Best of Malaysia

Was erwartet dich, wenn Du nach Malaysia reist? Was muss Du unbedingt gesehen haben? Mit diesem Artikel zeigen wir dir alles, was uns ganz besonders gefallen hat und auch, was wir leider nicht sehen konnten.

Menschen und Kultur Malaysias

Was Malaysia für uns zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht hat sind seine Bewohner, die ganz unterschiedlichen Kulturen angehören: Muslime, Chinesen, Inder und viele andere kleinere ethnische Gruppen. Diese Mischung spiegelt sich natürlich auch in Kleidung, Monumenten, Sprache, Musik und der Gastronomie wider. Wir haben in unserem Artikel „One Malaysia“ detailliert darüber geschrieben.

Etwas anderes, dass Malaysia zu einem außergewöhnlichen Land macht, ist seine Natur. Auf beiden Seiten der Halbinsel gibt es kleine Inseln mit wundervollen Traumstränden. Aber, da unsere Schuhe noch voll von Thailands weißem Sand waren, haben wir uns auf etwas ganz anderes besonders gefreut. Etwas, dass wir noch nicht in dieser Form gesehen hatten: tropischer Regenwald! Hier herrschen bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit das ganze Jahr über Temperaturen von 28°C – 30°C. Malaysias Wälder sind unglaublich dicht und beherbergen eine beeindruckende Tiervielfalt. In Malaysia war es, wo wir unsere erste giftige Schlange und die größte Blüte der Welt gesehen haben. Auch finden sich in den sumpfigen Flüssen Malaysias die größten Krokodile der Welt: die menschenfressenden Salzwasser- oder Leistenkrokodile.

Wo wir gerade beim Thema sind: das Essen in Malaysia ist unglaublich! Jeder Biss den man wagt, Ais Kacang -Malayisches Eis mit Bohnen und Maisegal ob chinesisch, indisch, malaiisch oder auch Baba-Nonya (chinesisch-malaiisch) ist alleine schon eine Reise wert. All das findet man in Foodcourts, unter einem Dach vereint. Der Perfekte Ort, um sich von Dumpling über Satay und Tandoori bis hin zu solchen Kuriositäten wie Eis mit Bohnen und Mais zu naschen. Ansonsten haben wir in Malaysia oft etwas ganz lokal-typisches gegessen. Mc Donalds. Das billigste McDo unserer Reise; man sieht es den Malaien an.

Die besten Orte und Städte Malaysias

Malaysia besteht aus zwei voneinander getrennten Gebieten. Auf der malaiischen Halbinsel ist die Infrastruktur enorm gut entwickelt, was man von dem malaiischen Teil Borneos nicht unbedingt behaupten kann. In letzterem muss man es entweder akzeptieren sich langsam und mühsam zu bewegen, oder man fliegt.

Malakka

Malakka liegt uns persönlich sehr am Herzen. Es ist eine der hübschesten und angenehmsten Städte Asiens mit einem ganz ungewöhnlichen Charme, in der der holländisch- und portugiesisch-Koloniale Einfluss noch deutlich sichtbar ist. Malakka hat eine süße kleine Altstadt die man sowohl zu Fuß als auch auf der romantischen Bootstour erkunden sollte. Ein Besuch der Villa Sentosa ist ein etwas spezieller Ausflug. Es ist ein lebendes Museum, in dem man einen Einblick in einen Teil malaiischer Geschichte bekommt, wie sonst nirgendwo. Nur der Bewohner und Guide des Hauses hat eine Art, die kurzfristig lustig ist, aber mit der Zeit anfängt aufdringlich zu sein. Nur damit Du gewarnt bist.

Alles andere als Ruhig geht es auch auf dem weekend night market zu. Ich liebe diese Märkte, auf den es so billigen Ramsch gibt, dass er nicht für Touristen gedacht sein kann. Komplette Entspannung findet man dafür im Cheng Hoon Teng, dem ältesten chinesischen Tempel in Malaysia (1646). Aber der Grund, warum wir Malakka sicher nie vergessen werden, ist unserVolontariat im Krokodilpark, bei dem wir neben den Krokos auch die Malaien besser kennengelernt heben.

Kolonialer Flair in Melakka - MalaysiaRathausplatz town square

Kuala Lumpur

KL ist definitiv kein Grund um nach Malaysia zu reisen, aber da man fast zwangsläufig durch diese moderne, graue Großstadt kommt, sollte man das Beste daraus machen und die Vorteile kennen. Das Symbol Kuala Lumpurs und des modernen, aufstrebenden Malaysias insgesamt sind die Petronas Towers, welche mit 452m bis 2004 die höchsten Türme der Welt waren. Auch die zahlreichen Foodcourts und Shoppingmalls passen in dieses Bild. Ganz anders zeigt sich die Stadt, wenn man sich traut ein traditionelles Cupping (Entgiftung durch schröpfen) zu machen. Dabei fühlt man sich, als hätte man eine tonnenschwere Metallplatte auf dem Rücken. Die Behandlung hinterlässt eindrucksvolle blaue Flecken.

Schröpfen in MalaysiaCupping und seine Folgen

Aber das Beste an Kuala Lumpur war für uns sein kulturelles Angebot. Zuerst sollte man sich zum Touristenbüro aufmachen, welches bei weitem das Beste ist, welches wir auf unserer langen Reise gesehen haben. Es besticht nicht nur durch die modernen Räumlichkeiten und den perfekten Service, sondern auch durch die angebotenen Tanzshows.

Für sagenhafte 5 Ringit (1,25 EUR) haben wir eine Stunde lang traditionelle Tänze und Kostüme aus ganz Malaysia bestaunt. Auch in der Fußgängerzone von zwischen China Town und Little India gibt es abends regelmäßig kostenlose Konzerte zu sehen.

Petronas TowersMaria in einer malayischen Moschee

P.S. Um die Moschee zu besichtigen brauch man nicht seine Djellaba und sein Kopftuch mitzubringen. Man kann es sich am Eingang ausleihen, was praktisch ist, da man wegen der Hitze garantiert in kurzer Hose und T-Shirt sein wird. Schlafen ist in der Moschee übrigens verboten, wie das Schild am Eingang zu verstehen gibt.

Schlafen in Moschee verboten!Schlafen in Moschee verboten...

Taman Negara Nationalpark

Der undurchdringliche Urwald des Taman Negara Nationalparks war absolut eines der besten Erlebnisse Malaysias. Wenn Du wissen willst, wie sich Maria fast das Bein gebrochen hat, während wir uns durchs von dutzenden Blutegeln besiedelte Unterholz gekämpft haben und wie ich mich nach dem Angriff eines wilden Tieres in einen Wackelpudding verwandelt habe, lies unseren Artikel Taman Negara.

Kuching

Kuching selber ist kein Highlight. Aber man kann sich das wirklich interessante Sarawak Museum anschauen oder einen Ausflug zu Jong’s Krokodilfarm machen. Dieser Krokodilpark ist nicht der schönste, den wir gesehen haben, aber die Fütterung ist unglaublich beeindruckend.

Ansonsten hat die Stadt keine spezielle Atmosphäre und wir haben Sie wegen den Bettwanzen in unserem Guesthouse in schlechter Erinnerung. Es ist vielmehr die Umgebung von Kuching, die uns hier 10 Tage hat verweilen lassen. Sowohl der Bako als auch den Gunung Gading Nationalpark sind einen Ausflug wert.

