Verurteile uns nicht. Das, was in Asien normal ist, scheint bei uns verrückt und was wir machen verstehen die Asiaten nicht. Wir haben auf unserer Reise vieles gegessen, was wir nicht kannten und manches, was dich schockieren könnte. Aber auch ungewöhnliche Erfahrungen gehören beim Reisen mit dazu.

Froschschenkel (Hanoi, Vietnam): Tja, nicht in Frankreich sondern in seiner ehemaligen Kolonie Vietnam haben wir diese Spezialität zum ersten mal probiert. Die Schenkel waren paniert und wurden mit scharfer Soße serviert. Frosch-Fleisch ist ungemein zart und hat seinen ganz eigenen Geschmack. Wirklich deliziös!

Froglegs Frogleg

Krokodil (Siam Reap, Kambodscha und Saigon, Vietnam): Krokodile haben ein weißes Fleisch ohne Fett, welches vom Geschmack her an Fisch erinnert, aber die Konsistenz von Putenschnitzel hat. Sowohl gegrillt in Kambodscha als auch in einer Frühlingsrolle zubereitet in Vietnam, hat es immer unseren Gaumen erfreut.

Crocodile

Hundertjähriges Ei (Nanjing, China): Diese Eier werden vor dem Servieren 100 Tage lang gammeln gelassen und sind glitschig dunkel grün. Wir hatten uns beim Lesen über China geschworen sie nicht zu essen und haben sie nur versehentlich probiert, als wir eigentlich einen Dessert bestellen wollten (sowas passiert einem in China andauernd). Der Geschmack ist unbeschreiblich widerwärtig. Wir konnten es nicht zu Ende essen.

hundred years old egg

Maden (Bangkok, Thailand): In Bangkok habe ich einen Bambus-Wurm probiert. Maria hasst alle Arten von Würmern, Raupen, Maden etc. Auch für mich war Überwindung gross, aber eigentlich isst es sich wie Popcorn oder Puffreis mit dem Geschmack von Omelette.

Bamboo worm

Ratte (Can Tho, Vietnam): Es waren (hoffentlich) keine Kanalratten, die wir gegessen haben. Auf den Märkten in Südvietnam kann man lebende Ratten im Käfig kaufen und sie werden noch vor Ort enthäutet. Auf dem Teller – glaubt es oder nicht – macht sich eine gegrillte Ratte ganz gut. Und der hervorragende Geschmack erinnert an sehr zarte Hähnchenflügelchen.

Peeling a rat at the market

Tasty rat leg Rat!

Vogelspinne (Kambodscha): Bei einem Halt an einem Busbahnhof irgendwo zwischen Siem Reap und Phnom Penh, haben sich die Kambodschaner, die mit uns gefahren sind, auf einen Stand mit Vogelspinnen gestürzt und ganze Tüten davon gekauft. Die Verkäuferin hatte sogar zur Deko eine lebende Spinne über ihr T-Shirt laufen. Also kamen auch wir nicht drum herum Vogelspinne zu probieren. Sie hatte den Geschmack von Fisch-Chips. Die Beine waren schön knackig, nur der Hinterleib war weniger lecker.

Will he eat the spider Maria eating a Tarantula

Hund (Hanoi, Vietnam): Verzeiht uns, Hundefreunde, aber vielleicht tröstet es euch zu hören, dass keine beliebigen Hunde gegessen werden, sondern nur eine speziell gezüchtete Rasse. Sie sind eine Delikatesse im Süden Chinas und im Norden Vietnams und man braucht keine Angst zu haben, versehentlich Hund zu essen, wenn man eigentlich Rind bestellt hat. Wir mussten sehr lang außerhalb von Hanoi suchen um ein Restaurant zu finden, das Hund serviert und als wir endlich dort waren hatte es schon geschlossen. Erst am nächsten Abend hat es dann geklappt. Das Lokal war ein einziger großer Raum mit alten, niedrigen Tischen und Matten zum sitzen. Es gab keine Dekoration und das ganze war nicht sehr einladend. Wir waren die einzigen Kunden und haben uns sehr seltsam gefühlt. Eigentlich waren wir nicht ganz in der richtigen Zeit dort. Man muss wissen, dass die Vietnamesen Hundefleisch nur zum Ende des Mondkalenders, für gutes Glück essen. Am Anfang des Monats würde es Unglück bringen. Wir waren in der Mitte des Monats dort, so dass es mit dem Glück noch gerade so ging. Nun, wir hatten etwas Probleme mit der Kommunikation mit dem Kellner und waren uns nach dem Bestellen nicht so recht im Klaren über die Menge und den Preis. Wir haben letztlich ein Menu für 180 000 Dong mit drei Tellern bestellt: Frühlingsrollen mit Innereien und Erdnüssen, Scheiben vom Schenkel und Spießchen. Nach einigen Momenten des Zögerns… haben wir es gegessen. Das ganze war nicht sehr gut zubereitet, das Fleisch schien nicht von besonderer Qualität und war zäh und fettig, aber der eigentliche Geschmack war sehr, sehr stark und mit nichts sonst vergleichbar. Sehr interessant!

thit cho!

