Australien – Road Trip 2. Akt

Australiens Red Centre – 1539 km durch die rote Wüste

Der erste Teil unseres Road Trips durch Australien vom Norden bis ins Zentrum hat uns schlichtweg begeistert. Jetzt würden wir das Herzen des Kontinents entdecken: die endlos rote Wüste, seine Hauptstadt Alice Springs und natürlich auch den berühmten Uluru. Und wir sollten nicht enttäuscht werden.

Map Redcenter roadtrip

1 – Alice Springs

Aber zunächst, gleich nach unserer Ankunft in der Wüstenhauptstadt Alice Springs, stand etwas weit weniger romantisches auf dem Programm. Arbeitssuche. Schließlich wussten wir dass es nicht die Zeit sein würde, die das Ende unseres großen Abenteuers beschließt, sondern das Geld. So wollten wir entweder Geld verdienen, oder zumindest arbeiten, um keines für Unterkunft und Verpflegung zu zahlen. Doch trotz unseres Mega-Lebenslaufes, den wir in der ganzen Stadt verteilten, konnten wir einfach nichts finden.
Tagsüber waren wir in Alice Springs, doch wir hatten keine große Lust auch unsere Nächte dort zu verbringen. Alice Springs hat ein ernsthaftes Alkoholismusproblem, welches leider unter den Aborigines besonders ausgeprägt ist.

Aborigines in Alice Springs_Road Trip

So suchten wir uns jeden Abend ein ruhiges Plätzchen etwa 30 Fahrminuten von Alice entfernt, um im Auto zu schlafen. The Tropic of Capricorn_Road Trip Wir waren oft auf dem Parkplatz Simpson Gap oder dem vom Südlichen Wendekreis. Die ersten Nächte hatten wir auf einer Piste nur 10 km vor der Stadt verbracht. Ein typisch Australischer Outback Ort. Abgelegen, mit magischer Atmosphäre und perfekten Sonnenuntergängen. Aber nachdem zwei Nächte in Folge jemand ums Auto geschlichen war, fühlten wir uns doch etwas unbehaglich und entschieden uns lieber den Ort zu wechseln.
Zur Erinnerung, wir sind in der Wüste. Sobald die Sonne verschwindet, wird es bitterkalt und der Unterschied zu den heißen Tagen ist nicht leicht zu ertragen. Nachts sank die Temperatur fast bis auf 0°C, so dass wir selbst zum Abendessen und Zähneputzen nicht aus Auto und Schlafsack wollten. Brrr…

Where we slept near AS_Road Trip

Und so beeilten wir uns abends immer die Sachen aus dem Kofferraum (unserem Schlafzimmer) nach vorne auf Fahrer und Beifahrersitz zu räumen.

MyCar Guesthouse_Road TripAlice Springs ist zwar wahrlich keine Traumstadt, aber es gibt mehrere Möglichkeiten sich eine Idee vom Alltag dieser Stadt zu machen, die so weit von allem anderen entfernt ist. Um sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen, kann man auf den Anzac Hill steigen. Von hieraus sieht man quasi die ganze Stadt.

View over Alice from ANZAC Hill_Road Trip

Das Adelaide House ist das erste Krankenhaus der Stadt gewesen…

Adelaide House in Alice Springs_Road Trip

…und etwas später hat der berühmte Pilot Flynn die Flying Doctors gegründet, welche auch heute noch einen fliegenden Krankenservice bieten. Beides lohnt sich wirklich zu besichtigen.

Flying Doctor Service - Red Center Australia_Road TripFlying Doctor Service - Red Center Australia_Road Trip

Leider haben wir es nicht geschafft die school of the air zu besichtigen, in welcher erklärt wird, wie Kinder auf den Abgelegensten Farmen im Outback mit Radio, Post und Internet unterrichtet werden. Man passt sich an.

Auch die Entwicklung der Outback-Kommunikation ist eindrücklich erklärt, in der alten Telegrafenstation (Eintritt 8$, die wir gespart haben, weil wir schon da waren, bevor die Kasse aufgemacht hat).

Telegraph station in Alice Springs 1_Road Trip

Besonders gut hat uns der Markt an der Todd Mall gefallen (2 mal monatlich) und vor allem der Didgeridoo Kurs, den wir besucht haben. Dieses berühmte Aborigine Instrument ist verdammt schwer zu spielen und erfordert einen langen Atem.

Didgeridoo class in Alice Springs_Road Trip

Wer noch etwas mehr Zeit hat, kann sich auch das ehemalige Regierungsgebäude The Residency, oder das alte Gefängnis Old Stuart Town Gaol anschauen.

Nachdem wir die Stadt und seine Geschichte kennen gelernt und uns quasi überall beworben hatten, konnten wir nichts weiter tun, als auf Antworten zu warten. Und so entschieden wir uns zunächst fast 1600 km durch die rote Sandwüste des Red Centers zu fahren.

2 – Schluchten und Wasserlöcher im Zentrum der Wüste

Alice Springs – West MacDonnell Nationalpark (etwa 264 km)

Den Ausflug in den West MacDonnell Nationalpark kann man von Alice aus in einem Tag machen. Der Park besteht aus einer Bergkette, durchzogen von Schluchten und gespickt mit Wasserlöchern in einer ansonsten flachen und trockenen Wüstenlandschaft. Wie so oft in Australien sind die Sehenswürdigkeiten sehr gut ausgebaut. So zum Bespiel im Simpsons Gap, wo wir davon profitiert haben, um mal wieder gründlich unser Geschirr zu waschen. Danach haben wir unsere Füße im Ellery Creek Bighole gebadet und dabei gepicknickt.

West MacDonnell Ranges - Chilly bighole waterWest MacDonnell Ranges - Ellery Creek Bighole

In den Ochre pits kann man die farbigen Felsen bewundern, welche den Aborigines zum Herstellen ihrer Farben dienen. In der Schlucht von Ormiston Gorge haben wir die kleine Wanderung gemacht, die einen am Ghost Gum lookout einen wundervollen Ausblick auf die Schlucht gewährt.

West MacDonnell Ranges - Orchre PitsWest MacDonnell Ranges - Ghost Gum lookout

Wir sind noch etwas weiter gefahren um den Krater des Meteoriten Tnorala beim Tylers Pass Lookout zu sehen, aber der Krater ist zu gross und flach, als dass man ihn wirklich wahrnehmen kann. Auf dem Rückweg haben wir auf dem Mont Sonder einen Moment inne gehalten und einen dieser atemberaubenden Sonnenuntergänge Australiens gesehen.

