Der kulinarische Wahnsinn Asien

Verurteile uns nicht. Das, was in Asien normal ist, scheint bei uns verrückt und was wir machen verstehen die Asiaten nicht. Wir haben auf unserer Reise vieles gegessen, was wir nicht kannten und manches, was dich schockieren könnte. Aber auch ungewöhnliche Erfahrungen gehören beim Reisen mit dazu.

Froschschenkel (Hanoi, Vietnam): Tja, nicht in Frankreich sondern in seiner ehemaligen Kolonie Vietnam haben wir diese Spezialität zum ersten mal probiert. Die Schenkel waren paniert und wurden mit scharfer Soße serviert. Frosch-Fleisch ist ungemein zart und hat seinen ganz eigenen Geschmack. Wirklich deliziös!

Froglegs Frogleg

Krokodil (Siam Reap, Kambodscha und Saigon, Vietnam): Krokodile haben ein weißes Fleisch ohne Fett, welches vom Geschmack her an Fisch erinnert, aber die Konsistenz von Putenschnitzel hat. Sowohl gegrillt in Kambodscha als auch in einer Frühlingsrolle zubereitet in Vietnam, hat es immer unseren Gaumen erfreut.

Crocodile

Hundertjähriges Ei (Nanjing, China): Diese Eier werden vor dem Servieren 100 Tage lang gammeln gelassen und sind glitschig dunkel grün. Wir hatten uns beim Lesen über China geschworen sie nicht zu essen und haben sie nur versehentlich probiert, als wir eigentlich einen Dessert bestellen wollten (sowas passiert einem in China andauernd). Der Geschmack ist unbeschreiblich widerwärtig. Wir konnten es nicht zu Ende essen.

hundred years old egg

Maden (Bangkok, Thailand): In Bangkok habe ich einen Bambus-Wurm probiert. Maria hasst alle Arten von Würmern, Raupen, Maden etc. Auch für mich war Überwindung gross, aber eigentlich isst es sich wie Popcorn oder Puffreis mit dem Geschmack von Omelette.

Bamboo worm

Ratte (Can Tho, Vietnam): Es waren (hoffentlich) keine Kanalratten, die wir gegessen haben. Auf den Märkten in Südvietnam kann man lebende Ratten im Käfig kaufen und sie werden noch vor Ort enthäutet. Auf dem Teller – glaubt es oder nicht – macht sich eine gegrillte Ratte ganz gut. Und der hervorragende Geschmack erinnert an sehr zarte Hähnchenflügelchen.

Peeling a rat at the market

Tasty rat leg Rat!

Vogelspinne (Kambodscha): Bei einem Halt an einem Busbahnhof irgendwo zwischen Siem Reap und Phnom Penh, haben sich die Kambodschaner, die mit uns gefahren sind, auf einen Stand mit Vogelspinnen gestürzt und ganze Tüten davon gekauft. Die Verkäuferin hatte sogar zur Deko eine lebende Spinne über ihr T-Shirt laufen. Also kamen auch wir nicht drum herum Vogelspinne zu probieren. Sie hatte den Geschmack von Fisch-Chips. Die Beine waren schön knackig, nur der Hinterleib war weniger lecker.

Will he eat the spider Maria eating a Tarantula

Hund (Hanoi, Vietnam): Verzeiht uns, Hundefreunde, aber vielleicht tröstet es euch zu hören, dass keine beliebigen Hunde gegessen werden, sondern nur eine speziell gezüchtete Rasse. Sie sind eine Delikatesse im Süden Chinas und im Norden Vietnams und man braucht keine Angst zu haben, versehentlich Hund zu essen, wenn man eigentlich Rind bestellt hat. Wir mussten sehr lang außerhalb von Hanoi suchen um ein Restaurant zu finden, das Hund serviert und als wir endlich dort waren hatte es schon geschlossen. Erst am nächsten Abend hat es dann geklappt. Das Lokal war ein einziger großer Raum mit alten, niedrigen Tischen und Matten zum sitzen. Es gab keine Dekoration und das ganze war nicht sehr einladend. Wir waren die einzigen Kunden und haben uns sehr seltsam gefühlt. Eigentlich waren wir nicht ganz in der richtigen Zeit dort. Man muss wissen, dass die Vietnamesen Hundefleisch nur zum Ende des Mondkalenders, für gutes Glück essen. Am Anfang des Monats würde es Unglück bringen. Wir waren in der Mitte des Monats dort, so dass es mit dem Glück noch gerade so ging. Nun, wir hatten etwas Probleme mit der Kommunikation mit dem Kellner und waren uns nach dem Bestellen nicht so recht im Klaren über die Menge und den Preis. Wir haben letztlich ein Menu für 180 000 Dong mit drei Tellern bestellt: Frühlingsrollen mit Innereien und Erdnüssen, Scheiben vom Schenkel und Spießchen. Nach einigen Momenten des Zögerns… haben wir es gegessen. Das ganze war nicht sehr gut zubereitet, das Fleisch schien nicht von besonderer Qualität und war zäh und fettig, aber der eigentliche Geschmack war sehr, sehr stark und mit nichts sonst vergleichbar. Sehr interessant!

thit cho!

Kobra (Hanoi, Vietnam): Le Mat ist ein Schlangen-Dorf etwas außerhalb von Hanoi mit einigen hübschen Restaurants. Wir hatten in Kambodscha schon Schlangenfleisch probiert gehabt und damals war es sehr zäh gewesen. In Le Mat war es anders. Zuerst einmal ist es ein wahrer Tapferkeitsakt. Der Koch tötet die Schlange vor deinen Augen, reißt ihr das noch schlagende Herz raus und gibt es in ein Glas mit Schnaps.

Preparing of a snake meal

Dann gibt er das Schlangenblut in ein anderes Glas und füllt zwei weitere Glaeser mit einer grünen Flüssigkeit (vermutlich Galle oder so). Ich durfte das Glas mit dem noch schlagenden Herz trinken und Maria das Blut. Ex und weg und geschafft war es. Das Herz schlägt tatsächlich noch auf deiner Zunge und du spürst es die Speiseröhre hinab rutschen. Auch das Blut hat gar nicht schlecht geschmeckt, aber der grüne Saft war ekelhaft. Danach bereitet der Koch 8 verschiedene Gerichte zu. Dabei wird nichts verschwendet. Jeder Teil der Schlange (abgesehen vom Kopf) wird verwertet: Fleisch, gemischte Frühlingsrollen, knusprige Schlangenhaut, gestampfte Knochen mit gemahlenen Nüssen und Innereien etc. Abgesehen vom letzten hat uns alles hervorragen geschmeckt. Für dieses üppige Mahl haben wir statt 600 000 Dong nur 400 000 Dong für eine kleine Kobra bezahlt. Das war es definitiv Wert.

