Was erwartet dich, wenn Du nach Malaysia reist? Was muss Du unbedingt gesehen haben? Mit diesem Artikel zeigen wir dir alles, was uns ganz besonders gefallen hat und auch, was wir leider nicht sehen konnten.

Menschen und Kultur Malaysias

Was Malaysia für uns zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht hat sind seine Bewohner, die ganz unterschiedlichen Kulturen angehören: Muslime, Chinesen, Inder und viele andere kleinere ethnische Gruppen. Diese Mischung spiegelt sich natürlich auch in Kleidung, Monumenten, Sprache, Musik und der Gastronomie wider. Wir haben in unserem Artikel „One Malaysia“ detailliert darüber geschrieben.

Etwas anderes, dass Malaysia zu einem außergewöhnlichen Land macht, ist seine Natur. Auf beiden Seiten der Halbinsel gibt es kleine Inseln mit wundervollen Traumstränden. Aber, da unsere Schuhe noch voll von Thailands weißem Sand waren, haben wir uns auf etwas ganz anderes besonders gefreut. Etwas, dass wir noch nicht in dieser Form gesehen hatten: tropischer Regenwald! Hier herrschen bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit das ganze Jahr über Temperaturen von 28°C – 30°C. Malaysias Wälder sind unglaublich dicht und beherbergen eine beeindruckende Tiervielfalt. In Malaysia war es, wo wir unsere erste giftige Schlange und die größte Blüte der Welt gesehen haben. Auch finden sich in den sumpfigen Flüssen Malaysias die größten Krokodile der Welt: die menschenfressenden Salzwasser- oder Leistenkrokodile.

Wo wir gerade beim Thema sind: das Essen in Malaysia ist unglaublich! Jeder Biss den man wagt, Ais Kacang -Malayisches Eis mit Bohnen und Maisegal ob chinesisch, indisch, malaiisch oder auch Baba-Nonya (chinesisch-malaiisch) ist alleine schon eine Reise wert. All das findet man in Foodcourts, unter einem Dach vereint. Der Perfekte Ort, um sich von Dumpling über Satay und Tandoori bis hin zu solchen Kuriositäten wie Eis mit Bohnen und Mais zu naschen. Ansonsten haben wir in Malaysia oft etwas ganz lokal-typisches gegessen. Mc Donalds. Das billigste McDo unserer Reise; man sieht es den Malaien an.

Die besten Orte und Städte Malaysias

Malaysia besteht aus zwei voneinander getrennten Gebieten. Auf der malaiischen Halbinsel ist die Infrastruktur enorm gut entwickelt, was man von dem malaiischen Teil Borneos nicht unbedingt behaupten kann. In letzterem muss man es entweder akzeptieren sich langsam und mühsam zu bewegen, oder man fliegt.

Malakka

Malakka liegt uns persönlich sehr am Herzen. Es ist eine der hübschesten und angenehmsten Städte Asiens mit einem ganz ungewöhnlichen Charme, in der der holländisch- und portugiesisch-Koloniale Einfluss noch deutlich sichtbar ist. Malakka hat eine süße kleine Altstadt die man sowohl zu Fuß als auch auf der romantischen Bootstour erkunden sollte. Ein Besuch der Villa Sentosa ist ein etwas spezieller Ausflug. Es ist ein lebendes Museum, in dem man einen Einblick in einen Teil malaiischer Geschichte bekommt, wie sonst nirgendwo. Nur der Bewohner und Guide des Hauses hat eine Art, die kurzfristig lustig ist, aber mit der Zeit anfängt aufdringlich zu sein. Nur damit Du gewarnt bist.

Alles andere als Ruhig geht es auch auf dem weekend night market zu. Ich liebe diese Märkte, auf den es so billigen Ramsch gibt, dass er nicht für Touristen gedacht sein kann. Komplette Entspannung findet man dafür im Cheng Hoon Teng, dem ältesten chinesischen Tempel in Malaysia (1646). Aber der Grund, warum wir Malakka sicher nie vergessen werden, ist unserVolontariat im Krokodilpark, bei dem wir neben den Krokos auch die Malaien besser kennengelernt heben.

