontakt herzustellen, der über das Touristen-geschäftliche hinaus geht. Findet man doch einmal einen Laoten, der nicht mit Touristen arbeitet, so spricht er vermutlich nur Laotisch und die Sprachbarriere mach eine Kommunikation sehr schwer. Nur in den größeren Städten, wie Laos Hauptstadt Vientiane, Pakse oder Luang Prabang (außerhalb vom Zentrum) kann man die Einheimischen bei einem Leben beobachten, das nichts mit Touristen zu tun hat.

Pakse

– In Laos sind die Preise, zumindest für die Touristen, viel höher als was wir erwartet hatten. Das Leben ist teurer als z.B. in Kambodscha oder Vietnam. Im besten Fall bekommt man weniger für das gleiche Geld. Es war uns nie möglich den echten Preis zu zahlen (nichtmals für Wasser und Brot). Für die Laoten scheinen alle Ausländer reich und sie sind nur selten bereit zu handeln.one road in Laos

– Es ist schwierig sich in Laos zu bewegen. Es gibt keine Eisenbahn und Bus und Sammeltaxen sind sehr langsam. Da dauert es schon mal einen ganzen Tag um 200 km zurück zu legen. Das hat zwar einen gewissen Charme, aber nur wenn man nicht reisekrank wird.

– Laos hat unglaublich viel üppigen Urwald zu bieten, aber auch das wird sich ändern. Das Land ist im Bau. Kleine Bambushütten weichen immer öfter soliden Steinhäusern und auf ganzen Landstrichen wird der Wald gerodet. Ironischer Weise verkauft Laos seinen Urwald an China um dafür Straßen zu bekommen, um die Touristen befördern zu können, die wegen dem Urwald ins Land kommen. Und neben den ökologischen Problemen macht es Laos von China finanziell abhängig.

Die positiven Seiten:

– In Laos kann man wahrlich paradiesische Orte finden, Wasserfälle, unmengen von Höhlen und der mächtige Mekong. Unsere absoluten Highlights, die man nicht verpassen sollte: die wunderschönen Wasserfälle Tat Kuang Si bei Luang Prabang und die 4000 Islands an der südlichsten Stelle des Mekong in Laos, der perfekte Ort um Fahrrad zu fahren, zu schwimmen oder einfach in der Hängematte zu liegen. Und natürlich unsere absolute nummer 1: die Kong Lo Grotte. Sie wird dir den Atem rauben. Von einem malerischen kleinen See aus geht es mit dem Boot 45 Minuten (ca. 7 km) durch riesige Tropfstein-Hallen und durch vollkommene Dunkelheit. Die Höhle wurde erst 2002 komplett erkundet und man kommt noch recht schwer hin. Dadurch ist es hier bei weitem nicht so touristisch wie anderswo in Laos. Allerdings wird sich das ändern, sobald die neue Straße nach Tah Khaek fertig gebaut ist. Mit Sicherheit gibt es in Laos noch viele unentdeckte magische Orte.

Mekong river Tat Kuang Si waterfalls 4000 islandsKong lo cave

– Es gibt in Laos keine Wolkenkratzer, fast keine LKWs (praktisch alle Güter werden in den Passagierbussen transportiert – kleine Anekdote: auf unserer Fahrt nach Kong Lo saßen wir fünf Stunden lang neben einem Motorrad im Bus und mussten bei jedem Stopp drüber klettern um nach draußen zu kommen) und es gibt kein einziges Mc Donalds. In der größte Stadt, Vientiane, leben nur 350.000 Einwohner und sie hat einen provinziellen Charme. Die Menschen sind entspannt und das Leben ist alles andere als stressig.

Bus transporting a motobike (and a lot more)

– In Laos gibt es Käse und Brot! Wie in ganz Indochina findet man hier französischen Weichkäse (La vache qui rit) und Baguettes. Endlich wieder richtiges Frühstück. 😉

Wie ihr seht gab es für uns einige negative Punkte. Wir hatten selten das Gefühl das „wahre“ Laos zu sehen. Aber das ist nur unsere Erfahrung. Wir mögen es zwischen den Einheimischen unterzutauchen und so weit es geht dazu zu gehören. Viele andere Backpacker haben Laos als eines ihrer Lieblingsländer bezeichnet. Wir werden nicht unbedingt zurück kommen, aber es ist auch nicht ausgeschlossen. Es gibt garantiert noch vieles zu entdecken in Laos und die Laoten sind geheimnisvolle Menschen. Ein Tipp: wer Laos bereist sollte viel Zeit und Geduld mit bringen und versuchen nicht nur die Haupt-Touristen Orte anzusteuern. Und die wirklich mutigen können den Urwald und authentische Dörfer erkunden. Aber Vorsicht: Laos ist übersäht mit nicht explodierten Bomben der Amerikaner, die auch heute noch eine Gefahr für Leib und Leben darstellen. Aber dazu mehr in einem anderen Artikel.

 

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