Eine Nacht mit Bedbugs - Nicht grade ein Highlight Gunung Gading Nationalpark

Das besondere des Gunung Gading Nationalparks ist, dass man hier mit guter Wahrscheinlichkeit und relativ leicht erreichbar die größte Blüte der Welt sehen kann. Die Blüte der Rafflesia kann bis zu einen Meter im Durchmesser groß werden. Unsere war ein „kleines“ Exemplar von 67cm – was schon beeindruckend genug ist. Man kann in der Touristeninformation fragen, ob sie gerade blüht. Zwar ist der Park auch ohne die Rafflesia ein schöner Ausflug – auf leicht begehbaren Wegen kann man z.B. zu einem erfrischenden Wasserfall gelangen. Uns hat der Park gut gefallen, aber wenn man nicht unbegrenzt Zeit hat, gibt es spektakulärere Parks in der Gegend zu sehen. Gunung Gading Nationalpark Zum Gunung Gading kommt man, indem man mit dem Bus 1 bis Jln Penrissen fährt, danach für 1,5 Stunden einen Reisebus nimmt und anschließend mit dem Mini-van, Taxi oder zu Fuß die restliche Streck bis zum Park zurück legt. Rafflesia the biggest flower of the world, hier 67 cm Der Bako Nationalpark

Den Bako Nationalpark sollte man auf gar keinen Fall auslassen. Der Regenwald direkt am Meer ist weniger Dicht als der des Taman Negara, aber er bietet auf kleinstem Raum unglaublich abwechslungsreiche Landschaften. Man kommt mit dem Boot in einem Mangrovenwald an, in dem schon ein Begrüßungskomitee von hungrigen und neugierigen Makaken wartet. Vom Zentrum des Parks kann man dann unterschiedliche Wanderungen unternehmen. Auf dem Telok Pandan Kecil Trail geht es durch einen immer lichter werdenden Wald vorbei an Gruppen von handgroßen fleischfressenden Pflanzen (Pitcher plants), welche ihre Beute in einer Flüssigkeit in Ihrem Trichter fangen und verdauen. Irgendwann wird der Boden steinig, dann sandig, bevor man endlich zu einem kleinen, abgelegenen Strand gelangt. Strand von Bako Nationalpark Aber das wahre Highlight des Parks ist seine Tierwelt. Hier bekommt man alles zu sehen, was einem in der Dichte manch anderer Regenwälder verborgen bleibt. Wie echte Biologen sind wir den Stars des Parks, den nur auf Borne heimischen und vom Aussterben bedrohten Nasenaffen hinterher geschlichen. Mit etwas Glück und viel Geduld konnten wir entlang das Telok Paku Trails eine ganze Familie dabei beobachten, wie sie sich von einem Baum zum nächsten schwang. Die gigantischen Nasen der Männchen geben dabei durchgehend ein seltsames, grunzendes Geräusch von sich. Der Star Borneos -  Der Nasenaffe

Vielen Dank an Christoph von malaysia-borneo-2012.blogspot.co.at, der uns dieses einmalige Foto zur Verfürgung gestellt hat!

Aber auch die restliche Tierwelt ist beeindruckend. Mitten im Parkzentrum haben wir eine giftige Pit Viper (Grubenotter) zu Gesicht bekommen und nur einige Minuten später hat eine gar nicht scheue (also gefährlichen?) Schlange ihr züngelndes Köpfchen auf meinen Fuß gelegt, ohne dass ich es bemerkt habe.

Eine unbekannte Schlage MalaysiasPit Viper - Grubenotter in Malaysia

Bei der Nachtwanderung wiederum haben wir eine ganz andere Fauna vorgefunden. Von Dschungel-Kakerlaken und riesigen Höhlenspinnen über süße, kleine grell grüne Frösche bis hin zu einem Flying Lemur (Riesengleiter).

Eine Wald-Kakerlake

Die Nacht verbrachten wir in einem etwas feuchten, stinkenden und leicht angeschimmelten Mehrbettzimmer. Während der Rückfahrt auf dem von Leistenkrokodilen bewohnten Fluss erzählte uns jemand, wie die kleine Schwester einer Freundin in Afrika bei ebenso einer Bootsfahrt von einem Krokodil aus dem Boot gerissen und nie wieder gefunden wurde. Wir haben unsere Arme für den Rest der Fahrt dann nicht mehr ins Wasser baumeln lassen.

Iban Longhouse

Einen Aufenthalt bei der berüchtigtsten ethnischen Minderheit Malaysias, den Iban, ihres Zeichens Nachkommen von Kopfjägern, kann man von Kuching aus organisieren. Wenn Du wissen willst, ob es sich lohnt, oder nicht, dann lies unseren Artikel über uns Touristen bei den Iban.

Sipadan

Der perfekte Ort zum Tauchen. Hier haben wir unsere ersten Meeresschildkröten bewundert, Clown-Fische, Lion-Fische und Barrakudas gesehen sowie die Bekanntschaft von Haien und einem Mondfisch gemacht. Leider ist das kristallklare Wasser mit Plastikabfällen verschmutzt. Lest unbedingt unseren Artikel und lasst euch von den Fotos in eine fremde Welt entführen.

Moschee auf Sipadan

Was wir leider verpasst haben

– Die paradiesischen Inseln Pulau Perhentian, Pulau Tioman vor der Ostküste und Pulau Langkawi an der Westküste der malaiischen Halbinsel

– Spazierengehen auf den Hügeln und durch die Teeplantagen der Cameron Highlands

– Wer sich gegen die Schwerkraft bewiesen will, sollte auch das Besteigen des Mount Kinabalu (4095 m) einplanen.

– Die einzige Möglichkeit die abgeschiedenen Bario & Keblabit Highlands in weniger als einer Woche zu erreichen ist es, ein sehr kleines Flugzeug zu nehmen. Hier kann man endlos lange Wanderungen weit ab des Borneo-Standard-Tourismus machen. Ich will das unbedingt noch nachholen!

– Die Turtle Cavern bei Sipadan ist einer der Orte, die man nur mit viel Taucherfahrung und in Begleitung eines Profis besuchen sollte, wenn man nicht wie die vielen Hai- und Schildkrötenskelette enden möchte. Für uns noch einer unserer großen Träume.

Wenn wir das nächste Mal nach Malaysia reisen, wird es für die Strände und die Cameron Highlands sein und um unsere Freunde von der Krokodilfarm in Malakka zu besuchen. Aber das, was Malaysia im Herzen wirklich ausmacht, sind seine freundlichen Bewohner. Ihre offene und herzliche Art ist uns noch mehr aufgefallen als in allen anderen Ländern Asiens. Und um dich wirklich zu überzeugen, dass sich eine Reise nach Malaysia lohnt: Malaysia ist noch viel weniger touristisch als sein Nachbar Thailand.




Taucherfahrung auf Sipadan – Paradies unter Wasser, Müllhalde an Land

Sipadan zählt zu den schönsten Tauchplätzen der Welt. Auf dieser Insel im Osten Malaysias, die Teil eines Naturschutzgebietes ist, kann man nicht übernachten. Aber ganz in der Nähe befindet sich die Insel Mabul, auf der es verschiedene Tauchzentren und Unterkünfte gibt. Willst Du wissen, ob Sipadan seinen Ruf verdient hat? Wir geben dir eine Antwort und dazu praktische Infos, um deinen eigenen Sipadantrip zu planen. Und wenn Du dann noch nicht genug hast, dann kann ich dir diesen Blogartikel empfehlen und auf Sipadan.com findest Du eine ganze Reihe praktischer Infos und atemberaubender professioneller Fotos und Videos.

Auf dem Meer nach Mabul-Island

Anreise

Schon bei der Bootsfahrt von Semporna aus folgt man eine Stunde lang einem Strom aus Plastikmüll. Nie zuvor habe ich solche Mengen an Abfällen im Wasser schwimmen sehen. Und dass soll der Weg in ein unberührtes, naturgeschütztes Paradies sein? Auch Mabul Island, nicht mehr als 12 km von Sipadan entfernt, ist übersähet von Dreck. Es leben einfach zu viele Menschen hier, ohne dass es ein Entsorgungssystem gibt.

Müll im Tauchparadies - Mabul-Island

Mabul Tauchgänge

Abgesehen vom Müll aber ist es ein perfekter Ort, ein Kontrast, der das Ganze irgendwie noch schlimmer macht. Blaues, kristallklares Wasser, Fische, Seesterne und selbst Meeresschildkröten kann man schon im flachen Wasser beobachten. Klares Wasser - SipandanUnsere ersten beiden Tauchgänge waren am Mabul House Reef. Trotz einiger wunderschöner Lion- und Clown-Fische, war es noch keine Sensation.