West MacDonnell Ranges - Mont Sonder_Road Trip

Ca. 80 km vor Alice Springs haben wir dann unser Nachtlager aufgeschlagen und unser erstes echtes „Bush Tucker“ (Busch-Essen) versucht. Wir haben einen Damper, ein australisches Stockbrot (Rezept unten) gebacken, welches Kings Canyon - Campfire_Road Tripman entweder direkt in der Glut oder aber in einem Busch-Ofen backen kann. Dafür legt man Steine ins Feuer bis sie glühend heiß sind und gräbt sie dann zusammen mit Brot oder Kartoffeln ein. Ein anderer Vorteil des Ofens ist, dass die Steine bis zum nächsten Morgen heiß bleiben und man sich Hände, Füße und seinen Kaffee wärmen kann ohne eine neues Feuer anzünden zu müssen. Wir haben uns für die Feuerglut-Variante entschieden, aber waren definitiv noch keine Busch Experten und mussten das Brot verbrannt essen. Wenn man Hunger und keine Wahl hat, beschwert man sich auch nicht.

Am nächsten Morgen sind wir kurz in Alice Springs ausgestiegen, nur um uns zu Duschen und neu einzudecken.

3 – Uluru

Alice Springs – Uluru (470 km) 5 Stunden

Nach mehreren Stunden Autofahrt, waren wir ganz verrückt darauf, endlich den berühmten Uluru zu sehen; so sehr, dass wir den ersten großen Stein, der aus der flachen Wüste aufragte, voller Aufregung fotografierten.

Not Uluru, Mount Conner_Road Trip

Aber wir hatten uns täuschen lassen. Wir kamen erst ein paar Minuten vor Sonnenuntergang im Uluru Nationalpark an

Uluru National Park - Sunset view_Road Trip

Da es verboten ist im Park zu nächtigen, sind wir wieder hinaus gefahren in die Dunkelheit des Busches. Umgeben von hohem trockenem Gras, dem perfekten Versteck für Schlangen und sonstiges Getier, haben wir uns nach kurzem zögern doch getraut Spaghetti zu kochen.

Wir haben also bis zum nächsten Morgen gewartet, um den für die Aborigines so heiligen Berg zu erkunden.

Uluru NP - Mala Walk_Road Trip

Leider gibt es immer noch viele Touristen denen der Respekt für die Traditionen der Aborigines fehlt und die trotz Verbot auf den Uluru steigen und dabei auch noch Ihre Gesundheit riskieren.

Während der sehr interessanten und kostenlosen Tour Mala Walk, hat uns der Ranger erklärt, dass regelmäßig Hubschrauber Resting during Uluru Base Walkauf den Uluru müssen, um verletzte oder dehydrierte Touristen zu retten. Tatsächlich ist der Fels sehr steil und sieht von der Ferne glatt und rutschig aus.

Wir haben gerne darauf verzichtet auf dem Uluru zu spazieren und sind statt dessen lieber für dreieinhalb Stunden dem 10,6 km langen „Base Walk“ gefolgt. Der Weg ist komplett flach, aber die Sonne brennt so heiß, dass es unmöglich war keine Pausen zu machen.

Maria in front of Uluru NP_Road Trip

Für die besten Sonnenuntergang Fotos, begibt man sich zum car sunset viewing. Nach dem Spektakel haben wir uns noch zum Talinguru Nyakunytjaku viewing aufgemacht wo wir die Sonne endgültig haben verschwinden sehen, hinter dem zweiten Felsen des Parks, dem Kata Tjuta (Olga). Er ist weit weniger bekannt aber hat mit seinen interessanten Rundungen seinen eigenen Charme..

Uluru National Park - Kata Tjuta - Olga in sunset_Road Trip

Hier hat auch eine andere Überraschung auf uns gewartet: Myriam, die einsame Belgisch-Tunesische Reisende, mit der wir schon in Chiang Mai in Thailand einige Zeit verbracht hatten. Was für ein Zufall! Die Pfade der Backpacker ist eindeutig ausgetretener, als man so glauben möchte. Und wir haben Myriam später noch ein drittes mal zufällig getroffen, auf einem Gletscher in Neuseeland.

Uluru National Park - Myriem & Maria_Road Trip

Zu zweit haben wir unseren schönen Abend dann romantisch beendet, mit einem Abendessen auf dem Picknickplatz des Uluru Kultur Zentrums. Doch ein Ranger hat uns irgendwann verscheucht. Der Park schließt die Tore und er hat uns ganze 15 Minuten mit dem Auto bis zum Ausgang begleitet. Wir befanden uns also wieder für eine Nacht im einsamen Busch.

Am nächsten Morgen fühlten wir uns beide etwas schwach und Maria hatte Halsschmerzen. Seit immerhin einem Monat lebten wir unter freiem Himmel und schliefen im Auto. Seit einem Monat waren wir dem anstrengenden Unterschied zwischen den heißen Tagen und kalten Nächten ausgeliefert. Heute wollten wir den Kata Tjuta von nahem erkunden aber wir hatten nicht die Kraft die 4 stündige Wanderung durchs Valley of the winds zu machen. So gingen wir nur die ersten paar Minuten bis zum Karu lookout und spazierten anschließend zum Walpa Gorge.

Uluru National Park - Walpa Gorge - Björn climbed a navel_Road Trip

Am Abend haben wir es uns wieder an einem Tisch am Sunset viewing bequem gemacht und unser typischsten Australienessen gegessen: Nudeln mit Möhren und Fleischwurst. Wir haben gut gegessen, gut getrunken und gewürfelt und dabei den Sonnenuntergang genossen.

Uluru National Park - Pick nick at Cultural center_Road Trip

Solange, bis der gleiche Ranger wie am Vortag, Mike wie wir erfuhren, uns freundlich gebeten hat zum Ausgang zu fahren. Ach, wie gerne hätten wir seine Arbeit unter freiem Himmel an einem so zauberhaften Ort!

4 – Weises Salz, roter Fels
Uluru – Kings Canyon (Warrtaka Np) 325 km

Nach unserem Abendessen und -trinken, haben wir noch lustiges Restarea-Hopping gemacht und haben nach 150 km endlich einen Rastplatz mit Toilette gefunden. Bei dieser Nachttour haben wir versucht, keine Kängurus zu überfahren, was bei all der Fröhlichkeit und der Dunkelheit gar nicht so leicht war. In der Nacht hatten wir allerdings Besuch von Mäusen, die sich über unsere Vorräte hermachen wollten. Am Morgen schauten wir uns unseren Rastplatz genauer an und er schien zu sein wie viele die wir bisher gekannt hatten, ein enormer Trinkwassertank, ein paar Bänke, Mülleimer und eine Trockentoilette. Statt dieser gibt es oft nur, was Mutter Natur einem zu bieten hat.

