Seit gegrüßt, liebe Freunde! Eigentlich wollten wir zuerst über all unsere Erlebnisse und Erfahrungen in Asien schreiben, alles schön chronologisch, bevor wir von Australien berichten. Aber, wie ihr vielleicht bemerkt habt, unser Blog hat etwas Verspätung und unsere neusten Abenteuer lassen die Autorenhände nicht ruhen. View at the government house in Darwin Also, wir sind gut in Australien (Down Under oder auch Oz) angekommen. Genauer gesagt in Darwin, der Hauptstadt des Northern Territory, weit im Norden des Landes. Als wir von Europa nach Asien kamen war der Kulturschock groß. Aber der Schock nach zehn Monaten Asien in Australien anzukommen, einem neuen und fremden Kontinent, war noch größer. Im wahrsten Sinne des Wortes! Die Menschen hier erscheinen uns riesig (und sie haben gar keine Schlitzaugen), sie sagen „Sorry“, wenn sie dich anrempeln. Alles hier ist überdimensional: überall Vans, Jeeps und große Kombis, die Straßen sind breit und lang und verlassen, und die Parklücken! 8 Meter lang und für kleine Autos gibt es extra Lücken, 6 Meter (ein Traum für Maria unten). Small cars only Australien ist so groß wie Europa aber es gibt 35 mal weniger Menschen. Und diese sind offen und locker. So stellen wir uns auch die Amerikaner vor, nur dass man hier nicht „You are welcome“ sondern „no worries“ sagt und jeder dich „mate“ (= Kumpel) nennt. Die Frauen werden, selbst von Vorgesetzten mit „honey“, „sweety“ oder „darling“ angesprochen und jeder, auch die Chefs bei der Arbeit oder in der Bank nennen dich beim Vornamen. Aber zurück zum eigentlichen Thema! Also, als wir frisch in Australien angekommen sind, haben wir schnell gemerkt, dass das wirkliche Problem die Preise sind. Das war in der Tat der größte Schock für uns. Essen und Unterkunft sind unglaublich teurer. Teurer als in Europa. 13$ für 1 Kg Bananen, 30$ für ein Campingplatz (leider hatten wir da noch kein Zelt) und 30$ pro Person für ein Bett in einem schmutzigen, hässlichen 12 Bett Schlafsaal. Die Leute schmeißen dort alles auf den Boden und lassen Pizzareste und Getränke tagelang rumstehen. Niemand spült wirklich ab und von Toilette und Küche wollen wir gar nicht erst sprechen. the frog hollow backpackers hostel Wir haben also schnell entschieden, dass wir nicht unendlich lange im Hostel bleiben werden. Auch fürs Internet (was in Asien fast immer umsonst war) zahlt man hier mindestens 4$ pro Stunde. Erst nach ein paar Tagen haben wir entdeckt, dass es in der Bücherei in Darwin ein paar Stunden Internet am Tag umsonst gibt. Nach 2 Nächten in unserem ersten Hostel, dem Cavanegh, welches wirklich nicht empfehlenswert ist, haben wir über Couchsurfing.com eine Gastfamilie gefunden. Where we lived for 2 weeks Am Anfang war alles super nett. Es gab außer uns noch eine ganze Reihe anderer Reisende, die normalerweise 2-3 Nächte geblieben sind ohne zu zahlen (wie couchsurfing ja gedacht ist). Aber wir haben uns in unserem Käfig wohl gefühlt (ja, wir haben wirklich in einem umgebauten, halb offenen Käfig im Garten geschlafen, inklusive Bett, Möbel, Kühlschrank und Nachtgeräuschen, die an Jurassic Park erinnern – die Fauna Australiens ist etwas ganz besonderes).