Lionfisch - Tauchen Mabul

Nemo - Tauchen Mabul Dazu hatten wir auch unsere Probleme mit dem Material. Marias Tauchmaske beschlug andauernd und so glaubte sie den halben Tauchgang lang, bei schlechter Sicht zu tauchen. Erst als sie auf die Idee kam die Maske zu fluten… hatte die Unterwasserwelt wieder Farben. Etwas spät, leider. Ich für meinen Teil hatte mit einem klemmenden Knopf an meinem Inflatorschlauch zu kämpfen und einmal bin ich sogar hilflos nach oben gedriftet. Eine Situation die nicht angenehm ist – zu schnelles Auftauchen kann zur Dekompressionskrankheit führen! Insgesamt hatten wir also eher einen enttäuschenden Tauchtag. Paradischer Sonnenuntergan - Mabul

Sipadan

Aber wir waren ja für Sipadan hergekommen. Am nächsten Tag war mein Material etwas besser. Aber Maria hatte leider ein Leck im Mundstück und andauernd Salzwasser im Mund. Die Insel Sipadan selber ist nichts besonderes, das Wunder befindet sich unterhalb des Meeresspiegels.

Tauchen auf Sipandan-Island

Der erste Tauchgang war der „Sipadan south point“. Wunderschöne Korallen, eine enorme Fischvielfalt und eine ordentliche Strömung begrüßten uns. Es war manchmal richtig anstrengend vorwärts zu kommen und so war die Luft schneller aufgebraucht als üblich. Das Highlight des Tauchgangs war ein Schwarzspitzen-Riffhai von ca. 1,80 m Länge. Grauer Riff Hai - Taucherfahrung SipandanAm zweiten Tauchort, dem „Barracuda Point“, gab es gleich mehrere dieser Jäger, Seite an Seite mit riesigen Barrakudaschwärmen. Und dann war es dann endlich so weit: wir begegneten unserer ersten Meeresschildkröte. Der Moment war getränkt mit Magie. Das gut 1m lange Tier schlief gemütlich zwischen den Korallen und wir hielten fast den Atem an – keine gute Idee beim Tauchen – um es nicht aufzuwecken.

Hanging Gardens

Doch das Beste kam tatsächlich zum Schluss. Die „Hanging Gardens“! Eine Korallenwand, die bis zu 70 m tief abfällt, so tief, dass man keinen Grund sieht. Das Gefühl von Schwerelosigkeit war hier viel greifbarer, als bei all unseren bisherigen Tauchgängen und man hat kaum Orientierungspunkte. Ich ließ mich einmal, nur für wenige Augenblicke, von einem hübschen kleinen Fisch in Richtung offenes Meer locken. Als ich mich dann umdrehte, um zu Maria und den anderen zurück zu schwimmen… war ich alleine! Ganz und gar alleine. Ich schaute nach oben (?) nach unten (?) in alle Richtungen: nichts! Ich vergaß zu paddeln, bemerkte nicht, dass die Strömung mich bewegte, ich wusste nicht ob ich dabei war aufzusteigen oder abzusinken. Dann erinnerte ich mich an die Kurse: wenn man nicht weiß, wo oben und unten ist muss man die Luftblasen beobachten. Ich fing an mich zu beruhigen und meine Orientierung wieder zu erlangen. Das ganze dauert nur etwa 30 Sekunden und doch schien ich komplett isoliert. Dann kam von irgendwo eine Hand, die mich ergriff und nach oben zog. Ich war bereits 5 Meter abgesunken, ohne es zu merken. Maria hat mir vermutlich das Leben gerettet. Den Rest des Tauchgangs genossen wir händchenhaltend.

Sipadan - Heimat der Schildkröten

Aber auch Maria hatte Ihre Probleme. Wegen dem Leck im Mundstück hatte sie Salzwasser im Mund und durch das regelmäßige Fluten der Brille waren Ihre Augen und Nase sosehr gereizt, dass sie daran dachte aufzutauchen. Erst am Ende des Tauchganges ging es besser und die wunderbare Unterwasserwelt ließ sie alles Leid vergessen. An den Hanging Gardens wimmelt es nur so von Schildkröten, die einen mit großen Augen beobachten. Sie ruhen sich in den Felsvorsprüngen aus und gleiten dann und wann wie kleine Raumkapseln aus einem gigantischen Mutterschiff in die unendliche Weite hinaus. Sie sind einfach unglaublich schön. Allein für diesen einen Tauchgang hat sich der Ausflog gelohnt. Am Ende wollten wir aus dieser grandiosen Welt gar nicht wieder auftauchen!

Eine wahre Seltenheit

Was wir auf dann auf dem Rückweg sahen, war eine echte Rarität. Plötzlich hielt der Tauchguide den Motor an und sprang aufgeregt umher. „Mola mola“ rief er. Ein gigantischer, fast 3 m großer Mondfisch war neben dem Boot aufgetaucht. Ein Tier dieser Größe beeindruckt unwahrscheinlich und macht, trotz aller Ruhe, die er ausstrahlt, ein wenig Angst. Er kam immer wieder neugierig auf uns zu geschwommen und lies sich selbst nicht stören, als wir mutig zu ihm ins Wasser sprangen. Es ist wahrhaft unglaublich, welch wundervolle Kreaturen die Unterwasserwelt beherbergt.

Mola mola - Mondfisch auf Sipadan

Praktische Infos

Um aus dem Ausland, aber auch von der malaiischen Halbinsel oder von Borneo selbst, nach Mabul zu kommen, muss man zunächst nach Tawau fliegen (z.B. über www.Expedia.de). Von dort aus geht es eine Stunde lang durch Palmölplantagen mit dem Minibus (30 RM p.P.) oder dem Taxi (200 RM pro Taxi) nach Semporna und danach mit dem Boot auf die Insel Mabul, von wo aus wir unsere Tauchgänge gestartet haben.

Wenn Du nun auch daran denkst in Sipadan zu tauchen, dann solltest Du überlegen, ob Du nicht vielleicht etwas mehr ausgeben willst als wir, um dafür ordentliches Material zu bekommen. Wir hatten bei Uncle Chang gebucht. Achtung, es gibt für Sipadan nur eine begrenzte Anzahl an Tauchplätze pro Tag, so dass man etwas im vorher reservieren sollte! Hier findest Du eine Liste mit allen ansässigen Tauchzentren und den Angeboten, die sie uns gemacht haben.

Tauchcenter Homepage Mail-Adresse Aufenthalt Dives Preis
Sipadan dive center www.pulau-tiga.com sdc@sipadandivers.com 2T/1N 3 (0S) 450 RM
Billabong Scuba www.billabongscuba.com bsds.sipadan@gmail.com 1T/1N 3(3S*) 550 RM
Uncle Chang’s www.ucsipadan.com/ world@ucsipadan.com 3T/2N
4Bed shared
5 (3S) 900 RM
Noble Inworld Resort www.sipadan.com info@sipadan.com 3T/2N 6 (3S) 1390 RM
Abdillah Sipadan Paradise www.borneo.org jworld@po.jaring.my 3T/2N 6 (3S) 1900 RM
Seaventures tours www.seaventuresdive.com/ info@seaventuresdive.com 4T/3N 9 (3S) 2480 RM
GTS travel service www.mataking.com sales@mataking.com 3T/2N 6 (3S) 3465 RM
Explore asia tours www.Sipadan-mabul.com.my information@borneodivers.info 7T/6N ? 3976 RM
Borneo Divers and Sea sport www.borneodivers.info information@borneodivers.info 5T/4N ? (3S) ?
Borneo Sea adventures www.bornsea.com bornsea@streamyx.com
Gayana eco resort www.gayana-eco-resort.com info@gayana-eco-resort.com
O2 diver international www.o2diver.com seaking@o2diver.com
Palau Sipadan Resort www.Sipadan-resort.com sepilok@po.jaring.my
Scuba paradise www.scubaparadiseborneo.com.my scubadiv@tm.net.my

T: Tage, N : Nächte, S: Anzahl enthaltenener Tauchgänge auf Sipadan, *: ohne Sipadan-Garantie

1 Malaysian ringgit (RM) = 0.25 €

Bye, uncle shang Tauchzentrum




Ein Wochenende mit Kopfjägern, den Iban

Nach Hightech-Singapur befinden wir uns nun wieder in Malaysia, diesmal im Staat Sarawak auf der von Dschungel überwucherten Insel Borneo.

