Einreise nach Indonesien

Schon die Einreise nach Indonesien war etwas anders. Zum einen ist es etwas komplizierter als sonst in Asien, zum anderen sind Grenzüberquerungen per Boot eher selten. Mit unserem frisch beantragten indonesischen Visum kamen wir also per Fähre in Tarakan (Borneo, Indonesien) an. Tarakan ist eine der Städte Asiens, die noch nicht viele europäische Touristen gesehen haben. So hat sich hier auch noch kein touristen(un)freundliches, englischsprachiges Empfangskomitee von Taxi-Fahrern und Hotel-Schleppern installiert. Wir waren also endlich mal wieder nur auf uns selber gestellt, fast ein kleines Abenteuer.

Das Zimmer, das wir letztlich gefunden hatten war dann auch, der Atmosphäre der Stadt entsprechend, dreckig und herunterkommen und das Essen konnte nicht mehr als satt machen. Zum Glück haben wir am Flughafen von Tarakan, beinahe zum Internetpreis  (790.000 Ringgit pro Person), einen Lion-Air-Flug für den nächsten Tag nach Jakarta bekommen, wo wir uns mit Marias Schwester Sonia getroffen haben.

Jakarta

Thailands Bangkok, Malaysias Kuala Lumpur oder Indiens Mumbai werden immer wieder gerne als Moloch bezeichnet. Aber alle diese Städte haben schöne Ecken und Orte, die es sich zu erkunden lohnt. In Jakarta habe ich nichts dergleichen gefunden. Ich habe eigentlich nur zwei Bilder im Kopf, wenn ich an Jakarta denke, hässlich graue, halb zerfallene Gebäude und endlose Reihen von indonesischen Batik Stoffen in Shopping Malls. Es gibt keine andere Stadt in Asien, von der wir so wenige Fotos gemacht haben.

Eindruck aus Jakarta - IndonesienBatik Stoffe in indonesischer Mall in Jakarta

Mein Zimmerbewohner hat Jakarta allerdings anders erlebt. Nachts. Zum Feiern gibt es seiner Meinung nach keine bessere Stadt und es gibt Clubs, in denen am Wochenende drei Tage lang ohne Unterbrechung getanzt wird. Sonntagmorgens, nach dem Frühstück, hatten wir kurz überlegt hinzugehen, uns dann aber doch entschieden weiter nach einem hübschen Fleck zu suchen. So blieb uns Party-Jakarta unbekannt.

Jogjakarta

Alles was Jakarta an Charme fehlt, hat Jogjakarta abbekommen, könnte man meinen. Allein schon, dass die Stadt einen Spitznamen, „Jogja“, trägt, macht sie sympathisch. Und da hört es lange nicht auf.

Jogjakarta StreetartIndonesischer Maler in Jogjakarta

Kunst in JogjakartaLustige Kunst in Indonesien

Die, in warmen Orangetönen gestrichenen, Häuser bilden kleine Sträßchen die in verwinkelte Gassen übergehen. Wer sich in dem Wirrwarr nicht verlieren mag, kann seine Unterkunft für Jogjakarta im Voraus mit Holidaycheck buchen. Das Viertel, indem sich viele der Guesthouses finden, erscheint wie ein gewachsenes Labyrinth lebendiger Kunst.Überall finden sich Wandzeichnungen und kreative Kunst in all seinen Formen. Auch die Besucher werden eingeladen kreativ zu werden. In Koch- oder Batik-Kursen bekommt man indonesische Kultur zum Anfassen. Wir haben eine Silberklasse besucht und unsere eigenen Silberringe geschmiedet.

