Valentinstag in Laos

Valentinstag ist es doch immer wieder das Gleiche: die Dame hofft, der Herr vergisst. Da ist es egal, ob man im heimischen Deutschland ist, oder auf Reise im fernen Asien.

Ganz ehrlich? Mir ist es während unserer Weltreise nicht aufgefallen, dass am 14. Februar in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, überall Herzen hingen, dass sich erstaunlich viele Pärchen am Strand des Mekong verliebt in die Augen schauten und gemeinsam Sandherzen bauten. Ja ja, Männer sind blind! Das Mann übersieht, wenn die Freundin Blonde Strähnchen hat, kann ja mal passieren, aber so blind wie ich an diesem Valentinstag… Das war schon fast böswillig. Na ja, als ich dann mit Maria in der Bar saß und der Kellner die Cocktails mit einem Luftballon-Herzen servierte, da hat es endlich auch bei mir Klick gemacht. Und mit ein paar lieben Worten und einem Hundeblick konnte ich meinen Kopf sogar noch aus der Schlinge ziehen. Bleibt zu hoffen, dass das auch dieses Jahr wieder irgendwie klappt, am 14. Februar.

Björn




Indochina, eine traumatische Vergangenheit: ein Fazit

Unmenschliches Verhalten

Menschliche Schädel

Wer all die Grausamkeiten in Indochina gesehen hat, die Gräueltaten der Kolonialisten, die Sorglosigkeit, mit der über Laos millionen von Bomben abgeworfen wurden, wer gesehen hat, wie die Roten Khmer mehr als 20 % der eigenen Bevölkerung getötet und gefoltert haben, oder mit welchen Mitteln Amerika Vietnam “zurück ins Steinzeitalter” gebombt hat, wer all das auf schrecklichen, alten schwarz-weiß Fotos und in den Gesichtern der Opfern gesehen hat, kann wohl kaum mehr von unmenschlichem Verhalten sprechen. Scheint es doch, als sei das quälen, demütigen und massenhafte abschlachten der eigenen Spezies ein fester Bestandteil menschlichen Verhaltens. Zweifellos hat jede große Zivilisation solche Verbrechen begangen und das was heute geschieht können wir sicher in 30 Jahren auf hochauflösenden Farbbildern in Museen betrachten und uns sagen: “Mein Gott, was damals alles passiert ist! Wieso hat denn niemand etwas dagegen unternommen?”

Unmenschliche QualenEin menschliches Opfer von unmenschlichem Verhalten

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Lest, wie ich zu diesem Fazit komme in den Artikeln:

Teil 1 – Der geheime Krieg in Laos

Teil 2 – Die Roten Khmer und Pol Pot in Kambodscha

und Teil 3 – Der Vietnam-Krieg

unserer Reihe über die Kriege in Indochina.




Der kulinarische Wahnsinn Asien

Verurteile uns nicht. Das, was in Asien normal ist, scheint bei uns verrückt und was wir machen verstehen die Asiaten nicht. Wir haben auf unserer Reise vieles gegessen, was wir nicht kannten und manches, was dich schockieren könnte. Aber auch ungewöhnliche Erfahrungen gehören beim Reisen mit dazu.

Froschschenkel (Hanoi, Vietnam): Tja, nicht in Frankreich sondern in seiner ehemaligen Kolonie Vietnam haben wir diese Spezialität zum ersten mal probiert. Die Schenkel waren paniert und wurden mit scharfer Soße serviert. Frosch-Fleisch ist ungemein zart und hat seinen ganz eigenen Geschmack. Wirklich deliziös!

Froglegs Frogleg

Krokodil (Siam Reap, Kambodscha und Saigon, Vietnam): Krokodile haben ein weißes Fleisch ohne Fett, welches vom Geschmack her an Fisch erinnert, aber die Konsistenz von Putenschnitzel hat. Sowohl gegrillt in Kambodscha als auch in einer Frühlingsrolle zubereitet in Vietnam, hat es immer unseren Gaumen erfreut.