Lemanak Fluss im Dschungel Malaysias

Wir wollten unbedingt etwas von den diversen dort vertretenen Ethnien kennenlernen. Die angsteinflößendste von allen sind die Iban, die Kopfjäger Borneos. Es gehörte zu ihrer Tradition, ihre Feinde oder auch die Mitglieder der benachbarten Stämme zu köpfen, die Köpfe zu räuchern und mit dieser Trophäe ihr Haus zu dekorieren. Machen sie das immer noch? Selbstverständlich ist es heute vom Staat verboten, aber gesichert ist, dass noch bis in die zweite Hälfte des 20ten Jahrhunderts hinein Köpfe gejagt wurden. Und wer weiß schon, was sich in den abgelegenen Ecken des wilden Urwalds wirklich abspielt.

Rumhängen im Sarawak Museum

Traditionell leben die Iban relativ abgeschieden im Dschungel in Langhäusern. Dieses beherbergt unter einem Dach neben den Zimmern aller Familien auch einen langen, gemeinsamen Flur, welcher als Gemeinschaftsraum für die ganze Sippe dient.

Als Basis für unsere Ausflüge diente uns eine Unterkunft in Kuching, das Nomad Guesthouse. Es ist ein geschmackvoll eingerichtetes und von einem Iban geführtes Hostel. Maria hatte schon so Ihre Sorgen, bei einem Kopfjäger zu wohnen. Was ihren Kopf angeht, waren sie zwar unberechtigt, aber dafür wurde sie 2 Wochen lang nächtlich von Bettwanzen geküsst.

Tattoo eines Iban

Um aber Iban zu treffen, die noch traditioneller leben, in einem Langhaus nämlich,  waren wir leider auf eine Reiseagentur angewiesen. Man kann bei den Iban nicht einfach so vorbeischauen und sich selber mitbringen. Eine Einladung des Chefs des Langhauses ist Pflicht und Kopfjäger will man nicht unbedingt verärgern. Auch liegen die meisten Langhäuser eher abseits und nur selten an einer Straße. Alle Agenturen, die solche Ausflüge anbieten, tun das – verglichen mit den sonstigen Kosten Malaysias – leider zu unverschämten Preisen. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass es sich im Endeffekt nur darum handelt, eine Nacht mit anderen Touristen auf dem Boden in einem Flur zu schlafen, muss man sagen, dass die Agenturen hier wirklich von der Abhängigkeit der Touristen und der Anziehungskraft des Wortes Kopfjäger profitieren. Das beste Angebot, das wir finden konnten waren 480 RM = 121 Euro pro Person. Natürlich sind auch etwas Singen und traditioneller Tanz (Nagajat) mit im Programm. Aber ob das alles wohl so authentisch sein würde? Wir waren dabei, uns wissentlich wie dumme Touristen zu verhalten. Nach langem Zögern haben wir dann entschieden, das kommende Wochenende abzuwarten, an dem die Iban das wichtigste Fest des Jahres feiern. Das Erntedankfest Gawai Dayak findet immer am 1. Juni statt und ist Anlass für eine Zeremonie im Rahmen der Familie anstelle der gewöhnlichen Tänze für die Touristen – das zumindest hofften wir. Aber wir wussten, wir würden dem Preis entsprechend hohe Erwartungen haben und sind unsere Reise mit einigen Bedenken angetreten. Gleichzeitig faszinierten uns die Kopfjäger und Maria hatte wirkliche Angst.

Unser eigener Minibus

So sind wir am 31 Mai 2011, einen Tag nach Marias 28tem Geburtstag, aufgebrochen. Wir waren alleine in einem Minibus mit dem chinesischen Fahrer, der auch unser Guide war. Er verbrachte die meiste Zeit damit, über die faulen Malaien herzuziehen. Auch unser Mittagsessen-Stop verhieß nicht viel Gutes. In einer kleinen Snackbude bekamen wir ein schlechtes Essen, eine wahre Seltenheit in Malaysia. Danach ging es zum Laden nebenan, um das zum Protokoll gehörende Mitbringsel zu kaufen. Und was kauft man für eine Familie mit über 100 Mitgliedern? Irgendwas, dass sich lange hält und was man gut teilen kann: Cracker – im XXL Format. Rein zufällig war ein anderes Touristenpaar auch gerade dabei das gleiche zu kaufen.

The perfekt gift - XXL cracker

Nach vier Stunden Autofahrt wartete ein klappriges Langboot und wir liessen uns 45 Minuten lang auf dem Lemanak-Fluss schaukeln, der oft nicht tief genug war, um das Boot zu tragen. Der Dschungel aber, der uns umgab, war wunderbar – ganz im Indiana Jones Stil. Wir fuhren mit vier weiteren Paaren in die gleiche Richtung. Jedes Paar war mit seinem eigenen Siebensitzer angekommen, schaukelte auf einem eigenen Boot und hatte seinen eigenen Guide, der nicht gerade viel erzählte.  An dem Punkt hätte man schon mal sparen können. Warum sind wir nicht alle gemeinsam gefahren? Immer diese Reiseagenturen, die die naiven europäischen Touristen ausnehmen, wo sie nur können. Puh, okay, ich versuche mich zu beruhigen!

Start of the boat trip on the Lemanak river

our boat trip  on the Lemanak river

Der Ort, an dem wir ankamen immerhin, war schön und abgelegen und wir wurden sehr freundlich empfangen. Wir lernten natürlich den Chef des Langhauses und auch die ersten Bewohner kennen, die sehr nett zu sein schienen. Der Hausälteste war tatsächlich sehr alt und spargeldünn. Er hatte sogar ein berüchtigtes, traditionelles Tattoo auf dem Kehlkopf, welches nach den alten Riten bezeugt, dass er bereits jemanden geköpft hat. Hilfeee!

Iban Longhouse

Und nun war der schlimmste Moment der Tour gekommen: jeder der Touristen übergab dem Ältesten persönlich sein Paket XXL Cracker. Als Dank gab es ein Händeschütteln und eine Pose fürs Foto. Wir hatten von allen Touris die wenigsten Cracker mitgebracht, aber es war uns egal. Das ganze war vollkommen lächerlich. Was wollten die Iban mit einer Tonne Cracker anfangen? Vielleicht wieder an den Laden zurückverkaufen, von dem wir es geholt hatten?

What to do now with all the Crackers

Björn war danach mit den Kindern der Gemeinschaft im schlammigen Fluss schwimmen. Nicht weit entfernt hatten sich einige alte Damen, mit Pareo bekleidet, zurückgezogen um sich zu waschen, damit die Touristen nicht ihren blanken Busen sahen. Unter den Iban wäre niemand geschockt seine Oma topless zu sehen. Gut erfrischt gab es ein leckeres, von unserem Guide gekochtes Abendessen.

Playing in the river with Iban children

Und dann ging der Abend richtig los. Alt und Jung tanzten die ganze Nacht lang zusammen den „Pocho-Pocho“. Auch wir wurden zum mitmachen gezwungen, doch zum Glück ist der Pocho-Pocho schön einfach zu lernen. In einer kurzen Pause wurde uns auch noch ein „echter traditioneller Tanz für Touristen“ vorgeführt. Man konnte sehen, dass sie das jede Woche machten, im Gegensatz zum Pocho-Pocho.

Ngajat Iban danceNgajat dancing

Nach dieser obligatorischen Unterbrechung ging es zurück zum Feiern des Erntedankfestes. Es wartete der Gawai-Tree auf uns, ein Baum, bestückt mit Geschenken – vorzugsweise Reiswein und Reisschnaps. Einer nach dem anderen machte eine Runde um den Baum, ein Feder auf dem Kopf und einen Säbel in der Hand um sich ein Geschenk abzuschneiden (ein Schere hätte auch gereicht, oder?).

Gawai treeWe unter the Gawai tree

Als der Chef Maria dann den Säbel etwa auf Halshöhe entgegenstreckte, hatte sie schon wieder schlimmes im Kopf. Ja, sie ist wirklich etwas Paranoid. Also durften auch wir uns ein bisschen lächerlich machen und im Vogelstil um den Baum tanzen.

