One big jar

Die Ebenen der Tonkrüge sind eines der noch ungelösten Rätsel unserer Zeit. Mitten in einer hügligen Landschaft, weit entfernt von großen Felsvorkommen, finden sich im Norden von Laos an verschiedenen Plätzen riesig steinerne Krüge. Die größten sind drei Meter hoch und sechs Tonnen schwer. Sie stehen ohne eine erkennbare Ordnung in der Landschaft umher. Niemand weiß, wie alt sie sind, wer sie gemacht hat, wie sie an ihre Orte gelangt sind oder welchen Sinn sie hatten. Vor allem die letzte Frage lässt viele Spekulationen zu. In der lokalen Bevölkerung werden zwei mythische Geschichten erzählt:

Es war vor langer Zeit, da gab es ein Volk in Laos, dass unglaublich gerne und unglaublich viel Reisschnaps trank.A covered jar Dieser war ihnen, wie man sich leicht vorstellen kann, das heiligste auf der Welt. Weil sie aber nicht das ganze Jahr über Reisschnaps brennen konnten, aber gerne das ganze Jahr über welchen tranken, probierten sie die verschiedensten Methoden aus um ihn zu lagern. Bambuskörbe und Holzkisten halfen nichts. Der Gute Alkohol verdampfte mit der Zeit und so kam irgendwann ein Genie dieser Zeit auf den Gedanken, einen riesigen Krug aus Stein zu bauen, ihn zu seinem Dorf zu bringen und darin den Reisschnaps zu lagern. Weil die Methode so erfolgreich war und das Dorf länger als alle anderen der Umgebung Reisschnaps trinken konnte, fingen in den nächsten Jahren immer mehr Leute an steinerne Krüge zu bauen. So entstanden mit der Zeit hunderte von Tonkrügen, die wir heute mit staunen bewundern können.

Die andere Theorie dreht sich auch um Alkohol. Die These ist, dass vor langer Zeit eine Spezies diese Gegend in Laos bewohnt hat, die weit größer war als heutige Menschen. Diese Riesen haben – selbstverständlich – gelegentlich Feste gefeiert. Und da sie damals noch kein Glas oder Plastik erfunden hatten waren ihre Schnapsglaeser eben aus Stein. Von den größten Festen dieser Zeit finden wir heute die Abfälle und wundern uns darüber (würde man nur einen einzigen überdimensionalen Menschenknochen finden, wäre die Theorie wohl bestätigt).

Plain of jars, site 3

Natürlich haben die beiden Theorien keine wissenschaftliche Grundlage, aber sie zeigen doch, wie unwirklich die Tonkrüge einem erscheinen, wenn man vor ihnen steht. Sie sind wahrlich ein echtes Mysterium.

Praktische Informationen : Phonsavan an sich ist eine eher kleine und weniger interessante Stadt. Die Ebenen der Tonkrüge (Zone 1, 2 und 3) können leicht mit einer Tagestour (ab ca. 110.000 Kip) besichtigt werden. Fast in jedem Hotel oder in einer der Reiseagenturen bekommt man ähnliche Angebote. Um Phonsavan zu erreichen, muss man allerdings motiviert sein. Ab Luang Prabang verbringt man 8 und ab Vang Vieng 6 Stunden auf kurvigen Bergstraßen

Empfehlung für eine Unterkunft: das Kong Keo Guesthouse (Doppelzimmer 60 000 Kip) hat uns gut gefallen, besonders das allabendliche Lagerfeuer war eine nette Möglichkeit andere Reisende zu treffen.

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