Crocodile

Hundertjähriges Ei (Nanjing, China): Diese Eier werden vor dem Servieren 100 Tage lang gammeln gelassen und sind glitschig dunkel grün. Wir hatten uns beim Lesen über China geschworen sie nicht zu essen und haben sie nur versehentlich probiert, als wir eigentlich einen Dessert bestellen wollten (sowas passiert einem in China andauernd). Der Geschmack ist unbeschreiblich widerwärtig. Wir konnten es nicht zu Ende essen.

hundred years old egg

Maden (Bangkok, Thailand): In Bangkok habe ich einen Bambus-Wurm probiert. Maria hasst alle Arten von Würmern, Raupen, Maden etc. Auch für mich war Überwindung gross, aber eigentlich isst es sich wie Popcorn oder Puffreis mit dem Geschmack von Omelette.

Bamboo worm

Ratte (Can Tho, Vietnam): Es waren (hoffentlich) keine Kanalratten, die wir gegessen haben. Auf den Märkten in Südvietnam kann man lebende Ratten im Käfig kaufen und sie werden noch vor Ort enthäutet. Auf dem Teller – glaubt es oder nicht – macht sich eine gegrillte Ratte ganz gut. Und der hervorragende Geschmack erinnert an sehr zarte Hähnchenflügelchen.

Peeling a rat at the market

Tasty rat leg Rat!

Vogelspinne (Kambodscha): Bei einem Halt an einem Busbahnhof irgendwo zwischen Siem Reap und Phnom Penh, haben sich die Kambodschaner, die mit uns gefahren sind, auf einen Stand mit Vogelspinnen gestürzt und ganze Tüten davon gekauft. Die Verkäuferin hatte sogar zur Deko eine lebende Spinne über ihr T-Shirt laufen. Also kamen auch wir nicht drum herum Vogelspinne zu probieren. Sie hatte den Geschmack von Fisch-Chips. Die Beine waren schön knackig, nur der Hinterleib war weniger lecker.

Will he eat the spider Maria eating a Tarantula

Hund (Hanoi, Vietnam): Verzeiht uns, Hundefreunde, aber vielleicht tröstet es euch zu hören, dass keine beliebigen Hunde gegessen werden, sondern nur eine speziell gezüchtete Rasse. Sie sind eine Delikatesse im Süden Chinas und im Norden Vietnams und man braucht keine Angst zu haben, versehentlich Hund zu essen, wenn man eigentlich Rind bestellt hat. Wir mussten sehr lang außerhalb von Hanoi suchen um ein Restaurant zu finden, das Hund serviert und als wir endlich dort waren hatte es schon geschlossen. Erst am nächsten Abend hat es dann geklappt. Das Lokal war ein einziger großer Raum mit alten, niedrigen Tischen und Matten zum sitzen. Es gab keine Dekoration und das ganze war nicht sehr einladend. Wir waren die einzigen Kunden und haben uns sehr seltsam gefühlt. Eigentlich waren wir nicht ganz in der richtigen Zeit dort. Man muss wissen, dass die Vietnamesen Hundefleisch nur zum Ende des Mondkalenders, für gutes Glück essen. Am Anfang des Monats würde es Unglück bringen. Wir waren in der Mitte des Monats dort, so dass es mit dem Glück noch gerade so ging. Nun, wir hatten etwas Probleme mit der Kommunikation mit dem Kellner und waren uns nach dem Bestellen nicht so recht im Klaren über die Menge und den Preis. Wir haben letztlich ein Menu für 180 000 Dong mit drei Tellern bestellt: Frühlingsrollen mit Innereien und Erdnüssen, Scheiben vom Schenkel und Spießchen. Nach einigen Momenten des Zögerns… haben wir es gegessen. Das ganze war nicht sehr gut zubereitet, das Fleisch schien nicht von besonderer Qualität und war zäh und fettig, aber der eigentliche Geschmack war sehr, sehr stark und mit nichts sonst vergleichbar. Sehr interessant!

thit cho!

Kobra (Hanoi, Vietnam): Le Mat ist ein Schlangen-Dorf etwas außerhalb von Hanoi mit einigen hübschen Restaurants. Wir hatten in Kambodscha schon Schlangenfleisch probiert gehabt und damals war es sehr zäh gewesen. In Le Mat war es anders. Zuerst einmal ist es ein wahrer Tapferkeitsakt. Der Koch tötet die Schlange vor deinen Augen, reißt ihr das noch schlagende Herz raus und gibt es in ein Glas mit Schnaps.