A typical restarea in Australia_Road Trip

Jedenfalls waren es wohl die Mülleimer gewesen, die das Zuhause der Mäuse waren, wenn gerade keine Touristen mit frischen Vorräten vorbei kamen.

Auf der anderen Straßenseite versperrte eine Düne unseren Blick, der doch mittlerweile so sehr an Weite gewöhnt war, und wir waren neugierig zu sehen was es dahinter gab. Nachdem wir die Düne hinaufgestiegen waren, blickten wir auf eine sich weit, weit erstreckende weiße Ebene, die nicht auf unserer Karte auftauchte. Ein Salz-See. Wir gingen hinunter und liefen über das Salz. Es war als würden wir über Schnee laufen, nur das die Oberfläche knackte wie Karamell und das man darin einsank. Unter der Salzschicht war dunkel brauner Schlamm der den Fußstapfen einen grandiosen Kontrast verlieh.

Footprint in a Saltlake - Australia_Road Trip

Wir sind dann zum Kings Canyon gefahren. Der Kings Creek Walk von 2,5 km ist einer der einfachen Art, denn man läuft nur am Fuße der Schluchten entlang.

Kings Canyon - welcoming visitors_Road Trip

Kings Canyon walk_Road TripKings Canyon - Enjoyable Creek walk

Da man auch hier nicht im Park schlafen kann, sind wir wieder auf eine Piste ausgewichen und haben erneut ein Damper versucht, diesmal erfolgreicher. Bald können wir uns Outback-Experten nennen.

 

Kings Canyon - at the end of the walk_Road Trip

Am kommenden Tag haben wir den langen Marsch über 6 km und 4h30 gewagt, den Kings Canyon Walk. Es ist eine anstrengende Strecke, denn man läuft in der prallen australischen Sonne jede Menge steile Wege rauf und runter.

Kings Canyon - Björn over the creek_Road TripKings Canyon - Maria climbing_Road Trip

Kings Canyon - hanging over the ledge_Road Trip

Aber die steinige Landschaft ist überraschend schön und am immerwährenden Wasserloch „Garden Eden“ kann man die Füße kühlen und sich ausruhen. Kings Canyon - Whos that_Road TripAls wir zurück beim Auto waren, standen wir dennoch kurz vorm Hitzeschlag und haben auf dem Rastplatz kurzerhand eine indische Dusche gegönnt und unsere Sachen gewaschen.

Red Center road trip - shower_Road Trip
5 – zurück in Alice Springs

Kings Canyon – Alice Springs (480 km)

Wir haben einen Nudelsalat zu abend gegessen und sind vollkommen fertig im Auto eingeschlafen. Am nächsten Morgen haben wir es uns gegönnt mal wieder richtig auszuschlafen. Outback Rastplätze dienen nicht nur der Rast, sondern man kann hier auch wunderbar andere Reisende treffen. An diesem Morgen haben wir den Begriff „Grey Normad“ gelernt. Das sind Australischen Nomaden, die graue Haare und genug Zeit und Geld haben, um ihren Kontinent im Allrad neu zu entdecken. In der Luxus Version, nicht zu vergleichen mit unserem geliebten Ford Falcon.

Luxery camping - Grey Nomads in Australia_Road Trip

Wir sind an diesem Tag nur die 300 km bis zum Rastplatz kurz vor Alice Springs (60 km) gefahren und sind früh ins Bett gegangen. Denn wir hatten am nächsten Tag ein Vorstellungsgespräch bei… Mc Donalds.

Der nächste Tag war ein Freitag und wir haben den Manager von dem Mc Do von Alice Springs getroffen. Er kam etwas zu spät und wir mussten so das Gespräch zusammen machen. Das war auch garnicht so schlecht, so hatten wir vier Ohren um sein seltsames Outback-Australisch zu verstehen. Das Gespräch ist gut gelaufen. Wir haben etwas gelogen und gesagt, dass wir 3 Monate bleiben wollten, aber wir mussten dennoch bis zum kommenden Montag auf seine Antwort warten, was uns etwas genervt hat, denn einerseits wollten wir einen Job aber andererseits hatten wir auch keine Lust hier in Alice zu krepieren.

Wir haben das Wochenende genutzt um uns ans richtig früh aufstehen zu gewöhnen. Unsere Schichten bei Mc Do sollten um 6 Uhr anfangen. Außerdem haben wir ein Zimmer gesucht und haben schließlich eins gefunden für 160 $ pro Woche bei einem armen Hund, dessen Frau gerade weggelaufen war. Als wir am Dienstag immer noch nichts von dem Manager gehört hatten, sind wir aber dann doch einfach aufgebrochen. Er wollte uns offensichtlich nicht, sondern suchte Leute die mindestens 6 Monate bleiben. Wir haben wirklich zu viel Zeit in dieser Stadt verbracht. All das hat uns aber nicht daran gehindert zum Abschied noch bei Mc Donalds zu essen und wir haben uns gesagt, dass wir doch Glück gehabt hatten. Wir wollten viel lieber an der freien Luft arbeiten, einen Nationalpark oder einer Krokodilfarm, als in einem Fast Food Restaurant. Also haben wir vom WiFi bei Mc Do profitiert und noch ein paar Bewerbungen geschickt an Orte, die uns wirklich interessierten.

Und dann, endlich, konnten wir unseren Road Trip weiter fortsetzen, weiter in Richtung der australischen Südküste.

*Rezept Buschbrot Damper :

500 g Mehl, 1,5 TL Salz und etwas Wasser

Mischen Sie Mehl und Salz mit etwa 3 EL Wasser und verrühren Sie dies zu einem glatten Teig (ggf. etwas mehr Wasser hinzugeben). Dann zu einem dicken Fladen kneten. Packen Sie den Teig in Alufolie (es geht allerdings auch ohne) und legen Sie ihn auf heiße Kohlen und bedecken Sie ihn ebenfalls mit Kohlen. Backzeit etwa 30min. Anschließend warm mit Butter genießen. Eine andere Variante ist den Teig in einen gusseisernen Topf mit Deckel, dem sogenannten Campoven, auf heißen Kohlen zu backen. Wer es im gewöhnlichen Backofen probieren möchte, der sollte den Teig ohne Alufolie bei 180°C etwa 30 min backen.




