Thailands weiße Strände

Bei Reisen im Süden Thailands stellt sich für jeden Reisenden die gleiche Frage: „Welcher Strand ist der beste?“ Obwohl wir viele der bekanntesten Inseln gesehen haben, ist es schier unmöglich diese Frage abschließend zu beantworten. Wir versuchen es dennoch und geben euch eine kleine Übersicht.

Koh Tao

Diese kleine, friedliche Insel ist eigentlich der Treffpunkt für alle, die tauchen wollen oder vorhaben, es zu lernen. Sie ist geradezu perfekt geeignet, um das erste Mal im Leben unter Wasser zu atmen – die Qualität der Ausrüstung und Tauchlehrer ist hoch und die Preise niedrig – und so kann es derartig voll sein, dass man beim Tauchen in einen kleinen Stau gerät und plötzlich seinen Tauchpartner nicht mehr findet oder man von den Luftblasen eines anderen Tauchers an die Oberfläche getrieben wird. Aber Koh Tao hat auch anderes zu bieten als nur Tauchen: wenn man sich nur einen oder zwei Kilometer von den bekannten Orten wie Mae Haad und Saree Beach weg bewegt, trifft man auf schöne Strände wie z.B. Jansom Bay. Und wer nicht tauchen mag, findet hier auch einen herrlichen Schnorchelplatz.

Björn taucht in Thailand Koh Tao - die Fisch Insel Thailands

Auch gibt es einige nette Restaurants und alles Wichtige ist zu Fuß zu erreichen, was ein großer Vorteil ist.

Am 13 April 2011 waren wir auf Koh Tao, als in Thailand Neujahr gefeiert wurde. An diesem Tag ist man besser nicht wasserscheu, denn die Thais lassen keine Gelegenheit aus, um Alles und Jeden mit Wasserpistolen, Eimern oder Schläuchen nass zu spritzen oder dir mit Creme das Gesicht zu verschmieren. Und das Ganze zum Rhythmus lauter Bässe. Es wir so exzessiv nass gespritzt, dass die Supermärkte gezwungen sind ihre Computer und Karten-Lesegeräte mit Plastikfolie einzupacken.

Thailändisches Neujahr auf Koh Tao

7-11 beim thailändischen Neujahr

Aber nachts in den Bars am Strand sind es vor allem die Touristen, die, mit Gefahr auf Verbrennungen, für eine heiße Stimmung sorgen. Manche sind wirklich verrückt (und betrunken) genug und spielen mit dem Feuer. Sie springen über ein brennendes Seil oder tanzen den Limbo unter einem flammenden Stock.

Feuer-Limbo am Strand

Koh Samui

Es ist etwas schwierig für uns, diese Insel zu beurteilen, da wir sie im Frühjahr 2011 besucht haben. Die Überschwemmungen vom März 2011 hatten schwere Schäden verursacht, auch am Lamai Beach, an dem wir gewohnt haben. Nicht weit entfernt – direkt über den Hügel – sollte der bekannte und beliebte Chaweng Noi Beach sein, und wir wollten uns das Tuc Tuc sparen. Aber Vorsicht, Koh Samui ist die drittgrößte Insel Thailands. Wir sind mehr als zweieinhalb Stunden durch die Hitze gelaufen und haben einen schweren Sonnenbrand und einen Sonnenstich riskiert. Nicht zu empfehlen! Aber der Weg hatte sich gelohnt, denn Chaweng Noi ist wirklich wundervoll, ein gigantischer, natürlicher Swimmingpool, perfekt geeignet um sich zu sonnen und zu erhohlen.

Sicht auf den weißen Strand Chaweng NoiChaweng Noi weißer Strand - Thailand

Koh Samui ist aber auch eine Insel für Pauschaltouristen. Viele Ressorts und Top-End-Hotels beherbergen vor allem reiche, ruhige und ältere Reisende sowie Familien, so dass die Strände eher leise sind. Um mehr Stimmung zu finden muss man schon in die Stadt, zum Beispiel nach Chaweng gehen. Hier finden sich viele Geschäft und sogar ein Mc Donalds. Wer mehr auf der Suche nach thailändischem Flair ist, der sollte besser zum Nachtmarkt von Lamai direkt neben dem Open Air Thaibox-Ring gehen.

Hut Maenum Strand- Insel Samui

Die Straßen Koh Samui’s sind in sehr gutem Zustand, was sie ideal macht für eine eigenständige Erkundung mit dem Roller. Macht dabei einen Stopp am Big Buddha und fahrt dann weiter in Richtung Sonnenuntergang zum Maenum Beach, wo ihr euch eine kleine Thai-Massage am Strand zum entspannen gönnen solltet.

Koh Phi Phi

Auf dieser kleinen Insel, die vom Tsunami im Jahr 2004 stark verwüstete wurde, ist wirklich alles zu Fuß erreichbar, zumal es keine Autos und keine Motorräder gibt. Dies verhindert allerdings nicht, dass Staus gibt… mit anderen Rucksacktouristen. Ganz besonders an der Fähranlegestelle in „Tourist Village“. Tatsächlich ist Koh Phi Phi überfüllt von Touristen, vor allem junge, oberflächliche Pauschalis auf der Suche nach nur zwei Sachen: billig trinken und feiern ohne Ende. Hier findet man kaum Thai-Kultur, aber man muss zugeben, dass es, abgesehen von der Full Moon Party auf Koh Phangan (s. unten) kaum einen besseren Ort geben kann um nächtelang durchzumachen. Tanzen, feiern und Spass haben direkt am Strand und dazu einmaligen, sexy Thailändern bei ihren grandiosen Feuershows zuschauen – das ist Koh Phi Phi bei Nacht.

Tanzen am Strand und im RegenThailändischer Feuerkünstler am Strand

Herrlicher weißer Sand am Strand von Monkey IslandTagsüber kann man sich während einer Bootsfahrt auf den umliegenden Inseln wie Monkey Island und Bamboo Island erholen. Das wundervolle, türkisfarbene Wasser lädt zum Planschen, Schwimmen und am Shark Point auch zum Schnorcheln ein. Dabei ist der Sand so weiß, dass er fast blendet. Natürlich darf man auch nicht den berühmtesten Ort Koh Phi Phis verpassen, die Maya Bay, an welcher „The Beach“ gedreht wurde. Aber betrachtet den Besuch dieses geschützten Strandes besser als Besichtigung eines Denkmals, lauft ein Stündchen herum, taucht ein bisschen ins Wasser ein und macht hunderte Fotos, genau wie die 200 anderen Ausländer auch.

Weißer Sand-Strand aus dem Film The Beach Sicht auf Thailands berühmtesten Strand - Maya Bay

Weisser Sandstrand in Thailand - Long beach

Long Beach, etwas abseits vom Inselzentrum, ist am besten mit einem Taxi-Boot zu erreichen und hat einen wirklich langen, perfekt weißen Sandstrand. Aber Vorsicht, auch in Thailand gibt es keine Paradis-Garantie. Zum Beispiel haben wir Loh Dalum Bay, bei unserer Ankunft auf Koh Phi Phi, nachmittags und bei Ebbe gesehen. Wir waren maßlos enttäuscht. Schlamm und Steine, das Wasser viel zu niedrig zum Schwimmen und Boote, die im Sand steckten. Das alles hatte nicht viel Tropisches und sah selbst verglichen mit einem Nordseestrand langweilig aus. Die gleiche Bucht sah morgens, bei Flut und Sonnenschein ganz, ganz anders aus und noch umwerfender abends bei Sonnenuntergang.