Preparing of a snake meal

Dann gibt er das Schlangenblut in ein anderes Glas und füllt zwei weitere Glaeser mit einer grünen Flüssigkeit (vermutlich Galle oder so). Ich durfte das Glas mit dem noch schlagenden Herz trinken und Maria das Blut. Ex und weg und geschafft war es. Das Herz schlägt tatsächlich noch auf deiner Zunge und du spürst es die Speiseröhre hinab rutschen. Auch das Blut hat gar nicht schlecht geschmeckt, aber der grüne Saft war ekelhaft. Danach bereitet der Koch 8 verschiedene Gerichte zu. Dabei wird nichts verschwendet. Jeder Teil der Schlange (abgesehen vom Kopf) wird verwertet: Fleisch, gemischte Frühlingsrollen, knusprige Schlangenhaut, gestampfte Knochen mit gemahlenen Nüssen und Innereien etc. Abgesehen vom letzten hat uns alles hervorragen geschmeckt. Für dieses üppige Mahl haben wir statt 600 000 Dong nur 400 000 Dong für eine kleine Kobra bezahlt. Das war es definitiv Wert.

8 delicous kobra dishes - everything from skin to the bone

Drinking the blood of a King Kobra

Es gibt in Asien noch unzählige weitere Undenkbarkeiten zu essen. In Laos zum Beispiel kann man Hühner Embryonen oder ganze Kröten am Spieß essen, in China Skorpione und quasi alle möglichen Organe von allen denkbaren Tieren, in Thailand Kakerlaken usw. Aber auch schon gewöhnlichere Speisen, wie Kuhmagensuppe oder Algen-Basierte Erfrischungsgetränke können einen an die Grenzen des ertragbaren bringen. Die Asiaten haben einfach die Fähigkeit entwickelt alles zu essen, was irgendwie verdaulich ist. Wie viel man davon probiert, dass muss jeder für sich selber entscheiden. Aber die meiste Zeit über kommen in Asien Reis, Hähnchen, Nudeln und diverse Gemüse auf den Tisch. Alles, was wir oben beschrieben haben sind Spezialitäten oder Snacks für Gourmets.

Guten Appetit!




Indochina, eine traumatische Vergangenheit, Teil 1: Laos

Die Vergangenheit, die Laos, Kambodscha und Vietnam verbindet ist weitgehend bekannt. Aber vor Ort sein und diesen Horror sehen, in Museen, Dokumentationen oder auf den Straßen im Blick mancher älterer Menschen, das kann einem nicht gleichgültig sein. Für uns im fernen Westen ist es Vergangenheit, aber dort ist alles noch frisch.

Man kann nicht gerade sagen, dass es diese Länder leicht hatten. Zuerst die Kolonialisierung durch die Nachbarländer, dann die französische Herrschaft, die japanische Invasion und letztendlich der amerikanische Krieg (außerhalb Asiens als Vietnamkrieg bekannt). Und das schlimmste: viele Menschen leiden heute noch unter den Konsequenzen des Krieges.

Der Geheime Krieg in Laos

Man hört immer nur vom Vietnamkrieg, aber selten vom laotischen Krieg. Wie können wir etwas über einen geheimen Krieg schreiben? Tatsächlich ist das Geheimnis um den Krieg, den Amerika in Laos geführt hat, heute zum größten Teil gelüftet. Dennoch hatten wir nie etwas davon gehört, bis wir nach Laos gekommen sind.

Laos wurde 1954 unabhängig, nachdem die Franzosen sich zurückgezogen hatten. Aber schon ein Jahrzehnt später wurde das neutrale Land in einen Krieg gezogen, der nicht seiner war.

Bombing data of the US Airforce during the secret war, region Xieng Khouang & Ho Chi Minh Trail

Bombardierte Zonen: im Süden der Ho-Chi-Minh Pfad, im Norden die Provinz Xieng Khouang

