Das obligatorische Beweisfoto: wir waren in der Mongolei. Als wir angekommen sind, war es gut 5 Grad unter Null und das Klima dort ist unglaublich trocken, so dass wir uns schnell wie ausgetrocknet gefühlt haben. Aber anstatt uns zu duschen und von der Zugfahrt auszuruhen mussten wir erst mal stundenlang durch Ulanbataar (UB) laufen um ein Hotel zu finden und zu planen, was für einen Ausflug wir machen würden. Erst danach konnten wir auf den Black Market von UB und uns mit Schal, Handschuhen und Mützen versorgen

Welcome Mongolia

Abends waren wir im Internetcafe. Allerdings waren wir nicht ganz alleine… Wer kann erraten was unsere Buddhistischen Mönche (es waren drei) hier zocken?

Monk playing Counterstrike

Am zweiten Tag haben wir unseren viertägigen Ausflug in die Steppen der Mongolei gestartet. Hier leben 3 Millionen Menschen und schätzungsweise 36 Millionen Nutztiere! Also haben die letzteren wohl Vorfahrt auf den Straßen. Wie auf Olchon in Sibirien gibt es auch in der Mongolei keine Zäune. Die Nomaden achten auf ihr Vieh und folgen ihm, wenn es weiter zieht, nicht andersherum.

Heerds on road

Die Mongolischen “Cowboys” tragen meistens ein klassisches Kostüm. Dieser hier möchte gerade seinen Durst stillen, als auch wir eine Pause auf unserer siebenstündigen Fahrt machen.

Mongolian cowboy in a bar

Das Ziel an diesem Tag war das Kloster Erdene Zuu in Karakorum. Karakorum ist eine der über 20 ehemaligen Hauptstädte der Mongolei. Bis vor 230 Jahren zog die Hauptstadt, passend zur Nomadenkultur, regelmäßig um.

Erdene Zuu

Erdene Zuu  ist etwas besonderes: es ist das erste Buddhistische Kloster, das wir auf unserer Reise besucht haben.

IMG_2224_klein

Auch heute noch ziehen die Mongolen, die nicht in der Stadt leben regelmäßig um. Sie bauen ihre Zelte (Jurte oder Ger) ab, und folgen ihren Herden um besseres Weideland zu finden. Auf unserer Tour haben wir auch in solchen Gers geschlafen.

Sweet couple in front of our first ger

Von innen sind die Jurten recht geräumig. Es gibt Platz für eine Küche, ein Bett, einen Schreibtisch und sogar für einen Fernseher (den Strom bekommen sie z.B. durch Solarzellen). Unseres Ger war etwas weniger Komfortabel und hatte nur Betten und einen Esstisch als Möbel. In der Mitte steht aber immer ein Holzofen.

inside a ger

Am Abend hatten wir das Glück ein Privatkonzert zu bekommen von einem mongolischen Musiker (schaut euch auch das Video an!). Er hat verschiedene Instrumente gespielt und dazu mit kehliger Stimme gesungen. Sein traditionelles Gewand und die fremdartigen Töne haben uns sofort das Gefühl gegeben, in der Welt der Nomaden zu sein.

Nomade musician

Am nächsten Tag sind wir in die Mini-Gobi gefahren. Dort haben wir eine kleinen Ausritt auf Kamelen gemacht. Wenn man das Bild sieht, stellt man sich eine Wüste mit Temperaturen um die 40 Grad vor, oder? Stattdessen war es um die 5 Grad kalt.

Camels standing up is a littel crazy

Zwischen Wüste und Steppe nutzen die Nomaden verschiedenste Verkehrsmittel.

Cowboys in mongolia going by horse or bike

Nahe der Mini-Gobi steht der Khöghnö Kahn, ein Berg mit abgerundeten Felsen, der sich hervorragend zum klettern und kraxeln eignet. Der kleine Fleck auf dem linken Bild unten bin übrigens ich. Von Oben hat man einen herrlichen Blick über die Steppe und die Wüste und sieht die Nomadenfamilien mit ihrem Vieh, die sich das Land teilen.

Bjoern is climbing

Maria on the top

Es ist ganz normal in der Steppe Knochen zu sehen. Hier geht das Leben noch oft seinen natürlichen Gang. Wenn Vieh stirbt muss es häufig den Aasfressern überlassen werden. Und der letzte Winter war hart, so dass viele Tiere gestorben sind. Um sie von innen zu wärmen mischen die Mongolen sogar manchmal Wodka unter das Futter. Die Knöchelknochen der Ziegen werden von den Nomaden aufgesammelt, da man mit ihnen die Zukunft vorhersagen kann.

