Die drei wichtigsten Gegenstände

Es gibt drei Dinge bei der Ausrüstung, bei denen uns Qualität besonders wichtig war: der Rucksack, die Schuhe, die Jacke. Diese drei sollten unbedingt die gesamte Weltreise überstehen.

Der Rucksack:

Ein guter Rucksack ist unabdingbar! Man muss ihn schleppen, unter Umständen auch Mal über Stunden und holprige Wege. Da muss er gut sitzen und das Gewicht optimal verteilen. Beim Packen sollten die schweren Gegenstände nach unten und nah an den Körper gepackt werden. Außerdem sollte der Rucksack so robust sein, dass er die Strapazen einer Weltreise übersteht und er sollte leicht zu packen und zu entpacken sein. Immerhin ist der Rucksack dein Kleiderschrank unterwegs.

Maria hat sich für einen Lowe Alpin Cerro Torre ND 55 l +15 (etwa 160 €) und ich mich für einen Lowe Alpin Latok 65 l +20 (etwa 200 €) entschieden.

Marias Rucksack hat im Durchschnitt etwa 12 Kg gewogen, meiner so um die 15 Kg plus 5 Kg in dem Tagesrucksack, den ich vor der Brust getragen habe. Ganz am Ende der Reise hatte Maria eher 15 Kg auf dem Rücken und ich 20 Kg und auch der Tagesrucksack war angeschwollen und hatte mit einer geräumigen Tragetasche eine Souvenir-Trage-Unterstützung bekommen. Nebenbei, das Senden von Souvenirs per Post mag etwas kosten und das Risiko bergen, das etwas verloren geht, aber man muss es doch wagen. Wir hatten Glück und alles ist, auch wenn oft erst nach Monaten auf dem Schiff, zuhause angekommen.

Bevor Ihr euch für den richtigen Rucksack für eure Weltreise entscheidet, testet! Sobald ihr ein paar Modelle in der Auswahl habt, vergleicht die Preise im Laden ruhig mit denen im Internet. Maria hatte sich für die Entscheidung sogar zwei verschiedene Rucksäcke gekauft, zuhause getestet und den besseren dann behalten.

Doch beim Rucksackkauf muss man zunächst eine Grundsatzentscheidung treffen, da es zwei gegensätzlich Ansätze gibt: Kofferrucksäcke und Trekking-Rucksäcke

Kofferrucksäcke sind besonders praktisch zu packen und zu entpacken, da sie wie ein gewöhnlicher Koffer geöffnet werden. Außerdem sind sie bei Flugreisen und in Bus und Zug besser geschützt, weil man sie leicht abschließen kann. Allerdings sind sie etwas schwerer als Trekking-Rucksäcke und nicht ganz so komfortabel zu tragen, wobei die Unterschiede in beiden Punkten immer kleiner werden. Für längere Trekkings ist der Kofferrucksack aber dennoch nicht geeignet.

Trekking-Rucksäcke sind das, was eigentlich jeder Backpacker dabei hat. Sie sind leichter und bequemer als Kofferrucksäcke, allerdings muss man sich beim Packen etwas mehr Gedanken machen, damit man immer alles schnell zur Hand hat. Hier sollte man über die Option Fronteingriff nachdenken. Diese schlägt sich zwar in Preis und Gewicht nieder, aber gleichzeitig kommt man dadurch sehr viel leichter an alles ran. Maria mit Ihrem 55 +15l Modell hat Ihren Fronteingriff eher selten gebraucht, aber ich (65 +20l) habe ihn andauernd benutzt und werde niemals einen Rucksack ohne Fronteingriff kaufen! Um zudem zu verhindern, dass Du am Bahnsteig deine Unterhosen ausbreiten musst, solltest Du dein Gepäck unbedingt nach Themen geordnet in Tüten packen. Die Klamotten also nicht einfach in den Rucksack, sondern in eine Tüte und diese dann in den Rucksack. So kann man den Ganzen Rucksack schnell aus- und wieder einpacken. Dazu hat Maria unterwegs eine dichte Plastik-Dose gekauft, in die wir die fragilen und feuchtigkeits- empfindlichen Dinge wie Taschenlampe und Batterien getan haben.

Ein Problem des Trekkingrucksackes ist es, dass er nicht abzuschließen ist. Während Zug- oder Bus-Fahrten, besonders über Nacht, kann also theoretisch jeder Langfinger dein Gepäck öffnen und sich bedienen. Nach 10 Monaten in Asien und 5 Monaten in australischen Hostels kann ich dir versichern, die Gefahr ist kleiner als man fürchten mag. Zum einen sollte man natürlich sein Wertsachen nicht im großen Rucksack haben, sondern immer in Körpernähe in Tagesrucksack und Sicherheitsportemonais (wenn nötig auch beim Schlafen), zum anderen hat sich aber auch die eingebaute Regenhülle als nützlich erwiesen. Neben dem Schutz gegen Regen und Dreck (besonders wichtig in indischen Zügen) erschwert sie auch den Zugriff zum Rucksack, da die Reißverschlüsse damit nicht gleich sichtbar und zugänglich sind. Wer es wirklich sicher haben will, kann auch ein Kettennetz, ein Packsafe kaufen. Damit wird der ganze Rucksack von einem Metallnetz umhüllt. Allerdings ist das richtig schwer und zieht vielleicht eher die Aufmerksamkeit von Dieben auf sich.
Wir hatten nur ein Kabelschloss dabei, um die Rucksäcke im Nachtzug fixieren zu können, damit niemand unser Weltreise-Zuhause einfach mal so mitnehmen kann.