8 delicous kobra dishes - everything from skin to the bone

Drinking the blood of a King Kobra

Es gibt in Asien noch unzählige weitere Undenkbarkeiten zu essen. In Laos zum Beispiel kann man Hühner Embryonen oder ganze Kröten am Spieß essen, in China Skorpione und quasi alle möglichen Organe von allen denkbaren Tieren, in Thailand Kakerlaken usw. Aber auch schon gewöhnlichere Speisen, wie Kuhmagensuppe oder Algen-Basierte Erfrischungsgetränke können einen an die Grenzen des ertragbaren bringen. Die Asiaten haben einfach die Fähigkeit entwickelt alles zu essen, was irgendwie verdaulich ist. Wie viel man davon probiert, dass muss jeder für sich selber entscheiden. Aber die meiste Zeit über kommen in Asien Reis, Hähnchen, Nudeln und diverse Gemüse auf den Tisch. Alles, was wir oben beschrieben haben sind Spezialitäten oder Snacks für Gourmets.

Guten Appetit!




Anekdoten aus Chinas Alltag

Es gibt Dinge über China, die man nicht im Reiseführer lesen kann. Diese kleinen Anekdoten des Alltags wollen wir euch heute näher bringen. Es ist von allem etwas dabei, durch alle Themen des Lebens. Lest einfach und staunt :)

  • Essensangewohnheiten

– Überall wo man sich in China aufhält, egal ob auf der Straße, auf der Expo oder (besonders häufig) im Zug, überall findet man Fertig-Nudeln. Und sie sind lecker! Die Chinesen sind wahre Künstler im würzen von haltbaren Nudeln. Wir haben es in sechs Wochen nicht geschafft alle Varianten zu testen.

a lot of instant noodlesafter boiled water wait 5 minuites

– Das Essen in China ist großartig. Leider weiß man oft nicht, was man isst. So lecker das meiste ist, so kann anderes richtig ekelig sein und es gehört zum Alltag des Reisenden, dass man manches beim besten Willen nicht zu Ende essen kann. Es gibt in China quasi keine Essens-Tabus. Hunde sind allerdings eher als Haustiere beliebt und wir haben nie welchen auf der Speisekarte gefunden. Nur in bestimmten Regionen wird Hund als Delikatesse angesehen. Aber auch hier landet nur eine spezielle Rasse im Kochtopf.

bowels - arrrgg

Sehr beliebt bei den Chinesen: Kuhmagen. Wir habens probiert, es schmeckt ekelhaft

centenarian egg

Hunderjaehriges Ei (die gruene Masse)

– Die Supermärkte in China sind voll von Getränken, Süßigkeiten, Nudeln, Öl in 5 Liter-Kanistern und Enten in Vakuumverpackungen. Aber viel mehr gibt es dort nicht.

a lot of oil (5 l)IMG_4021_

– In China gibt es kein Frühstück, wie wir es erwarten. Sie essen dreimal täglich Nudeln und salziges Essen, was einem erst mal schwer im Magen liegt. In Hong Kong haben wir uns sehr gefreut endlich wieder Marmelade, Käse und Cornflakes kaufen zu können.

– Die Chinesen mögen keine kalten Getränke. Wenn man ein Wasser bestellt, bekommt man lauwarmes, also immer dazu sagen, wenn man es schön frisch kalt haben möchte. In einem Restaurant hat uns ein Kellner mal versucht zu überzeugen, dass kalte Getränke nicht gut sind, indem er es uns an den Arm gehalten hat. „Unangenehm, oder?“ Er muss uns ziemlich seltsam gefunden haben, als wir trotzdem das kalte wollten. Auch die Wasserspender in China sind nicht lauwarm und kalt, wie bei uns, sondern lauwarm und kochend heiß.

water dispenser with water warm and boiled

  • Verhalten der Chinesen

– Die Chinesen sind unglaublich neugierig. Sie interessieren sich für alles was wir machen und haben auch keine Scheu es zu zeigen. Sie schauen mit uns Fotos an, die wir gemacht haben, nehmen sich unseren Fotoapparat oder unseren Reiseführer ohne gross zu fragen. Aber immer mit einem freundlichen lächeln auf dem Gesicht.

– Man sagt auch, dass es in China außerordentlich wichtig ist, dass Gesicht zu wahren und auch jemand anderen bloß zu stellen, wirf ein schlechtes Licht auf einen selbst. Allerdings sind die Chinesen im Alltag sehr viel expressiver als wir es uns vorgestellt haben. In einem eher schicken chinesischen Restaurant haben wir einmal den heftigsten Streit miterlebt, den wir je in der Öffentlichkeit gesehen haben. Dabei ist eine ganze Familie aufgesprungen und hat laut geschimpft. Auf der anderen Seite haben sich die Kellner und Köche zusammen gerottet, aber anstatt sich zu entschuldigen (leider wissen wir nicht, was das Problem war) haben sie ordentlich mitgemischt. Beide Seiten haben sogar mit der Hand gedroht zu schlagen und haben sich gegenseitig geschubst. Die Situation war kurz davor zu eskalieren. Von wegen Gesicht wahren. Das ganze hat mehr an eine Szene aus dem gallischen Dorf von Asterix und Obelix erinnert. Es hat nicht viel gefehlt und es wären Fische durch die Luft geflogen.