Loh Dalum Bay in Thailand - der Strand ist hässlichLoh Dalum Bay in Thailand - der Strand ist schön

Wer also Party jede Nacht und schöne Strände sucht, für den ist die Insel genau richtig, aber wenn man einen leichten Schlaf hat oder seine Ruhe möchte, dann helfen auch Ohrstöpsel nicht weiter. Bambushütte am weißen Strand in ThailandWir für unseren Teil konnten die Vorteile Koh Phi Phis leider kaum genießen. Zuerst war ich erkältet und als es endlich besser wurde und wir zum ersten Mal zur Beachparty gingen schüttete es wie aus Eimern (ein Wunder übrigens, dass in unseren Bambus-Bungalow voller Löcher kein einziger Tropfen Wasser kam). Wir tanzten trotzdem weiter und am nächsten Morgen war Maria es, die krank war und den Strand nicht genießen konnte. Gleichzeitig konnte ich nicht richtig laufen, weil ich auf eine Muschel getreten war und mein Fuß sich entzündet hatte, Millionen von Mücken fraßen uns Nacht für Nacht auf etc. Tja, auch ein Paradies kann zur Hölle werden. Unter besseren Umständen würden wir aber zurückkommen.

Koh Phangan

Full Moon Party am Strand von Haad Rin in Thailand Ganz am Ende unserer langen Reise machten wir noch einmal einen Zwischenstopp in Thailand und dieses Mal wollten wir unter keinen Umständen die berühmte Full Moon Party verpassen. Wie der Name schon sagt, findet sie, geboren in den 80er Jahren, jeden Monat bei Vollmond statt. Aber weil das nicht reicht gibt es mittlerweile auch eine Half Moon und eine Black Moon Party. Natürlich verdoppeln sich zu Full Moon Zeiten die Kosten der Unterkünfte schnell mal.

Die Insel an sich ist etwas weniger leicht zu erkunden, was vor allem an der schlechten Infrastruktur liegt. So kommt es, dass – abgesehen vom Touristenzentrum um den Strand Haar Rin – der größte Teil der Insel ziemlich ruhig und isoliert ist. Wir hatten einen netten Bungalow in der Nähe von Haad Yao und Haad Salad an der Westküste Koh Phangans. Beide Strände sind wunderschön, es gibt tolle Restaurants, aber keine wirkliche Partystimmung.

Wir waren zur Regenzeit auf Koh Phangan, was allerdings nur bedeutet, dass es gelegentlich mal regnet und dass von Zeit zu Zeit ein paar Wolken den Himmel bedecken. Aber es ist nicht kalt und man kann auch baden und tauchen. Nur wird das Wasser wegen der Winde nicht immer perfekt türkisfarben und die Sicht beim Tauchen unter Umständen nicht so gut sein.

Am Tag der Full Moon Party fuhren wir mit dem Tuk Tuk zum Haad Rin Strand, dem Touristen-Ghetto. Kurz vor der totalen Mondfinsternis Full moon Party - Koh PhanganDer Strand füllt sich gegen Abend erst langsam, aber in der Nacht dann fallen tausende Feierwütige über den Strand herBunt bemalt feiern am Strand und DJs sorgen überall für eine höllische Stimmung. Passend dazu verblüffte uns der Vollmond in dieser Nacht mit einer totalen Mondfinsternis. Auch die Feiernden selber sorgen für ein Spektakel. Sie bemalen und beschmieren sich von Kopf bis Fuß mit phosphoreszierenden Farben und erschreckend viele hatten die Füße oder Arme bandagiert. Das sieht man übrigens in ganz Thailand, weil viele betrunken mit dem Roller über Thailands steinige Straßen rasen. Aber selbst ein Gipsbein wird niemanden auf Koh Phangan daran hindern, die ganze Nacht wie verrückt zu tanzen. Auch die Feuerkünstler und die bekannten Flammenspiele dürfen hier nicht fehlen. Unser Abend war fantastisch.

Buckets am Strand Koh Phangan zur FullmoonpartyPhosphoreszierende Farben am Strand von Koh Phangan - Thailand

Tanzen am Strand in Thailand

Seilspringen am Strand - in Thailand eine heiße Sache

Schlafen auf dem Strand - zuviel gefeiertTanzen auf dem Strand ist in Thailand immer drin

Fazit

Es gibt so viele Strände in Thailand, die wir noch nicht gesehen haben. Loh Dalum Bay in Thailand - der Strand ist sehr hässlichUnd überhaupt ist es schwer von der schönsten Insel oder dem schönsten Strand zu sprechen. So etwas hängt von vielen Aspekten ab.   Der gleiche Strand kann idyllisch sein und bei schlechtem Wetter hässlicher als ein banaler europäischer Strand; wenn Ebbe ist, wenn es gerade ein Hochwasser gab, wenn es viel Müll oder zu viele Touristen gibt oder einfach, Palmen an einem Strand in Thailandwenn man eine schlechte Zeit erwischt hat… Sicher ist: jede Insel hat ihre Stärken und Schwächen und auf jeder gibt es ganz unterschiedliche Strände und Stimmungen, die sehr von den Besuchern abhängen, also auch davon ob man zur Haupt- oder Nebensaison dort ist. Ob ein spezieller Strand nun voll oder leer ist hat oft nichts damit zu tun, ob er schön oder hässlich ist, sondern vor allem damit, wie leicht er zu erreichen ist. An den Hauptstränden gibt es zumindest garantiert viele Unterkünfte, eine breite Palette an Restaurants und Orte zum Ausgehen, jedoch leider nur selten ausreichende sanitäre Versorgung. Viele Abwässer gehen direkt in das wunderschöne türkisfarbene Wasser. Wifi gibt es paradoxerweise aber überall… Naja, alles eine Frage der Priorität.

Zusammenfassend für deinen nächsten Strand-Urlaub in Thailand: Wenn Du reich bist und Ruhe liebst, ist Koh Samui am besten für dich geeignet; bist Du jung und auf der Suche nach der großen Party: geh zur Vollmond-Party nach Koh Phangan; willst Du wirklich jeden Abend tanzen und feiern, wähle Koh Phi Phi, wo Du auch erstklassige Strände findest; und schließlich zum Tauchen und Tauchen lernen und um eine entspannte Zeit zu genießen ist Koh Tao ideal. Und auf eigentlich allen Inseln gilt: es gibt mehr als nur den Strand. Das Inselinnere ist oft nur schwierig erreichbar und voller dichter Natur und Regenwald.

Und wer noch nicht genug hat von Strand und Partys im Süden Thailands, der sollte sich unbedingt noch den Strandartikel von Pernie und Vreni gönnen! Traumhaft!

