Papierkram

Vor der Weltreise haben wir leider mehr Zeit für Papierkram verbracht, als uns um das Planen und Organisieren der eigentlichen Reise zu kümmern.

  • Auszug

Der vermutlich anstrengendste Monat in dem halben Jahr vor der Weltreise war der Monat des Auszuges.

Wenn man so lange verreist, ist es nicht Sinnvoll die Wohnung zu behalten. Also sollte man mindestens einen Monat einplanen für Auszug, streichen, renovieren, verpacken der persönlichen Dinge, verkaufen etc. Ein Tipp: macht das nicht in der letzten Minute! Wir sind schon zwei Monate vor der Abreise ausgezogen und haben dann zwei Monate bei der Familie verbracht, um uns in Ruhe auf die weiter Planung konzentrieren zu können, wie z.B. auf die Entstehung dieser Web-Site 😉 Der Auszug mit allem drum und dran war so anstrengend, dass wir danach eine Woche Pause gebraucht haben. Allerdings haben wir auch alles selber bis in den vierten Stock geschleppt und kein Umzugsunternehmen beauftragt (Stichwort Sparschwein). Direkt danach wäre es uns unmöglich gewesen die Reise zu starten. Außerdem gibt es noch verschiedenes im Nachhinein zu kontrollieren: ist die Stromrechnung in Ordnung, die Kaution vom Vermieter auf dem Konto usw.

  • Papierkram

Macht euch unbedingt eine Liste mit allen Kündigungsfristen von Verträgen, Abonnements, Vereine, Miete, Arbeit… Das ist sehr nervig, muss aber gemacht werden. Zwei Wochen vor Beginn der Weltreise waren wir immer noch am Kämpfen. Rechnet damit, dass ihr Allen und Jedem hinterherrennen müsst. Manche ignorieren deine Kündigung oder verlangen immer mehr Nachweise, welche man entweder schon mehrmals geschickt hat oder die unmöglich aufzutreiben sind. Zum Beispiel ist es garnicht so einfach einem deutschen Beamten zu beweisen, dass man das Land verlassen wird, wenn man sich nicht abmeldet. Dies hat aber Vorteile beim Abschließen von Versicherungen, Konten etc. macht gleichzeitig jedoch Probleme beim Kündigen von alten. Die Adresse „irgendwo auf der Welt“ ist leider noch nicht anerkannt.

Falls du eine Krankenversicherung hast, erkundige dich, ob sie auch im Ausland gültig ist. Ansonsten kannst Du sie (hoffentlich) kündigen oder als Anwartschaft einfrieren. Anwartschaft bedeutet, du zahlst eine Mindestsumme monatlich ohne die Versicherung zu nutzen. Nach der Weltreise wird sie dann wieder genauso hergestellt. So kannst Du eventuell Vorteile oder gute Tarife behalten. In Deutschland besteht allerdings Versicherungspflicht, daher ist eine Anwartschaft in den wenigsten Fällen sinnvoll oder nötig, da man nach der Reise fast automatisch wieder vom Versicherungssystem einverleibt wird. Während der Weltreise brauchst Du unbedingt eine Auslandskrankenversicherung, die nicht nur die medizinische Versorgung übernimmt, sondern auch Krankenhausaufenthalte und Rücktransporte nach Deutschland, falls sie sinnvoll werden sollten. Achtung: eine Auslandskrankenversicherung ist sehr viel teurer, wenn man Länder wie die USA und Kanada mit bereist.

  • Visa

Wir waren überrascht, dass man als Europäer ein Visum für fast alle Länder Asiens braucht. Man könnte glatt glauben, dass sie den Tourismus reduzieren wollen, oder Angst haben, dass die Ausländer sich dort für immer niederlassen wollen. Auch hier kommt einiges an Ausgaben auf den Weltreisenden zu (s. Tabelle unten oder Weltreise-Kosten)

Wir haben ca. zwei Monate vor der Abreise mit der Beschaffung der Visa begonnen. Diese Zeit hat für fünf Visa gereicht und zwar für Russland, Mongolei, China, Indien und Vietnam.

Den Rest haben wir unterwegs beantragt. Das war meistens recht einfach (Visa on arrival) und nur selten mussten wir es in einer Botschaft im Voraus beschaffen (Indonesieen) oder ein Weiterreiseticket vorweisen (Neuseeland). Wenn Du wissen willst wie das in den einzelnen Ländern war, wirf einen Blick auf unsere Länderinformationen. Obwohl wir oft das Land relativ spontan mit Bus oder Zug gewechselt haben, sind wir selten in echte schwierigkeiten gekommen. Zum einen sind vielen Ländergrenzen gut auf Touristen eingestellt, zum anderen entwickelt man eine gewisse Routine während der Weltreise. Es gibt aber auch Grenzübergänge, die bekanntermassen schwieriger zu passieren sind, als andere. Da ist es immer an jedem einzelnen daran zu entscheiden, wie viel Abenteuer man will.

Visa pro Person
Russland 36+18€ (Einladung*)
Mongolei 60 €
China 30 €
Indien 63,5 €
Thailand 0 €
Kambodscha 21 €
Vietnam 70 €
Laos 30 €
Malaysia 0 €
Singapur 0 €
Indonesien 43 €
Australien Working Holiday Visa: 220 €
Neuseeland Tourist Visa: 0 €

* 18 € Pauschal des Reisebüros für uns beide. Die Einladung ist unentbehrlich für das Visum

  • Impfungen und Gesundheit

Beginnt mit den Impfungen mindestens 6 Monate vor Abreise. Es schadet auch nicht sich schon ein Jahr vorher mit dem Thema zu beschäftigen. Du musst dafür selbstverständlich zu einem spezialisierten Arzt oder einer Klinik gehen. Wir können hier nur einen Überblick geben. Bei aktuelle Länder Informationen habe ich die vom auswärtigen Amt empfohlenen Impfungen aufgezählt.