A goat headIn Mongolia there are lots of eagels and vulture eating the dead animals_klein

Einmal konnten wir etwas mithelfen eine Jurte aufzubauen. Die Mongolen machen das regelmäßig und es dauert bei ihnen maximal eine Stunde. Sie ziehen mindestens viermal im Jahr um, in manchen Zeiten kann es aber auch nötig sein jeden Tag zu wandern.

Helping to build a ger

Die Familie, bei der wir gewohnt haben, hat eine süße und überaus neugierige Tochter, die uns von Zeit zu Zeit besucht hat. Hier spielt sie gerade mit einer leeren Zigarettenschachtel, die sie auf dem Boden gefunden hat.

Mongolian girl of a nomad family

Am dritten Tag unserer Tour sind wir fast nur gefahren: zurück nach UB (duschen und Wasser einkaufen). Danach sind wir weiter nach Osten zum Terejl Nationalpark gefahren. Dort mussten wir unser eigenes Holz hacken um die Jurte zu heizen. Wenn man das Feuer anmacht wird es richtig heiß und man kann super einschlafen aber die Wärme bleibt nicht lange im Zelt und irgendwann mitten in der Nascht wacht man frierend auf und muss das Feuer wieder entzünden.

Maria woodhacking

Am letzten Tag konnten wir den Park auf dem Pferd erkunden. Sie waren ganz schön faul, aber manchmal starten sie plötzlich zum Trap, dabei war es nicht leicht den richtigen Rhythmus zu finden. Aber es hat viel Spaß gemacht. Zwar ist der Terelj NP der bekannteste der Mongolei, aber wir fanden den Westen der Mongolei interessanter.

Horse riding in Terejl NP

Zum Abschluss der Exkursion haben wir noch ein super-touristisches Foto vor dem Turtle-Rock mit mongolischen Hüten auf dem Kopf gemacht.

We at turtles rock

Am letzten Tag in der Mongolei wollten wir noch etwas die Hauptstadt Ulan Bator besichtigen. Leider haben wir das Spiele-Museum nicht gefunden und der Tempel war nur noch wenige Minuten auf, als wir dort ankamen. Aber UB ist auch keine wahnsinnig schöne Stadt. Am nächsten Morgen haben wir dann die Transsib genommen und draußen hat es geschneit! Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter.

Peking, jetzt kommen wir!

Transsib from UB to China

 

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6 Responses to “Das harte Nomadenleben in der Mongolei”

  1. Any sagt:

    Hi, ich bin grade fest am stöbern auf eurer tollen Seite =)
    bei mir geht es am 9.4. los nach Russland und dann auch mit der Transib in die Mongolei, der Ursprungsplan war von UB ein Visum für China zu beantragen, habt ihr daa irgendwelche Erfahrungen gemacht, bzw jemanden Kennen gelernt der das auch gemacht hat? Habt ihr eure Reise schon im Vorfeld genau durchgeplant, also euren 4 tägigen Ausflug bereits von zuhause aus gebucht oder habt ihr alles vor Ort gemacht. Ich reise gemeinsam mit einer Freundin und wir hatten eigentlich vor solche Dinge vor Ort zu machen, jetzt hab ich allerdings gelesen das das (grade mit dem Visum) wohl garnicht so einfach sei… und vor allem realisiere ich langsam aber stetig das es bald los geht und ich habe richtig muffen sausen, aber irgendwie positiv 😉
    Viele Grüße aus der nähe von München!
    Any

    • Maria sagt:

      Hallo Any!
      ja wir haben die 4-tägige Tour spontan vor Ort gebucht, undzwar in userem Hostel 1 Tag vorher! In UB kann man fast überall solche Trips buchen, allerdings kann es ein Tag vorher schon doch etwas stressig sein. Aber nach einem halben Tag Suche haben wir Zeit gehabt, ein Hotel und eine Tour zu finden und warme Klamotten auf dem Markt zu kaufen :-) also UB ist nicht so gross. Viel Spass und schöne Reise!! Grüsse aus Grenoble (Frankreich).

  2. Lea sagt:

    Abgefahrenes Video 😀
    Warte gespannt auf euren nächsten Eintrag!

    Ach ja, Tip für China: Immer mindestens 3 Leute nach dem Weg fragen!

  3. Katja S. sagt:

    Hallo Ihr Abenteurer,
    es ist immer wieder absolut interessant von Euch zu lesen. Macht weiter so.
    Viel Glück und noch viele, viele positive Erlebnisse…
    vlg
    Katja

  4. Rachid sagt:

    Superbe randonnée
    Bonne continuation

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