Silberkurs in Jogjakarta

Auf der Straße und in Cafés sprechen oder singen einen alle möglichen bunten Vögel aus alten Holzkäfigen an. In einer unwahrscheinlich unbefangenen Art verbindet Jogja einen mit den Menschen, die hier leben. Ich habe mich selten in Asien so dazugehörig gefühlt wie hier. Wenn man so durch die Straßen schlendert, könnte man den Eindruck bekommen, als hätte man hier gerade sein Auslandssemester begonnen. Tatsächlich ist Jogjakarta mit über 100.000 Studenten das Bildungszentrum Indonesiens und so versprüht es eine unglaublich junge Dynamik. Jogja hat mich zu jedem Zeitpunkt heiter gemacht. Selbst die aufdringlichen Verkäufer hier sind freundlich-aufdringlich. Zum Beispiel hat uns ein Kunst-Galerie-Schlepper an Sonias Geburtstag dreißig Minuten lang mit heiteren Anekdoten animiert, bevor er uns zu einem Tee in seiner Galerie eingeladen hat. Dass wir nichts gekauft haben, hat ihn am Ende auch nicht wirklich gestört. Jogja ist wie Cocktail am Strand, hier gibt es nur den Moment und nichts anderes zählt wirklich. Jogja ist wie ein Kaminfeuer im Winter, angenehm warm und einladend und man mag einfach gerne da sein. Jogja ist der Augenblick. Jogja inspiriert.

Vogelkäefige indonesischer Künstlerstadt

Ach ja, um Jogjakarta herum gibt es auch noch Tourismus zu machen, auch wenn die Must-See’s der Umgebung nicht einmal im Entferntesten mit Jogja mithalten können. Borobudur gehört selbstverständlich zum Pflichtprogramm. Der immense erst 1983 wieder eröffnete Tempel-Komplex ist seit 1991 Weltkulturerbe. Was soll ich sagen? Borobudur verdient seinen Status und sein Ansehen. Es ist beeindruckend, großartig und faszinierend.

Mit ausgeliehenen Röcken auf BorodudurIndonesische Schüler quf Exkursion

Borobudur in Java, IndonesienSicht über Java von Borodudur

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man immerhin 2 Stunden pro Weg. Gleichzeitig wie wir waren dutzende Schulklassen dort. Obwohl wir nur 30 Minuten wirklich vor Ort und daher etwas gestresst waren, konnten wir uns den lächenlnden Schülern nicht verwehren alle mussten paar Minuten für eine Ihrer Kameras posieren. Wir beeindruckten mit unseren unfreiwillig ausgeliehenen Röcken offensichtlich mehr, als irgendsoein Tempel.

2010 wurde Borobudur übrigens von dem nahen Vulkan Merapi während eines Ausbruchs mit Asche bedeckt, wovon man heute aber nichts mehr bemerkt.

Vulkan Merpai - gefährliche Schönheit

Der Merapi allerdings, gut von Jogjakarta zu erreichen, lässt jederzeit erahnen, mit welcher Macht er im Oktober und November 2010 ausgebrochen ist. Der mit Vulkanschlamm gefüllte Fluss, verbrannte Baumreste und zentimeterhohe Ascheschichten, als wäre der Ausbruch erst gerade gewesen, machen klar, in welcher Gefahr die Menschen um den Vulkan herum leben. Es ist erstaunlich wie Menschen so nah an einer Todbringenden Naturgewalt leben können. Der Merapi gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt und bricht im Schnitt alle 10 bis 15 Jahre aus. Aber lass einfach die Bilder auf dich wirken. Und wer es noch etwas zerstoererischer mag, sollte sich den beeindruckenden Bericht über den Vulkan Montserrat von Martin Wos anschauen. Fahrt zum Vulkan Merapi - Indonesien

Achtung gefâhrlicher VulkanVerbrannte Bäume bei Merapi auf Java

Vom Vulkan Merapi zerstörtes Haus

Merapi - geschmolzener CD-PlayerVerbrannter Koran in Indonesien

Weniger todbringend, weil nicht in der Nähe einer Stadt, aber dafür umso beeindruckender und rund um die Uhr aktiv wird unser nächstes Ziel: der Vulkan Bromo.

« Previous

 

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply


7 − sechs =