Australien – Road Trip 1. Akt

Vom Top End ins Red Center (1843 km)

Wir sind bereit fürs Abenteuer! Am 16 August 2011 beginnen wir unseren langen Road Trip quer durch Australiens Wüste. Mit Karte und Kompass bewaffnet geht es vom tropischen Norden durch das Rote Zentrum bis in den fruchtbaren Süden. Die Richtung ist klar, es gibt nur eine Straße, die Darwin und Adelaide verbindet: den Stuart Highway, der auf seinen 2834 km jede Menge Abenteuer und Überraschungen bereit hält.

1. – Das Top End

Von Darwin in den Litchfield Nationalpark (163 km)

Welch eine Freude es ist, durch die endlosen Weiten zu fahren! Sobald man die Stadt verlässt, umgibt einen die Einsamkeit und der Blick auf das Handy bestätigt es: kein Netz mehr, für die nächsten 1000 km. Jedes mal, wenn wir eine größere Stadt verlassen, warnen wir unsere Familien, dass sie die nächste Woche nichts von uns hören werden. Was für ein Unterschied zu unserem Aufenthalt in dem, aus allen Nähten platzenden, Asien.

Wir stellten uns den Stuart Highway, als eine schnurgerade Linie vor, aber in Wirklichkeit hält er neben sanften Hügeln sogar gelegentliche Kurven bereit, der Abwechslung halber.

Bei der Ankunft im Litchfield Nationalpark wird man von seltsam geformten Gebilden begrüßt, den Magnetic Termite Mounds. Zu hunderten wurden diese Hügel von Millionen fleißiger Kompass Termiten nebeneinander gereiht und mit mathematischer Präzision von Norden nach Süden ausgerichtet, um der prallen Mittagshitze zu entgehen.

Termitenhügel AustraliensHügel der australischen Kompass-Termite

Für seine Besucher hält der Park ein paar äußerst angenehme Alternativen zur Auswahl bereit. Das Buley Rockhole hat uns beim Sonnenuntergang zum Planschen im Wasserfall eingeladen und zog auch eine Schlange an, was einige Badende verängstigte; in Australien weiß man ja nie so recht, welches Tier gefährlich ist. Am nächsten Tag haben wir eine ganze Reihe anderer Wasserfälle auf unserer Wanderung durch die grüne Hitze des Parks getestet: die Florence Falls, die Tolmer und schließlich die Wangi Falls. Der eindeutige Testsieger war… eindeutig nicht zu ermitteln; alle waren herrlich.

Wangi Falls Wasserfall in AustralienTolmer Falls Wasserfall in Australien

Auch wenn der Kakadu Nationalpark, den wir vor Beginn unseres Road Trips besichtigt hatten, mit seiner einmaligen Aborigines Kunst und Kultur punktet, hat uns der Litchfield NP doch besser gefallen. Er ist kleiner und einfacher zu erkunden, quillt nur so über vor wucherndem Grün und vor allem muss man sein Blut an weit weniger Mücken verteilen.

Die Nacht haben wir auf dem Park eigenen Campingplatz verbracht und glücklicherweise hat niemand kontrolliert, ob wir auch brav das Geld in den Briefkasten geworfen hatten. 😉 Dabei bekamen wir einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Wochen und gewöhnten uns schon mal an Kompost produzierende Trockentoiletten, die zwar der Wasserknappheit in der Wüste Rechnung tragen, deren „Rosenduft“ aber auch wie ein Magnet auf Insekten wirkt.

Auf den letzten einhundert Kilometern des Tages sind wir mal wieder einem dieser beängstigen Road Trains begegnet. Auch der Anblick der vielen überdimensionalen zerrissenen Reifen, die selbst in Bäumen am Straßenrand hängen, ist nicht gerade beruhigend.

Outback - Reifen im BaumGeplatzter Reifen eines Road Trains

Wir sind an einem Rastplatz angekommen, der zwar nur ein Parkplatz neben dem Highway war und keine Toilette hatte. Aber zum ersten Mal durften wir ganz legal umsonst in unserem Ford Falcon „Rainbow Dreams“ schlafen.

Allerdings hatten wir an diesem Abend keinen Grillanzünder parat und brauchten satte drei Stunden um unser Feuer zu entfachen. Das ist ein anderes Erlebnis als die Mikrowelle zu hause! Von diesem Tag an hatten wir immer eine Tüte mit dem besten australischen Anzünder dabei: Eukalyptus-Blätter.

2. – Die unglaubliche Tierwelt Australiens

Vom Litchfield- zum Nitmiluk- Nationalpark (340 km)

Am kommenden Tag haben wir uns auf den Weg zum Nitmiluk Nationalpark gemacht, dessen Landschaft immer noch eher tropisch als trocken ist. Am Eingang des Parkes gab es zu unserer Freude heiße Duschen und Strom und so haben wir nach einem Kopfsprung in die Edith Falls Wasserfälle noch kurz von der Zivilisation profitiert.

Wir sind dann weiter bis zu Katherine Gorge gefahren, wo wir am späten Nachmittag ankamen. Unterwegs haben wir immer wieder überfahrene Kängurus gesehen, ein Beweis dafür, mit welcher Gnadenlosigkeit die Road Trains fahren.

Auf dem Parkplatz des Visitor Centers wurden wir von neugierigen Wallabies begrüßt, die sich mit einem Stück Karotte ganz nah anlocken ließen. Die Sonne war bereits dabei unter zu gehen und wir entschieden uns, nur die kurze Wanderung bis zum Baruwei Lookout zu machen.

Es war ein einmaliges Erlebnis, ein unglaubliches Spektakel, das wir nie vergessen werden. Sobald die Sonne verschwindet, strömen tausende kreischende Flughunde gleichzeitig die Schluchten des Katherine Flusses entlang. Wunderschön, surrealistisch und etwas beängstigend. Bevor wir uns auf den Rückweg machten, genossen wir noch so lange wie möglich den Ausblick.

Auch wenn man nicht mehr viel sehen konnte, wollte ich keine Taschenlampe benutzen. Plötzlich bleibe ich wie angewurzelt stehen. Ich sage nichts und hole langsam den Fotoapparat aus der Tasche. Im Blitzlicht sehen wir einen seltsam geformten, armdicken Ast auf dem Weg liegen. Erst als ich doch die Taschenlampe anmache, wird uns klar: dieser Ast, auf den ich fast getreten wäre, ist der Schwanz von etwas größerem. Sehr viel größer, 3 oder 4 Meter groß, um genau zu sein. Die größte Schlange, die wir je gesehen haben. Was sollen wir bloß machen? Wahrscheinlich ist sie nicht giftig, aber sie ist definitiv groß genug, um uns zu erwürgen, wenn sie denn Hunger hat. Zum Glück war ihr Kopf bereits weit vom Weg entfernt in einer Felsspalte verschwunden. Dennoch haben wir lieber gewartet, bis die Schlange den Weg freimacht und sind – diesmal mit Licht – zum Parkplatz zurück geeilt.