Die Schuhe

Ganz sicher die schwierigste Entscheidung! Wir reisen zwar die meiste Zeit durch warme Länder, aber mit Russland, der Mongolei und Nordchina am Anfang sowie Neuseeland am Ende haben wir auch etliche Wochen in kalten und nasskalten Regionen verbracht. Somit brauchen wir einen Schuh, der unseren Fuß vor der Kälte schützt und in der Hitze kühl hält. Leider hat es noch kein Outdoorentwickler geschafft einen solchen Schuh zu erfinden. Also muss man Abstriche machen. Entweder nimmt man den idealen Schuh für warme Länder (leicht, wasserdurchlässig und kühl) und riskiert ab und zu einen kalten Fuß, oder man nimmt den schweren, wasserdichten Schuh mit und schwitzt sich gelegentlich zu Tode. Wir haben uns gefragt, was wohl schlimmer ist und sind zu dem Entschluss gekommen, dass es schlimmer ist sich zu erkälten oder eine Grippe zu holen, als mal mit heißer Sohle zu laufen, oder den Schuh zu schleppen.

Trotzdem mussten noch zwei Entscheidungen getroffen werden. Erstens, ob wir einen flachen, hohen oder halbhohen Schuh nehmen wollen und zweitens, ob der Schuh aus Goretex oder Wildleder sein sollte.

Hoher Schuhe waren schnell auszuschliessen, da sie deutlich schwerer sind und außerdem wirklich für sehr steiniges, steiles und unwegsames Gelände gedacht sind, also eher für Hardcore-Wanderer. Letztlich haben wir uns für die halbhohe Variante entschieden und zwar aus folgenden Gründen: ein halbhoher Schuh wiegt noch nicht zu viel, kann also auch mal im Gepäck verschwinden. Außerdem schützt er einen schon ganz gut vor Moskitos und sonstigem Getier und drittens, und das ist der wichtigste Punkt, gibt er einem bei Wanderungen, auch auf unebenem Terrain gute Trittfestigkeit und hat uns vermutlich die eine oder andere Verstauchung erspart.

Goretex oder Wildleder?

Die zweite Frage ist ein wenig eine Frage des Geschmacks und die Meinungen der Verkäufer gehen meilenweit auseinander, aber Goretex hat einige Vorteile gegenüber Wildleder. So schimmelt es in feuchtwarmem Klima weniger, trocknet schneller und das wichtigste auf Langzeitreisen: es ist weit weniger Pflegeintensiv.

Wir haben die Halbhohen Goretex Modelle Lowa, Zephyr Mid (ca. 150 €) für mich und Hanwag Banks (ca. 160 €) für Maria gekauft und können im Nachhinein sagen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Zwar war es manchmal ganz schön heiß darin, aber man gewöhnt sich recht schnell daran. Um sie nicht tragen zu müssen und um Verletzungen mit den schweren Rucksäcken zu vermeiden hatten wir die Schuhe eigentlich immer an, wenn wir auch den Rucksack auf dem Rücken hatten.
Maria hatte mit Ihren Hanwag nur einen Mangelpunkt: die Sohle ist nicht optimal für feuchtes und rutschiges Gelände geeignet. Beim Klettern auf Wasserfällen etc. musste sie immer höllisch aufpassen.

Die Jacke

Muss man eine Jacke dabei haben? Ich denke hier gilt das gleiche wie bei den Schuhen. Wenn man nur in warmen Gefilden reist, kann man das Thema vernachlässigen, aber wenn man auch nur ein paar Wochen in kälteren Regionen verbringt (auch in Süd-Ost-Asien gibt es die, so haben wir z.B. im März in Hue, Vietnam schon ziemlich gefroren) wird man glücklich sein um den zusätzlichen Schutz vor Wind und Regen. Wir haben für Maria eine „Mountain Devil Woman“ für 150 € (runtergesetzt von 250€) und für mich eine „Highland Jacket“ für 110€ (runtergesetzt von 160€) gekauft. Wenn ihr die Möglichkeit habt, nutzt den Schlussverkauf oder vergleicht online. Und wenn Du genug Geld auf die Seite gelegt hast, dann ist die Jacke vielleicht der einzige Punkt, bei dem Du leicht zwei oder dreimal mehr ausgeben kannst. Für 300€ – 500€ bekommst Du eine Jacke, die deutlich kleiner und leichter ist als unsere und dennoch immer noch stabil genug, um dem Gewicht des Rucksacks auch bei regelmäßigem Gebrauch Stand zu halten.

Pflege der Ausrüstung während der Weltreise

Während Du on-the-road bist, wirst Du dich kaum um dein Material kümmern. Einerseits kannst Du keine Super-Duper-Spezialprodukte mitschleppen, andererseits wird materielles unterwegs mit jedem Schritt an Bedeutung verlieren und Du wirst dir viel mehr Gedanken um dich, die Welt und das Leben machen, als um deine Jacke oder deine Schuhe.
Aber wir hätten, im Nachhinein betrachtet, doch zumindest vor der Reise unsere Ausrüstung einmal mit Super-Spezialprodukten behandeln können.

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