Der Ho-Chi-Minh Pfad, von den Vietnamesen benutzt, um die Vietcong mit Soldaten, Waffen und Essen zu versorgen, verlief auch durch Laos und wurde von den Amerikanern stark attackiert. Aber nicht nur der Ho-Chi-Minh Pfad wurde bombardiert, sondern auch  über anderen, angeblich unbewohnten, Regionen im Norden Laos’ wurde Bombenlast (auf dem Rückflug von Vietnam) abgeworfen. Dies geschah oft aus geringer Höhe, so dass viele Bomben nicht explodiert sind. In den Jahren 1964-1973 haben die USA so etwa 250 Millionen Bomben auf ganz  Laos geschmissen. Das macht es zu einem der meist bombardierte Länder der Weltgeschichte. Von all diesen Bomben waren ca. 30 % Blindgänger (UXO = Unexploded Ordnance), welche seit dem überall im Land verteilt auf oder unter der Erde liegen.  Das heißt, in Laos finden sich heute noch fast 75 Millionen scharfe Bomben, welche bei der kleinsten Berührung explodieren können. Außerdem verhindern die UXO, dass Bauern ihre Felder erweitern und dass Gemeinden Brunnen graben. Aus eigener Erfahrung wissen die Menschen dort, dass es gefährlich ist, neues Land zu betreten. Viele Ressourcen sind so nicht, oder nur unter Lebensgefahr, zugänglich und Land und Menschen bleiben unweigerlich arm. Auch spielen Kinder manchmal mit gefundenen Bomben, ohne die Gefahr zu erahnen. Andere wissen darum, aber riskieren ihr Leben, weil sie das Metall verkaufen müssen (für 0,20 $ Cent pro Kg), um die Familie zu ernähren. Wieder andere recyceln die Teile und benutzen sie für Alltagsgegenstände oder gar als Dekoration.

A Bomb collection Bomb used as a flower-box

Bomb used as a rubbish binBombs used for house-dekoration

Die Mines Advisory Group (MAG),welche zur Zeit die Bomben in Laos entschärft, schätzt, dass es noch über einhundert Jahre dauern wird, um das gesamte Land zu säubern! Bis dahin werden sich weiterhin jeden Tag unschuldige Menschen schwer verletzten und sterben.

Man hört immer nur vom Vietnamkrieg, aber nicht vom laotischen Krieg, weil dieser lange Zeit ein Tabuthema war, sowohl in Amerika, als auch in Laos selber. Deshalb spricht man heute vom ‘Geheimen Krieg’. Nicht nur hat Amerika während des Vietnamkrieges „nebenbei“ Bomben auf Laos geschmissen, sondern zusätzlich hat die CIA die Hmong, eine Volksgruppe in Laos, im geheimen ausgebildet, bezahlt und mit Waffen versorgt. Die Hmongs haben auf der Seite der Amerikanern gegen die kommunistische Bewegung in Laos (die Pathet Lao) und gegen nordvietnamesische Truppen gekämpft. Nach dem Krieg wurden sie von den Amerikanern einfach fallen gelassen und von der kommunistischen, laotische Regierung als Verräter unterdrückt und verfolgt. Es blieb ihnen nichts anderes übrig als zu fliehen. Sie haben sich in den Dschungel und die Berge zurückgezogen und viele sind an Krankheit oder Hunger gestorben oder sind in Umerziehungslagern verschwunden. Und heute? Uns scheint, dass in Laos noch viele Informationen verschwiegen werden. Die wenigen Journalisten, die es riskiert habe, illegal die Hmong zu treffen, berichten von schwachen, kranken und hungernden Menschen in den entlegensten Ecken von Laos. Sie können nirgends lange bleiben, keine Häuser bauen oder Landwirtschaft betreiben. Sie haben nicht einmal genügend Munition, um ihre Frauen und Kinder zu verteidigen, die beim Wurzeln sammeln von Soldaten angegriffen werden. Sie werden gejagt. Ihr einziger Fehler: sie sind Kinder und Enkelkinder von ehemaligen Guerillas, die gegen Vietnam und Laos für Frankreich und Amerika gekämpft haben. Die ersteren töten sie und die letzteren lassen sie im Stich.

Ein Brief mit der Bitte um Hilfe, den ein Reporter von den Hmong mitbrachte, blieb 2005 ohne jegliche Folgen:

Betreff: Bittgesuch ums Überleben.

Weil wir auf der Seite der Amerikaner am Vietnamkrieg teilgenommen haben

Weil wir den Franzosen in ihrer Zeit geholfen haben,

Und weil wir unserem Anführer General Vang Pao gefolgt sind,

Ertragen wir immer noch, in diesem Jahr 2005, die Last all der Pein der Vergangenheit

Wir sind am Ende unserer Kräfte. Wir sterben vor Hunger. Wir sind dem Töten wehrlos ausgeliefert.