Wundervolle Insel in Thailand




Unter Wasser atmen – tauchen lernen in Thailand

Endlich gibt es mal wieder einen angenehmen Bericht von uns. Und wie angenehm!

Bei unserem zweiten Besuch in Thailand ging es in den Süden auf Thailands Inseln und dort sowohl ins als auch unters Wasser.

Mae hat Stand in Koh Tao, Thailand, das Taucher-Paradis

Was nun folgt, ist keine wohlgemeinte Empfehlung, sondern eine handfeste Aufforderung: Wenn es irgendwie geht, lern tauchen! Es ist eine verflucht noch mal großartige Erfahrung.

Wir selbst hatten eigentlich nicht vor gehabt, auf unserer Reise zu tauchen. Zu teuer, zu langwierig, zu kompliziert, haben wir gedacht. Denkste. In nur drei oder vier Tagen kann man es lernen und es kostet nicht mehr als ein Paar Inlineskates. Auf Koh Tao sind wir für rund 200 Euro pro Person in eine Welt eingetaucht, im wahrsten Sinne des Wortes, die einem den Atem raubt. Schwerelos schwebt man im türkisblauen Wasser umgeben von den verrücktesten, buntesten Fischen und darf dabei bloß nicht vergessen zu atmen. Dieses Gefühl, das Atmen einer fremden Luft, das umhüllt sein vom Wasser ist beängstigend und geil zugleich. Den einen Augenblick fragt man sich, was wohl passiert, wenn jetzt die Luft ausgeht und im nächsten vergisst man die Welt da oben ganz und gar.

Fische in allen Formen und Farben beim Tauchen auf Koh Tao

Der Christmas tree worm unter Wasser beim Tauchen in Thailand

Tauchen auf Koh Tao - Blue spotted stingray

Aber nicht gleich von Anfang an. Beim Open Water Diver (PADI-System) lernt man zuerst die Theorie,Wir lernen unter Wasser atmen - Tauchen in Koh Tao die Kommunikation unter Wasser und die Ausrüstung kennen. Man lernt in der Sicherheit eines Swimmingpools das Atmen unter Wasser, bevor man sich bis 18m tief in die Fluten stürzen darf. Dort lernt man dann auch sich komplett seinem Buddy, seinem Tauchpartner, anzuvertrauen. Den hat man immer im Blick und für den ist man verantwortlich. Vielleicht sollte man tauchen mal als Paar-Therapie probieren… 😉 Unter Wasser macht man alle möglichen Übungen aber vor allem muss man lernen sich auszutarieren (damit man unter Wasser nicht umfällt). Denn das ist gar nicht so einfach. Aber nach ein paar Versuchen gleitet man dann doch geschmeidig durchs Meer. Am Ende eines Tages mit zwei oder gar drei Tauchgängen ist man stolz, glücklich, fast high, aber auch müde. Und für uns wäre es perfekt gewesen, wenn Maria nicht eine Ohrentzündung gehabt hätte, so dass sie wegen dem Druck unter Wasser manchmal ziemliche Schmerzen hatte.

Björn lernt tauchen

Fische auf Koh Tao - Long Fin Banner Fish

In Kompletter Taucher-AusrüstungUnd weil das Tauchen trotzdem wirklich der absolute Hammer war, haben wir gleich noch den Advanced Open Water Tauchkurs dran gehängt. Diesmal ohne viel Theorie, aber mit fünf thematischen Tauchgängen, lernt man nochmal eine ganze Menge mehr. Der Tiefentauchgang erlaubt es einem bis auf 30 m abzutauchen. Da unten gibt es ein tolles (und gefährliches) Phänomen: den Tiefenrausch. Ich war tatsächlich, als wir auf 30 runter getaucht waren, ein wenig wie angetrunken. Um so tiefer man geht, umso heftiger wird es. Unser etwas durchgeknallter Tauchlehrer Carsten gibt gerne damit an, dass er bis auf 60 m taucht (alleine, weil er niemanden dazu bringen will, sein Leben zu riskieren) und sich danach nicht mehr erinnert, wie er wieder aufgetaucht ist. Dafür muss er dann für eine halbe Stunde auf 5 m Tiefe eine Pause machen, wo eine neue Luftflasche auf ihn wartet. Das ist so langweilig, dass er sich ein wasserfestes iPhone dort aufhängen will, um zu spielen… Wie gesagt, Carsten ist etwas abgedriftet :-)

Unser Tauch-Lehrer Karsten verfolgt einen Falter-Fisch

Fremdartige Wesen unter Wasser - Phyllidia varicosa - Variable WarzenschneckeBeim tauchen findet man seltsame Tiere - Unter Wasser Nacktschnecke

Neben dem tief Tauchen kommt noch das Navigieren unter Wasser (bei dem wir uns einmal verlaufen haben und den Rest der Gruppe erst an der Oberfläche wieder finden konnten) sowie 3 beliebige Tauchgänge dazu. Wir haben den Naturalisten (Fische beobachten – der Grund warum man ja eigentlich tauchen geht) einen Tarierungskurs und den absoluten Knaller, einen Nachttauchgang, gemacht. Was man da sieht, die nachtaktiven Fische bei der Jagt, das fluoreszierende Licht der kleinen Fische und des Planktons, wenn man es berührt, vergisst man nie wieder. Es gibt noch etliche weitere Spezialisierungen, die man machen kann. Zum Beispiel „Suchen und Bergen“ (um einen Schatz zu finden), „Wrack Tauchen“ (um noch einen Schatz zu finden), „Unterwasser Fotografie“ (zum Angeben nach dem Auftauchen) oder auch „Höhlen Tauchen“ (um alle Schätze sicher vor anderen Tauchern zu verstecken).

Wir atmen unter Wasser

Tauchen zu lernen war definitiv eines der Highlights unserer Reise. Es gibt einfach nicht vieles, das so andersartig faszinierend ist.

Mit diesem Artikel wollen wir dir, dem Nichttaucher, die Lust geben es zu versuchen. Mach es! Es ist nicht schwer. Nur großartig.

Clownfischen begegnen beim Tauchen in ThailandEine Familie Ringkaiserfische taucht auf Koh Tao

Praktische Informationen:
Wen wir neugierig gemacht haben: hier gibt’s ein paar praktische Tipps.
Wir haben bei Crystal-Divers auf Koh Tao unsere Tauchkurse, den Open Water Diver (OWD) und den Advanced Open Water Diver (AOWD) gemacht. Dafür haben wir 9000 Baht (222
€) und 7800 Baht (193 €) bezahlt und ein einfaches Bungalow inklusive bekommen. Wir haben Online gebucht, was sich als günstiger heraus gestellt hat als vor Ort zu kaufen. Die Ausrüstung von Crystal ist gut. Alles sitzt und funktioniert. Nur die Brillen sind immer verschimmelt, was etwas ekelig ist.
Auch gefallen hat uns, dass es Kurse auf verschiedenen Sprachen gibt. Mit Carsten, einem deutschen, der seit 15 Jahren auf Koh Tao lebt, hatten wir viel Spaß und er hat sich super um uns gekümmert und gut auf uns aufgepasst.