Kobra (Hanoi, Vietnam): Le Mat ist ein Schlangen-Dorf etwas außerhalb von Hanoi mit einigen hübschen Restaurants. Wir hatten in Kambodscha schon Schlangenfleisch probiert gehabt und damals war es sehr zäh gewesen. In Le Mat war es anders. Zuerst einmal ist es ein wahrer Tapferkeitsakt. Der Koch tötet die Schlange vor deinen Augen, reißt ihr das noch schlagende Herz raus und gibt es in ein Glas mit Schnaps.

Preparing of a snake meal

Dann gibt er das Schlangenblut in ein anderes Glas und füllt zwei weitere Glaeser mit einer grünen Flüssigkeit (vermutlich Galle oder so). Ich durfte das Glas mit dem noch schlagenden Herz trinken und Maria das Blut. Ex und weg und geschafft war es. Das Herz schlägt tatsächlich noch auf deiner Zunge und du spürst es die Speiseröhre hinab rutschen. Auch das Blut hat gar nicht schlecht geschmeckt, aber der grüne Saft war ekelhaft. Danach bereitet der Koch 8 verschiedene Gerichte zu. Dabei wird nichts verschwendet. Jeder Teil der Schlange (abgesehen vom Kopf) wird verwertet: Fleisch, gemischte Frühlingsrollen, knusprige Schlangenhaut, gestampfte Knochen mit gemahlenen Nüssen und Innereien etc. Abgesehen vom letzten hat uns alles hervorragen geschmeckt. Für dieses üppige Mahl haben wir statt 600 000 Dong nur 400 000 Dong für eine kleine Kobra bezahlt. Das war es definitiv Wert.

8 delicous kobra dishes - everything from skin to the bone

Drinking the blood of a King Kobra

Es gibt in Asien noch unzählige weitere Undenkbarkeiten zu essen. In Laos zum Beispiel kann man Hühner Embryonen oder ganze Kröten am Spieß essen, in China Skorpione und quasi alle möglichen Organe von allen denkbaren Tieren, in Thailand Kakerlaken usw. Aber auch schon gewöhnlichere Speisen, wie Kuhmagensuppe oder Algen-Basierte Erfrischungsgetränke können einen an die Grenzen des ertragbaren bringen. Die Asiaten haben einfach die Fähigkeit entwickelt alles zu essen, was irgendwie verdaulich ist. Wie viel man davon probiert, dass muss jeder für sich selber entscheiden. Aber die meiste Zeit über kommen in Asien Reis, Hähnchen, Nudeln und diverse Gemüse auf den Tisch. Alles, was wir oben beschrieben haben sind Spezialitäten oder Snacks für Gourmets.

Guten Appetit!

 

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3 Responses to “Der kulinarische Wahnsinn Asien”

  1. Sandra Viertel sagt:

    Hallo Maria.
    Schön dass Ihr Deutschland nicht vergessen habt. Hihi. Aber leider werde ich nicht mehr hier sein wenn Ihr in ein paar Wochen zurück kommt. Ich beginne im Januar wieder einen neuen Job in Chemnitz und ziehe aus Wiesbaden weg.
    Also verabschiede ich mich schon mal. Alles Liebe und Gute noch für Eure restliche Reise.

    Liebe Grüße
    Sandra

  2. Sandra Viertel sagt:

    Hallo Ihr zwei.

    Ich bin beeindruckt, dass ihr noch immer auf Eurere Abenteuerreise seid. Und wenn ich hier lese was ihr alles gegessen / probiert habt, kann ich nur meinen Respekt ausdrücken. Ich würde das alles nie mitmachen. Aber was ihr erlebt und hier schreibt ist besser als jede fernsehduko. Vielen Dank dafür.
    Habt ihr eigentlich wirklich vor zurückzukommen? Und wenn ja wisst ihr schon wann ungefähr? Ihr könntet das doch auch beruflich machen mit dem Schreiben und weiter reisen.
    Ganz liebe Grüße
    Sandra

    • Maria sagt:

      Danke Sandra für dein Kompliment. Oh ja, reisen und dabei Geld verdienen, das wäre mein Traum! Leider dauert es nicht mehr solange bis wir nach Hause kommen. Nur noch ein paar Wochen in Neuseeland, dann machen wir uns langsam mal auf dem Weg nach Hause (und besichtigen dabei alles, was wir auf dem Hinweg verpasst haben). Nee, war nur ein Witz (sonnst killt mich meine Familie 😉 )
      Oh, wegen den ekligen Krabbeltieren, das ist eben einei Erfahrung, die ich mich in Deutschland nie getraut hätte. Aber wenn andere Leute etwas für völlig normal halten, dann will man vielleicht doch mal kosten.
      Ich wünsche Dir alles tolle und hoffentlich bis bald.

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