So bevollmächtige ich Cyril und Grégoire, in unserem Namen, diese beiden Bittgesuche den entsprechenden Regierungen zu übergeben.

Erstens: uns Kleidung Lebensmittel zukommen zu lassen und Druck auf die laotische Regierung auszuüben, einem Waffenstillstand zuzustimmen.

Zweitens: unseren Transfer in andere Länder durchzuführen

Wir sind die Opfer vergangener Kriege

Danke. Unterzeichnet CIA Gruppe Nummer drei

Frei übersetzt nach http://fr.wikipedia.org/wiki/Conflit_hmong#L.27appel_au_secours

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Lest auch Teil  2 – Die Roten Khmer und Pol Pot in Kambodscha

Teil 3 – Der Vietnam-Krieg

und das Fazit

unserer Reihe über die Kriege in Indochina.




Die geheimnisvolle Ebene der Tonkrüge von Phonsavan

One big jar

Die Ebenen der Tonkrüge sind eines der noch ungelösten Rätsel unserer Zeit. Mitten in einer hügligen Landschaft, weit entfernt von großen Felsvorkommen, finden sich im Norden von Laos an verschiedenen Plätzen riesig steinerne Krüge. Die größten sind drei Meter hoch und sechs Tonnen schwer. Sie stehen ohne eine erkennbare Ordnung in der Landschaft umher. Niemand weiß, wie alt sie sind, wer sie gemacht hat, wie sie an ihre Orte gelangt sind oder welchen Sinn sie hatten. Vor allem die letzte Frage lässt viele Spekulationen zu. In der lokalen Bevölkerung werden zwei mythische Geschichten erzählt:

Es war vor langer Zeit, da gab es ein Volk in Laos, dass unglaublich gerne und unglaublich viel Reisschnaps trank.A covered jar Dieser war ihnen, wie man sich leicht vorstellen kann, das heiligste auf der Welt. Weil sie aber nicht das ganze Jahr über Reisschnaps brennen konnten, aber gerne das ganze Jahr über welchen tranken, probierten sie die verschiedensten Methoden aus um ihn zu lagern. Bambuskörbe und Holzkisten halfen nichts. Der Gute Alkohol verdampfte mit der Zeit und so kam irgendwann ein Genie dieser Zeit auf den Gedanken, einen riesigen Krug aus Stein zu bauen, ihn zu seinem Dorf zu bringen und darin den Reisschnaps zu lagern. Weil die Methode so erfolgreich war und das Dorf länger als alle anderen der Umgebung Reisschnaps trinken konnte, fingen in den nächsten Jahren immer mehr Leute an steinerne Krüge zu bauen. So entstanden mit der Zeit hunderte von Tonkrügen, die wir heute mit staunen bewundern können.

Die andere Theorie dreht sich auch um Alkohol. Die These ist, dass vor langer Zeit eine Spezies diese Gegend in Laos bewohnt hat, die weit größer war als heutige Menschen. Diese Riesen haben – selbstverständlich – gelegentlich Feste gefeiert. Und da sie damals noch kein Glas oder Plastik erfunden hatten waren ihre Schnapsglaeser eben aus Stein. Von den größten Festen dieser Zeit finden wir heute die Abfälle und wundern uns darüber (würde man nur einen einzigen überdimensionalen Menschenknochen finden, wäre die Theorie wohl bestätigt).

Plain of jars, site 3

Natürlich haben die beiden Theorien keine wissenschaftliche Grundlage, aber sie zeigen doch, wie unwirklich die Tonkrüge einem erscheinen, wenn man vor ihnen steht. Sie sind wahrlich ein echtes Mysterium.

Praktische Informationen : Phonsavan an sich ist eine eher kleine und weniger interessante Stadt. Die Ebenen der Tonkrüge (Zone 1, 2 und 3) können leicht mit einer Tagestour (ab ca. 110.000 Kip) besichtigt werden. Fast in jedem Hotel oder in einer der Reiseagenturen bekommt man ähnliche Angebote. Um Phonsavan zu erreichen, muss man allerdings motiviert sein. Ab Luang Prabang verbringt man 8 und ab Vang Vieng 6 Stunden auf kurvigen Bergstraßen

Empfehlung für eine Unterkunft: das Kong Keo Guesthouse (Doppelzimmer 60 000 Kip) hat uns gut gefallen, besonders das allabendliche Lagerfeuer war eine nette Möglichkeit andere Reisende zu treffen.