Atemberaubende Welten unter WasserEin Parrot Fish beim Tauchen unter Wasser in Thailand




Der kulinarische Wahnsinn Asien

Verurteile uns nicht. Das, was in Asien normal ist, scheint bei uns verrückt und was wir machen verstehen die Asiaten nicht. Wir haben auf unserer Reise vieles gegessen, was wir nicht kannten und manches, was dich schockieren könnte. Aber auch ungewöhnliche Erfahrungen gehören beim Reisen mit dazu.

Froschschenkel (Hanoi, Vietnam): Tja, nicht in Frankreich sondern in seiner ehemaligen Kolonie Vietnam haben wir diese Spezialität zum ersten mal probiert. Die Schenkel waren paniert und wurden mit scharfer Soße serviert. Frosch-Fleisch ist ungemein zart und hat seinen ganz eigenen Geschmack. Wirklich deliziös!

Froglegs Frogleg

Krokodil (Siam Reap, Kambodscha und Saigon, Vietnam): Krokodile haben ein weißes Fleisch ohne Fett, welches vom Geschmack her an Fisch erinnert, aber die Konsistenz von Putenschnitzel hat. Sowohl gegrillt in Kambodscha als auch in einer Frühlingsrolle zubereitet in Vietnam, hat es immer unseren Gaumen erfreut.

Crocodile

Hundertjähriges Ei (Nanjing, China): Diese Eier werden vor dem Servieren 100 Tage lang gammeln gelassen und sind glitschig dunkel grün. Wir hatten uns beim Lesen über China geschworen sie nicht zu essen und haben sie nur versehentlich probiert, als wir eigentlich einen Dessert bestellen wollten (sowas passiert einem in China andauernd). Der Geschmack ist unbeschreiblich widerwärtig. Wir konnten es nicht zu Ende essen.

hundred years old egg

Maden (Bangkok, Thailand): In Bangkok habe ich einen Bambus-Wurm probiert. Maria hasst alle Arten von Würmern, Raupen, Maden etc. Auch für mich war Überwindung gross, aber eigentlich isst es sich wie Popcorn oder Puffreis mit dem Geschmack von Omelette.

Bamboo worm

Ratte (Can Tho, Vietnam): Es waren (hoffentlich) keine Kanalratten, die wir gegessen haben. Auf den Märkten in Südvietnam kann man lebende Ratten im Käfig kaufen und sie werden noch vor Ort enthäutet. Auf dem Teller – glaubt es oder nicht – macht sich eine gegrillte Ratte ganz gut. Und der hervorragende Geschmack erinnert an sehr zarte Hähnchenflügelchen.

Peeling a rat at the market

Tasty rat leg Rat!

Vogelspinne (Kambodscha): Bei einem Halt an einem Busbahnhof irgendwo zwischen Siem Reap und Phnom Penh, haben sich die Kambodschaner, die mit uns gefahren sind, auf einen Stand mit Vogelspinnen gestürzt und ganze Tüten davon gekauft. Die Verkäuferin hatte sogar zur Deko eine lebende Spinne über ihr T-Shirt laufen. Also kamen auch wir nicht drum herum Vogelspinne zu probieren. Sie hatte den Geschmack von Fisch-Chips. Die Beine waren schön knackig, nur der Hinterleib war weniger lecker.

Will he eat the spider Maria eating a Tarantula

Hund (Hanoi, Vietnam): Verzeiht uns, Hundefreunde, aber vielleicht tröstet es euch zu hören, dass keine beliebigen Hunde gegessen werden, sondern nur eine speziell gezüchtete Rasse. Sie sind eine Delikatesse im Süden Chinas und im Norden Vietnams und man braucht keine Angst zu haben, versehentlich Hund zu essen, wenn man eigentlich Rind bestellt hat. Wir mussten sehr lang außerhalb von Hanoi suchen um ein Restaurant zu finden, das Hund serviert und als wir endlich dort waren hatte es schon geschlossen. Erst am nächsten Abend hat es dann geklappt. Das Lokal war ein einziger großer Raum mit alten, niedrigen Tischen und Matten zum sitzen. Es gab keine Dekoration und das ganze war nicht sehr einladend. Wir waren die einzigen Kunden und haben uns sehr seltsam gefühlt. Eigentlich waren wir nicht ganz in der richtigen Zeit dort. Man muss wissen, dass die Vietnamesen Hundefleisch nur zum Ende des Mondkalenders, für gutes Glück essen. Am Anfang des Monats würde es Unglück bringen. Wir waren in der Mitte des Monats dort, so dass es mit dem Glück noch gerade so ging. Nun, wir hatten etwas Probleme mit der Kommunikation mit dem Kellner und waren uns nach dem Bestellen nicht so recht im Klaren über die Menge und den Preis. Wir haben letztlich ein Menu für 180 000 Dong mit drei Tellern bestellt: Frühlingsrollen mit Innereien und Erdnüssen, Scheiben vom Schenkel und Spießchen. Nach einigen Momenten des Zögerns… haben wir es gegessen. Das ganze war nicht sehr gut zubereitet, das Fleisch schien nicht von besonderer Qualität und war zäh und fettig, aber der eigentliche Geschmack war sehr, sehr stark und mit nichts sonst vergleichbar. Sehr interessant!

thit cho!

Kobra (Hanoi, Vietnam): Le Mat ist ein Schlangen-Dorf etwas außerhalb von Hanoi mit einigen hübschen Restaurants. Wir hatten in Kambodscha schon Schlangenfleisch probiert gehabt und damals war es sehr zäh gewesen. In Le Mat war es anders. Zuerst einmal ist es ein wahrer Tapferkeitsakt. Der Koch tötet die Schlange vor deinen Augen, reißt ihr das noch schlagende Herz raus und gibt es in ein Glas mit Schnaps.

Preparing of a snake meal

Dann gibt er das Schlangenblut in ein anderes Glas und füllt zwei weitere Glaeser mit einer grünen Flüssigkeit (vermutlich Galle oder so). Ich durfte das Glas mit dem noch schlagenden Herz trinken und Maria das Blut. Ex und weg und geschafft war es. Das Herz schlägt tatsächlich noch auf deiner Zunge und du spürst es die Speiseröhre hinab rutschen. Auch das Blut hat gar nicht schlecht geschmeckt, aber der grüne Saft war ekelhaft. Danach bereitet der Koch 8 verschiedene Gerichte zu. Dabei wird nichts verschwendet. Jeder Teil der Schlange (abgesehen vom Kopf) wird verwertet: Fleisch, gemischte Frühlingsrollen, knusprige Schlangenhaut, gestampfte Knochen mit gemahlenen Nüssen und Innereien etc. Abgesehen vom letzten hat uns alles hervorragen geschmeckt. Für dieses üppige Mahl haben wir statt 600 000 Dong nur 400 000 Dong für eine kleine Kobra bezahlt. Das war es definitiv Wert.