Olive Python - wilde SchlangeOlive Python - australische Würgeschlange

Nach diesem Adrenalin-Schock waren wir etwas paranoid, so dass uns selbst ein paar dutzend riesige, ekelhaft glitschige Kröten Angst einjagen konnten. Den Abend haben wir auf den Toiletten des Parks verbracht, um von Licht und Strom zu profitieren und die Fotos der letzten Erlebnisreichen Tage zu sortieren.

Auf dem Weg zu einem nahe gelegenen Parkplatz für unsere Nachtruhe haben wir noch ein weiteres animalisches Abenteuer erlebt. Zusammengerollt auf der Straße lag eine Schlange, sehr viel kleiner als die vorherige, aber mit bunten Streifen, was meist kein gutes Zeichen ist. Trotzdem steige ich aus und traue mich ganz nah heran, um sie zu fotografieren.

Es ist nicht empfohlen nachts zu fahren, da die Gefahr eines Känguru-Zusammenstoßes zu groß ist. Tatsächlich ist es schwer sie in der Dunkelheit zu sehen, oft sind es nur ihre funkelnden Augen, die einen warnen. Auf den 10 Minuten Fahrt haben zwei von ihnen nicht weit vor unserem Auto hüpfend die Straße überquert. Mit all den Tieren, die wir in nur einer Stunde gesehen haben, könnte man sich fast wie in einem Zoo fühlen, mit dem einzigen Unterschied, dass es hier keine Gehege gibt. Es ist wirklich einzigartig!

Am nächsten Tag wollten wir dann aber doch wissen, womit wir es in der Nacht zu tun hatten. Die erste Schlange, die gigantische, war eine Olive Python, ungefährlich für den Menschen. Aber im ernst, wer hätte sie davon abgehalten, wenn sie entschieden hätte einen von uns zu erwürgen? Die zweite Schlange, die bunte, war wohl entweder eine Pseudonaja (brown snake) oder eine Nachtbaumnatter (tree snake), wobei die erste eine der giftigsten Schlangen der Welt ist, deren Gift selbst in kleinsten Mengen für einen Menschen tödlich ist. Den Ranger stört es nicht weiter, dass ich bis auf einen Meter an die Schlange heran geschlichen bin und nirgendwo gibt es Informationen über die lebensgefährlichen Tiere der Region. Schon irgendwie verrückt diese Australier. Zur Abwechslung haben wir dann eine fünf-stündige Wanderung durch den Butterfly Gorge gemacht. Schmetterling hört sich doch harmlos an. Tatsächlich gab es nur ein paar der Flattertiere zu sehen und aus dem Wasser, in welches ich mich sofort zum Erfrischen stürze, beobachtet uns nur eine gemütliche Schildkröte. Keine Schlangen oder sonstiges mörderisches Getier zu sehen!

Bei aller Gefahr haben wir unsere Angst fast genossen, da sie richtig und wirklich erscheint. Wenn man echte Sorgen hat, wie genug zu Essen oder zu Trinken zu haben, an einem sicheren Ort zu schlafen oder vor Tieren und Elementen geschützt zu sein, also gesund zu bleiben und zu überleben, dann fühlt man sich weitaus lebendiger als wenn man sich um so abstrakte Dinge wie Probleme bei der Arbeit sorgt. Ein Road Trip in Australien kann eine wahre Anti-Stress-Therapie sein.

3. – Ein paradiesischer Fleck Erde

Vom Nitmiluk Nationalpark nach Mataranka (142 km)

Am Abend des gleichen Tages sind wir in Mataranka angekommen, welches bekannt ist für seine heißen Quellen. Wir haben auf dem Rastplatz der Bitter Springs gleich neben der kleinen Stadt mit seinen 250 Einwohnern geschlafen. Schon in Darwin hatten Freunde uns erzählt, dass wir im Outback automatisch mit dem Sonnenuntergang, spätestens aber um 21 Uhr einschlafen würden, aber wir wollten es nicht wirklich glauben. Und doch, seit dem ersten Tag unseres Road Trips hat sich unsere biologische Uhr an den Sonnenrhythmus angepasst. Nicht nur das fehlende Licht, sondern auch die Kälte hat uns früh unter die Decke getrieben. Die Nächte wurden immer kälter und es war mittlerweile nur noch 5°C im Auto.

Um die kalten Knochen zu wärmen, sind wir am frühen Morgen bibbernd in die Bitter Springs gestiegen. Diese natürliche Badewanne hält das ganze Jahr über Wasser von 36°C bereit und ist dabei perfekt durchsichtig. Ein kleines Stück Paradies umgeben von tropischer Natur! Kein Vergleich zum professionell ausgebauten und weit weniger zauberhaften Mararanka thermal pool, den wir danach noch gesehen hatten.

4. – Die Weite des Outback

Von Mataranka nach Tennant Creek (550 km)

167 km weiter südlich haben wir eine Pause im berühmten Daly Waters Pub im abgelegenen Busch eingelegt um, gegen 13 Uhr, das wohl reichhaltigste Frühstück der Welt zu genießen. Für 25 $ bekommst du eine enorme Portion Proteine und Kalorien, die dich im Nu satt macht.

Als Alternative zu diesem typisch australischen Frühstück gibt es in nur 286 km Entfernung das nächste Mc Morning; nur um dir eine Idee der Ausmaße des australischen Kontinents zu geben.

Diese endlosen Weiten sind zum großen Teil gigantische Farmen, auf denen sich das Vieh in absoluter Freiheit bewegt. Die größte von ihnen hat eine größere Fläche als Israel und die Straßen, auf denen man immerhin 100 km/h fährt, durchqueren das Farmland ohne Zäune. Allerdings schützt Freiheit vor Dummheit nicht. Wenn du ein paar Rinder friedlich am Straßenrand grasen siehst, bremst du besser ab, denn du kannst fast sicher sein, dass eines von ihnen im letzten Moment erschrocken in den Busch flieht… auf der anderen Straßenseite. Ein zweites wird dann entscheiden, dass es seinen Bruder nicht alleine lassen kann und ebenfalls selbstmörderisch vor dein Auto springen. Und sobald du anfängst zu Hupen werden von überallher weitere Kühe kommen, um die Straße zu passieren und dich daran hindern weiter zu fahren. Die australischen Rinder sind vermutlich die dümmsten, die man je gesehen hat.