Laos

Nach unserer schönen Zeit in Chiang Mai haben wir für drei ein halb Wochen Laos besucht. Ein Land, das sich ganz anders gezeigt hat, als wir es erwartet hatten. Aber zuerst mal ein paar Fakten über dieses Land, von dem einige sicher noch nicht viel wissen:

In ganz Laos leben 6,6 millionen Menschen (etwa so viel wie in Rio de Janeiro) auf 236 000 km2, was eine Bevölkerungsdichte von 24 Einwohnern pro km2 ergibt. Vergleich mit Deutschland : Laos ist nur 1,5 mal kleiner als Deutschland, hat aber 12 mal weniger Einwohner. Vientiane ist die Hauptstadt und Theravada Buddhismus ist Staatsreligion. Laos war im Laufe der letzten Jahrhunderten immer wieder von Fremdmächten besetzt. Zuletzt und am längsten von Frankreich. Erst seit 1973 existiert die Volksrepublik Laos als unabhängiger Staat. So hat sich in Laos weniger eine einheitliche Kultur entwickelt als in allen Nachbarländern.

Hier eine Karte unserer Reise durch Laos:

Laos Tour

Laos ist eines der ärmsten Länder Asiens und wir dachten auf uns wartet ländliches und einfaches Leben in üppiger Natur mit freundlichen Menschen, die uns einladen bei ihnen Tee zu trinken oder gar zu schlafen, weil wir letztlich dachten wir würden zwei der wenigen Touristen sein, die Laos entdecken. Aber es hat sich vieles verändert in Laos. Wir haben mal eine kleine Liste zusammen gestellt mit positiven und negativen Aspekten die uns in Laos aufgefallen sind:

Zuerst die negativen Seiten:

– „zwei der wenigen Touristen sein“ ist eine vollkommen falsche Idee. Wir waren überall von anderen Touristen umgeben und dank der geringen laotischen Bevölkerungsdichte fallen sie besonders ins Auge. Die Laoten selber reisen wenig und selbst in Cafés und Restaurants findet man fast nur ausländische Touristen. An einigen Orten in Laos muss man regelrecht nach Einheimischen suchen. Vang Vieng zum Beispiel. Einst ein kleines Fischerdörfchen am Ufer eines schönen Flusses hat es sich in ein Ghetto für Touristen verwandelt, die sich betrinken, halb nackt rumlaufen und sexuelle Sprüche auf den Körper schreiben, alles in einem Land in dem die Menschen eigentlich sehr zurückhaltend sind. Aber sie tolerieren es, da der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle darstellt. In den Bars in Vang Vieng laufen rund um die Uhr idiotische Comics wie „American Dad“. NB: die Landschaft um Vang Vieng ist immer noch wunderschön und es gibt viele Höhlen, Lagunen und Wasserfälle zu erkunden und Tubing (auf einem LKW-Reifen den Fluss hinabtreiben) hat verdammt viel Spaß gemacht.

Vang vieng landscape tubing, Vang vieng 2

blue lagoon, Vang vieng

– Viele Straßen, Viertel, oder sogar ganze Städte sind alles andere als authentisch. An diesen Orten sind die Laoten nur für uns da : sie beschäftigen sich damit uns zu unterhalten, uns etwas zu verkaufen, uns zu transportieren, zu beherbegen oder zu verpflegen. Hier verdienen sie nur mit dem Tourismus ihr Geld. Und an solchen Orten ist es natürlich schwierig einen Kontakt herzustellen, der über das Touristen-geschäftliche hinaus geht. Findet man doch einmal einen Laoten, der nicht mit Touristen arbeitet, so spricht er vermutlich nur Laotisch und die Sprachbarriere mach eine Kommunikation sehr schwer. Nur in den größeren Städten, wie Laos Hauptstadt Vientiane, Pakse oder Luang Prabang (außerhalb vom Zentrum) kann man die Einheimischen bei einem Leben beobachten, das nichts mit Touristen zu tun hat.