Kolonialer Flair in Melakka - MalaysiaRathausplatz town square

Kuala Lumpur

KL ist definitiv kein Grund um nach Malaysia zu reisen, aber da man fast zwangsläufig durch diese moderne, graue Großstadt kommt, sollte man das Beste daraus machen und die Vorteile kennen. Das Symbol Kuala Lumpurs und des modernen, aufstrebenden Malaysias insgesamt sind die Petronas Towers, welche mit 452m bis 2004 die höchsten Türme der Welt waren. Auch die zahlreichen Foodcourts und Shoppingmalls passen in dieses Bild. Ganz anders zeigt sich die Stadt, wenn man sich traut ein traditionelles Cupping (Entgiftung durch schröpfen) zu machen. Dabei fühlt man sich, als hätte man eine tonnenschwere Metallplatte auf dem Rücken. Die Behandlung hinterlässt eindrucksvolle blaue Flecken.

Schröpfen in MalaysiaCupping und seine Folgen

Aber das Beste an Kuala Lumpur war für uns sein kulturelles Angebot. Zuerst sollte man sich zum Touristenbüro aufmachen, welches bei weitem das Beste ist, welches wir auf unserer langen Reise gesehen haben. Es besticht nicht nur durch die modernen Räumlichkeiten und den perfekten Service, sondern auch durch die angebotenen Tanzshows.

Für sagenhafte 5 Ringit (1,25 EUR) haben wir eine Stunde lang traditionelle Tänze und Kostüme aus ganz Malaysia bestaunt. Auch in der Fußgängerzone von zwischen China Town und Little India gibt es abends regelmäßig kostenlose Konzerte zu sehen.

Petronas TowersMaria in einer malayischen Moschee

P.S. Um die Moschee zu besichtigen brauch man nicht seine Djellaba und sein Kopftuch mitzubringen. Man kann es sich am Eingang ausleihen, was praktisch ist, da man wegen der Hitze garantiert in kurzer Hose und T-Shirt sein wird. Schlafen ist in der Moschee übrigens verboten, wie das Schild am Eingang zu verstehen gibt.

Schlafen in Moschee verboten!Schlafen in Moschee verboten...

Taman Negara Nationalpark

Der undurchdringliche Urwald des Taman Negara Nationalparks war absolut eines der besten Erlebnisse Malaysias. Wenn Du wissen willst, wie sich Maria fast das Bein gebrochen hat, während wir uns durchs von dutzenden Blutegeln besiedelte Unterholz gekämpft haben und wie ich mich nach dem Angriff eines wilden Tieres in einen Wackelpudding verwandelt habe, lies unseren Artikel Taman Negara.

Kuching

Kuching selber ist kein Highlight. Aber man kann sich das wirklich interessante Sarawak Museum anschauen oder einen Ausflug zu Jong’s Krokodilfarm machen. Dieser Krokodilpark ist nicht der schönste, den wir gesehen haben, aber die Fütterung ist unglaublich beeindruckend.

Ansonsten hat die Stadt keine spezielle Atmosphäre und wir haben Sie wegen den Bettwanzen in unserem Guesthouse in schlechter Erinnerung. Es ist vielmehr die Umgebung von Kuching, die uns hier 10 Tage hat verweilen lassen. Sowohl der Bako als auch den Gunung Gading Nationalpark sind einen Ausflug wert.

