Tipps zum buchen von Hotels

Es ist nicht leicht, die besten und günstigsten Hostels zu finden und zu buchen. Dabei helfen verschiedene Webseiten. Und es lohnt sich selbst dann dort vorbei zu schauen, wenn man schon weiß, wo man schlafen will. Denn: verrückterweise war es bei uns so, dass die Hostels billiger im Internet zu buchen waren, als an der Rezeption oder per Telefon. So saßen wir in einem Hostel am PC und haben von dort die nächsten Nächte gebucht, nur um einen besseren Preis zu bekommen. Der Unterschied waren 200 Rubel (300 anstelle von 500 Rubel).

Vergleicht auch immer die Preise von hostelworld.com, hostels.com und Hostelbookers.com. Sie können extrem unterschiedlich sein. Achtung Hostelworld nimmt eine Gebühr, die anderen beiden sind für Gäste kostenfrei.




Transsib

In der Transsibierischen Eisenbahn gibt es drei Klassen: die erste Klasse ist ein zwei-Personen-Abteil, die zweite Klasse ist ein vier-Personen-Abteil und in der dritten Klasse schlafen noch ein paar mehr Reisende zusammen. Um genau zu sein, vierundfünfzig.

Seltsamer weise ist die dritte Klasse in deutschland nicht buchbar. Wenn man in einem deutschen Reisebüro nach der „platzkartny“ fragt, so ist die Bezeichnung für die dritte Klasse, stößt man allerorts auf unverständniss. Abgesehen davon, dass die dritte Klasse natürlich deutlich günstiger ist als die beiden Luxus-Varianten, trifft man hier auch die echten Russen. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher. Wir haben bei verschiedenen englischsprachigen, russischen Reisebüros nachgefragt, was unsere Strecke kosten soll. Letztlich haben wir uns für Legend-Tour entschieden. Sie waren einfach die günstigste Variante :) Zudem war der Service Spitze und alles hat prima geklappt.

Lest unsere Transsib-Erfahrungen und ihr werdet noch sicherer sein, dass ihr diese Erfahrung machen müsst!
Mal schauen, wie weit wir in Russland ohne Russisch-Kenntnisse kommen werden. Immerhin haben wir schon das beliebteste Spiel der Russen gelernt: Durak. Vielleicht hilft das ja Sprachbarrieren zu überwinden :) Hoffentlich lernen wir interresante Leute kennen.

Passend zum Thema kann ich euch übrigens den Thriller « Transsibérien » empfehlen. Er spielt auf der gleichen Strecke wie unserer, nur andersrum (also von Peking nach Moskau). Schaut ihn euch an, wenn wir unterwegs sind und denkt an uns. Hoffentlich passiert uns nicht das gleiche…die Spannung steigt…

Die Streck im Detail:

Abflug am 9 September nach Moskau um 15:45

Vom 9 bis 16 September: Besichtigung Moskau

Vom 16 bis 20 September: 5.153 km in der 3ten Klasse

Vom 20 bis 24 September: Irkutsk, Ausflug zum Baïkal-See

Vom 24 bis 26 September: 1113 km in der 2ten Klasse

Vom 26 September bis zum 1ten Oktober: Ulan Batoor

Vom 1ten bis 2 Oktober: 1356 km in der 2ten Klasse

2 Oktober: Ankunft in Peking, Besichtigung der Stadt.

Danach planen wir 6 Wochen in China bevor wir uns nach Indien aufmachen.





Russisches Visum

Erfahrungsbericht aus dem russischen Konsulat in Bonn

Ich bin sehr früh von Mainz weggefahren, um rechtzeitig, im – für Rheinlandpfalz zuständigen – russischen Konsulat in Bonn, zu sein. Wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, muss man vom Hauptbahnhof bis „Bad Godesberg Bhf“ und von da aus mit dem Bus 615 Richtung Stadtwald / evangelisches Krankenhaus, welcher alle 20 min kommt, bis zur Haltestelle Viktorshöhe fahren. Ab da sind es 50m zu Fuß entgegen der Fahrtrichtung. Dort aber nicht gleich zum ersten Gebäude links reingehen, das irgendwie wie ein russisches Konsultat aussieht und an dem auch kein deutsches Wort zu finden ist, sondern zum nächsten, diesmal mit einem deutschen Schild.