Pakse

– In Laos sind die Preise, zumindest für die Touristen, viel höher als was wir erwartet hatten. Das Leben ist teurer als z.B. in Kambodscha oder Vietnam. Im besten Fall bekommt man weniger für das gleiche Geld. Es war uns nie möglich den echten Preis zu zahlen (nichtmals für Wasser und Brot). Für die Laoten scheinen alle Ausländer reich und sie sind nur selten bereit zu handeln.one road in Laos

– Es ist schwierig sich in Laos zu bewegen. Es gibt keine Eisenbahn und Bus und Sammeltaxen sind sehr langsam. Da dauert es schon mal einen ganzen Tag um 200 km zurück zu legen. Das hat zwar einen gewissen Charme, aber nur wenn man nicht reisekrank wird.

– Laos hat unglaublich viel üppigen Urwald zu bieten, aber auch das wird sich ändern. Das Land ist im Bau. Kleine Bambushütten weichen immer öfter soliden Steinhäusern und auf ganzen Landstrichen wird der Wald gerodet. Ironischer Weise verkauft Laos seinen Urwald an China um dafür Straßen zu bekommen, um die Touristen befördern zu können, die wegen dem Urwald ins Land kommen. Und neben den ökologischen Problemen macht es Laos von China finanziell abhängig.

Die positiven Seiten:

– In Laos kann man wahrlich paradiesische Orte finden, Wasserfälle, unmengen von Höhlen und der mächtige Mekong. Unsere absoluten Highlights, die man nicht verpassen sollte: die wunderschönen Wasserfälle Tat Kuang Si bei Luang Prabang und die 4000 Islands an der südlichsten Stelle des Mekong in Laos, der perfekte Ort um Fahrrad zu fahren, zu schwimmen oder einfach in der Hängematte zu liegen. Und natürlich unsere absolute nummer 1: die Kong Lo Grotte. Sie wird dir den Atem rauben. Von einem malerischen kleinen See aus geht es mit dem Boot 45 Minuten (ca. 7 km) durch riesige Tropfstein-Hallen und durch vollkommene Dunkelheit. Die Höhle wurde erst 2002 komplett erkundet und man kommt noch recht schwer hin. Dadurch ist es hier bei weitem nicht so touristisch wie anderswo in Laos. Allerdings wird sich das ändern, sobald die neue Straße nach Tah Khaek fertig gebaut ist. Mit Sicherheit gibt es in Laos noch viele unentdeckte magische Orte.

Mekong river Tat Kuang Si waterfalls 4000 islandsKong lo cave

– Es gibt in Laos keine Wolkenkratzer, fast keine LKWs (praktisch alle Güter werden in den Passagierbussen transportiert – kleine Anekdote: auf unserer Fahrt nach Kong Lo saßen wir fünf Stunden lang neben einem Motorrad im Bus und mussten bei jedem Stopp drüber klettern um nach draußen zu kommen) und es gibt kein einziges Mc Donalds. In der größte Stadt, Vientiane, leben nur 350.000 Einwohner und sie hat einen provinziellen Charme. Die Menschen sind entspannt und das Leben ist alles andere als stressig.

Bus transporting a motobike (and a lot more)

– In Laos gibt es Käse und Brot! Wie in ganz Indochina findet man hier französischen Weichkäse (La vache qui rit) und Baguettes. Endlich wieder richtiges Frühstück. 😉

Wie ihr seht gab es für uns einige negative Punkte. Wir hatten selten das Gefühl das „wahre“ Laos zu sehen. Aber das ist nur unsere Erfahrung. Wir mögen es zwischen den Einheimischen unterzutauchen und so weit es geht dazu zu gehören. Viele andere Backpacker haben Laos als eines ihrer Lieblingsländer bezeichnet. Wir werden nicht unbedingt zurück kommen, aber es ist auch nicht ausgeschlossen. Es gibt garantiert noch vieles zu entdecken in Laos und die Laoten sind geheimnisvolle Menschen. Ein Tipp: wer Laos bereist sollte viel Zeit und Geduld mit bringen und versuchen nicht nur die Haupt-Touristen Orte anzusteuern. Und die wirklich mutigen können den Urwald und authentische Dörfer erkunden. Aber Vorsicht: Laos ist übersäht mit nicht explodierten Bomben der Amerikaner, die auch heute noch eine Gefahr für Leib und Leben darstellen. Aber dazu mehr in einem anderen Artikel.