– Chinesen stehen auf Kitsch. Überall sieht man Kinderkram und soll sich nicht wundern, wenn auch Erwachsene sich darauf stürzen. Niemand schämt sich T-Shirts mit Comic-Helden zu tragen oder seine Handys mit kleinen, baumelden Spielzeugen zu verzieren. Überhabt sehen sie viel jünger aus, als sie sind. Einmal haben wir in der U-Bahn ein Mädchen gesehen, dass sich lachend auf einen freien Platz gestürzt und dabei 10 Leute umgerannt hat. Erst als ihre beiden Teenager-Töchter dazu kamen, war uns klar, dass sie um die 40 Jahre alt gewesen sein muss. Lachen ist einfach eine wunderbare Methode sich zu entschuldigen. Selbst, als wir einmal fast von einem lachenden Motorrad angefahren wurden, konnten wir nicht wirklich sauer sein.

a chinese girlMickey-bags

IMG_8304_

In China findet man quasi nur abgefahrene Augenmasken

– Die Chinesen lieben es Fotos zu machen. Einmal haben wir von ein Foto gemacht von mir vor dem Expo-Maskottchen und sofort als wir fertig waren hat sich eine Schlange gebildet mit Chinesen, die die Idee toll fanden und das gleiche Foto machen wollten. Als wir drei Stunden später wieder am gleichen Ort vorbei kamen, hatte es noch nicht aufgehört und immer noch gab es eine Schlange um dieses Foto zu machen.

bjoern in front of HaiBao, the mascot of the Expo 2010 in Shanghai

Beim fotografieren sind sie alles andere als zurückhaltend und haben auch oft uns fotografiert. Besonders meine blauen Augen haben sie bewundert. Sogar ein junger Mann hat einmal gesagt: „you biitiful eyes“. Ganz das Gegenteil mit meiner Nase (die vielleicht ein Ticken größer ist als eine europäische Durchschnittsnase). Sie war immer wieder in der Lage, die Chinesen zu belustigen. Ein alter Mann mit langem weißen Bart, der kein Wort Englisch konnte, hat immer wieder seine Nase angefasst, gezeigt, wie sie groß wird und dabei herzhaft gelacht. Maria war kurz davor ihre Augen zu Schlitzen zu ziehen, aber: Respekt vor dem Alter.

– Die Babys in China haben oft keine Windeln an. Stattdessen erlaubt ein enormer Schlitz in ihren Hosen ihnen jederzeit und überall auf den Boden zu machen. Die Eltern brauchen ihnen dafür nur die Beine zu öffnen. Dabei können sie effizient verhindern, dass die Babys auf den Teppich oder auf die Kleidung machen. Woher die Eltern wissen, wann ihre Kleinen müssen, ist ein Rätsel was es noch zu lüften gilt. Und erkälten sich die Kinder nicht?

Pants with a ripchild with open pants zoom

– Die Chinesen spucken, und zwar aus voller Seele und ohne Zurückhaltung. Selbst kleine süße Frauen röcheln lautstark den Dreck aus ihrer Lunge und rotzen ihn in weitem Bogen auf den Boden. Wenn man dieses Geräusch, dass wie ein alter Motor klingt, in seiner Nähe hört, heißt es sich irgendwo in Sicherheit zu bringen. Dennoch wurde Maria einmal aus einem Auto heraus auf ihren nackten Fuß getroffen. Es heißt, dass die Chinesen gerne spucken, weil es den Körper und die Seele reinigt.

  • Politik

– In China sieht man überall Kontrollen. Kameras sind in China Alltag. Am Eingang zu Bahnhöfen, und Metros wird das Gepäck gescannt. Allerdings ist das oft nicht mehr als eine Farce, weil meist so viel los ist, dass die Kontrolle sehr Oberflächlich sind und der Körper nicht kontrolliert wird. Wollte man eine Waffe in den Bahnhof bringen wäre das mehr als einfach!

Auch das Internet ist in China nicht frei. Die Chinesen müssen ihren Personalausweis vorlegen, wenn sie ins Internetcafe gehen und manchmal dürfen Ausländer es gar nicht benutzen. In den Hostels hingegen gibt es quasi nie Probleme. Außerdem sind einige Websites zensiert. So ist Facebook nicht erreichbar (und die Chinesen kennen es auch nicht) und alle Websites, in denen Videos gepostet werden, wie z.B. Youtube sind gesperrt.

Sattelitenschüsseln sind in China verboten. Aber manche Chinesen haben heimlich trotzdem welche. Und ab und zu kann man auch ganz offen welche sehen

.a hidden satellite dish in a chinese villagesatellite dishes at a train

– Die Chinesen sind stolz auf ihr Land. Sie lieben es mit China-Fähnchen durch die Gegend zu laufen und sie verehren Mao offensichtlich. Im (staatlichen) Fernsehen laufen rund um die Uhr pro-China Filme und Dokus. Auch die Nachrichten in China sind insgesamt ziemlich positiv. Ein Chinese-Franzose hat uns erzählt, dass viele Chinesen hinter verschlossenen Türen allerdings etwas Kritischer sind, als sie es auf der Straße zeigen. Andererseits haben wir auch gehört, dass manche Studenten in China noch nie vom Massaker am Platz des himmlischen Friedens gehört haben oder es für eine Erfindung des Westen halten.

– Wir haben beobachtet, dass die Eltern in China außerordentlich fürsorglich mit ihren Kindern sind. Das liegt vermutlich zum großen Teil an der Ein-Kind-Politik, die auch heute noch eine Rolle spielt (wenn sie auch etwas lockerer gehandhabt wird als noch vor einigen Jahren). So dürfen Familien ein zweites Kind bekommen wenn sie z.B. in ländlichen Regionen leben und das Erstgeborene ein Mädchen ist. Auch können sich reiche Familien das Recht kaufen ein zweites Kind zu bekommen. Ein Resultat dieser Politik ist, dass heute auf 120 neugeborene Jungen nur 100 Mädchen kommen, da Mädchen sehr viel öfter abgetrieben werden (auch wenn das Feststellen des Geschlechts mittlerweile verboten ist). Auch andere weitreichende soziale und gesellschaftliche Probleme sind mit der Ein-Kind-Politik verbunden. Allerdings wurden hierdurch auch 300-400 Millionen Geburten verhindert. Ohne dies wäre der Lebensstandart der Menschen in China heute sicherlich niedriger.

  • Toilettengeschichten

– In China findet man sehr leicht eine Toilette. In großen Städten gibt es fast alle zweihundert Meter eine und sie sind sauber und kostenlos. Das einzige, was man als störend empfinden kann, ist, dass das benutzte Toilettenpapier in den Mülleimer geschmissen wird, anstatt es für immer in der Schüssel verschwinden zu lassen. Das ist allerdings nicht China-spezifisch, sondern findet sich in vielen Ländern wieder.

– In China ist die türkische Toilette eher üblich als unsere Toiletten., welche man aber auch immer finden kann Die chinesischen Frauen stehen aber lieber lange an, um sich zu hocken, als direkt auf die westlichen Toiletten zu gehen.