The cage from the outside Our bed in the cage

Also waren wir bereit eine Kleinigkeit zu zahlen um länger bleiben zu dürfen. Natürlich haben wir etwas um den Preis gefeilscht und erst im Nachhinein gemerkt, dass das sehr schlecht ankam. So haben wir dort zunächst ein paar wundervolle Abende verbracht. Mit der Zeit aber kam es uns immer mehr so vor, als würden wir in einer Kommune leben. Es war, als würden alle schauen, ob man sich auch genug am Gemeinschaftsleben beteiligt und wir hatten keinerlei Privatleben mehr. Schlimmer als die schlimmste Familie. Also haben wir gut 5 Stunden pro Tag mit der „Kommune“ verbracht und über Gott und das Reisen geplaudert. Some of the community around the kitchen table Aber das war immer noch weniger als die anderen zusammen gemacht haben und irgendwann haben auch noch alle angefangen für die ganze Gruppe zu kochen und jeder hat ein Flasche Wein pro Abend gekauft. Wir waren noch arbeitslos und mussten sparen und haben direkt daneben die billigste Pizza Darwins (und die schlimmste meines Lebens) gegessen. Auch Tagsüber haben die anderen viel zusammen unternommen und wir, beschäftigt mit Arbeit suchen und Auto kaufen, haben uns immer mehr wie Außenseiter gefühlt. Wir hatten nicht einmal Zeit Darwin zu besichtigen, obwohl es eigentlich nicht sehr viel zu tun gibt und die wunderschönen Sandstrände der Stadt mit hungrigen Krokodilen und Würfelquallen mit drei Meter langen, tödlichen Tentakeln verseucht sind.

Beautyfull, empty beach in DarwinSwimming here is dangerous

Eines schönen Abends sind wir dann von der Arbeit zurück gekommen und unser Vermieter hat uns, vor der gesamten Kommune, wie ein verrückter angeschrien.

1. Warum haben wir das Zimmer einfach gewechselt (wir waren für eine Woche auf der Veranda, weil ein Franzose gekommen war, der bereit war mehr für den Käfig zu zahlen als wir und als er wieder weg war, wollten wir gerne wieder in den Jurassic Park Käfig und hatten das vorher mit seiner Frau abgesprochen)

2. warum haben wir immer die Tür von der Veranda abgeschlossen, dass ist ja nicht unser Zimmer und

3. haben wir die ganze Zeit nur von ihm profitiert usw.

Und dann hat er uns rausgeschmissen als wären wir Aussätzige. Warum hat er nicht einfach früher gesagt, in einem humanen Ton, dass es Dinge gab, die ihn gestört haben? Man muss vielleicht erwähnen, dass das Paar, bei dem wir gewohnt haben, ihre Türen permanent offen gelassen haben. Unglaublich. Und der Typ hat den ganzen Tag über Joints geraucht. Außerdem gab es dort noch einen Penner, der unter dem eigentlichen Stelzenhaus geschlafen und nur für Strom und Wasser bezahlt hat. Also, wenn jeder von den Reisenden (manchmal fast ein dutzend) etwas gezahlt hat, dann wohnen die eigentlichen Mieter umsonst in ihrem Haus. Wir haben heute den Eindruck, dass die beiden Couchsurfing benutzen, um immer mal wieder Untermieter zu kriegen. Aber, was uns am meisten weh getan hat war die Tatsache, dass die anderen Reisenden, die für uns fast wie eine Familie geworden waren oder zumindest sehr gute Freunde, gar nicht reagiert haben und uns danach aus dem Weg gegangen sind. Vielen Dank an die tolle, harmonische Hippie Kommune! So haben wir uns, nach 2 Wochen in einem Haus wieder mit all unserem Gepäck auf der Straße gefunden.

Aber wie alles Schlechte hatte auch dies eine gute Seite. Wir waren zurück im Zentrum der Stadt und haben unsere Organisation beschleunigt. Wir haben wieder für zwei Nächte im Hostel geschlafen. Diesmal im Frog Hollow (sauberer und mit besserer Atmosphäre als das Cavanegh). Und, jubel jubel, schon am nächsten Tag haben wir es geschafft, ein Auto zu kaufen. Einen 97er Ford Falcon Kombi mit gerade einmal 390 000 gefahrenen Kilometern! Er war etwas teurer als die meisten anderen Autos (2100$), aber hat einen guten Eindruck gemacht.