8 delicous kobra dishes - everything from skin to the bone

Drinking the blood of a King Kobra

Es gibt in Asien noch unzählige weitere Undenkbarkeiten zu essen. In Laos zum Beispiel kann man Hühner Embryonen oder ganze Kröten am Spieß essen, in China Skorpione und quasi alle möglichen Organe von allen denkbaren Tieren, in Thailand Kakerlaken usw. Aber auch schon gewöhnlichere Speisen, wie Kuhmagensuppe oder Algen-Basierte Erfrischungsgetränke können einen an die Grenzen des ertragbaren bringen. Die Asiaten haben einfach die Fähigkeit entwickelt alles zu essen, was irgendwie verdaulich ist. Wie viel man davon probiert, dass muss jeder für sich selber entscheiden. Aber die meiste Zeit über kommen in Asien Reis, Hähnchen, Nudeln und diverse Gemüse auf den Tisch. Alles, was wir oben beschrieben haben sind Spezialitäten oder Snacks für Gourmets.

Guten Appetit!




Tempelleben und mit Mönchen reden

A lot of novices praying at Wat phra singhEs gibt Dinge, die mir in Thailand besonders gefallen haben. Eines davon ist, dass man leicht mit den Einheimischen in Kontakt kommt. Und das gilt nicht nur für den Durchschnitsthai, sondern besonders auch für buddhistische Mönche. Man kann in fast jeden Tempel gehen und die Gläubigen beobachten, wie sie beten und sich segnen lassen. Auch Fotos machen ist kein Problem, solange man respektvoll bleibt und sich an die Regeln hält. Im Morgengrauen und bei Sonnenuntergang singen die Mönche ihr alltägliches Gebet und auch dort kann man gerne Teil nehmen. In Chiang Mai ist Sara, eine Amerikanerin, die wir in unserem Guesthouse kennen gelernt haben, jeden Tag zweimal zum Wat Chomphu zum meditieren gegangen. Einmal bin auch ich um 4:30 Uhr aufgestanden und habe sie begleitet. Ein ziemlich einprägsames Erlebnis!

Eine geniale Einrichtung, die ich in Chiang Mai im Wat Mahawan kennen gelernt habe, ist der Monk Chat. Was ein Monk Chat ist? Genau das wonach es sich anhört. Der Tempel bietet für zwei Stunden eine Sprechzeit, in der ein englisch-sprechender Mönch mit Touristen über Buddha und die Welt redet. Dabei kann man wirklich alles fragen und auf alles gibt er eine Antwort. Bei meinem Monk-Chat hatte ich den Mönch eine Stunde lang ganz für mich alleine. Zuerst war ich etwas schüchtern, aber er war so freundlich, dass wir schnell  richtig ins Gespräch gekommen sind. Und ich habe genau das bemerkt, was mir Sara vorher immer erzählt hatte. Buddhistische Mönche sind außerordentlich normale Menschen. Sie leben zwar ein vollkommen anderes Leben als wir, aber sie sehen es als ihre Pflicht an immer Up To Date zu bleiben. Ein Beispiel:

Frage: Spielen Mönche manchmal Computer?

Antwort: Natürlich! Die Menschen der modernen Welt kommen zu uns und wollen Hilfe zu modernen Problemen. Wie können wir einer Mutter helfen, deren Kind zu viel Computer spielt, wenn wir selbst nicht wissen was das ist?

Natürlich haben wir auch über Buddhismus gesprochen und wie man sein leben auf dieser Welt am besten meistern kann. Davon scheinen die Thailänder einiges zu verstehen, lächeln sie doch, wann immer möglich. Es wird schwer sein ein freundlicheres Volk zu finden. Aber auch über die Mönche an sich habe ich viel neues erfahren. So wusste ich z.B. nicht, dass die Mönche in Thailand noch höher als der (sehr präsente und geliebte) König stehen. Sie verbeugen sich nicht vor seinen Bildern und müssen auch bei der Nationalhymne nicht aufstehen.

Als nach ca. einer Stunde zwei Frauen zum Monk Chat dazu kamen, dreht sich die Diskussion ein wenig. Die Damen waren scheinbar etwas feministisch und wollten vieles über Mönche und Frauen wissen. So ist z.B. bekannt, dass Mönche keine Frauen berühren dürfen (und auch Geschenke nicht direkt von Frauen annehmen). Monk-Chat at wat mahawanAuf Nachfrage hat der Mönch erklärt, dass Frauen den Mönch am Mönch sein, am auf sich selbst besinnen und am nach Innen schauen hindern. Selbst die eigene Schwester darf ein Mönch nicht berühren, könnte er doch die weiche Haut seiner Schwester angenehm finden und sich bei der nächsten hübschen Frau die er trifft, daran erinnern. Es gibt nur drei Ausnahmen, wann ein Mönch eine Frau anfassen darf: 1. seine Mutter 2. Kinder und 3. wenn eine Frau Hilfe braucht. Aber damit waren die beiden nicht zufrieden und wollten wissen, wie es sich denn mit Transvestiten verhält. Daraufhin erklärte der Mönch, dass das ganze nicht so hundert-prozentig streng zu verstehen ist. Letztlich kommt es darauf an, was der Mönch in seinem Gegenüber sieht. Wenn er also den Transvestit als Mann wahrnimmt, gibt es kein Problem. Außerdem kann ein Mönch durchaus auch eine Frau berühren, wenn er ihr z.B. ein Segnungsarmband überreicht. In dem Fall hat er der Frau ja geholfen. Also alles ist auch eine Auslegungsfrage. Aber bei den Fragen der beiden Frauen, die wirklich manchmal sehr direkt waren, ist mir bewusst geworden wie selbstsicher und, ja, weise der junge Mönch (22 Jahre alt) war. Er wurde immer wieder in die Enge getrieben aber ist stets ruhig und freundlich geblieben. Und er wusste auf jede Frage die passende Antwort!

Ich selbst glaube weder an Buddha noch an eine andere Religion, aber die Philosophie des Buddhismus ist eine sehr interessante. Und wenn ich wieder die Möglichkeit finde, werde ich gerne wieder mit einem Monk Chatten.

Björn




Trekking im Dschungel von Thailand

Der Höhepunkt unseres Aufenthaltes in Nordthailand war unser Trekking in den Dschungel und zu den Bergvölkern. Von Chiang Mai aus kann man wunderbar solche Ausflüge starten. Unser Tipp für Thailand: in der Straße Ratchadamnoen (nah am Tor Tha Phae) sind jede Menge Reiseagenturen, die organisierte Trekkings anbieten. Wir haben den Preis auf 30 Euro für 2 Tage runtergehandelt, alles inklusive.

