Fresh news aus Indien. Wir sind gut angekommen und unser erster Tag hier ist geladen mit Eindrücken.

Viel haben wir unterwegs von anderen Reisenden gehört, aber egal, wie gut du dich auf Indien einstellst, die Realität trifft dich wie ein Schlag. Nach nur drei Schritten auf Indiens Straße wusste ich: hier bin ich einem Land, das so anders ist als alles andere auf der Welt, dass man es körperlich spüren kann. Als wäre die Luft hier fremd, angefüllt mit Indienessenz. Der Duft von Räucherstäbchen und Urin; jungen Frauen, Prinzessinengleich, in eleganten Saris, die aus Wohnungen voll Dreck und Gestank kommen; unglaublich leckeres Essen, aber Hygiene? Selbst die Touristen hier sind anders. Angezogen wie Hippies, muss es einem so vor kommen als würde die Indienessenz etwas von den Einheimischen auf uns Reisende übertragen.

Aber die Lektion, die wir heute lernen mussten ist: traue keinem Inder, der dich anspricht um dir einen guten Rat zu geben. Wir wollten die Preise der Zugtickets wissen, um sie mit welchen aus einer Agentur zu vergleichen. Unwissend, was uns erwartet sind wir zum Bahnhof gegangen, wo uns ein Mitarbeiter der Bahn nach unseren Tickets gefragt hat. “Wir haben keine, wollen welche kaufen”. “Nicht hier, hier darf man nur mit Tickets rein. Zugtickets gibt es beim offiziellen Tourismus Buero der Regierung. Nehmt eine Rikscha!” Kurz verhandelt er den Preis mit dem Fahrer (er will ja nicht, dass wir reingelegt werden) und Bums saßen wir in einer Rikscha die uns zur “offiziellen” Ticketstation gebracht hat. Die Preise dort waren extraordinär hoch. Auf dem Weg zum Bahnhof haben wir im Reiseführer genau den Trick gelesen, auf den wir gerade reingefallen sind. Es war alles super inszeniert und sehr Glaubhaft gespielt. Bollywood hat hier ein paar echte Talente verloren. Beim zweiten versuch kam ein anderer “offizieller” und machte uns mit Mund und Händen darauf aufmerksam, dass man ohne Ticket nicht in den Bahnhof darf. Als ich sagte, dass niemand außer uns nach Tickets gefragt wird, lies er uns kurz los und wir versuchten in den ersten Stock zu flüchten, in dem wir das Touristen Büro vermuteten. Er war so freundlich uns zu folgen und uns zu erklären, dass wir nicht auf Tricks reinfallen dürfen und wo die richtige Verkaufsstelle ist. Aber als wir ihm dankend, sagten, dass wir doch selber das Ticketoffice suchen wollten wurde er wütend, fast handgreiflich. Letztlich haben wir das offizielle Büro gefunden, aber es war seit 15 Minuten geschlossen. Vielleicht gehört auch das zur Indienessenz.

Indien scheint ein schwieriges Land zu werden, aber absolut interessant und voller Entdeckungen.

 

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3 Responses to “Eindrücke aus Indien”

  1. Zambo sagt:

    Eure Erfahrung ist eine von vielen. Es gibt auch die genauen Gegenteile. Das wichtigstezu wissen.:mindestens immer um, die Haelfte runterhandeln, mindestens

    • Bjoern sagt:

      Vor allem sind es unsere ersten Erfahrungen. Aber es gab noch andere in die Richtung. Delhi (so wie Agra und Jaipur) ist halt eine Touriabzocker Stadt. Selbst die Inder sagen das. Aber ich kann schon verraten, dass wir, sobald wir raus waren, auch sehr tolle Leute getroffen haben.

  2. Gisa sagt:

    Hallo Maria, hallo Björn,

    jetzt seit ihr wohl auf die Sitten der Inder auf praktische Art vorbereitet und weitere Nepper-Schlepper-Aktionen bleiben euch erspart.
    Ihr seit ja jetzt schon ganz schön weit auf eurer Reise gekommen. Die Hälfte der Stationen liegt bald hinter euch. Wo wollt ihr länger bleiben? Euer Reisejahr ist ja jetzt gerade ein viertel herum gegangen.

    Ich hoffe eure weiteren Eindrücke und Begegnungen in Indien sind positiv, wir hoffentlich das Wetter auch!

    LG
    Gisa

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