Maria dancing around the Gawai tree Ricewine present

Den restlichen Abend verbrachten wir damit, den Pocho zu tanzen und jede Menge Reiswein und Reisschnaps zu trinken. Genau um Mitternacht wurde die Stereoanlage dann ausgeschaltet und es wurden christliche Gebete gesungen. Tatsächlich sind die meisten Kopfjäger heute gläubige Christen. Sie breiteten ein üppiges Dinner auf dem Flurboden aus und wir wurden aufgefordert von den unzähligen Köstlichkeiten zu probieren. Irgendwann, so gegen 2 Uhr morgens, gingen Maria und ich vollkommen erledigt schlafen, während die anderen im gleichen Zimmer weiterfeierten. Wir haben beide schlecht geschlafen. Maria hatte Angst geköpft zu werden und auch ich hatte Albträume diese Nacht.

Iban Longhouse from inside Eating together

Am Morgen waren wir die Letzten, die unter unseren Decken hervorkrochen und trotzdem hatten wir nicht genug geschlafen. Um 9:30 Uhr wartete schon seit langer Zeit ein deftiges Frühstück auf uns. Etwas gestärkt machten wir uns mit unserem Guide in den Dschungel auf, um die Reisfelder der Iban zu sehen, aber tausende Mücken schlugen uns in die Flucht. Auf diesen kleinen Spaziergang, aber auch auf andere Dinge, die im Programm vorgesehen waren, mussten wir wirklich  bestehen. Wir warteten nun darauf, Reis und Hähnchen zu probieren, spektakulär zubereitete auf die traditionelle Art in Bambus überm Feuer. Leider war auch dieses potentielle Highlight nicht die Aufregung wert gewesen.

Our Iban host preparing the Bamboo MealRice and chicken cooked in bamboo

Gegen Mittag verabschiedeten wir uns von den Familien und bevor wir auf die Boote stiegen gab uns noch einer von ihnen eine kurze Vorstellung der Blow-Pipe, einem Blasrohr, welches die Iban früher mit giftigen Pfeilen zur Jagt nutzten. Und dann ging es wieder zurück nach Kuching. Zuerst mit dem Boot, dann alleine mit dem Siebensitzer, und einem Fahrer-Guide-Koch, der nicht viel sprach (außer, wenn er über die Malaien lästerte).

Blow pipe demonstration

Im Nachhinein müssen wir sagen, dass der ganze Ausflug ziemlich insiniert wirkte, abgesehen von den Momenten, in denen die Iban das Gawai Dayak feierten, und das Preis-Leistungs-Verhältnis war miserabel. Sicherlich ist es oft nicht leicht, Tourismus und Tradition zu vereinen, aber vielleicht gibt es doch noch bessere Möglichkeiten Iban-Familien oder andere Ethnien wirklich kennenzulernen. Nichts desto trotz, wir haben uns nett Amüsiert und Maria hat jetzt weniger Angst geköpft zu werden.




Unsere Expedition durch den Regenwald Malaysias: Taman Negara Nationalpark

Der Taman Negara ist etwa 130 Millionen Jahren alt. Einer der ältesten Regenwälder der Welt. Es ist auch der erste und, mit einer Fläche von 4343 Quadratkilometern, größte Nationalpark Malaysias. Wir beiden Abenteurer wanderten zwei Tage lang, ohne Führer, durch das dichte Grün und verbrachten eine Nacht in einem einsamen Unterschlupf, nur umgeben von Tieren und Pflanzen im Dschungel. Diese unglaubliche Entdeckungsreise hat uns das Wandern lieben gelernt und der Natur näher gebracht.

Auf in den Dschungel

Ein Blick in den Dschungel

Wir verließen die schöne Stadt Melaka, wo wir mit unseren Krokodilen gearbeitet hatten, in Richtung Mitte der malaiischen Halbinsel. Am Abend kamen wir in der Stadt Jerantut an und verbrachten die Nacht in der Herberge NKS. „Morgen um 8.30 geht’s in den Dschungel!“ Wir konnten es kaum abwarten!

Sungai tembeling Dschungelfluss

So bringt uns ein Mini-Van am Freitag, dem 13 Mai 2011 von unserer Unterkunft an den Fluss Tembeling (Kuala Tembeling). Nach drei Stunden schaukeln in einem alten Holzboot (Longtail-Boat) durch eine wundervolle Waldlandschaft, erreichen wir den Regenwald des Taman Negara. Aber statt zu entspannen, sind wir damit beschäftigt, das Trekking am nächsten Tag zu planen. Der Nationalpark biete so viele verschiedene Möglichkeiten!

Das Dorf im Regenwald

Angekommen im Dorf Kuala Tahan am Eingang vom Nationalpark müssen wir, wie üblich, mit all unserem Gepäck herumlaufen, um ein günstiges und freundliches Hostel zu finden. Nach einer guten Zeit des Wanderns durch eine unglaublichen Hitze, fangen wir an uns abzuwechseln um Kräfte zu sparen. Trotzdem finden wir irgendwie kein Zimmer, das uns beiden gefällt. So machen wir eine kleine Pause, setzen uns in den Schatten eines Baumes und diskutieren darüber. Das schien einer Wespe, sehr schlank, rot und drei Mal größer als normal, gar nicht zu gefallen, so dass sie beschließt mich anzugreifen und in die Augenbrauen zu stechen. Verflucht, jetzt reicht‘s aber! Hungrig haben wir uns dann doch für ein Doppelzimmer entschieden, das Teresek Hotel (50 Ringgit pro Nacht = 12 Euro), was leider teurer ist, als wir erwartet hatten. Halb ausgehungert setzen wir uns ins Restaurant gegenüber.

Sehenswerte Formen des Dschungels

Angriff aus dem Urwald

Während Maria bestellt, fängt es bei mir überall an zu jucken. Ich gehe kurz rüber ins Hotel. Mein Körper ist von kleinen Pusteln übersät und ich nehme schnell eine kalte Dusche, um das Jucken zu bekämpfen. Zurück im Restaurant schaut mich Maria ganz komisch an: ich erinnere sie an Sylvester Stallone, sagt sie. Meine Unterlippe hängt herunter, das Gesicht fängt an immer weiter anzuschwellen, bis es ganz wabbelig wird. Ich fühle mich schrecklich und Maria sagt, ich sehe aus wie ein Monster. Sie kriegt es langsam mit der Panik zu tun. Trotzdem lässt sie noch den gebratene Reis einpacken (Überlebensinstinkt ;-)) und wir gehen in die Klinik. Gott sei Dank ist diese nur 5 Minuten entfernt. Manchmal ist doch praktisch auf dem Dorf zu sein. Maria bereut es heute, dass sie nicht daran gedacht hat mein Gesicht zu fotografieren! „Es wäre das Bild des Jahrhunderts gewesen!“ Ich bin ganz froh darum, glaube ich 😉 Die Krankenschwester fragte uns noch, ob mein Muttermal auch Teil der Allergie ist. 😀 Okay, jetzt habe ich auch die erste allergische Reaktion meines Lebens gehabt. Nach dem legendären Stich in den Hintern, ging es mir sehr schnell sehr viel besser, aber ich schlief mehrere Stunden wie ein Bär. So durfte Maria den Rest unseres Aufenthaltes im Taman Negara Nationalpark alleine organisieren.

Der grüne Dschungel

Vorbereitung auf unser Dschungel-Trekking

Sie sammelte ein paar Informationen von anderen, die ihr Dschungel-Abenteuer bereits überlebt hatte. Aber sie mochte nicht unbedingt, was sie zu hören bekam. Ein Österreicher kam von seiner Expedition im Dschungel mit Socken voller Blut zurück. Es scheint, dass der Wald voller Blutegeln auf uns wartet, vor allem nach dem Regen der letzten Tage. Hilfe, ich hasse diese schleimigen Kreaturen! Einer Gruppe von Singapurern war gerade im Urwald verloren gewesen und erst nach 3 Tagen durstig wiedergefunden worden. Ein Guide sagte, dass die Singapurer einfach nicht zu Fuß gehen können. Und sogar ihm, einem malaiischen Führer, sei es bereits passiert, dass er sich verlaufen hatte, obwohl er den Nationalpark seit Jahren kennt! Nun, das verspricht lustig zu werden! Vor allem, da wir uns ohne Hilfe auf den Weg machen wollen! Besonders für Maria ist Trekking in der Natur etwas Neues. Am Abend mussten wir uns noch mit Lebensmittel und Wasser – viel Wasser – eindecken. Vorausgesetzt, dass meine Allergie schnell heilt, sind wir bereit am Morgen aufzubrechen! Aber was, wenn wir mitten im Dschungel Malaysias von Wespen angegriffen werden – Stunden entfernt von jeglicher Zivilisation? (Und was ist erst mit Schlangen?)