Also am 23. Januar war es soweit. Da unten seht ihr sie, unsere kleine “Familie”, alle noch fit und munter. Leider konnte Jens, mit dem Björn Motorrad gefahren war, nicht mitkommen (der Strand hat ihn gerufen).

before start

Schön langsam ging es los, mit dem Besuch einer Schmetterlings und Orchideen-Farm, die auf dem Weg liegt. Wir konnten die großen Schmetterlinge von ganz nahem beobachten und an den bunten Blumen schnuppern.

butterfly farm

orchid farm

Zu zwölft in der Gruppe haben wir irgendwie alle in das Songthaew (offener Taxi-Truck) gepasst. Der Weg zum Trekking-Startpunkt führte über staubig Straßen und schon durch dichtes Dschungel-Grün.

on the way to the trek

Am Anfang der vier stündigen Wanderung ging es noch über feste Straße und Sonia (rechts im Bild) folgt der Gruppe mit großem Elan. Die Bedingungen waren herrlich: Sonnenschein aber nicht zu heiß.

begining of the tekking

In einer Fledermaushöhle ohne Fledermäuse (angeblich sind sie  nur in der Regenzeit hier – in der Regenzeit erzählt der Guide vermutlich, dass sie nur in der Trockenzeit hier sind) haben wir den kühlen Schatten genossen und ein Foto von der ganzen Gruppe gemacht. Ein lustiger, bunt gemischter Haufen.

batcave without bats

Danach ging es langsam tiefer in den Dschungel und der Weg wurde immer schmaler und rutschiger. Als es steil bergab ging, sind einige (auch Maria) auf dem Hintern gelandet. Das machte aber nichts, denn der Boden war angenehm weich und die atemberaubende Regenwald-Atmosphäre war es leicht die blauen Flecken wieder zu vergessen.

slippery trekking

Beim Tee in einem Dorf des Lahu-Stammes gab es eine verdiente Pause. Wir hatten jetzt etwa eineinhalb Stunden Wandern  hinter uns und hatten schon das Gefühl weit ab der Zivilisation zu sein. Die Lahu leben in traditionellen Bambus-Häusern auf Holzstelzen.

teabreak in the Lahu hill tribe village

Unten seht ihr den anstrengendsten Part des Trekkings: ein langer steiler Weg in der prallen Sonne. Drei wurden vermisst. Haben wir sie verloren? Aber, wo ist eigentlich Sonia?

the hardest part

Genau, richtig gesehen. Der kleine Hut, der sich in der Mitte des Bildes hinter dem Bananenblatt versteckt, am Kopf des vermissten Trios (die beiden anderen waren zwei betrunkene Australier). Froh, dass alle noch am Leben waren, haben wir es uns gemütlich gemacht und uns etwas ausgeruht, obwohl unser Guide schnell wieder aufbrechen wollte. Aber danach ging’s weiter mit dem Wandern im dichten Wald.

long trekking

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit haben wir endlich in der Ferne das Palong-Dorf gefunden, in dem wir die Nacht verbringen sollten. Uff, welche Erleichterung. Wir sind gerettet!

a long neck women in the Palong village

Die Dörfler, die uns empfangen haben sind Flüchtlinge aus Myanmar. Sie sind in Thailand nicht anerkannt und arbeiten halb Legal mit Reiseagenturen zusammen und verkaufen Souvenirs um zu überleben. Sie werden auch als Lang-Hälse bezeichnet, wegen der Metall-Spirale, die sie um den Hals tragen und die diesen länger werden lässt.

two Long neck women

Total verschwitzt haben Sonia und Maria in dem sehr kalten und sehr löchrigen Bambus-Häuschen geduscht (auf wiedersehen Privatsphäre). Björn hat sich nicht getraut.

shower

Nach einem guten Abendessen haben wir uns am Lagerfeuer gewärmt – es wurde langsam richtig kalt – und traditioneller Musik gelauscht (eigentlich war es nur ein Flötenspieler, der stundenlang das gleiche Lied gespielt hat, und wahrscheinlich auf ein Trinkgeld gehofft hat) Björn hat sogar versucht ihm Konkurrenz zu machen, indem er auf seiner Mundharmonika gespielt hat, aber hat auch kein Trinkgeld bekommen.

campfire at the cold night

In dieser Bambus-Hütte haben wir zu zehnt geschlafen. Auf den Bambusboden lagen dünne Tücher und wir hatten leichte Decken um uns warm zu halten. Aber die Nacht war unglaublich kalt und es war schwer tief zu schlafen, weil jedes Mal, wenn jemand auf Toilette ging hatte man das Gefühl, das Haus würde beben. Wir haben es trotzdem gemocht: echte Abwechslung, abseits jeden Komforts.

our room

Der nächste Tag war voller Spaß. Vorbei mit den langen Märschen. Wir sind nur eine halbe Stunde gelaufen um zum Auto zu kommen. Es war kleiner als am Vortag und ein paar von uns durften den Fahrtwind auf dem Dach erleben.

sitting on the top of the car

Gleich am Morgen kam ein besonderes Erlebnis: wir haben es in Indien nicht geschafft, aber in Thailand saßen wir zum ersten mal auf dem Rücken eines Elefanten. Er hat uns gemächlich und sicheren Schrittes eine halbe Stunde  durch ein schönes Tal getragen und es ist unglaublich auf welch schmalen Pfaden sich die schweren Dickhäuter bewegen können. Zum Abschied hat unser eine kleine Umarmung von Maria bekommen. Nicht grade eine zarte Haut…

elefant riding

my good friend

Danach sind wir eine Stunde lang mit einem Bambus-Floss den ruhigen Fluss runter geschippert. Extrem entspannend.

bamboo rafting

Um sich nach dem Mittagessen etwas zu erfrischen ging’s dann zu einem wunderschönen Wasserfall. Die Fotos von den Mädels wurden zensiert. 😉

nice waterfall

Und das beste zum Ende: Wildwasser Rafting! Wir sind mit dem Schlauchboot durch einige Stromschnellen gerast, die für Anfänger nicht zu verachten waren. Wir haben sehr viel gelacht und wären dabei fast ins Wasser gefallen, dass übrigens voller Schlangen war. Zwei haben wir mit eigenen Augen gesehen und unser Kapitän ist sogar einmal ausgestiegen um eine zu jagen. Ohne ihn hatten wir echte Probleme das Boot zu steuern. Wir haben es geliebt und würden es sofort wieder machen.

white water rafting

Mann über Bord! Rate mal wer? Genau, unsere australischen Freunde von vorhin (nie wieder Alkohol…)

2 people in the water




Mit dem Motorrad durch Thailand

Ein Mann braucht Freiheit und Abenteuer. Also habe ich mir in Chiang Mai meinen neuen Freund Jens geschnappt und mir mit ihm eine Honda Dream ausgeliehen. Okay, eine Honda Dream ist kein Motorrad, hat nur 125 ccm und ist eine Halbautomatik, aber ich bin ja auch kein echter Biker.

Lets start the trip

Von Chiang Mai aus, sind wir vier Tage lang eine der anspruchsvollsten Strecken Thailands gefahren. Über Sage und Schreibe 3567 Kurven ging es in das Touristennest Pai, in die Provinzhauptstadt Mae Hong Son, auf den Doi  Inthanon  (den mit 2565 m höchsten Berg Thailands) und über die Kleinstadt Curves! Mea Chaem zurück nach Chiang Mai. Jeder passionierte Motoradfahrer sollte sich das nochmal genau anhören: auf 640 km gibt es 3567 Kurven, dass heißt im Durchschnitt fährt man von einem Scheitelpunkt einer Kurve zum nächsten gerade mal 180 Meter! Aber was sagen schon Zahlen? Das Gefühl des Fahrens war für mich so neu und so überraschend großartig, dass ich, sobald ich meine scheu abgelegt und die Honda etwas kennen gelernt hatte, wie berauscht war.