Hier ist keine Visastelle

Hier ist keine Visastelle

Gut, dann steht man vermutlich vor einer Menge Menschen noch vor dem Eingang. Bei mir waren es vor allem russische Menschen. Visastelle BonnEiner hat zum Glück mein fragendes Gesicht bemerkt und Hilfe angeboten. Dann hat er mit dem Pförtner ein paar russische Worte gewechselt und schon durfte ich an all diesen Leuten vorbei gehen. Da war ich ziemlich unsicher aber angeblich wollten die alle was anderes. Von da aus geht es die erste Treppe links hoch zu den Visa Schaltern. Auch hier war mir das System der Warteschlangen unbegreiflich. Wo muss man anstehen? Der Schalter für das Touristenvisum war geschlossen, hm… sehr beruhigend! Ich stand mitten im Raum zwischen zwei Schlangen und beobachtete erstmal die Situation. Manche wechselten die Schlangen von links nach rechts und umgekehrt. Ich verwechselte auch die Kunden und Beamten, da manche Beamte, wahrscheinlich mangels Platz, die Stapel Visa nicht hinter den Schaltern bearbeiteten, sondern auf den Tischen, an denen die Leute die Anträge ausfüllten. Außerdem waren auch hier fast alles Russen. Mir war nicht klar wer wer war. Na ja wie auch immer. Ich war etwas verloren und auch da hat mich irgendein Russe angesprochen, um zu helfen. Ich hielt meine Mappe in den Armen und er forderte, dass ich meine Papiere alle in die richtige Reihenfolge und in den richtigen Pass einräume. Er fasste dabei meine Pässe an und ich wurde etwas misstrauisch. Er meinte, ich wäre die nächste und der Beamte würde sich freuen. Er kenne sich aus. Er hatte sich vor mir gedrängelt aber er gehörte wohl zu einem Reisebüro und es sei immer ein „normaler Mensch“, dann einer vom Reisebüro, usw. an der Reihe. Na gut ich fragte mich, wie die Sitten so sind in Russland und ob man sich mit Trinkgeld bedankt. Aber es wäre vermutlich eine Beleidigung gewesen, wenn nicht. Also habe ich es gelassen. Als ich endlich dran war, hat der Beamte alles schnell gecheckt und mir dann eine Rechnung gegeben.

Damit musste ich zur Kasse nach unten, glaubte ich. Also hab ich mich an den nächsten Schalter begeben, der irgendwie nach Kasse aussah. Da standen ich und ein anderer verlorener Deutscher vor mir, als uns plötzlich aus dem nirgendwo wieder ein Russe fragte, ob wir zahlen wollten. Er schickte uns daraufhin ganz raus aus dem Gebäude. Wir mussten 50 m mit Pässen in der Hand wieder rausmarschieren an den ganzen Russen vorbei, welche immer noch draußen warteten (die Armen). Dann erreichten wir das Gebäude neben der Haltestelle (das ohne deutsches Wort). Nach der Passkontrolle geht man zur kacca (Kasse) im EG. Achtung! Nur Beträge bis 25 € können bar bezahlt werden. Für zwei Pässe habe ich 70 € bezahlt + 1 € Kartengebühr „für dotsche Banke“ versuchte die Russin zu erklären. Ach ja alles klar, ist also logisch, mit Karte zu zahlen.

So dann mit der Quittung muss man wohin? Na klar! Zum 1. Gebäude zurück. Und da noch mal anstehen. Dort traf ich wieder den Reisebüro-Russen, der 3-mal verwundert fragte, ob ich sooo lange nur zum zahlen gebraucht habe?!? Tja da war in der Schlange eine Russin vor mir gewesen, die bestimmt 10 verschiedene Rechnungen nacheinander bezahlt hat und immer zwischendurch mit Papiere ausfüllen beschäftigt war. Vor mir waren nun zwei Schalter besetzt. Ein Visum-Schalter, vor welchem die Schlange voll war und ein Reisebüro-Visum-Schalter ganz leer. Ich stand selbstverständlich vor dem 1. Schalter und fing an mit aller Kraft zu gähnen, als mich der Beamte vom 2ten Schalter bemerkte und zu sich bat. Die sind sehr verständnisvoll diese Russen. Na ja man muss irgendwie das Chaos ausgleichen. Also gab man mir einen Abholtermin, zu dem ich 12 Tage später noch mal persönlich nach Bonn kommen muss. Leider geht es nicht per Post und ich brauche wieder mal einen ganzen Tag. Zum Glück gibt es ein Globetrotter-Outlet in Bonn wo man nett den ganzen Tag verbringen kann.

Tja die ganze Geschichte im Konsulat hat nur eine Stunde gedauert. Wenn man alles hinter sich hat, kann man sich mit einem Tschebureki (russische Teigtaschen mit Hackfleischfüllung) belohnen bis der Bus kommt. In unserem Fall hoffen wir, dass wir das Visum bekommen, da wir „Arbeitslos“ auf die Anträge geschrieben haben, was ich im Nachhinein bereue. Eigentlich sind wir erst bei Antritt der Reise arbeitslos, Björn sogar erst 1 Monat später.