  • Sonstiges

– China ist voll von Großstädten. Und in den Städten Chinas herrscht der Smog. Immer ist es nebelig, weshalb viele Chinesen eine (manchmal ausgefallene) Atemmaske tragen. Auf dem Land gibt es zwar weniger Smog, dafür wird aber Müll verbrannt, so dass die Luft stinkt und rauchig ist. Aber zum Glück gibt es das Amt für Wetterkontrolle. Diese ist dafür da es regnen zu lassen, wenn es nötig ist. Einmal in die Wolken „gepikst“ und schon regnet es und der Smog verzieht sich für eine Weile.

freaky masks

– Es gibt viele tausend chinesische Schriftzeichen. Was glaubt ihr, wie schreiben die Chinesen am Computer? Sie nutzen die amerikanische Tastatur und schreiben in Pinying (das vereinfachte Chinesisch mit unseren Buchstaben geschrieben) und der PC wandelt es in chinesische Zeichen um. Somit können nur die Chinesen am Computer arbeiten, die auch die lateinische Schrift beherrschen. Unser Netbook, dass wir in Peking gekauft haben, macht das übrigens auch standardmäßig, und wir müssen immer umschalten.

– In China gibt es lustige Taschenrechner mit Roboterstimme. Sie sagen einem das Ergebnis der letzen Rechnung. Warum wir das wissen? Die Händler nutzen gerne Taschenrechner, um die Preise zu sagen. Es hört sich übrigens ziemlich witzig an, wenn ein sprechender Taschenrechner zu wenig Batterie hat.




Best of China

China ist ein riesiges Land. Die unterschiedlichsten Städte, Menschen und Sehenswürdigkeiten können einem hier begegnen. Während unserer 6 Wochen in China haben wir vieles gesehen, und das, was uns am besten gefallen hat zeigen wir euch jetzt hier.

  • Peking:

Die Hauptstadt war schon auf den ersten Blick etwas besonderes und Peking ist bis heute unsere Lieblingsstadt in China. Mit ihren majestätischen Tempeln und Gärten und dem Zusammenspiel von Tradition, Geschichte und Moderne kann man leicht 3 Wochen hier verbringen ohne sich zu langweilen.

Der Sommerpalast:

1a sommerpalace 2 1b sommerpalace 1

Wunderschoene Tempel in einem gigantischen Garten, angelegt um einen See, sollte man sich einen guten Tag Zeit nehmen um mitten in Peking umherzuwandern.

Die Verbotene Stadt:

1c verb stadt 1

Für Jahrhunderte war dem gewöhnlichen Volk der Zutritt nicht gewährt. Als eine immense Stadt in der Stadt und Sitzt der beiden letzten Dynastien Ming (1368-1644) und Qing (1644-1911) betritt man mit ihr heute mehr ein Museum, denn einen Geheimnisvollen Ort. Für seine Größe und außerordentliche Architektur ist sie ein absolutes ‘must see’ in Peking.

Lama Tempel:

1d lama 1

Ein bezaubernder Tempel des Tibetanischen Buddhismus. Da er noch aktiv genutzt wird kann man hier an einer ganz besondere Atmosphäre teilhaben und z.B. einige Räucherstäbchen anzünden.

Die Große Mauer:

1f mauer 1

Wer in China ist muss sie einfach besuchen. Ein gigantischer Beweis dafür, dass große und unglaubliche Visionen Realität werden können. Wir hatten Pech mit dem Wetter, aber selbst im ewigen chinesischen Smog kann man die Einzigartigkeit erkennen, mit der sich die Mauer über die Bergkämme windet. Dabei hängt das Mauer-Erlebnis stark davon ab, wo man sie besteigt. Wir waren nicht an dem Bekanntesten Teil, aber er war schon touristisch genug. Den Weg zur Mauer haben wir mit der Seilbahn gemacht und wer mag kann sich das Video anschauen, von unserer Abfahrt auf der Sommerrodelbahn.

Der Beihai Park:

1g Beihei 2 1j Beihei 1

Unser lieblingspark in Peking. Weniger gigantisch als der Sommerpalast, aber dafür umso romantischer. Wunderschöne Tempel und ein See (ideal für eine Bootstour) und auf der Insel in der Mitte thront die weiße Pagode.

Der Himmelstempel und sein Park:

1g himmelspark1h Himmelstempel

Der Oktogonale Tempel im Zentrum des Parkes ist ein Holztempel voller Symbolik. So stellen z.B. das viereckige Fundament und der Runde Tempel darauf Himmel und Erde dar. Der Park um den Tempe ist nicht außerordentlich schön, aber wird von den Einheimischen genutzt um ihre Morgengymnastik zu machen. Und jeder ist willkommen mitzumachen.

Der Nachtmarkt:

1i Peking Essenstrasse

Die Chinesen haben ja den Ruf alles zu essen. Wenn man in Peking in die Wangfujing Straße geht, findet man dieses Gerücht bestätigt.

Die Pekingoper:

1e Peking Oper

Das exzentrischste und schrillste, was ich an Musik je gehört habe. Begleitet von Tanz und einer Geschichte ist es ein Teil chinesischer Kultur, den man auch auf der Straße und im Fernsehen immer wieder trifft.

  • Datong

Datong selber gehört sicher nicht zu den Best of China. Es ist mit Abstand die hässlichste Stadt, die wir in China gesehen haben. Der Grund warum wir von ihr berichten sind die großartigen Religioesen Städten in ihrer Umgebung. Einzig der Zentrale Platz mit seinem Brunnen läd zum verweilen ein.

2c Musikfontaine Datong

Die Yungang Grotten:

2a Yungang grotten

Im fünften Jahrhundert angelegt sind die Yungang Grotten ein eindrucksvoller Beweis dafür, was Menschen zu erschaffen in der Lage sind. Die über 50000 Buddhas und Statuen in den 252 Grotten reichen von Handflächen groß bis zu 30 Meter hoch. In Ganz China haben wir keine Eindrucksvollere Ehrung Buddhas gesehen.

Die Hängenden Tempel:

2b Haengender Tempel V2 Ursprünglich als Taoistischer Tempel gebaut vereint er heute Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus in sich. Die 1000 Jahre alte Konstruktion ist nur aus Holz errichtet und musste dennoch nie erneuert werden. Der Grund hierfür ist, dass es weder vom Boden durch Wasser beschädigt werden kann und die Felsen in die es gebaut ist wie ein Regenschirm auch vor Wasser von oben schützen. Außerdem ist das Holz selbst im Sommer nur drei Stunden täglich der Sonne ausgesetzt. Leider ist der Tempel von Touristen überlaufen, dennoch sind seine Lage und Konstruktion faszinierend.

