Ein Ashram ist ein klosterähnlicher Ort der Mediation in Indien, in dem Schüler den Lehren ihres Gurus folgen. Wir waren für einen Tag im Mata Amritanandamayi Ashram bei Amma, einer der wenigen weiblichen Gurus Indiens. Amma bedeutet Mutter und sie ist bekannt als die umarmende Mutter, weil sie die Menschen mit einer Umarmung segnet. Sie macht regelmäßig Umarmungszeremonien, die ganze Nächte andauern. So hat sie in ihrem Leben schon mehr als 30 Millionen Menschen gesegnet.

Wir kamen aus der Wildnis des indischen Alltags nach Amritapuri und waren geschockt von der Harmonie, die wir fanden. Die Menschen sind freundlich, rücksichtsvoll und halten sich an die zahlreichen Regeln, die im Ashram herrschen.

Das Ashram liegt in der malerischen Landschaft der Backwaters im Staat Kerala im Süden Indiens. Entlang der Backwaters gibt es nur einzelne, kleine Häuschen und Siedlungen. Das Ashram sticht auch hier aus seiner Umgebung hervor. Es ist ein Komplex aus fünf 11-stöckigen Wohnblöcken, die um einen Tempel angeordnet sind. Diese Hochhäuser passen so gar nicht zu den einfachen hübschen Unterkünften der anderen Bewohner der Backwaters.

Scenery around Ammas Ashram Buildings of Ammas Ashram in Kerala

Aber es ist funktional und nötig, für die über dreitausend Bewohner, die von überall aus der Welt kommen um hier zu studieren und zu meditieren. Das Zusammenleben all dieser Menschen muss natürlich organisiert werden und vieles beruht auf der freiwilliger Mithilfe eines jeden. Wenn man so durch das Ashram schlendert, kann es leicht passieren, dass man gefragt wird, ob man mal eben helfen kann die neusten Flyer irgendwo hin zu tragen oder ähnliches. Es gibt auch ein Büro, in dem man sich immer für den nächsten Tag eintragen kann, wo man helfen wird (im Cafe, beim Wäsche waschen, beim Müll sortieren etc. was eben so anfällt)

Ich hatte mich sehr auf unseren kleinen Zwischenstopp gefreut: Meditation, spirituelle Stimmung, Zeit und die richtige Umgebung zum Denken, dass schien mir eine gute Sache zu sein.

Aber als wir im Ashram ankamen, hatte ich schnell das Gefühl am falschen Ort zu sein. Insgesamt herrschte mir in dem Ashram eine zu heilige Stimmung. Wenn ich in die Augen der zahlreichen, ganz in weiß gekleideten, Ausländer geschaut habe, hatte ich den Eindruck, dass sie alle durch das Leben in dem behüteten Ashram, in dem alle nett und freundlich sind, weich und schwach geworden sind. Ich hatte den Eindruck, dass sie außerhalb des Ashrams nicht mehr lange überleben würden. Am Eingang gab es beispielsweise ein Schild, dass die Ashram-Bewohner gewarnt hat, das Ashram nicht zu lange zu verlassen, oder draußen zu essen, da das Ashram nicht dafür garantieren kann, dass die Menschen außerhalb es immer gut mit einem meinen. Und so ist es wohl nicht verwunderlich, dass die meisten Dauerbewohner des Ashrams recht Weltfremd wirkten.

Also blieben wir nur für einen Tag bei Amma, nahmen an einer Meditation und einer Lesung teil, aßen das einfache Essen der Ashram-Bewohner und ließen uns von Amma umarmen.

Sign with Amma, in front of her Ashram

Praktische Informationen:

Wir kamen mit dem Boot durch die herrlichen Backwaters von Alleppey nach Amritapuri und fuhren danach weiter nach Kollam Die Bootsfahrten kosteten 200 Rupies bzw. 100 Rupies (= 3,30 bzw 1,70 Euro) und dauerten fünf bzw. drei Stunden. Das Einchecken im Ashram ist ganz einfach. Alles ist organisiert wie in einem Hotel oder einer Jugendherberge. Für 150 Rupies (=2,50 Euro) bekommt man ein Bett und drei sehr einfache Mahlzeiten. Paare bekommen nach Möglichkeit ein eigenes Zimmer, ansonsten wird man nach Geschlecht auf Gemeinschaftszimmer verteilt.

Der Internetauftritt von Amma auf deutsch hat viele Infos.