Wilde Rinder AustralienAustralische Wildpferde

Wir haben das Selbe auch mit Wildpferden beobachtet, nur das diese dabei wenigstens elegant wirken. Selbst Kängurus lieben es über die Straße zu springen, aber nur in weiter Ferne, bisher…

Wir sind noch weitere 152 km bis nach Elliott gefahren, aber anstatt weiter nach Tennant Creek sind wir 12 km über eine unbefestigte Straße zum Longreach Waterhole abgebogen.

Die Piste ist eigentlich nur für Geländewagen geeignet und ich bin sehr vorsichtig und langsam gefahren. Mit dem Fahrer eines Jeeps, der uns überholt hat, haben wir eine Vereinbarung getroffen. Wenn wir in einer Stunde nicht am See angekommen sind, würde er uns abholen.

Nach einer kleinen Ewigkeit sind wir schließlich angekommen und haben einen herrlichen Abend an diesem abgelegen Ort verbracht. Ein älteres Ehepaar hat uns Tipps zum Angeln und Feuer anzünden gegeben. Der Duft der brennenden Eukalyptus-Blätter, die wir als Flammmaterial benutzt haben, ist sehr viel stärker als jedes ätherische Öl und sein Geruch wird in mir immer die Erinnerung an diesen romantischen Billabong hervorrufen.

Tatsächlich könnte man mit einem Jeep noch ganz andere und weit abgelegenere Orte entdecken, aber auch mit unserem Ford Falcon hatten wir ausreichend Abenteuer zu bestehen.

Nach einer Nacht im Zelt, welches etwas mehr Komfort bietet als der Kofferraum, haben wir uns auf den Rückweg über die Sandpiste gemacht und sind unserem Weg bis nach Tennant Creek gefolgt, der Stadt der Goldsucher. Leider waren wir zu spät dran, um selber zu schürfen und die Minentour war uns zu teuer. Schade, dann würden wir wohl heute nicht mehr reich werden.

5. Schatzsuche

Von Tennant Creek über Gem Tree nach Alice Springs (648 km)

Da wir kein Gold suchen konnten, haben wir weitere 100 km zurückgelegt und uns mit einem anderen geologischen Schatz getröstet, den im Abendrot glühenden Devil Marbles. Diese immensen, runden Felsbrocken sind außerordentlich Fotogen, aber leider zu schwer, um sie als Souvenir einzupacken. Aber wer hat es wohl fertig gebracht sie hier abzuladen? Einer Aborigines Geschichte zufolge sind es Eier der Regenbogenschlage (Rainbow Snake), welche sie während der Schöpfung, der „Traumzeit“, hier gelegt hat.

Devil Marbles - heavy stonesDevil Marbles - Australia

Als hätten wir noch nicht genug surrealistische Eindrücke gehabt, haben wir, nur 25 km weiter südlich, Wycliffe Well besichtigt, der australische Campingplatz, an dem man UFOs sehen kann. Wir haben es allerdings vorgezogen einen sichereren Schlafplatz ohne Außerirdische zu suchen und sind erst in absoluter Dunkelheit und ohne Brennholz auf einer Rest Area angekommen. Die Nacht war bitterkalt.

Am kommenden Tag hatten wir eigentlich geplant nach Alice Springs durchzufahren. Unterwegs hat uns ein Schild das nächste Krankenhaus in 75 km angekündigt. Wir näherten uns wieder der Zivilisation (75 km im Outback sind wie 5 km in Deutschland). Aber nach 300 km unterwegs haben wir uns entschieden einen kleinen Abstecher von 70 km bis nach Gem Tree zu machen. Auf diesem außergewöhnlichen Campingplatz wollten wir das Glück fordern und versuchen endlich reich zu werden. Hier wird zwar kein Gold gesucht, aber immerhin Edelsteine.

So haben wir einen 10-Liter Eimer Erde mit einem Sieb in der Hand nach Granat-Edelsteine durchsucht. Wir haben ein paar kleine transparent-rote Steine gefunden, aber um sie schätzen zu lassen, mussten wir den kommenden Tag abwarten.

Also richteten wir uns nicht weit entfernt im Busch am Rande des Plenty Highway für die Nacht ein. Wir haben einen wundervollen Abend in Lagerfeueratmosphäre mit Rumpsteak, Grillkartoffeln und Chips verbracht und dabei einen Film auf unserem kleinen Netbook geschaut, ein wirklich seltenes Vergnügen auf unserer Weltreise.

LagerfeuerabendGrillen im Outback

Aber die Nacht war noch kälter als die vorherige. Zum Glück wärmt bereits der erste Sonnenstrahl das Auto, welches dann schnell zum Ofen wird.

Am nächsten Tag haben wir dann die Granate schätzen lassen, aber sie waren zu klein, um sie in ein Schmuckstück einsetzen zu lassen. Wussten wir doch, dass es nur eine Abzocke sein würde.

Immer noch Mittellos haben wir also die letzten Kilometer bis nach Alice Springs im Herzen der Wüste Australiens zurückgelegt und unterwegs den südlichen Wendekreis passiert. Alice Springs wird der Startpunkt unserer Entdeckungstour des unbezähmbaren Red Centers mit dem weltberühmten Felsen, dem Uluru, sein. Wir sind gespannt, was für Wunder uns hier wohl erwarten.




Darwin und der Kakadu Nationalpark

In der letzten Zeit ist es recht still gewesen auf Augen-auf-Reise, aber wir machen uns nach einer kreativen Pause nun ans Schreiben. Es ist drei Jahre her, dass wir über Australiens rote Erde gewandelt sind. Von Indonesien hatten wir den kürzesten Weg zum fünften Kontinent genommen und Darwin, ganz im Norden des Landes, angesteuert. Wie wir uns hier anpassen mussten, unsere Startschwierigkeiten und professionellen Abenteuer, und wie man uns als Fische (nach drei Tagen fängt’s an zu stinken) beschimpft hat könnt Ihr in dem Artikel „Australien – aller Anfang ist schwer“ noch einmal im Detail durchleben.