Our Ford Falcon Where we sleep all night

No camping or sleeping overnight in Darwin Es ist nicht ganz einfach links zu fahren, mit dem Lenkrad auf der rechten Seite, mit automatikschaltung (eigentlich leichter, aber dennoch ungewohnt) und zudem so ein großes Auto. Aber zum Glück sind die Straßen hier, wie schon gesagt, riesig und halb verlassen. Auch toll ist, dass wir mit dem Auto das ganze Camping Material gekriegt haben. Und der Kofferraum ist so groß, dass man bei umgeklappten Rückbänken hinten bequem zu zweit schlafen kann, aber morgens verwandelt die australische Sonne unser Bett in einen Ofen. Immerhin sind wir dann gut durch, wenn wir aufwachen :). Zudem ist das schlafen im Auto in der Stadt Darwin strengstens verboten. So haben wir auf unser Glück gehofft, nicht erwischt zu werden, was auch vier Nächte lang gut gegangen ist. In der fünften Nacht aber, gegen 6 Uhr morgens klopfte jemand an unser Fenster und hat uns, wie den ca. 60 anderen armen Backpackern, ein Strafzettel von 137$ pro Person aufgedrückt… aaarrgghhhh, die Spinnen die Ozzys. Was können wir dafür, dass es in ganz Darwin keinen Campingplatz gibt? Ob wir die Strafe bezahlen müssen oder nicht und welche Konsequenzen das haben kann, wissen wir noch nicht genau. Wir wissen nur, dass wir uns die nächsten Nächte besser verstecken müssen.

Cooking at mindil beach Having lunch outside

Maria preparing to go to bedMaria making breakfast

Nach dem aufstehen müssen wir dann immer einen Ort finden, an dem wir auf Toilette gehen, duschen, und frühstücken können. Tja, so sehen unser Nächte im Moment aus. Recht unangenehm so zu Leben und ziemlich überraschend, ist Australien doch als das absolutes Camper-Land bekannt. Was die Arbeit betrifft, so haben wir erste kleine Jobs probiert, während wir nach etwas richtigem suchen. Well dressed to go to work Als erstes habe ich etwas angefangen, was ich mir niemals vorgestellt hätte. Ich fahre Rikscha (Indien), oder Cyclo (Vietnam), oder Tuk Tuk (Thailand) oder, wie man es hier nennt, Pedicab. Ich miete das Rad für fünf Stunden und zahle dafür 10$ bis 120$ und behalte alles, was ich mehr einnehme. Eine kleine Fahrt im Zentrum kostet dabei 5$ pro Person. Bisher habe ich es immer geschafft mindestens 10$ pro Stunde zu verdienen. Bjoern driving the Pedicab Danneben haben wir beide vier Tage lang Wetten beim Pferderennen angenommen, was ziemlich kompliziert ist und der australische Akzent macht das ganze Unterfangen nicht einfacher. Es war anstrengend, Maria at the race coursehat aber auch viel Spaß gemacht. Bei Maria hat einmal eine Frau 6500$ gewonnen. Leider gab es kein Trinkgeld :( Und dann haben wir noch im Casino bei dem größten Event des Jahres, dem großen Gala Ball gearbeitet. An dem Abend kam die Schickeria Australiens zusammen, alle gekleidet wie Prinzen und Prinzessinnen und haben Champagner getrunken wie Wasser. Wir mussten die kostenlosen Standardcocktails mischen, welche die Kellner rund um die Uhr den Gästen gebracht haben. Zusammen mit den 3 Stunden Dressed woman at the Cup Carnivalvom Pferderennen haben wir an dem Tag 15 Stunden gearbeitet. Der schlimmste Teil des Abends aber war es um 3.30 Uhr, als alles vorbei war, den ganzen – in Australien wirklich teuren – Alkohol und das großartigen Essen vom Buffet weg zu schmeißen. Eine Schande! Wir durften nichts davon nehmen und haben selber die ganze Nacht nur Toasts und Leitungswasser bekommen.