Eine Nacht im Dschungel Malaysias

Der Tag der großen Herausforderung und eine einmalige Nacht warten auf uns! Wir verteilen das Gepäcks ganz gleichmäßig: Maria wird das bisschen Essen für zwei Tage tragen, ich das Moskitonetz, den Schlafsack und … 12 Liter Wasser. So wird das Trekking durch den Dschungel für uns beide ein wirklich anstrengendes Unterfangen. Und doch, die Wahrscheinlichkeit, dass Maria trotzdem vor mir zusammenbricht ist hoch.

Hoch oben in den Wipfeln des Dschungels

Bukit Turisek - Taman NegaraHängebrücke im Dschungel

Wir sind extrem gespannt und motiviert, stehen extra-früh auf, essen kurz etwas, verschmieren den Mückenschutz und los geht’s in den Dschungel! Schon jetzt sind die Hitze Malaysias und vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit zu spüren. Wir überqueren den Kuala Tembeling mit dem Taxi-Boot, bezahlen den Eintritt für den Nationalpark und dann ist er endlich da: der Dschungel. Der erste Abschnitt unserer Wanderung ist der Canopy Walkway. Er ist nur 20 Minuten vom Nationalpark-Eingang entfernt. Aber schon hier haben wir den Eindruck, tief drin im Urwald zu sein. Der Weg führt über die größte Hängebrücke der Welt. Sie ist 510 Meter lang und bis zu 45 Metern über der Erde. Da oben schaukelt man nicht schlecht!

Björn auf dem Cannopy walkway im Taman Negare Nationalpark Maria auf dem Cannopy walkway im Taman Negare Nationalpark

Hoch oben auf der Dschungel-Hängebrücke

Danach wird es weniger lustig. Wir machen uns auf den Weg an die Spitze des Hügels Bukkit Teresik (344m). Genau zur Mittagshitze und in einem Wald, der immer weniger dicht wird, immer weniger Schatten spendet. Wir erreichten den Gipfel komplett in Schweiß gebadet und völlig erschöpft (vor allem Maria, die Steigungen über alles hasst). Leider ist der Ausblick nicht einmal überwältigend und eigentlich nicht der Mühe wert. Wir machen eine kleine Pause und stärken uns mit kalten Nudeln.

Die Einsamkeit des Regenwaldes

Wurzelgeflecht im RegenwaldWandern im Urwald in Malaysia

Blutegel auf NahrungssucheSchilder im Nationalpark in Malaysia Der Abstieg macht mehr Spaß. Nach und nach verschwinden die von Menschen geschaffenen Strukturen und schon bald sind wir vollkommen alleine im Dschungel. Die Bäume sind so unglaublich groß und ihre Stämme so breit. Ihre Wurzeln bilden gigantische Schlangen auf dem Boden, man muss ständig darauf achten, nicht zu stolpern. Mehrmals müssen wir überlegen, welchen Weg wir nehmen. Es gibt kaum Schilder. Wir folgen also den ausgetretenen Pfaden, entlang dem Fluss, als plötzlich der Weg verschwindet. Wir haben uns verlaufen und müssen zurück bis zur Kreuzung und doch den schmaleren Pfad nehmen, immer tiefer in den Wald hinein. Unser Ziel ist es, die Unterkunft Bumbun Tabing vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Irgendwann kommt uns eine Gruppe von jungen Australiern entgegen und sie scheinen überglücklich uns zu treffen. Sie haben seit 5 Stunden keine Menschenseele zu sehen bekommen. Sie wandern in Flip-Flops und einer läuft gar Barfuß. Die kaputten Flip-Flops hält er in der Hand. Seine nackten Füße bluten. Aah, die Blutegel scheinen nicht mehr weit weg zu sein! Die spinnen, die Australier! Umso dichter der Dschungel uns umgibt, umso dunkler und feuchter wird der Boden. Und dann taucht er auf, der erste glitschige Blutegel. Sein Körper zuckt schleimig in alle Richtungen und folgt seinem nach Blut suchenden Kopf. Ugh!

Unsere Herberge für eine unvergessliche Nacht

Bumbun Tabing - Nachsitz im Taman Negara NationalparkEin Unterschlupf im Regenwald

Björn beim Ausruhen von der Dschungelwanderung

Wir beeilen uns, und nach einer halben Stunde, endlich, sehen wir eine zerbrochene Betonbrücke. Diese müssen wir überqueren, um zu unseren Nacht-Sitz zu kommen. Der Unterschlupf ist offen und sehr einfach, aber zum Glück auf Säulen. So werden uns die Blutegel zumindest nachts in Ruhe lassen. Wie es scheint gibt es außer uns niemand. Wir werden die Nacht komplett alleine im Dschungel verbringen. Unser neues Zuhause hat keine Fensterscheiben und keine Tür. Tiere, wie Ratten oder Schlangen, können uns also problemlos besuchen, während wir schlafen. Die großen Fenster ermöglichen aber auch einen wunderschönen Blick auf den Dschungel und den nahe gelegenen Bach. Die Toiletten sind schmutzig, es gibt keinen Strom, aber das schwerwiegendste: es gibt kein fließendes Wasser. Wir können nicht duschen, obwohl wir es so dringend nötig hätten. Um uns noch vor Dämmerung häuslich einzurichten, teilen wir die Aufgaben auf. Maria reinigt die Holzbetten und hängt das Moskitonetz auf, das als Schutz vor unerwünschten Viecher dienen wird. Außerdem hängt sie das Essen an einem Seil auf, um den Nagetieren das Leben ein bisschen schwerer zu machen. Inzwischen gehe ich Holz sammeln für ein Lagerfeuer.

Schlafen im Dschungel

Schlafen, umgeben von den Geräuschen des Dschungels

Blutegel auf dem Rücken Blutegel am Hals

Nebenbei habe ich aber auch fünf Blutegel mitgebracht, 2 davon am Hals. Dank des Baches, der neben unserem neuen Haus fließt, gibt es hier Blutegel in Hülle und Fülle. Eigentlich sind sie nicht wirklich schlimm. Sie tun nicht weh, sie übertragen keine Krankheiten und hinterlassen keine juckenden Stiche oder Narben. Aber sie sind ekelhaft! Vollgesaugt schwellen sie unglaublich an und werden erst richtig scheußlich. Glücklicherweise hatten wir uns mit 1 kg Salz bewaffnet und das funktioniert hervorragend: sobald man die Blutegel mit Salz bestreut trocknen sie aus und fallen ganz von alleine ab. Auch Maria untersucht sich und ist erleichtert: sie ist Blutegelfrei geblieben! Wir versuchen dann, mit den Zweigen, die ich gesammelt habe, ein Feuer anzuzünden. Zu feucht: es will einfach nicht gelingen! Schließlich, im dritten Versuch, klappt es doch! Wir essen etwas Dosenfutter und nutzen die Blechdose als Topf zum Kochen von Wasser und genießen dann unsere wohl verdienten Instant-Nudeln. Mittlerweile ist es stockdunkel und man kann die Tiere in der Umgebung hören, es ist magisch! Aber leider sehen wir keines vorbeischleichen. Schließlich schlafen wir erschöpft auf dem harten Holzbett, in unserer noch vom Schweiß nassen Kleidung, ein. Die Nacht ist dunkel, wir fühlen uns völlig abgeschnitten von der Außenwelt. Das einzige Lebenszeichen ist das unvorstellbar laute Geräusch all der Tiere der Nacht und des Dschungels, was uns daran erinnert, dass wir doch nicht ganz so allein sind…

Nachts im Regenwald

Tiefer hinein in den Regenwald des Taman Negara

Unsere Nacht im Dschungel war nicht allzu schlecht, nur ein wenig kalt. Ich hatte meine Probleme, auf dem Bett ohne Matratze direkt auf einem harten Brett einzuschlafen. Aber das Wichtigste war, dass wir keine neugierige Schlange in unserem Bett gefunden haben und dass unser Essen nicht von Ratten gefressen wurde. Also können wir unsere Toast mit Kaya frühstücken (leckere Kokosnuss-Marmelade).