 

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13 Responses to “Ein Tag in Ammas Ashram”

  1. Dürfen Gäste Kinder mitbringen? Gibt es ein kindgerechtes Angebot?

  2. Tanja sagt:

    Hi,

    ich habe gerade Eure Berichte und Beiträge gelesen und plane im Januar oder Februar in den Ashram zu gehen.
    Und da ihr ja schon mal da wart, wollte ich fragen, ob ihr Tips für mich habt, was ich mitbringen und/oder zu beachten habe.
    Und dann habe ich noch eine besondere Frage zum Rückflug. Wisst ihr wie die Möglichkeiten sind dort einen Rückflug zu buchen, da ich mich vorher nicht entscheiden möchte wie lange ich bleibe.
    Ich freue mich auf Eure Antworten und sende einen lieben Gruß
    Tanja

    • Hallo Tanja,
      eigentlich brauchst Du nicht viel mitzubringen. Es gibt quasi alles Vorort. Du bekommt Bett, Bettwäsche, wenn Du länger dort bleibst sicher auch Kleidung etc. Kosten tut das ganze ja fast nichts (s. oben). Was das Fluge buchen angeht bin ich mir unsicher, aber ich erinnere mich gerade, dass es gleich an der Bootsanlegestelle ein Reisebüro gab, bei dem wir unseren Zug buchen wollten (was leider nicht geklappt hat, aber das liegt an den Zügen nicht am Reisebüro). Also ich denke, dass das kein Problem wird. Und im schlimmsten Fall machst Du einen wunderschönen Ausflug mit dem Boot in die nächste Stadt und kaufst dort.
      Ich wünsche dir einen schönen Aufenthalt und dass Du die Erfahrung machst, auf die Du wartest!

  3. Hey Andrea,
    You are feeing chrismas right? :)
    Well, we came to Amma through the Backwaters from Alleppey to Amritapuri.
    You can stay in the Ashram itself and as long as you want. There is no limit as long as you participate in Ashrams life. You are paying about 150 Rupies per night and you have to help making food, preperaing the singings or meditations, cleaning etc.
    And you don’t have to decide in the beginning how long you will stay.
    I wish you a good time there,
    Björn

  4. andrea sagt:

    Please tell how I have to travel to the ashram.
    Are there any guesthouses to stay there.
    Probably I want to come 23 dez to jan 2014.
    thanks for help

    • lea sagt:

      Dear Andrea, I also suppose to go to Ammas ashram
      in December 2014 just before christmas. I have to check
      the food, because I don`bear many things.
      Perhaps you can contact me for flying together?

  5. Rosi Schorpp sagt:

    Hallo an alle, die einmal den Ashram von Mutter besucht haben,
    ich machte diesen Sommer eine 14-tägige private Indienreise in einer kl. Reisegruppe. Wir verbrachten 4 Tage im Ashram und ich kann sagen, es war für uns alle sehr beeindruckend. Die Unterkunft ist sehr sehr einfach im Vergleich zu unserem Leben in Deutschland, Wir waren zu dritt in einem kl. Zi. mit Dusche u. WC. Zuerst dachten wir, das kann nicht wahr sein-doch als wir wieder gehen mussten, fiel es uns schwer, denn die Menschen u. Touristen sind sehr angenehm, das Essen einfach aber auch sehr billig für uns Europäer.
    Wir wurden täglich mehr als satt. Die Atmosphäre ist sehr spirituell .
    Jeder der im Ashram für immer lebt hat sich selbst entschieden so wie bei uns die Menschen, welche ins Kloster gehen-bei uns ist es lebenslänglich!
    Also ich kann sagen, ein Besuch in einem Ashram von Amma in Indien ist eine Bereicherung.
    greetings rosi

  6. Anne-Marie sagt:

    @ Oxana, Antwort auf die Frage, welcher Flughafen in der Nähe von Amrithapuri liegt: Entweder man fliegt nach Cochin bzw. Kochi im Norden oder nach Trivandrum (Tiruvananthapuram) im Süden von Ammas Ashram. Beide Städte werden von Europa aus von den arabischen Airlines direkt angeflogen.
    Mumbai oder Delhi sind so weit entfernt von Kerala wie Dänemark von Istanbul. :)

    Zum Artikel selbst: Es ist schade, dass Du nur einen einzigen Tag im Ashram warst, da ist Dir sehr viel entgangen. Wie man „geschockt“ sein kann von Harmonie an diesem Ort und einem die Stimmung an einem heiligen Ort „zu heilig“ sein kann, entzieht sich meinem Verständnis. Sollte ein Ashram nicht ein Ort des Friedens sein? Ist es nicht schön, dass es solche Orte gibt?

    Zum Thema Essen im Ashram ist zu sagen: Es gibt durchaus nicht nur das einfache Essen, das im Übernachtungspreis eingeschlossen ist. Weiterhin ist eine große indische Küche auf dem Gelände, wo man herrliches vegetarisches Essen genießen kann und den besten Spice Chai in ganz Indien.
    Dann gibt es die Western Canteen, wo es alles für den europäischen Geschmack gibt, alles lecker und frisch gekocht von begeisterten jungen Leuten.

    Und sooooo weltfremd kann Amma gar nicht sein, unterstützt sie doch unglaublich viele konkrete und praktische Hilfsprojekte, wie Häuser für Tsunamiopfer, Boote für Fischer, Universitäten und Krankenhäuser, Ökologie, Bildung für Mädchen etc.etc. kann man alles auf der http://www.amma.org Seite nachlesen.