Eine Nacht mit Bedbugs - Nicht grade ein Highlight Gunung Gading Nationalpark

Das besondere des Gunung Gading Nationalparks ist, dass man hier mit guter Wahrscheinlichkeit und relativ leicht erreichbar die größte Blüte der Welt sehen kann. Die Blüte der Rafflesia kann bis zu einen Meter im Durchmesser groß werden. Unsere war ein „kleines“ Exemplar von 67cm – was schon beeindruckend genug ist. Man kann in der Touristeninformation fragen, ob sie gerade blüht. Zwar ist der Park auch ohne die Rafflesia ein schöner Ausflug – auf leicht begehbaren Wegen kann man z.B. zu einem erfrischenden Wasserfall gelangen. Uns hat der Park gut gefallen, aber wenn man nicht unbegrenzt Zeit hat, gibt es spektakulärere Parks in der Gegend zu sehen. Gunung Gading Nationalpark Zum Gunung Gading kommt man, indem man mit dem Bus 1 bis Jln Penrissen fährt, danach für 1,5 Stunden einen Reisebus nimmt und anschließend mit dem Mini-van, Taxi oder zu Fuß die restliche Streck bis zum Park zurück legt. Rafflesia the biggest flower of the world, hier 67 cm Der Bako Nationalpark

Den Bako Nationalpark sollte man auf gar keinen Fall auslassen. Der Regenwald direkt am Meer ist weniger Dicht als der des Taman Negara, aber er bietet auf kleinstem Raum unglaublich abwechslungsreiche Landschaften. Man kommt mit dem Boot in einem Mangrovenwald an, in dem schon ein Begrüßungskomitee von hungrigen und neugierigen Makaken wartet. Vom Zentrum des Parks kann man dann unterschiedliche Wanderungen unternehmen. Auf dem Telok Pandan Kecil Trail geht es durch einen immer lichter werdenden Wald vorbei an Gruppen von handgroßen fleischfressenden Pflanzen (Pitcher plants), welche ihre Beute in einer Flüssigkeit in Ihrem Trichter fangen und verdauen. Irgendwann wird der Boden steinig, dann sandig, bevor man endlich zu einem kleinen, abgelegenen Strand gelangt. Strand von Bako Nationalpark Aber das wahre Highlight des Parks ist seine Tierwelt. Hier bekommt man alles zu sehen, was einem in der Dichte manch anderer Regenwälder verborgen bleibt. Wie echte Biologen sind wir den Stars des Parks, den nur auf Borne heimischen und vom Aussterben bedrohten Nasenaffen hinterher geschlichen. Mit etwas Glück und viel Geduld konnten wir entlang das Telok Paku Trails eine ganze Familie dabei beobachten, wie sie sich von einem Baum zum nächsten schwang. Die gigantischen Nasen der Männchen geben dabei durchgehend ein seltsames, grunzendes Geräusch von sich. Der Star Borneos -  Der Nasenaffe

Vielen Dank an Christoph von malaysia-borneo-2012.blogspot.co.at, der uns dieses einmalige Foto zur Verfürgung gestellt hat!

Aber auch die restliche Tierwelt ist beeindruckend. Mitten im Parkzentrum haben wir eine giftige Pit Viper (Grubenotter) zu Gesicht bekommen und nur einige Minuten später hat eine gar nicht scheue (also gefährlichen?) Schlange ihr züngelndes Köpfchen auf meinen Fuß gelegt, ohne dass ich es bemerkt habe.

Eine unbekannte Schlage MalaysiasPit Viper - Grubenotter in Malaysia

Bei der Nachtwanderung wiederum haben wir eine ganz andere Fauna vorgefunden. Von Dschungel-Kakerlaken und riesigen Höhlenspinnen über süße, kleine grell grüne Frösche bis hin zu einem Flying Lemur (Riesengleiter).

Eine Wald-Kakerlake

Die Nacht verbrachten wir in einem etwas feuchten, stinkenden und leicht angeschimmelten Mehrbettzimmer. Während der Rückfahrt auf dem von Leistenkrokodilen bewohnten Fluss erzählte uns jemand, wie die kleine Schwester einer Freundin in Afrika bei ebenso einer Bootsfahrt von einem Krokodil aus dem Boot gerissen und nie wieder gefunden wurde. Wir haben unsere Arme für den Rest der Fahrt dann nicht mehr ins Wasser baumeln lassen.

Iban Longhouse

Einen Aufenthalt bei der berüchtigtsten ethnischen Minderheit Malaysias, den Iban, ihres Zeichens Nachkommen von Kopfjägern, kann man von Kuching aus organisieren. Wenn Du wissen willst, ob es sich lohnt, oder nicht, dann lies unseren Artikel über uns Touristen bei den Iban.