Es ist ein wundervolles Gefühl, wenn die Sonne auf mein Gesicht scheint, der Fahrtwind um meine Nase weht und die Kurven auf mich zufliegen. Volle Konzentration, schalten, abbremsen, rein in die Kurve und wieder beschleunigen, nur um direkt auf die nächste Haarnadel zu blicken. Ein Nervenkitzel nach dem anderen. Berge und Kurven. Das ergibt ein einmaliges Fahrerlebnis mit dem Motorrad. Einen Moment fahre ich durch die Sonne, genieße den Gegenwind, der meinen Schweiß wegbläst. Eine Kurve später, im Schatten eines schroffen Berges ist es plötzlich 5°C kälter und ich bin froh, meine Jacke noch nicht ausgezogen zu haben. Und ich weiß, dass ich in spätestens zwei oder drei Kurven wieder in der Sonne fahre. Aber das beste ist es auf eine steile Felswand zuzufahren, eine von grünem Wald und blauem Moos bedeckte, die Sekunden zu genießen und mich auf die nächste Kurve zu freuen.

Street between Pai and Mae Hong Son

Und unterwegs gibt es unbeschreiblich viele Aussichtspunkte auf den satt grünen Wald Nordthailands. Man kann immer wieder von der Hauptstraße abfahren und einsame Höhlen und Wasserfälle finden.

Derart vom Weg begeistert, war es fast unerheblich, dass Pai ein herrlich entspannter, völlig touristischer Ort ist (wie es ihn scheinbar in jedem Land mindestens einmal gibt), Mae Hong Son extrem authentisch und sicher einen längeren Aufenthalt wert, und Mea Chaem so unbedeutend, dass ich seinen Namen immer wieder vergesse. Fast unerheblich war es auch, dass das unausweichliche passieren musste. Ich bin, wie schon gesagt kein Motoradfahrer – eigentlich bin ich in meinem Leben nur ab und zu Roller auf unbefahrenen Straßen gefahren – und die Strecke ist sehr Kurvenreich, sehr steil und sehr anspruchsvoll. Um es kurz zu machen, am zweiten Tag, ca. Bei Kurve 1500, bin ich in eine Kurve etwas zu schnell eingefahren und konnte nicht mehr stark genug bremsen. Die Honda ist weggerutscht und hat sich unter der Leitplanke verkeilt.  Irgendwie habe ich es geschafft in eine andere Richtung zu rutschen und habe mir nur ein paar ziemlich tiefe (und beim weiterfahren schmerzhafte) Schürfwunden zugelegt. Das Moped war fast unbeschädigt und mein Schock hat auch nur kurz angehalten. Etwas ist die Angst in den weiteren Tagen zwar immer mit gefahren, aber das Erlebnis war trotzdem bombastisch!

Scenery in north Thailand




Unsere Reise durch Nordthailand

Endlich zurück im Schosse der Zivilisation! Wir haben das Chaos Indiens hinter uns gelassen und wurden von Thailand mit offenen Armen und einem strahlenden lächeln empfangen. Alles in Thailand hat unser Herz zum leuchten gebracht: die liebenswerten Menschen, die gute Organisation, die modernen Verkehrsmittel, das großartige und extrem würzige Essen und unglaublich vieles zu entdecken.

Marias Schwester Sonia ist nach Bangkok gekommen und wir haben gemeinsam drei wundervolle Wochen im Norden Thailands verbracht. Sie hat zwar eine andere Art zu reisen, bequemer, teurer, aber außer ein paar kleinen Streitereien in den ersten Tagen war das kein Problem. Außerdem hat es uns geholfen einen Gang runter zu schalten. In drei Wochen Thailand haben wir drei Städte besucht: Bangkok, Ayutthaya und Chiang Mai.


In Bangkok hatten wir uns erst mal im hübschen und sehr persönlichen first nights in the bamboo guesthouse, 3 in a room Bamboo Guesthouse ein Zimmer zu dritt geteilt. Für extrem wenig Geld gab es zwar W-Lan, aber leider kein eigenes Bad und nur Duschen mit kaltem Wasser (bei 30°C im Januar), außerdem war grade Paarungszeit bei den Katzen der Gegend und wir hatten nicht genügend Pantoffeln im Gepäck, so dass wir Sonia am nächsten Tag ins New Siam Guesthouse gefolgt sind, wo sie eine Klimaanlage genießen konnte und wir alle näher am Nachtleben Bangkoks waren. In nur zwei Minuten kamen wir zur Khao San Road, der berühmten Touristen Meile Bangkoks. Hier ist praktisch alles möglich. In der Straße mit Unmengen an Bars und Restaurants und Massen an trendigem Schnick-Schnack kann man sich gehen lassen und auch im Bikini-Oberteil fällt man nicht besonders auf.

Khao San Road

Für eine schier unendliche Auswahl an Souvenirs sollte man den Chatuchak Markt (Weekend Market) besuchen und sich dafür ruhig mehr als nur einen halben Tag Zeit nehmen. Hier ist uns eine lustige Kleinigkeit passiert: während unseres Besuches blieben auf einmal alle Menschen um uns herum stehen. Wie bei dem Kinderspiel „Donner, Wetter, Blitz“ oder wie bei einem riesigen Flashmob waren wir plötzlich von erstarrten Thais umgeben. Ungläubig blickten wir uns um. Irgendwann bemerkten wir, dass im Radio gerade die Nationalhymne gespielt wurde. So wurden wir Zeugen eines Phänomens, dass täglich zweimal in Thailand stattfindet.

Aber Bangkok hat mehr zu bieten als nur Party und Shopping. Selbst neben den wunderschönen Tempeln Wat Pho und Wat Arun sticht der Tempel des Smaragd-Buddha, Wat Phra Kaew, hervor. Er ist das bezauberndste und verspielteste, wenngleich übertriebenste und überladenste Bauwerk, dem wir bisher begegnet sind. Wir haben sie geliebt, all die verrückt glitzernden Farben, Figuren und Formen. Einzigartig!

Wat Phra Kaew

Und nach einem langen Tag auf Bangkoks Straßen gibt es nicht besseres, fish spaals eine ausführliche – und verdammt günstige – Massage, die man direkt auf der Straße oder in schicken Salons genießen kann. Dabei gibt es sanfte Formen oder die echte Thaimassage , bei der man von den Masseuren mit Freude, spitzen Knien und Ellenbogen gequält wird, dass man manchmal schreien möchte. Zum guten Schluss wird man solange in unmöglichen Positionen gestreckt, dass einem die Tränen in die Augen steigen. Blauen Flecken sind gratis mit dabei. Wem das alles noch zu langweilig ist, der kann sich die Füße in einer Fisch-Spa massieren lassen. Dabei schwimmen hunderte kleiner, hungriger Fische (keine Piranhas) in einem Becken, in dass man seine Füße taucht. Sofort beginnen sie mit der Arbeit und knabbern einem den Dreck von den Füßen. Wir haben es für fünf Minuten getestet. Zumindest die ersten beiden Minuten kann man nicht anderes machen als zu kichern. Extrem spaßig!