    Letztes Jahr z. B. hat der Ashram in Karunagapalli, einem Dorf in der Nähe, das ganze Dorf von Müll und Dreck gereinigt. Die Ashramleute arbeiten hart, und alle ehrenamtlich. Wer drei Tage im Ashram war und sich nicht im Büro gemeldet hat, bekommt dann einen kleinen Zettel an die Tür, wo zu Sewa, d. h. uneigennütziger Arbeit, aufgefordert wird. Amma hätte gern eine Stunde Arbeit am Tag von jedem Gast, und das ist nicht zuviel verlangt. Die Ashramiten arbeiten oft viel härter.

    Übrigens, wer etwas länger dort ist, entdeckt vielleicht sogar den herrlichen Swimmingpool (nur zu benutzen mit den züchtigen Ashrambadekleidern, das ist sehr lustig, Frauen und Männer baden getrennt) oder entdeckt die beiden Tempelelefanten Lakshmi und Ram.

    Nicht zu vergessen ist die Musik, die stundenlang gespielten uralten Bajahns. Das ist einfach nur magisch.

    • Bjoern sagt:

      Liebe Anne-Marie,

      vielen Dank für deinen langen Kommentar und Willkommen bei uns. Wie lange hast Du denn im Ashram gelebt und was hast Du von dort mitgenommen?

      Nachdem ich deinen Kommentar gelesen hatte, habe ich ich auch nochmal den Artikel gelesen und mich an meine Zeit bei Amma erinnert und ich war etwas verwundert. Du verteidigst Amma und das Ashram so sehr, dass man meinen könnte, ich hätte schlecht darüber berichtet. Und doch war mein Artikel eher positiver als meine Erfahrung dort. Ich wollte niemandem die Lust nehmen dorthin zu reisen, denn es ist ganz zweifelsohne ein besonderer Ort.

      Ein paar Worte zu deinen Anmerkungen. Du kennst Indien doch, nicht war? Dann weißt Du doch auch, dass man Indien nicht falsch oder richtig wahrnehmen kann. Es ist wie es ist: anders, besonders, anziehend und abstoßend zugleich. Jeder nimmt Indien in jedem Moment anders wahr. Und da macht auch das Ashram vermutlich keine Ausnahme. Und doch ist der Unterschied zwischen außerhalb und innerhalb des Ashrams definitiv enorm. Ich würde sogar sagen, dass der „Schock“ nach mehreren Wochen Indien ins Ashram zu kommen größer ist als der Kulturschock, wenn man von Europa nach Indien einreist.

      Auch Amma brauchst Du nicht zu verteidigen. Ich habe nicht gesagt, dass sie weltfremd ist. Ebenso die Inder, die vor Ort waren; sie gehörten zu 100% hierhin. Es waren vielmehr viele der Ausländer, die mir fehl am Platze vor kamen. Ich hatte den Eindruck, dass die meisten von Ihnen hier etwas suchten – die perfekte Harmonie vielleicht – das es nicht gibt. Sie kamen mir wie Kaninchen in einem Käfig vor, wohlbehütet und verletzlich und als würde der Käfig nicht da sein, um sie vorm weggehen zu hindern, sondern um sie vor der aggressiven Außenwelt zu beschützen.

      Und wie jemand, der seine perfekte Harmonie gefunden zu haben glaubt, reagierst Du. Eine kleine Meinung, die vielleicht andeuten könnte, dass es nicht ganz oder nicht für jeden perfekt ist, stellt einen Angriff auf dein Weltbild dar, so scheint es. Ergo verteidigst Du es.

      Ich wünsche mir keine Welt, die so ist wie Ammas Ashram. Ich wünsche mir eine Welt, in der eine lebendige Vielfalt herrscht.

      Ich würde mich sehr freuen, wieder von dir zu hören! Ich bin gespannt noch einen weiteren Blick in deine Welt zu werfen.

      Liebe Grüße
      Björn

  7. Christiane Kern sagt:

    Hello, my name is Christiane from the capital of Germany, Berlin.

    I would like to know whether it is possible to live for a certain time in the Ashram helping in the cafe or kitchen, or doing the washing.

    Last year I saw Amma in my city Berlin. It was a fantastic experience.

    Thank you.

    Christiane from Berlin

    • Bjoern sagt:

      Hey Christiane,
      welcome to our page. We stayed in Ammas Ashram for only one night, but you can stay as long as you want. There is no limit as long as you participate in Ashram life. You are paying about 150 Rupies per night and you have to help making food, preperaing the singings or meditations, cleaning etc.
      And you don’t have to decide in the beginning how long you will stay.
      Yeah, you are right, Amma is a great person. Meeting her and listening her words is unique.
      Björn

  8. Oxana sagt:

    Tschuldigung für die blöde Frage, aber um nach amritapuri zu kommen, bis welchen Flughafen muss ich da fliegen? Bangladesh oder deli?

    • Bjoern & Maria sagt:

      Also Dehli ist etwas weiter Weg. 😉 Mumbai ist da schon näher, aber immer noch 1300 km von Alleppey entfernt. Madurai ist mit 280 km richtig nah. Da gibt’s auch einen Flughafen. Indien ist halt ein großes Land. Da verschätzt man sich leicht mit den Entfernungen. In jedem Fall hoffe ich Du gute Erfahrungen dort!
      Liebe Grüße
      Björn

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