Ein Morgen im Dickicht

Maria vor der gigentischen Wurzel eines Dschungelbaumes Björn in einer Wurzel eines Urwaldriesen

Wenn wir uns direkt zurück zum Eingang des Nationalparks aufmachen würden, wären wir in ungefähr 3 Stunden da. Doch der Taman Negara Nationalpark ist riesig und wir haben erst einen kleinen Teil des Dickichts erkundet. So entscheiden wir uns, weiter nach Norden zu ziehen, in Richtung des Berges Tahan. Nach 1 Stunde Wandern können wir den Weg kaum noch erkennen. Der Regenwald wird dichter und feuchter. Und die Blutegel sind überall. Sobald wir ein paar Sekunden stehen bleiben, suchen sie uns mit ihrem kleinen ekeligen Blutegel-Kopf und kriechen unglaublich schnell auf uns zu. Viele beginnen auf unsere Schuhe und Hose zu klettern, obwohl wir alles mit Salz bestreut hatten. Um die Blutsauger fern zu halten, läuft Maria wie noch nie in ihrem Leben, fast in Marathon-Geschwindigkeit.

Die Natur bildet Treppen im Regenwald Maria wandert durch den Dschungel

Doch irgendwann wird der Pfad immer unsichtbarer. Wir müssen uns durch dichtes Gestrüpp kämpfen und unter Bäumen her klettern, manchmal fast kriechen. Irgendwann entscheiden wir: dieses Dickicht muss für einen nächsten Besuch warten. Ab hier braucht man definitiv einen Führer und vor allem einen Säbel um sich einen Pfad durch das Unterholz zu schlagen. Wir drehen um und wandern – nein rennen – mit der gleichen Geschwindigkeit zurück, ohne auch nur eine einzige Trinkpause zu machen. Diesmal treffen wir einen Haufen Koreaner, sehr sportlich, mit riesigen Rucksäcken, die einem Führer im Laufschritt folgen, direkt ins Dickicht des Dschungels hinein. Sie sind in kurzen Hosen! (also leicht zugänglich für Blutegel) Vermutlich machen sie die schwierigste Wanderung: 9 Tage lang durch den Regenwald auf den Gunung Tahan, dessen Gipfel bei 2.187 m liegt. Wow, das ist genial!

Steile Wege durch den Dschungel Durchs Gehoelz des Urwaldes

Die Gefahren des Dschungels

Wir beschließen, die Mittagspause im Unterschlupf zu verbringen. Diesmal klettert Maria von der Seite über die kaputte Brücke. Kraks! Ein Stück des losen Betons bricht ab. Maria rutscht schreiend in den Schlitz zwischen Brücke und der Schlucht. Ihr Bein ist hoffnungslos eingeklemmt. Ich versuche sofort, sie zu befreien, aber der Boden des Waldes ist rutschig und ich mache es schlimmer und schlimmer. Die Schlucht ist nicht tief, aber die Vorstellung mit einem gebrochenen Knöchel mitten im Urwald zu sein ist schrecklich! Dann, zum Glück, findet Maria eine kleine Wurzel, die sie nutzen kann, um sich selber raus zu ziehen. Puh, das ist grad nochmal gut gegangen. Wieso können sie die Brücke nicht reparieren, oder abreißen? So ist es gefährlicher, als wenn es gar keine gäbe. So machen wir eine längere Pause, um unseren Geist und Körper mit einer köstlichen Dose Thunfisch wieder zu stärken.

Kaputte Brücke - eine echte Gefahr des DschungelsTiere im Regenwald

Der Rückweg

Der Rest des Rückwegs war dann unspektakulär. Wir kamen noch an einem verlassenen Dschungel-Camp vorbei, wo wir uns nochmal ausruhen konnten, und an dem Fluss Lubok Simpson, der sich durch den Urwald schlängelt. Leider fing es auch an zu regnen, so dass wir uns beeilen mussten. Schade, wir haben keine Tiere zu Gesicht bekommen, außer einigen sehr schönen Schmetterlingen, kleinen Salamandern, Eichhörnchen und natürlich jeder Menge Blutegel. Tatsächlich hätte ein großes Säugetier direkt vor uns sein können und wir hätten es nicht gesehen, wegen all der Bäume, die eine dichte, undurchdringliche Mauer bilden. Aber die Vegetation des Taman Negara ist dafür umso spektakulärer: die Reben und Wurzeln verflechten sich unglaublich und schaffen manchmal fast künstlerischen Skulpturen. Sie sind die Artisten des Regenwaldes!

Kunstvolle Verflechtungen Artisten des Regenwaldes Kunstvolle Urwaldwurzeln

Zurück in der Zivilisation

Insgesamt sind wir an diesem Wochenende mindestens 15 km oder 9 Stunden lang (Pausen nicht gezählt) durch den Urwald gewandert. Verteilt auf zwei Tage, hört sich das nicht großartig an. Manch einer schafft das auch an einem Tag. Doch mit dem Gepäck, der hohen Temperatur und der Luftfeuchtigkeit Malaysias, den Steigungen und dem schwierigem Gelände, war es doch sehr anstrengend. Und ein tolles Erlebnis! An diesem Abend, nach dem Abendessen und einer unglaublich wohltuenden Dusche, sind wir um 21:00 Uhr ins Bett gefallen und haben von unserem nächsten Ziel geträumt, so gegensätzlich zum Taman Negara Nationalpark: dem Großstadtdschungel von Singapur!

Ende

Symetrisch gewachsen




„One Malaysia“ – das perfekte Zusammenleben verschiedener Kulturen?

Malaysia, das ist ein orientalisches Juwel mitten im Herzen Süd-Ost-Asiens. Dort bietet sich ein ungewohnter Anblick:  One Malaysiahübsche Asiatinnen mit farbenfrohen, brillantenbesetzten Kopftüchern und in passend schicke Tuniken gekleidet. Die Männer flitzen mit schwarzem Songkok auf dem Kopf und Moped unterm Hintern durch die Straßen. Auch die Ohren sind leicht verwirrt. Anstatt asiatischer Klänge hört man an jeder Ecke Musik, die sehr an Nordafrika erinnert. Und gleichzeitig findet man gleich neben den majestätischen Moscheen auch wundervolle chinesische und hinduistische Tempel. In jeder Stadt gibt es ein bebendes Chinatown und ein von Bollywood-Musik tönendes Viertel, das Littel India genannt wird. Auf den ersten Blick scheint es, als lebten all diese Kulturen harmonisch miteinander. Das Symbol für ein gemeinsames Malaysia ist eine große 1 mit der malaiischen Flagge. „One Malaysia“.

Es gibt drei große Volksgruppen, die auf malaiischem Boden leben. Die Unterschiede ihrer Kulturen, Religionen, Traditionen und Sprachen könnten stärker kaum sein. 61,4 % von ihnen sind Bumiputra, muslimische Malaien und malaiische Ureinwohner; 23,7 % sind Chinesen, zumeist Buddhisten; 7,1 % sind Inder, welche vor allem aus Tamil stammen und hauptsächlich Hindus sind. Die Sprache der Malaien ist Bahasa Melayu, die Chinesen sprechen neben Kantonesisch und Hochchinesisch noch weitere Dialekte und die Sprache der Inder ist Tamil. Aber ganz so einfach ist es nicht. In Malaysia werden insgesamt über 140 Sprachen und Idiome gesprochen. Auf Grund der britischen Kolonialzeit ist Englisch für viele die zweite Sprache.

1 Tamil-Tempel in MalaysiaCheng hoon teng - Malaysias 1ter chinesischer TempelMoschee Masjid Jamek in Malaysia

Solch eine bunte Mischung, welche schon seit Jahrhunderten besteht, hat auch die Menschen auf ganz besondere Weise geprägt. Das macht sich auch in der abwechslungsreichen Küche bemerkbar. Egal, ob malaiisch, chinesisch, indisch, indo-malaiisch und chinesisch-malaiisch (Baba-Nonya), langweilig schmeckt es nie. Wir haben auch die Malaien alle als sehr offen empfunden. Die als reiche Händler geltenden Chinesen, die muslimischen Malaien und die Inder mit ihren starken Blicken, alle haben sich stets über ein kleines Gespräch gefreut, waren auf uns Ausländer neugierig und in keinem anderen Land Asiens ist es uns so leicht gefallen, liebe Menschen kennen zu lernen.