Marmukala Billabong

Wir hatten mit einigen kleinen Jobs versucht, die Reisekasse aufzubessern: Tuk-Tuk Fahrer für australische Touristen, die Nachts zu betrunken waren, um alleine von der Bar ins Hotel zu kommen. „No worries, mate“ ich bring dich nach Hause. Ein Gast war so schwer gewesen, dass das Tuk-Tuk bei einer leichten Steigung kaum mehr von der Stelle kam und er gar mit mir tauschen wollte. „No way“ ich mach meinen Job zu Ende! Sehr oft gab es gutes Trinkgeld. Auch haben wir beide Pferde-wetten verkauft und auf einer Gala im Casino Getränke serviert. Als uns dann unsere australische Gastfamilie vor die Tür gesetzt hat, waren wir gezwungen unsere Weiterreise beschleunigt. Wir haben unser Heim und Gefährt für die nächsten Monate gekauft. Einen gebrauchten Ford Falcon, mit fast 400 000 km auf dem Tacho, den wir „Rainbow Dream“ getauft haben, angelehnt an die Dreamtime der Aborigines. Wir konnten nun einiges an Barem sparen und schliefen in unserem neuen Auto. Allerdings wollten wir kein zweites mal erwischt werden und mussten wir uns Nacht für Nacht vor der Polizei verstecken, was gar nicht so leicht ist in einer Stadt. Außerdem mussten wir auch irgendwo duschen und kochen, wofür wir entweder bis zu einem Strand mit öffentliche Duschen gefahren sind oder uns in Hostels schleichen mussten.

Bis hierhin hatten wir nicht einmal die Zeit gehabt, Darwin zu besichtigen. Zwei Tage reichen hierfür vollkommen aus. Darwin ist keine Großstadt.

Was es in Darwin zu sehen gibt:

  • Mindil Beach und sein Sunset Maket (jeden Donnerstag und Sonntag Abend bei Sonnenuntergang):

Mindil Beach - Darwin

  • Eastpoint Reservat: hier haben wir unser erstes Wallaby in freier Wildbahn gesehen, ein echtes Ereignis:

First Wallabie at the East point

  • Den Nudistenstrand vom Casuarina coastal reserve, der Strand mit den meisten Menschen von ganz Darwin :-):

Nudist beach Casuarina coastal reserve

  • Das Museum and art gallery of the Northern Territorry – kostenlos
  • Der botanische Garten – kostenlos
  • Crocodylus Park: an der Kasse gab es niemanden der uns die 35 $ pro Person abnehmen wollte und so sind wir kostenlos rein gekommen. :-) Glück muss der Mensch haben! Und dann waren wir auch noch dreist genug uns für einen Job zu bewerben, aber sie suchten gerade nur freiwillige Helfer:

Crocodylus parc - guideBjörn keeping a crocodile

Darwin fing an uns zu klein zu werden und der Wind der Freiheit drängte uns in Richtung Woanders und so verließen wir Darwin, wo wir immerhin einen Monat verbracht hatten.

Um unseren „Rainbow Dream“ vor seinem langen Road Trip (3000 km durch die australische Wüste) zu testen, unterzogen wir ihn einem Härtetest und machten einen Kurztrip in den 250 km entfernten Kakadu Nationalpark, den größten Nationalpark des Kontinents, welcher den Ureinwohnern gehört und für seine Felsmalereien bekannt ist. Wir waren voller Vorfreude; von der Freiheit kosten und uns auf das wirklich großes Abenteuer vorbereiten.

Die Straße scheint uns zu schmal für unseren Kombi, aber erst als uns der erste Roadtrain entgegen kommt wird es so richtig eng. Die Roadtrains können mit ihren Anhängern bis zu 53 Meter lang sein und fahren immer stur geradeaus. Stuart HighwayDa wir nicht so enden wollten wie die zahlreichen überfahrenen Kängurus, haben wir manches mal den klügeren gespielt und uns auf den Seitenstreifen gestellt. Abgesehen davon war das Fahren mit unserm neuen Automatik aber ein echter Genuss, selbst auf der linken Seite. Lange, gerade Straßen, wenig Verkehr und immer eine Hand frei zum Essen oder Trinken.

Es war gegen mitten in der Trockenzeit und der Kakadu Nationalpark war ganz ausgedorrt, mit jeder Menge, der für Australien so typischen Eukalyptusbäumen. Irgendwie haben wir „vergessen“ die 25 $ Eintritt zu bezahlen und sind gleich bis nach Marmukala durchgefahren, einem Sumpfgebiet, dass selbst zu dieser Jahreszeit noch feucht war und in dem zahlreiche Vogelarten Unterschlupf finden. Wir machten noch kurz beim Bowali visitor centre halt um Informationen über unser eigentliches Ziel zu sammeln, den Burdulba Campingplatz und den Nourlangie Rock. Man zahlt den Camping, indem man 5 $ in einen Umschlag legt und diesen in eine Urne wirft. Wir wurden so langsam zu Profis im nicht-zahlen und nahmen uns vor wo immer möglich kostenlos durchzukommen. Der Campingplatz ist einfach aber schön, ohne Duschen oder fließendes Wasser und es gibt einen ruhigen, einladenden Bach nicht weit entfernt. Es war das Warn-Schild (siehe Foto), dass uns davon abgeschreckt hat, uns im kühlen Nass zu erfrischen, obwohl wir es so sehr nötig gehabt hätten.

Dangerous animals

Wir haben also unser Zelt aufgebaut und uns erschöpft und hungrig ans Grillen gemacht. Zum Glück gibt es in Australien oft gut eingerichtete Grillplätze und an Brennmaterial fehlt es auch nicht. Es kann eigentlich nicht einfacher sein, ein Feuer anzuzünden, Euklyptus brennt so schnell, dass es fast Angst macht.

Campfire at Burdulba camping

Beim kochen wurden wir von tausenden Mücken angegriffen, sie schienen von überall zu kommen und, egal wo man hinblickte, man sah sie zu Dutzenden. Marias legs 'eaten' by mosquitoesNie hatten wir eine solche Konzentration von Mücken erlebt. Sie haben uns, oder um genauer zu sein besonders Maria, regelrecht massakriert. Und das, obwohl wir zweimal an diesem Abend unser, in Europa verbotenes, 70% DEET Anti-Mückenspray benutzt haben. In Europa sind maximal 30 % DEET erlaubt und bisher haben die 70% immer geholfen. Vielleicht sind die australischen Mücken anders, als die asiatischen und DEET resistent? Uns blieb nichts anderes übrig, als die Flucht ins Zelt.

Am nächsten Morgen, gleich nach dem Frühstück, machten wir uns daran, unser Mittagessen zu fangen, in dem nahen Bach. Wir haben wirklich kein Angeltalent und alles was wir gefangen haben, war der überhängende Ast eines Baumes.

Fishing with crocodiles

Aber dafür haben wir das Gebiss eines Baby-Krokodils gefunden, der endgültige Beweis dafür, dass das Warn-Schild nicht log. Vielleicht war es besser, dass wir keinen Fisch an der Angel hatten und man sollte dem gefährlichsten Krokodil der Welt, dem australischen Salzwasserkrokodile (Saltie) nicht das Essen klauen.