Sipadan

Der perfekte Ort zum Tauchen. Hier haben wir unsere ersten Meeresschildkröten bewundert, Clown-Fische, Lion-Fische und Barrakudas gesehen sowie die Bekanntschaft von Haien und einem Mondfisch gemacht. Leider ist das kristallklare Wasser mit Plastikabfällen verschmutzt. Lest unbedingt unseren Artikel und lasst euch von den Fotos in eine fremde Welt entführen.

Moschee auf Sipadan

Was wir leider verpasst haben

– Die paradiesischen Inseln Pulau Perhentian, Pulau Tioman vor der Ostküste und Pulau Langkawi an der Westküste der malaiischen Halbinsel

– Spazierengehen auf den Hügeln und durch die Teeplantagen der Cameron Highlands

– Wer sich gegen die Schwerkraft bewiesen will, sollte auch das Besteigen des Mount Kinabalu (4095 m) einplanen.

– Die einzige Möglichkeit die abgeschiedenen Bario & Keblabit Highlands in weniger als einer Woche zu erreichen ist es, ein sehr kleines Flugzeug zu nehmen. Hier kann man endlos lange Wanderungen weit ab des Borneo-Standard-Tourismus machen. Ich will das unbedingt noch nachholen!

– Die Turtle Cavern bei Sipadan ist einer der Orte, die man nur mit viel Taucherfahrung und in Begleitung eines Profis besuchen sollte, wenn man nicht wie die vielen Hai- und Schildkrötenskelette enden möchte. Für uns noch einer unserer großen Träume.

Wenn wir das nächste Mal nach Malaysia reisen, wird es für die Strände und die Cameron Highlands sein und um unsere Freunde von der Krokodilfarm in Malakka zu besuchen. Aber das, was Malaysia im Herzen wirklich ausmacht, sind seine freundlichen Bewohner. Ihre offene und herzliche Art ist uns noch mehr aufgefallen als in allen anderen Ländern Asiens. Und um dich wirklich zu überzeugen, dass sich eine Reise nach Malaysia lohnt: Malaysia ist noch viel weniger touristisch als sein Nachbar Thailand.

 

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4 Responses to “Best of Malaysia”

  1. Theo sagt:

    Vielen dank für die super infos, werden wir auf jedenfall machen grüße vom https://goflashpacking.de Team

  2. Mirko sagt:

    Hallo,
    wir haben 2013 Borneo besucht – ein absoluter Tipp ist TheKebun.com in der Nähe von Kuching. Die Anlage wird von Adrian geleitet der einem das ohnehin tolle Leben dort zum Paradies macht und alles drumrum toll organisiert. Wir waren 8 Nächte dort – gigantisch ! Ein „Must“

  3. Feli sagt:

    Super Infos. Am 14.4. fliegen wir nach KL und überlegen noch ob auch nach Kutching rüberfliegen. Air Asia hat hier ja wirklich manchmal Knaller Angebote.
    Allerdings habe ich von Borneo noch nicht so viel Gutes gehört bisher. Ansonsten wird es wohl auch auf die Inseln an der Ostküste Malaysias rauslaufen.

    • Bjoern & Maria sagt:

      Hallo Feli und willkommen bei uns :-)
      wie lange habt ihr denn in Malaysia insgesamt? Für Borneo muss man halt schon ein bisschen Zeit einplanen, weil der Transport eher kompliziert ist. Wir haben den Bako-Nationalpark ziemlich gemocht. Nicht nur wegen der Nasenaffen, sondern insgesamt wegen der Tierwelt.
      Ich persönlich will auf jeden Fall nochmal nach Borneo zurück, wegen der Bario & Keblabit Highlands.
      Aber auch auf der Halbinsel gibt es Unmengen zu entdecken. Eines der Top-Highlights unserer gesamten Reise war der Taman-Negara-Nationalpark.
      Wir wünschen euch auf jeden Fall ganz viel Spaß!

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