  • Xi’an

Die Terrakotta-Armee:

3b Terra Kotta V2 3c Terra Kotta V1

1974 wurde dieses ‚achte Weltwunder’ beim graben eines Brunnen entdeckt. Der Herrscher Qin Shi Huang lies sich zusammen mit ca. 10.000 lebensgrossen Tonfiguren begraben. Die Armee beinhaltet Pferde, Wagen und Soldaten aller Gattungen, die gefechtsbereit in Formation stehen. Die Feinheit, mit der jede Figur ihr eigenes Gesicht, eigene Schuhe, eigene Rüstung und eigene Hüte bekommen hat ist faszinierend. Die Frage, die mir während der ganzen Zeit durch den Kopf ging war : „Was bewegt einen Menschen dazu so etwas errichten zu lassen???“

  • Das muslimische Viertel:

3a xian muslim quarter Wer nach China reist erwartet nicht im Orient zu landen. Im muslimischen Viertel von Xi’an kann man jedoch einen Hauch von Medina erleben auf dem Markt mit seinen Grillstaenden und Händlern. Auch die Moschee ist interessant, da sie komplett in Chinesischem Styl gebaut ist und nur der Gebetssaal nach Islam aussieht.

Hua shan :

3e huashan 1 120 km von Xi’an entfernt erwartet einen auf einem der fünf Taoistischen Berge ein anstrengender Aufstieg und eine Wundervolle Sicht. Allerdings alles in China-Touristisch aufbereitet.

  • Nanjing

Nanjing ist eine der ehemaligen Hauptstädte Chinas und vor allem auf Grund seiner Geschichte interessant.

Fuzi-Tempel und Vorplatz:

4b Fuzi confuzius tempel statue 4a Area around Fuzi Temple

Der Fuzi-Tempel von Nanjing ist der Ort, an dem der erste aller Lehrer, Konfuzius, lange Zeit lehrte. Der eindrucksvolle Komplex ist auch heute noch von Mönchen bewohnt, die seine Lehren am leben erhalten. Um den Tempel herum befindet sich, ganz untraditionell, ein Essviertel und jede Menge Kitsch-Schönheit inklusive Bootstouren.

  • Suzhou

Das Venedig Chinas wird es genannt, aber neben romantischen Kanälen gibt es hier auch etliche herrliche Gärten und den berühmten Tigerhill. Sie sind weniger majestätische als in Peking, da sie Privatgaerten waren, aber in ihnen wird der Platz durch etliche verspielte Brücken, Tore, Steine und gewundene Gänge brillant ausgenutzt. Besonders im LIU YUAN und dem MASTER OF THE NETS Garten haben wir es genossen umher zu streifen. Suzhou kann hervorragend in Kombination mit Shanghai besucht werden.

5e Kanal V45a Kanal V3

5b cloud rock pagoda, china's schieffer turm

5c liu Yuan Garden 5d Garden of the master of the nets V1

  • Shanghai

Wir hatten das Glück während der letzten Tage der Expo 2010 in Shanghai zu sein, so dass wir es uns nicht haben nehmen lassen einen Blick auf die Weltausstellung zu werfen. Für uns war es besonders interessant zu sehen, wie sich Deutschland, Marokko und China selbst präsentieren. Und tatsächlich waren die drei Pavillons – wenn auch komplett unterschiedlich – bei den schönsten die wir gesehen haben.

6a expo 2 6b expo cutten

Abgesehen davon ist Shanghai eine äußerst sehenswerte, moderne und kosmopolitische Stadt.

Der Fluss Huang Pu trennt zwei gegensätzliche Stadtteile voneinander welche sich gegenüber stehen und einen perfekten Kontrast zur schau stellen. Auf der einen Seite Pudong, das Hypermoderne Buissnesviertel mit einem der drei höchsten Gebäuden der Welt und auf der anderen Seite The Bund mit den Prachtbauten der dreißiger Jahre. Beide sind Tagsüber wundervoll und abends, beleuchtet, atemberaubend. Um von der einen Seite zur anderen zu kommen kann man u.a. den futuristischen Tunnel Sightseeing nehmen.

6c Pudong V1 6d Koloniales Shanghai V2

Der Yu Garten (Yu Yuan):

6g yu yuan 6h Old Shanghai V3

Für mich persönlich noch schöner als die Gärten Suzhous. Er ist unterteilt in kleine Gärten unterschiedlicher Style und ein wahres Labyrinth mit unzähligen geheimen Wegen. Das er im Zentrum von Alt-Shanghai gelegen ist, macht ihn noch interessanter.

Das Shanghai Museum:

6j Tibetische Maske

Eines der besten Museen, die wir in China gesehen haben, gibt einen großartigen Überblick über Geschichte und Kultur des ganzen Landes. Mit Ausstellungen von Skulpturen, Malerei, Porzellan, Kalligraphie, Möbeln und Kleidung wird nahezu alles abgedeckt, was das Land der Mitte ausmacht. Da der Eintritt frei ist spricht nichts gegen dieses sehr übersichtliche Museum.

  • Chinesische Dörfer:

China ist voll von Megastädten. Dabei muss man nicht einmal nach Shanghai gehen. Datong war bis dahin die kleinste Stadt in der wir gewesen waren. Datong hat 1,3 Millionen Einwohner. Aber es gehört auch zu einer China-Reise dazu das ländliche Leben etwas kennen zu lernen.

6l yuntoucun6k furongcun2

Wir konnten in Yuntoucun in einem Familien-Guesthouse direkt neben der Altstadt wohnen und die Doerfler beim Reis ernten, trocknen und mahlen beobachten. Allerdings haben wir es nicht geschafft dem Smog zu entkommen. Auf dem Land wurde der Müll verbrannt, so dass die Luft meist nebelig und stinkend war.