12 Tage später bin ich also noch mal zum Konsulat gefahren, um meinen Pass abzuholen. Man muss zwischen 12.00 und 13.00 erscheinen. Ich hatte mir fest vorgenommen kurz vor 12 da zu sein. Tja, ich habe es erst um 12.30 geschafft, typisch Marokkanerin 😉 und stand vor einer geschlossenen Tür mit anderen Menschen. Nach 10 Minuten zappeln lassen, ist der „Türsteher“ endlich gekommen, um einige von uns rein zu lassen. Ich ging etwas nervös die Treppe hoch und nach 5 Minuten Wartezeit, durfte ich unsere schönen nagelneuen Visa bewundern!

Maria




Ein mieser Tag

Es gibt Tage, die sollte man aus dem Kalender streichen können. Gestern war so ein Tag.

Eigentlich war viel Gutes geplant für diesen 5ten August 2010. Maria wollte nach Frankfurt um das indische Visum zu beantragen. Am Abend vorher hatten wir gelesen, dass es als gebürtiger deutscher auch möglich ist das Visum am gleichen Tag zurück zu bekommen, so dass man sich einmal Mainz-Frankfurt und zurück (15 €) sparen könnte. Da man aber zwischen Abgabe und Abholung natürlich warten muss, wollten wir nun auch noch den Globetrotter in Frankfurt testen, nachdem Maria schon in Bonn und in Köln gewesen war. Nun hat Maria schon alles außer passende Schuhe gekauft, so dass es an der Zeit war, dass auch ich mal Geld ausgebe. Ich wollte dafür schon um 13 Uhr Feierabend machen. Soweit der Plan.

Die Realität sah so aus: ich bin früh aufgestanden und habe, noch halb schlafend, meine zwei Brötchen in den Rucksack gepackt und gleich auch noch die Digi-Cam, falls es in Frankfurt was zu fotografieren geben würde. Als ich am Bahnhof ankam, sah ich schon meinen Bus dort stehen und startete einen morgendlichen Sprint. Auf halber Strecke rief mir ein Mann hinterher: „Hallo, sie haben ihr Frühstück verloren.“ Ich drehte mich um sagte Danke, hob ein Brötchen auf und lief wieder meinem Bus hinterher. Ich bekam ihn und schaute gleich im Rucksack nach, ob mein zweites Brötchen noch da war. Aber ich hatte klugerweise den Rucksack mit riesigem Loch genommen und von meinem zweiten Brötchen war weit und breit nichts zu sehen. „Naja, dann muss ich mir halt später eins kaufen.“ Moment, war da nicht noch eine dritte Sache im Rucksack gewesen? „Hm… nee, mir fällt nichts ein. Wird schon passen.“

So kam ich bei der Arbeit an und schaffte etwas. Gegen 11.00 Uhr rief mich ein Vorstandsmitglied der Firma Euroimmun an. Dort hatten wir nach einem Praktikum für Singapur gefragt und hofften sehr darauf, es zu bekommen. Leider wird die Produktionsstätte in Singapur wohl nicht so schnell fertig, wie erwartet, so dass es für uns dort nichts zu tun gäbe. Nun heißt es neue Kontakte knüpfen und es woanders probieren. Erster Schock des Tages.

Als ich um 12.50 Uhr zum Bus wollte, kamen meine Gedanken irgendwie aufs Fotografieren. „Verdammt, da war doch was gewesen.“ In heller Panik räumte ich den löchrigen Rucksack aus und suchte, aber der Fotoapparat war weg. Mein schönes Geburtstagsgeschenk! Zweiter Schock des Tages. Ich konnte es nicht fassen. Wie war es möglich, dass ich Trottel die teure  Digi-Cam in einen Rucksack mit Loch getan hatte und wieso war mir bei dem rausfallenden Brötchen nicht auch der Fotoapparat eingefallen. Jetzt, über 5 Stunden nach meinem Sprint zum Bus war die Chance gleich null, ihn noch zu finden. Und wer würde wohl eine Digital-Kamera ins Fundbüro bringen? Voller ärger rief ich Maria an und beichtete ihr meinen Fehler und sagte auch gleich, dass ich vermutlich später kommen würde und erstmal den Weg ablaufen und zuhause nachschauen wollte. Es gab ja noch eine winzige Möglichkeit ihn zu finden und vielleicht war ich sogar noch dümmer und ich hatte das Ding gar nicht eingepackt. Um es kurz zu machen: Auf dem Weg lag er nicht und auch zuhause war nichts zu finden.