Da wir länger als ein ganzes Jahr unterwegs waren, sind wir auf Nummer Sicher gegangen und haben alle empfohlenen Impfungen in Anspruch genommen.

Für unsere 13 Ziele waren das folgende: Diphtherie-Tetanus-Polio, Pertusiss, Hepatitis A und B, FSME, Thyphus, Japanische enzephaltis, Tollwut, Meningitis und zuletzt Cholera.

Gesamtkosten der Impfungen: ca. 939 € pro Person

Leider ist es nicht möglich sich vor allen Krankheiten zu schützen. Ein großes Problem bleibt Malaria. Südostasien ist ein Malariagebiet und es gibt bis heute noch keine Impfung dagegen. Das einzige was es gibt, ist eine prophylaxe in Form von einem Medikament, welches man präventiv einnehmen kann. Allerdings kann man das nicht ein ganzes Jahr lang machen, da es starke Nebenwirkungen hat und den Körper vergiften würde. Zudem ist es ziemlich teuer. Dasselbe Medikament kann man aber auch nach einem Moskitostich und dem Verdacht auf Malaria als Not-Therapie („Stand by“) einnehmen, wenn man keinen Arzt zu rate ziehen kann. Wir nehmen Riamet® für den Fall der Fälle mit.

Es gibt auch noch andere Krankheiten, welche von Moskitos übertragen werden wie das Denguefieber oder Chikungunyafieber. Der Beste Schutz ist es, sich nicht stechen zu lassen:

– Man sollte lange und helle Kleidung tragen sowie geschlossene Schuhe. Jedes Kleidungsstück sollte mit Mückenabwehr imprägniert sein.

– Nutze für die nicht bedeckten Körperteile ein Insektenschutz mit mehr als 30% DEET (Diethyltoluamid)

– Schlafe unter einem (imprägnierten) Moskitonetz

– Nutze Insektenvernichtungsmittel um die Anzahl an Mücken in deinem Schlafraum zu minimieren

– Vermeide zu schwitzen. Mücken werden von Schweiß angezogen. Los, geh schnell duschen 😉

Das ganze erfordert viel Disziplin und natürlich ist es unmöglich sich nie stechen zu lassen. Wenn man doch gestochen wird, wie hoch ist wohl die Wahrscheinlichkeit eine tropische Krankheit zu bekommen? Was auch viel Disziplin verlangt ist die Hygiene. Um alle möglichen Magen- und Darmkrankheiten wie Cholera zu vermeiden soll man sich an manche einfache, aber anstrengende Regeln halten:

– niemals Leitungswasser trinken

– Zähne putzen und Geschirr spülen mit Mineralwasser

– Achtung vor Eiswürfeln!

– Obst und Gemüse muss geschält oder gekocht werden

– nicht in Süßwasser baden gehen

Soviel zur Theorie. Wir haben es… einige Wochen so durchgezogen. Irgendwann wollten wir einfach keine Angst mehr haben. Wir wollten all die köstlichen, „gefährlichen“ Sachen probieren, die es in Straßenbuden und schmuddeligen Restaurants zu geniessen gibt. Alle, die etwas länger unterwegs sind, legen irgendwann diese Hemmung ab. Aber vernünftiger wäre es natürlich, sich an die Tipps oben zu halten.

  • Zug- und Flug-Tickets

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu reisen. Für eine Weltreise ist eine häufig genutzte Variante das RTW (Round The World-Ticket). Ein RTW ist ein Ticket, mit welchem du innerhalb eines Jahres einmal um die Welt fliegen kannst (und musst). D.h. dass du mit mehreren Zwischenstopps von deinem Ausgangsland in eine Richtung einmal über den Pazifik und den Atlantik fliegen musst und am Ende wieder da ankommst, wo du gestartet bist. Dabei sind die Flugdaten flexibel, es können also Flugzeit und –strecke gegen eine Gebühr umgebucht werden. Ein RTW kostet normalerweise um die 2500€, wobei der Preis stark von der Route und Flugzeit abhängig ist.

Wir haben uns gegen ein RTW entschieden, da wir zuerst nach Osten reisen, von Hongkong aber wieder „zurück“ nach Indien. Außerdem möchten wir mit der transmongolischen Eisenbahn von Moskau nach Peking fahren und bei so genannten meilenbasierten RTWs zahlt man auch die Strecken, die man nicht fliegt, sondern über Land zurück legt.

Also haben wir überlegt die verschiedenen Flüge im Reisebüro zu kaufen, was den Vorteil hätte, dass man einen Ansprechpartner hat, falls es Probleme geben sollte. Wir haben aber nach langer Recherche gemerkt, dass man im Internet immer günstiger, meist deutlich günstiger, einkauft. Dabei sind die Angebote der Airlines besser als viele sogenannte Billig-Flug-Suchmaschinen. Während der Reise hat sich Skyscanner als ausgezeichnete Suchmaschine rausgestellt. Außerdem ist es nicht unbedingt teurer, kurzfristig zu kaufen. Deshalb haben wir unsere Route nach und nach gestalltet und sind dadurch wesentlich flexibler unterwegs gewesen. Am Ende war es auch noch billiger als ein RTW (siehe unsere Weltreise-Kosten) Vor Abflug hatten wir nur das Flugticket nach Moskau und die Fahrt in der transmongolischen Eisenbahn gekauft.

Weiter geht’s mit den Sonstigen Vorbereitungen.

2 Responses to “Papierkram”

  1. Bei der Einreise nach Kambodscha, über den Flughafen in Phnom Penh, kostet ein Touristen Visum genau 20,- $. (Gültigkeit 30 Tage)

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