  • Hong-Kong

Bei weitem Chinas modernste Stadt, hat Hong Kong weit mehr zu bieten als nur Hochhäuser und Shopping Malls. Hong Kong ist eine eigene Welt mit unglaublich viel Natur und Idylle und in vielerlei Hinsicht nicht wirklich China. Als Gross Britannien 1997 Hong Kong wieder an China übergab, wurde ein Slogan geboren: „Ein Land, zwei Systeme“. Als ich einen jungen Hong Konger frage ob er sich als Chinese fühlt, bekomme ich diese Phrase als Antwort, etwas auswendig gelernt, als wüsste er es selber nicht so genau. Man braucht für Hong Kong ein eigenes Visum und ein chinesisches Multiple Entrie Visum um zurück nach China zu kommen. In Hong Kong mischen sich Chinesen und Weiße wie sonst nirgendwo in China.

Abgesehen davon ist Hong Kong um einige Teurer als Festlandchina und die meisten ‚günstigen’ Zimmer findet man in einem wahren Touristen Getto in Tsim Sha Tsui. Um etwas Zeit und Geld zu sparen lohnt sich in jedem Fall die Octopus-Card.

7a Mong Kok

Victoria peak :

7e circul trail victoria peak

Die Sicht auf den Hafen, die Stadt und die Natur Hong Kongs ist sagenhaft. Nimm die Peak-Tram um hinauf zu gelangen. Ein Besuch im Peak Tower ist gut, aber nicht unbedingt nötig, wenn man den herrlichen circle trail entlang läuft. Von hier ist die Sicht in alle Richtungen die beste und man spart Geld.

Hong Kong Park:

7d hong kong parc

Gegenüber der Fuß-Station der Peak-Tram ist der Hong Kong Park. Hier, mitten im modernen Hong Kong, ist ein kleiner Urwald mit einer sehr schönen Vogelwelt, in welcher man exotischen Vögeln zum greifen nahe kommt.

Pferderennen im Happy Valley:

7b happy valley Racecourse

Ein ganz besonderer Abend! Ich hätte nicht gedacht, dass es so aufregend sein kann sein Geld zum Fenster hinaus zu werfen. Die Stimmung auf der Rennbahn direkt in der Stadt ist mitreißen. Allerdings muss man damit rechnen sein Geld zu verlieren. Auch wenn ich kein Profi bin: Pferdewetten hat sehr viel mit Glücksspiel zu tun!

Der Rückweg abends in der Doppeldecker-Tram kann sehr romantisch sein.

7c strassenbahn hk

Tai Chi:

7f tai chi class

Tai Chi gehört zu China wie Baguette zu den Franzosen. In Hong Kong kann man, vor dem großartigen Hintergrund der Skyline von Hong Kong Island, 3mal die Woche kostenlose Tai Chi Kurse besuchen. Es gibt noch viele andere Kurse, zum grossen Teil kostenlos, die man in Hong Kong machen kann.

Avenue of stars :

7g skyline Die Skyline von Hong Kong Island ist schon tagsüber unglaublich, mit dem Hafen im Vordergrund, seinen unzähligen Wolkenkratzern und den bewaldeten Hügeln im Hintergrund, aber mit Beleuchtung, ganz besonders während der täglichen Lasershow, ist der Anblick noch einmal ein ganz anderer.

Tai O :

7i tai o

Hong Kong ist nicht einfach eine Stadt. In Hong Kong gibt es noch verschiedene kleine Dörfer, von denen wir das charmante Fischerdorf Tai O besucht haben. Hier kann man fabelhaften Fisch essen und durch Gassen bummeln, welche mit aufs Wasser gebauten Holzhäusern gesäumt sind. Bei einer Bootstour um und durch die Stadt haben wir tatsächlich Weiße Delphine im Wasser aufblitzen sehen.

Mac LeHose Trail:

7j maclehose trail sekt 1

Auch für Wanderfreunde hat Hong Kong einiges zu bieten. Die New Territories sind durchzogen von verschiedenen, zum Teil 100 km langen, Wanderpfaden. Die einzelnen Teilabschnitte sind jeweils in einem Tag zu schaffen und in Kategorien unterteilt. „Einfach“ bedeutet dabei, dass man die ganze Zeit auf asphaltierter Straße läuft. Die Landschaft ist aber auch hier wunderschön und wenn man will, kann man sich auch durch das Dickicht schlagen und am steilen Ufer entlang laufen.

Wie schon gesagt ist China ein unglaublich grosses Land und es gibt vieles, dass wir gerne noch gesehen haetten: den Berg Huang Shan, die huebsche kleine Stadt pingyao, die schoenen Regionen im Sueden Chinas (Yunnan und Guizhou), den Yangzi Fluss mit dem Drei-Schluchten-Staudamm und natuerlich Tibet.

Fuer alle, die sich bis hierhin durchgekaempft haben noch der Hinweis, dass sich auch unsere Gallerie aktuallisiert hat. Da gibts mehr China-Bilder und noch mehr auf flickr.




Der heilige Berg Hua Shan

Wir waren auf einem der fünf heiligen Berge der Taoisten, dem Hua Shan. Um auf den Gipfel zu kommn gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann eine Seilbahn hinauf nehmen, aber ich wollte lieber hoch pilgern. Als Alternativen gibt es eine 6 Stunden-Wanderung und eine anstrengende 2 Stunden-Strecke, den “soldiers trail”. Maria war nicht begeistert, aber wir einigten uns auf den weniger anstrengenden 6 Stunden-Weg. Was sich für Maria als Fehler heraus stellen sollte.

Am Berg angekommen konnten wir die leichtere Alternative, den Wanderweg, nicht finden, also mussten wir doch den “soldiers trail” nehmen. Er führt direkt unterhalb der Seilbahn auf den ersten Gipfel (1615m) hinauf und Maria sah sich ihrem schlimmsten Feind des Alltags gegenüber: Treppen. Soweit das Auge reicht. Da ich fitter bin, steckten wir all unser Gepäck in einen Rucksack und ich schleppte es nach oben, was ein gerechter Ausgleich war. Wir fanden einen Rhythmus von Pausen und Wandern, mit dem wir beide  zurecht kamen. Am Ende kamen wir nach 4 anstatt 2 Stunden zufrieden und erschöpft oben an (aber um den Weg in 2 Stunden zu schaffen, müsste man schon sehr fit sein und sich ziemlich beeilen). Hier ein paar Eindrücke von den Treppen und der Sicht nach unten (es war leider bewölkt).

clip_image002clip_image003clip_image004

clip_image007clip_image011

clip_image005clip_image006clip_image008

clip_image009clip_image010

clip_image012clip_image013

Angekommen am Gipfel war es aber noch nicht vorbei mit Treppen steigen. Der Gipfel ist kein Plateau, sondern ein echtes Labyrinth aus Treppen und Wegen. Auch wenn die Beine gebrannt haben, wollten wir die Gegend erkunden und wir wurden belohnt. Über den Wolken war die Aussicht großartig und in alle Richtungen gab es ein neues Bild vor unseren Augen.