Insgesamt sind wir mittlerweile einigermassen in Australien angekommen. Aber, als mittellose, kleine Backpacker fühlen uns in hier wirklich bettelarm. Jeden Abend müssen wir uns fragen, wo wir die Nacht verbringen können und wo und was wir Essen werden. Das ist nicht leicht ohne Küche und ohne Kühlschrank. Vorbei mit guten Hotels und Restaurants für wenig Geld wie in Asien :( Das Arbeiten und die Arbeitszeiten sind anstrengend und während man noch arbeitet muss man sich auch schon wieder nach neuen Jobs umschauen. Das ist das Leben des Gelegenheitsjobbers. Wenn wir nicht in den nächsten Tagen eine Antwort bekommen für eine etwas bessere und längerfristige Arbeit, werden wir endlich mal etwas Tourismus in und um Darwin machen. Also bereiten wir uns jetzt vor auf unseren ersten Road Trip zu den Nationalparks der Gegend und dann quer durch das Land durch die Wüste Australiens. Outback, Einsamkeit, Kängurus, großes Abenteuer, wir kommen!

 

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6 Responses to “Australien – Aller Anfang ist schwer”

  1. hallo ihr zwei, sehr schöner blog. uns ging es ähnlich in down under, haben uns manchmal wie penner gefühlt, haben bis zu 50 $ für nen zeltplatz gezahlt, um mal die beine auszustrecken, anstatt im winzigen auto zu schlafen und die halbe nacht stellplätze zu suchen. da wir zu alt für ein work & holiday sind, haben wir das land nach 2 wochen gen asien verlassen. einfach zu teuer für langzeitreisende ohne job. übrigens ist es in den sommermonaten in NZ auch ziemlich kostspielig. wir haben dort camper überführt, aber trotzdem viel geld ausgegeben;( sind seit jan 11 in asien und aktuell in china. LG von hier an euch zwei weltenbummler (http://twoontherun.rtwblog.de)

  2. Nadia sagt:

    Merci pour ces beaux récit, aussi au nom de ceux qui ne comprennent pas l‘ allemand, et je sais que pour vous c’est pas évident d‘ écrire toujours en 2 langues….
    Moi qui pensait que l‘ Australie allait être pour vous un retour vers la sécurité c’est tout le contraire finalement, vu que votre mode de vie en ce moment vous expose plus à des situations dangereuses.
    J’espere que vous tiendrez le coup, je pense que vous resortirez tous les deux très forts de ces expériences, et que cette nouvelle personnalité vous aidera à réussir toutes vos futures entreprises.
    A bientot et profitez aussi pour apprendre un max d’anglais…
    Grosses bises!
    Ta vieille frangine

    • Maria sagt:

      Merci beaucoup Nadia ! C’est vrai que si le site n’était qu’en allemand, ce serait 10 fois plus facile et plus rapide ! Mais c’est important que mes amis et toute ma famille puissent comprendre et aussi d’autres francophones qui voudraient en savoir plus sur notre voyage.
      L’Australie est sinon une toute autre façon de voyager comparée à l’Asie. Moins de confort, tout est trop cher mais plus de liberté et la possibilité d’explorer par soi-même ce gigantesque pays ! C’est génial tout simplement !
      A bientôt, vous me manquez !

  3. Rachid sagt:

    Bonjour Maria & Bjorn, apparemment c’est la galère en Australie. La côte ouest reste assez déserte par rapport à la côte est où vous serez certainement mieux.
    Attention à la voiture de 390000km qui peut vous lacher dans les routes désertes. prévoyez tjrs des réserves d’eau.
    Bisous et bonne randonnée

    • Maria sagt:

      Merci tonton de nous suivre, malgre nos retards. Nous ferons bien attention, promis. Nous laisserons la côte ouest pour un autre voyage, l’Australie est si grande! Bises

  4. […] Fische (nach drei Tagen fängt’s an zu stinken) beschimpft hat könnt Ihr in dem Artikel „Australien – aller Anfang ist schwer“ noch einmal im Detail […]

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