Weniger lustig aber genauso interessant ist es, einmal zum Nationalsport der Thailänder zu gehen, zum Thai-Boxen. Da hier nicht nur mit Fäusten, sondern auch mit Tritten gekämpft wird, ist es viel technischer und interessanter als normales Boxen. Auch wenn es unverschämt teuer ist haben wir uns die besten Plätze direkt am Ring geleistet (ca. 50 Euro) um die Tritte wirklich sehen zu können und den ein oder anderen Schweißtropfen abzubekommen.

Thai Boxing

Es gibt eine Million Dinge zu erleben in Bangkok, aber es ist halt eine gigantische Metropole und so wollten wir nach einer Weile lieber weiter ziehen um auch eine andere Seite Thailands kennen zu lernen.

Nur 2 Busstunden nördlich von Bangkok liegt das kleine Ayutthaya. Die ehemalige Hauptstadt Thailands ist unbeschreiblich reich an kulturellen Vermächtnissen. Am besten mietet man sich ein Fahrrad und erforscht die unzähligen Tempelruinen auf eigene Faust.

Sonia & Maria on a bicycle

Genau das haben wir zwei Tage lang gemacht und waren dabei auch auf einem schwimmenden Markt. Zwar handelt es sich nicht um einen authentischen Gemüsemarkt, aber die Mengen an einheimischen Touristen wissen, wofür sie her kommen: das Essen ist lecker, billig und wahnsinnig vielfältig. Am dritten Tag haben wir dann die Fahrraeder, die uns in der Hitze ziemlich zum schwitzen gebracht haben, zur Seite gestellt und eine Tempeltour mit dem Boot unternommen. Unsere lieblingstempel waren Wat Lokaya Sutha,Wat Phra Mahatat, Wat Phanan Choeng und Wat Chaiwatthanaram. Aber ganz ehrlich, selbst in drei Tagen hatten wir nicht die Zeit alle Tempel der Stadt zu besichtigen.

Wat Phra Mahatat

In der Nacht dann haben wir den Zug nach Chiang Mai genommen. Die Schlafzüge Thailandsnight train to chiangmai sind wahrlich Komfortabel. In der zweiten Klasse gehören ein Bett mit Bezug, eine dünne Decke (ein zusätzlicher Schlafsack kann praktisch sein) und ein Kissen zur Ausstattung und selbst einen Vorhang gibt es, so dass man fast das Gefühl hat, alleine in seinem Bett zu liegen. Selbst Sonia konnte schlafen wie ein Baby in der Wiege. Wir können euch den Nachtzug in Thailand wirklich nur ans Herz legen, aber bucht, wenn möglich, eine gute Woche im Voraus!

Unsere letzte Station in Nordthailand war Chiang Mai. Eindeutig der Ort, an dem wir uns bisher am wohlsten gefühlt haben. Hier liegt eine sehr entspannte Atmosphäre in der Luft, es gibt tolles Essen, eine Vielzahl an Aktivitäten, kulturelles Program und eine wunderschoene Landschaft in der Umgebung. In unserem Guesthouse, dem Pagoda Inn, haben wir einen ein paar andere Reisende getroffen: Jens (Deutscher), Taylor (Kanadier), Sara (Amerikanerin) und Myriam (Belgierin). Sie alle sind uns schnell ans Herz gewachsen und waren ein bisschen wie eine Familie für uns. Stundenlang saßen wir im, von aggressiven Mücken besetzten, Garten des Pagoda Inn und haben über Gott und die Welt gequatscht.

Sara, Myriam, Taylor, Pagoda Inn

Die Guesthouse-Küche war hervorragend und original thailändisch-scharf. Überhaupt sind das Essen, die Früchte und Shakes in Chiang Mai enorm gut, vielfältig und preiswert. All das (bis auf die Moskitos) hat uns insgesamt fast zwei Wochen in Chiang Mai gehalten. Ein Luxus, den wir umtriebigen Globetrotter uns sonst nicht gönnen.

Das beste Hostel Nordthailands

Ah, so viele Chillies auf dem Küchentisch unseres Guesthouses. Hilfe!

Das, was man in Chiang Mai nicht verpassen darf sind der Nachtmarkt und besonders der Sonntagsmarkt. Hier gibt es noch mehr Souvenirs und Krims Krams zu kaufen als in Bangkok, aber von besserer Qualität als in China, Indien oder Indochina. Allein hierfür lohnt sich ein Wochenend-Ausflug nach Thailand. Außerdem gibt es einen herrlichen goldenen Tempel auf dem Berg Doi Suthep, den man sich unbedingt ansehen muss. Weniger Pompös als in Bangkok, aber mit unheimlich vielen verschiedenen und originellen Buddha Statuen und einer sehr religiös-geschäftigen Stimmung (Video).

Tempel on Doi Suthep, Chiang Mai

Für alle Liebhaber thailändischer Küche (was eigentlich jeder sein muss, dem Essen einigermassen Spaß macht) empfiehlt sich in Chiang Mai auch ein Kochkurs. Thai dancing showMmh... Maria cooked Chiang Mai noodle very wellMaria hat zusammen mit Myriam einen bei Baan Thai Cooking für 700 Baht (~17 Euro) gemacht. Zuerst haben sie einen Markt besucht um die Zutaten einzukaufen und sich dann vier Rezepte aus einer Auswahl thailändischer Spezialitäten ausgesucht, welche sie selbst kochen und anschließend verputzen durften. Danach waren sie beide glücklich bis oben hin vollgestopft. Im Preis inbegriffen ist auch ein Kochbuch mit den Rezepten, so dass Maria jetzt echt thailändisch kochen kann! Thailändisch tanzen kann sie außerdem auch, hat sie doch einen Abend eine Tanzshow mit Dinner besucht. Björn war in der Zeit vier Tage lang mit seinem neuen Kumpel Jens auf dem Motorrad unterwegs, um das Umland Chiang Mais zu erkunden. Diesem Erlebnis haben wir  einen eigenen Artikel gewidmet.

Maria in the cooking class

Und auch über den, für unsere ganze „Familie“, aufregendsten Teil unserer Zeit in Chiang Mai, unser Trekking durch den Dschungel, schreiben wir in einem eigenen Artikel.

Insgesamt ist Thailand bisher das Land, welches am leichtesten zu bereisen war. Es ist ein stabiles, hoch entwickeltes Land, das dennoch seine Traditionen beibehalten konnte. Dazu hat es tolles Wetter, unbeschreiblich freundliche Menschen, mit denen man leicht in Kontakt kommen kann, beste Küche und niedrige Preisen. Thailand ist aktuell eines der besten Urlaubsländer, die man sich nur vorstellen kann. Und das können wir schon sagen, bevor wir die Strände des Südens gesehen haben!

Ghosthouse
Animalistischer Kult: in Thailand sieht man überall Geisterhäuser. Dort werden den Geistern Essen und Trinken geboten (hier Fanta), um sie vom eigenen Wohnhaus fern zu halten.