clip_image014clip_image015

clip_image017

clip_image016clip_image018

Die Nacht verbrachten wir im einzigen Hotel und am nächsten Tag ging es noch mehr Treppen nach oben über die atemberaubende green dragon ridge zum Wuyunfeng-Gipfel.

clip_image019 clip_image020

« Kein Schauen beim Laufen, kein Laufen beim Schauen!»

clip_image021clip_image022

clip_image023clip_image024

clip_image025clip_image026

Maria wollte wirklich nicht weiter hoch, aber weil sie es trotzdem gemacht hat und es beim nächsten Gipfel absolut keine tolle Aussicht gab hat sie eine große Medaille verdient. Als wir dann den alten Mann mit seiner schwere Last sahen, der sich die Treppen hinauf quälte, hörten wir auf uns zu beschweren.

clip_image027 clip_image028

Am Nachmittag sind wir dann den “soldiers trail” wieder hinab gestiegen und konnten diesmal mit der Schwerkraft zusammen arbeiten. Runter brauchten wir nur 1h45 und ich war derjenige dem es schwerer viel. Die Knie litten unter den Schritten und dem Gepäck.

clip_image029

Am selben Abend sind wir mit dem Zug in Richtung Shanghai gefahren. Die Schlafplätze waren ausgebucht gewesen, so mussten wir die 18 Stunden auf sehr unbequemen Sitzen verbringen. Das half den Beinen nicht sich zu erholen, so dass Maria am kommenden Tag etwas humpelte und unser Muskelkater gut drei Tage anhielt. Ich glaube Maria hat mich gehasst und war vermutlich kurz davor gewesen, mich von der Klippe zu schupsen. Der nächste Berg wird kleiner! 😉

Björn




Morgens im Park des Himmelspalastes

Die Zeit von 6 Uhr bis zur Mittagszeit ist eine ganz besondere im Park des Himmelspalastes. In dieser Zeit treffen sich hier die Chinesen um das zu tun, was ihnen Spaß macht, was ihnen gut tut und worin sie sich zu verbessern suchen.

Tai Chi im morgengrauen

Es herrscht eine ganz spezielle Atmosphäre, ohne dass es leise oder bedächtig wäre. Allgegenwärtig ist das Klatschen von Händen auf Händen,Schwertkaempfer ueben und philosophieren ueber die Kunst des Schwertkampfes Bauch oder Beine. Beim stehen, gehen und laufen, beim Tanzen oder sich unterhalten klatschen die Menschen sich auf den Körper um sich aufzuwärmen und die Ein alter Mann legt mal eben sein Bein auf einen Ast waehrend er plaudertLebensgeister zu wecken. Es ist eine so vielfältige Gesellschaft, die sich hier versammelt. Man findet Kartenspieler, Schwertkämpfer, Jogger (aber nur wenige), viele dehnen sich an Turngeräten auf “Spielplätzen” oder an einem Baum oder Geländer. Es wird Federball oder Fuß Federball gespielt. Einige Musizieren, und singen wie in der traditionellen chinesischen Oper, wobei jeder der mag einmal singen kann oder tanzen gemeinsam. Und überall sieht man Leute, die Tai Chi machen. Ob alleine oder in der Gruppe ist dabei Nebensache, jeder wie er mag. Überhaupt, scheint es die Leute hier absolut nicht zu stören, was andere machen oder denken könnten (wie bei diesem hier). Immer wieder hört man laute rufe “Haaaoo” oder ein schnelles “Hau. Hau.”. Wer sich hier hin kommt, scheint mit sich selbst im reinen zu sein. Ich wandele durch den Park und bin fasziniert. Ich wusste, dass hier morgens Sport gemacht wird, aber mit so einer Vielfalt hatte ich nicht gerechnet. Es ist wundervoll.

Aber richtig los geht es erst in dem Moment, als Maria und ich unsere Zurückhaltung ablegen und von Zuschauern zu Teilnehmern werden. In dem Moment als wir verstehen, dass wir hier einen Ort gefunden haben, an dem jeder an sich Unglaublich was er da macht. Er ist 73!!!arbeitet und es nicht schlimm ist, wenn man noch ein Lehrling ist. In diesem Moment übertreten wir eine unsichtbare Grenze zwischen den Touristen und den Einheimischen, in diesem Moment erleben wir den  Park des Himmelspalastes anders. Wir gehen auf den Spielplatz, legen unsere Sachen ab und fangen vorsichtig an unsere vom Reisen müden Knochen zu dehnen. Sofort kommt ein Chinese auf uns zu und zeigt uns Übungen, wie er sie macht. Ein bisschen macht er sich auch lustig über mich, weil ichHier kriege ich tips, wie ich mich besser dehnen kann so ungelenkig bin, aber nicht so, dass es mich stören müsste. Wir staunen über einen alten man der die wildesten Dehnübungen macht. Als er es bemerkt, zeigt er sie mir. Ich traue mich zunächst nicht, doch dann versuche ich es. Ich schaffe es. Einmal… Der alte Mann ist 73 und macht sie locker 5 mal am Stück. Als wir fertig sind mit dehnen,verabschieden wir uns und geraten gleich in die nächste Gruppe. Hackysack ist in Deutschland eine Trendsportart. In China wird es seit über 2000 Jahren gespielt und jeder spielt es vom Kind bis zur Oma. Nur haben die Chinesen keinen Reissack, sondern mit Federn bestückte Metallplatten und es heißt Jianzi. Unser laoschi (Lehrer) zeigt uns einige Tricks und freut sich, wenn wir etwas hinbekommen. Danach gehen wir noch etwas weiter, klettern ein wenig, machen Situps und uns tun die Touristen leid, die es nicht geschafft haben die unsichtbare Grenze zu überschreiten. Hoffentlich geling uns dieses Kunststück noch öfter. Es ist in China sehr schwierig als Reisender kein dummer Tourist zu sein.

Junge und alte Frauen Tanzen mit dem Faecher Die Chinesen lieben es gemeinsam zu tanzen




Oh mein Gott, wir sind in Peking

Das Highlight unserer Reise bisher: exotisch, aufregend und imposant. Das wahre Asien. Peking hat uns überrascht, in seinen Bann gezogen und schockiert.