Niedergeschlagen ging ich also zum Zug und machte mich auf den Weg nach Frankfurt. Nach etwas dösen versuchte ich neuen Mut zu fassen. Vielleicht wurde unser Fotoapparat ja doch im Fundbüro abgegeben oder vielleicht war es ja sogar Maria die kurz nach mir aus dem Haus gegangen war, die ihn gefunden hatte und mich nun etwas ärgern wollte. Aber als ich in Frankfurt ankam, war schnell klar, dass Maria genauso bedrückt war wie ich. So blieb nur noch die theoretische Chance, dass einer der armen Neustadt-Bewohner soviel Anstand besaß, einen gefundenen Wertgegenstand nicht zu behalten. Wie gesagt, sehr theoretisch. Um uns wieder aufzumuntern, tranken wir beim Globetrotter einen kostenlosen Kakao und machten uns dann an die Arbeit. Wir probierten G-1000 Hosen und Jacken, Hemden und nochmal Hosen. Grade bei denen wollte keine richtig passen.

Nach 2 Stunden musste Maria wieder zum Konsulat. Ich blieb, schließlich fehlten mir noch wesentlich mehr Sachen als Maria. Nun hofften wir, dass wenigstens das Visum klappen würde. Die Zuständige Dame hatte auf die Frage, ob man den am selben Tag abholen könne nur geantwortet: „Vielleicht, sicher ist es erst am Dienstag.“ Naja, bei unserem Glück… Aber es gab gestern wenigstens eine erfreuliche Sache: wir haben unser drittes Visum. Indisches Visum innerhalb von nur 6 Stunden. Erste erfreuliche Nachricht des Tages.

Als Maria wieder da war, probierten wir noch ein paar Schuhe, fanden aber keine, und schauten uns bei den nützlichen und unnützen Kleinigkeiten um. Wir kauften von beidem etwas. Dann probierten wir nochmal Hosen. Und tatsächlich fanden wir nun beide eine, die passte. Pünktlich um zehn nach acht wechselten 350 € den Besitzer und wir hatten wenigstens das Gefühl, nicht umsonst im Frankfurt gewesen zu sein. Obendrein kauften wir für Marias Schwester Sonia noch eine Bananen-Box. „Vergiss mal die verlorene Kamera, sie wird sich über ein kleines Geschenk freuen.“

Zuhause angekommen suchten wir erstmal noch ob die Kamera nicht doch irgendwo sei, fanden aber nichts. Also sicher verloren! Nun wir packten unsere Sachen aus, gaben Sonia das Geschenk und schauten im Internet, wie teuer die Kamera denn heute ist und ob man sie gebraucht bekommt. Vielleicht hat der Finder sie sogar schon bei e-bay eingestellt!? Auch nichts. Dann wollte ich kurz in die Küche und als ich aus der Zimmertür in den Flur kam, sah ich dort, direkt vor meinen Füßen, in der Mitte des Türrahmens, deutlich sichtbar und wie ein Geschenk hingelegt: Unsere Kamera!

Unglaublich. Freude. „Maria, hast Du dir da hingelegt?“ Maria lacht. „Du blöde Kuh! Wie kannst Du mir sowas antun? Wie kannst Du mich nur so quälen? Ich hasse dich!“ Draußen auf dem Balkon entwirren sich dann die Gefühle etwas. Einerseits die Erleichterung, andererseits die Wut, dass Maria sowas gemacht hat. Das war wirklich übertrieben. Als auch Maria auf den Balkon kommt, lacht sie nicht mehr. Jetzt ist sie sauer auf mich, dass ich sauer auf sie bin. „Ich habe doch nicht den ganzen Tag gewusst, dass die Kamera nicht verloren ist. Glaubst Du ehrlich ich könnte so gut schauspielern?“ Naja, eigentlich ist Maria nicht wirklich so bösartig. Vermutlich wusste sie es nicht. Aber wie konnte der Fotoapparat einfach so plötzlich wieder auftauchen? Sonia? „Sonia!“ Sonia war es natürlich auch nicht. Also lag sie vermutlich auf der Tasche neben der Tür und ist von dort auf den Boden gefallen. Und als wir uns schließlich einfach nur noch freuen sagt Maria mit einem zwinkern: „Vielleicht wusste ich es ja doch die ganze Zeit…“ Und Sonia sagt: „Naja, eigentlich habe ich sie hingelegt. Sie war auf dem Tisch, als ich nach Hause kam.“

Wer war es nun? Oder war ich es doch selber und hatte sie nur nicht eingepackt? Oder vielleicht war es eine höhere Macht? Es gibt Fragen, die werden nie beantwortet werden. Jedenfalls hat unsere Kamera nun eine eigene Geschichte und wir werden auf der Reise sicher gut auf sie acht geben!

Letztlich war es also gar kein so mieser Tag dieser 5te August 2010!

Björn