In 1Malaysia lieben es die Menschen drausen zu essen

Aber neben den Unterschieden der Kulturen gibt es auch soziale Schwierigkeiten. Die Ungleichverteilung des Wohlstandes wiegt dabei am schwersten. Die Chinesen machen nur ca. ein Drittel der Bevölkerung aus, haben aber gut 90% des Geldes in Besitz. Das führte schon 1969 zu Aufständen der Malaien, die sich von den mächtigen chinesischen Händlern benachteiligt sahen. So entwickelte die Regierung eine Politik, um für einen Ausgleich zu sorgen und den Frieden zu wahren. Es wurde ein Paket von Quoten und Bevorzugungen, die Bumiputra-Politik, beschlossen, welches noch bis heute Bestand hat. Damit können Bumiputra zum Beispiel günstiger Eigentumshäuser erwerben, werden bei der Vergabe von Aufträgen begünstigt oder bekommen bessere Staatsanleihen. Diese Bevorzugung führt natürlich wiederum bei den Chinesen zu Missmut und auch dazu, dass sie in ihren Unternehmen vorzugsweise andere Chinesen einstellen.

Das nicht alles perfekt ist in Malaysia, ist auch uns nach einigen Wochen aufgefallen. Die Gruppen mischen sich kaum untereinander und es gibt Vorurteile in alle Richtungen: Inder sollen eitel sein, Malaien können schlecht mit Geld umgehen und Chinesen könne man grundsätzlich nicht trauen. Das es regelrechten Rassismus gibt, wurde uns an dem Tag klar, als uns ein chinesischer Malaie anvertraute, dass er der Meinung sei, die Bumiputra-Malaien seien dümmer oder zumindest fauler als die Chinesen. Weshalb sonst wäre es wohl nötig, dass der Staat ihnen hilft?

Und genau deshalb gibt es „One Malaysia“. Das Programm wurde von Premierminister Najib Razak 2010 ins Leben gerufen. Es soll einen Dialog zwischen den Volksgruppen fördern. Es soll zu einem Verständnis der Kulturen, Traditionen und Mentalitäten führen und Vorurteile abbauen. Najib Razak hat beim Sikh Neujahr Vaisakhi viel von One Malaysia gesprochenEs soll die Menschen Malaysias näher zusammen bringen. Wie das Programm aber konkret umgesetzt wird, ist nur schwer zu erkennen. Es werden viele kulturelle Veranstaltungen durchgeführt, wie z.B. das Vaisakhi, das Neujahr der indischen Sikh.  Dort konnten wir, zusammen mit dem Premierminister Najib und bei kostenlosem Eintritt, indisch essen und feiern. Außerdem existieren im Internet verschiedene Plattformen zur Kommunikation. Greifbare Maßnahmen scheinen allerdings nicht geplant zu sein. Es ist vor allem eine Idee, die sich verbreiten soll. Auf der offiziellen Webseite 1malaysia.com.my von Najib Razak findet man folgende Kernaussage: „Die Einigkeit, die das 1Malaysia Konzept meint, ist absolut anders als das Konzept der Assimilation, welches in anderen Ländern existiert, in denen die ethnischen Identitäten ausgelöscht und durch eine homogene nationale Identität ersetzt werden.“

Meiner Meinung nach könnte Malaysia ein Paradebeispiel für das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen auf der ganze Welt werden. Die Menschen Malaysias sind die interessantesten und offensten, die wir auf unserer Reise kennen gelernt haben. Deshalb schmerzt es umso mehr, dass viele Reisende, die wir getroffen haben, Malaysia keine besondere Beachtung schenken mögen. Ein muslimisches Land, in dem feiern und Alkohol trinken teuer ist, passt vielen nicht in den Reiseplan. Schade, sie verpassen ein großartiges Land mit einmaliger kultureller Vielfalt und einer außergewöhnlichen Landschaft.

1 Malaysia, das ist auch vielfältige Kultur




Ein Flirt mit Urzeit-Monstern – den Krokodilen so nah wie nie

Terima kasih banyak kepada semua kawan dari Taman Buaya Melaka

It was an amazing time with all of you. You are a great and very friendly team. Thank you a lot. We will never forget you and our first contact with crocodiles.

Björn & Maria

Dieser Artikel ist der Krokodil-Farm Taman Buaya Melaka in Malaysia gewidmet. Dort hatten wir die Möglichkeit ein paar Tage Freiweiligen-Arbeit zu leisten und uns mit extrem gefährlichen Tieren zu beschäftigen: Krokodilen.

A saltwater crocodile

In der Hitze Malaysias durften wir Krokodilgehege fegen und säubern, nur 2 Metern entfernt von bis zu 20 dieser Kraftpakete auf einem Fleck. Das aufregendste Fegen unseres Lebens.

working near the crocos !

Auch haben wir geübt, wie man Krokodile mit einem Bambusstock auf Distanz hält. Bei Maria hat das Krokodil meistens mit seiner unglaublichen Beißkraft nach dem Stock geschnappt und sie musste schnell flüchten.

Bjoern is learning how to push a croc out of the pond Maria is learning how to push a croc out of the pond

Ganz besonders aufpassen muss man bei Mama-Krokos, die ihre Eier bis aufs Blut bewachen.

a female protecting her eggs

Zur Abwechslung durften wir auch weniger gefährliche Aufgaben übernehmen, wie z.B. das große Vogel-Gehege putzen oder noch besser: freche Waschbären und süße Nasenbären füttern und streicheln, und ihnen sogar ein Gerüst aus Ästen bauen, damit sie noch mehr Kletter-Spaß haben.

Maria feeding the raccoons

Bjoern with the south american coati coati playing on our construction

Sehr peinlich: wir haben uns einmal selbst mit ihnen eingesperrt. Zum Glück nicht im Krokodil-Käfig! :) (Übrigens, manchmal wird vergessen, die Kroko-Käfige abzuschließen. Einem Gerücht zufolge wurde deshalb schon ein Krokodil am Swimmingpool gefunden.)

Das Team hat uns die ganzen Tage über unglaublich verwöhnt, uns fast jedes mal zum Essen eingeladen, uns in der Mittagshitze geschont, auf uns aufgepasst und sogar eine echte – von Yusof selbst gemachte – Krokodilzahn Kette geschenkt. Sie waren wirklich extrem freundlich. Sie haben sich wohl gewundert, dass zwei Ausländer gerne umsonst ihre “Drecksarbeit” machen wollten. Das war auch für sie eine Premiere.

Our Crocodile-Team was really friendlyYusof

the swimmingpoolIn jedem Fall war es eine einmalige Erfahrung für alle. Wir wollen aber noch mehr über diese Urzeit-Bestien lernen. Leider betreibt der Melaka Krokodil-Park keine eigene Zucht und wir haben die Fütterung der Krokos verpasst. Ansonsten ist es ein sehr netter kleiner Zoo, der vor allem für Kinder interessant ist. Neben den Tieren gibt es einen Pool zum planschen, eine Geisterbahn und viele kleine Spiele. Und die Lage ist toll, direkt gegenüber dem Zoo. Nur dauert es etwas sie mit dem öffentlichen Bus zu erreichen.

Thank you mister Hasbi Yussof (manager of the parc)

Thank you mister Hasbi Yusof!

Isse is puting a Dollar in a crocodiles mouth Zet at the croco show

Isse und Zeth riskieren Kopf und Hand.

Praktische Infos: Von Melaka-City muss man zur Bus-Station Melaka Sentral, dann mit einem Bus z.B. Nummer 19 zum Zoo fahren (2,00 bis 2,60 Ringgit). Das dauert zusammen mindestens eine Stunde. Die Eintrittspreise für die Krokofarm sind unter der Woche 5 Ringgit und am Wochenende 8 Ringgit. Um den Pool  und die Farm zusammen zu genießen zahlt man täglich 10 Ringgit.

Zurück nimmt man die gleichen Busse, muss aber unter Umständen lange warten.