Peking ist eine saubere Stadt, groß, schön, exotisch, traditionell und modern. Unzählige Tempel und Parks gilt es so entdecken. Wir waren 10 Tage dort und wollten nicht wieder gehen.

Das erste Highlight war (wie erwartet) das Essen. Kaum in Peking angekommen sind wir natürlich gleich eine Pekingente essen gegangen. Sie wird vor deinen Augen in zarte Scheiben geschnitten und mit Pfannkuchen und Schnittlauch gegessen. Aus den Resten wird zum Abschluss noch eine Suppe gemacht. Köstlich! Wenn man zu mehreren isst, bestellt jeder was ihm gefällt und alles wird in der Mitte des Tisches serviert und geteilt, so dass jeder von allem probieren kann. Manchmal gibt zum leichteren Teilen auch eine Drehbare Platte in der Tischmitte. Das zweite Highlight waren die Supermärkte, was man so eigentlich nicht erwartet. Dort findet man kaum Zutaten zum kochen, sondern nur Süßigkeiten, Trockenfruechte, Fertignudeln in allen Varianten, Vakuum-verpackte gebratene Enten, Limonaden und Wasser.

Weiter haben uns unsere Schritte zu den Souvenirs geführt. In diesen Momenten ist es schwer ein Backpacker zu sein, es gibt zu viel schönes, das man kaufen möchte, so viele Versuchungen. Genau wie beim Essen: am Anfang möchte man am liebsten alles probieren!

Und dann kam der Schock. Angekommen auf dem Nachtmarkt habe ich das gesehen wovon jeder schon gehört hat. Aber die Realität ist ganz anderes als die Theorie! Hier gibt Spieße in allen Varianten. Manche mit Lamm oder Tofu andere mit Salamandern, kleinen Vögeln, Embryos, Käfer, riesige Skorpione und das heftigste: lebende Skorpione, die aufgespießt den ganzen Tag darauf warten gegrillt zu werden (hier das Video). Wir haben nichts davon gegessen sondern nach etwas normalem gesucht. Wir waren zu schockiert. Nudeln findet man leicht, und dazu gab es etwas, dass wir für Tintenfisch-Arme gehalten haben. Es hat scheußlich geschmeckt und erst drei Wochen später haben wir herausbekommen, dass es Kuhmagen war. Ekelhaft. Also ja, die chinesische Küche. Sie kann viel besser und viel schlechter sein als in einem chinesischen Restorant bei uns. Aber in jedem Fall ist sie anders.

Und die Chinesen. Ja, ja. Sie selber sind eine Sehenswürdigkeit. Und während der einzigen Woche in der alle Chinesen frei haben, konnten wir sie wahrlich in Massen beobachten. Sie waren einfach überall, wie Ameisen. Die Parks, die eigentlich zum entspannen und meditieren gedacht sind, waren voll von Gruppen kleiner Ameisen. Jede Gruppe hat ihre eigenen Hüte (schön rot oder rosa, damit sie auch von weitem zu sehen sind) und der Guide hat eine Fahne in der Hand und ein Mikro am Mund. Dabei versucht jeder Guide lauter zu sprechen als sein Nachbar. Einmal, in einem Park, haben wir einen chinesischen Touristen gesehen, der arme hatte alleine die ungeteilte Aufmerksamkeit des Guides und dieser hat wie verrückt in sein Mikro geschrien, nur 2 cm vom Ohr des Touris entfernt. Es gab für ihn keine Chance zu entkommen. Maria und ich lagen am Boden vor lachen.

Die Chinesen sind gerne kitschig. Sie kaufen alle möglichen Souvenirs wie blinkende Statuen, Spielzeuge und Kanevalshuete und überall spazieren sie mit kleinen chinesischen Flaggen umher. Die Chinesen in den nationalen Ferien sind wirklich die absoluten Touristen. Viel mehr als wir. Sie machen Fotos von allem und jeden, auch manchmal von uns. Und das in der Hauptstadt! Außerdem sind sie extrem neugierig. Wenn wir etwas lesen oder ein Foto machen, kommen sie und wollen genau wissen, was wir machen und einmal hat uns jemand sogar unseren Reiseführer aus der Hand genommen und darin geblättert. Aber anstatt zu fragen hat er uns freundlich angelacht. Ein anderes mal wurde ich fast von einem Mofa angefahren, aber der Fahrer musste sich nicht entschuldigen. Stattdessen hat er wieder nett gelacht, so dass man mit lachen musste und nicht wirklich sauer werden konnte. Die Chinesen lachen sehr viel und gerne und in fast jeder Situation.

Die Händler sind hemmungslos. Sie rufen nach dir und fassen dich an. Einer hatte eine besonders raffinierte Strategie entwickelt. Er stand mitten auf dem Gehweg um Werbung für sein Geschäft zu machen und zu rufen wie alle anderen, aber wenn du in seiner Nähe vorbei gegangen bist hat er dir ein Bein gestellt um deine Aufmerksamkeit noch mehr auf sich zu ziehen. Maria währe ihm fast zu Füssen gelegen.

Auch sind die Chinesen, besonders in Peking, ausgesprochen hilfsbereit, manchmal sogar zu sehr. Ganz im Gegensatz zu Moskau versuchen sie dir zu helfen, auch wenn sie nur ein paar Wörter Englisch sprechen können. Wenn du einen Stadtplan öffnest, kommt vermutlich bald jemand, der dir seine ehrliche Hilfe anbietet. Wow, so habe ich Hilfsbereitschaft noch nie erlebt. Und wenn du nach dem Weg fragst und er ihn nicht kennt, dann belässt er es nicht dabei, sondern fragt alle anderen auf der Straße, oder ruft jemanden an (wie der Telefonjoker bei wer wird Millionär) Die, die kein Englisch können geben auch nicht auf, sondern benutzen entweder einen Handy-Wörterbuch oder rufen jemanden an der besser Englisch kann als sie. Ein Mädchen wollte uns einmal so sehr helfen, dass sie nicht nur alle Leute angesprochen hat, sondern auch unser Ziel auf dem GPS ihres Handys eingegeben hat und eine viertel Stunde mit uns in die entgegengesetzte Richtung gegangen ist in die sie eigentlich wollte. Sie (und wir) haben das Ziel auch erreicht.

Insgesamt ist Peking eine unglaubliche Stadt mit unglaublichen Einwohnern.