Beim Nourlangie Rock haben wir unsere ersten Aborigines Felsmalereien bewundert und den Erklärungen des Rangers gelauscht.

Aboriginal painting on Nourlangie Rock

Außerdem hat Maria sich hier auf klassisch indische Art eine improvisierte Dusche in den Toiletten gegönnt: mit Eimer und kaltem Wasser. So konnte sie sich zumindest kurzzeitig etwas Linderung von den vielen Mückenstichen verschaffen. Ich hab natürlich kaum was abbekommen von den Mückenstichen. Ist schon praktisch so ein natürliches Moskitoschutzmittel dabei zu haben. :-)

Nach dieser kleinen Pause ging es weiter zum Anbangbang Billabong (Billabong ist das Aborigine Wort für Wasserstelle, die niemals austrocknet). Hier haben wir den Nawurlandja Walkway genommen, welcher sich entlang des Billabongs und hoch zu einem Viewpoint schlängelt, mit einem herrlichen Blick über die australische Steppe bei Sonnenuntergang.

Nawurlandja Walkway viewpointNawurlandja Walkway - Kakadu Nationalpark in the sunset

Die Nacht haben wir auf einem nahe gelegenen Parkplatz verbracht und diesmal unser Auto mit Moskitonetz ausgestattet, ein Unterfangen, dass alles andere als unkompliziert war.

Camping in our car in Kakadu nationalpark

Am nächsten Morgen, schon um 6:30 Uhr, haben uns die ersten Sonnenstrahlen wachgekitzelt, aber wir waren bereits in bester Form. Es ist unglaublich wie schnell man seinen Lebensrhythmus ändert, wenn man nicht mehr von künstlichem Licht umgeben ist. Wir haben eine kleine Morgen-Spazierfahrt bis zur Gagudju lodge Cooinda unternommen, um eine Bootstour auf den Yellow Water zu machen, wo wir die Salties in ihrer natürlichen Umgebung beobachten wollten (66 $ pro Person). Während wir auf den Start unserer Tour warteten, sahen wir all die Australier das üppige, typisch australische Frühstuck mit Bohnen und gegrilltem Fleisch vertilgen und bekam so einen Hunger, das wir nicht anders konnten als uns, ganz diskret, selber über das Buffet herzumachen. Es war köstlich! Aber kein Wunder, dass die Australier nicht unbedingt als schlanke Nation bekannt sind.

Free breakfast at the Gagudju Lodge CooindaAussie Breakfast

Mit vollem Magen konnten wir die Bootstour beginnen und waren wirklich froh die 66 Dollar investiert zu haben. Wir haben ein gutes Dutzend der Krokodile von ganz Nahem gesehen ebenso wie eine ganze Reihe von Vögeln, die schnell oder stark genug sind um in Ihrer Nachbarschaft zu leben. Wir hatten uns vorgenommen auch hier nach einer Stelle zu fragen, aber die zuständige Person war nicht da und ein Bewerbungsschreiben abzugeben bringt bei solchen Jobs nichts.

Yellow Waters - wild saltwater crocodileBirds in Yellow Waters

Bevor wir weiter fuhren, entdeckte ich noch einen Container mit Eiswürfelsäcken, wovon ich gleich mal einen für unsere Kühltruhe einpackte. Das die 4 Kilo Säcke nicht gratis waren, habe ich leider erst zu spät gemerkt… Schon wieder eine dieser glücklichen Fügungen, die uns in Australien andauernd begegneten. :-)

Apropos Glück. In den Yellow Waters darf man auch angeln, was wir vor dem Heimweg nach Darwin dann auch nochmal versucht haben. Und wieder ohne Erfolg. Keine Ahnung, was wir falsch machen, der Typ neben uns hat nach nur 10 Minuten einen enormen Barramundi an Land geholt, gemessen und wieder zurück zu den Krokodilen geworfen. Warum? Erst ab 55 cm Länge hätte er ihn behalten dürfen, nur um ein paar Millimeter daneben.

Zurück in Darwin, den Auto-Test bestanden, haben wir uns auf das wirklich große Abenteuer vorbereitet: 3000 km durchs Outback. Das hieß eine echte Dusche nehmen, Volltanken, Milchpulver und Müsli kaufen, Eis für die Kühltruhe, frisches Essen für 2-3 Tage, Dosen- und Trockenfutter für den Notfall und vor allem jede Menge Trinkwasser! Auf geht’s lang ersehnte Leere, wir kommen.




Australien – Aller Anfang ist schwer

Seit gegrüßt, liebe Freunde! Eigentlich wollten wir zuerst über all unsere Erlebnisse und Erfahrungen in Asien schreiben, alles schön chronologisch, bevor wir von Australien berichten. Aber, wie ihr vielleicht bemerkt habt, unser Blog hat etwas Verspätung und unsere neusten Abenteuer lassen die Autorenhände nicht ruhen. View at the government house in Darwin Also, wir sind gut in Australien (Down Under oder auch Oz) angekommen. Genauer gesagt in Darwin, der Hauptstadt des Northern Territory, weit im Norden des Landes. Als wir von Europa nach Asien kamen war der Kulturschock groß. Aber der Schock nach zehn Monaten Asien in Australien anzukommen, einem neuen und fremden Kontinent, war noch größer. Im wahrsten Sinne des Wortes! Die Menschen hier erscheinen uns riesig (und sie haben gar keine Schlitzaugen), sie sagen „Sorry“, wenn sie dich anrempeln. Alles hier ist überdimensional: überall Vans, Jeeps und große Kombis, die Straßen sind breit und lang und verlassen, und die Parklücken! 8 Meter lang und für kleine Autos gibt es extra Lücken, 6 Meter (ein Traum für Maria unten). Small cars only Australien ist so groß wie Europa aber es gibt 35 mal weniger Menschen. Und diese sind offen und locker. So stellen wir uns auch die Amerikaner vor, nur dass man hier nicht „You are welcome“ sondern „no worries“ sagt und jeder dich „mate“ (= Kumpel) nennt. Die Frauen werden, selbst von Vorgesetzten mit „honey“, „sweety“ oder „darling“ angesprochen und jeder, auch die Chefs bei der Arbeit oder in der Bank nennen dich beim Vornamen. Aber zurück zum eigentlichen Thema! Also, als wir frisch in Australien angekommen sind, haben wir schnell gemerkt, dass das wirkliche Problem die Preise sind. Das war in der Tat der größte Schock für uns. Essen und Unterkunft sind unglaublich teurer. Teurer als in Europa. 13$ für 1 Kg Bananen, 30$ für ein Campingplatz (leider hatten wir da noch kein Zelt) und 30$ pro Person für ein Bett in einem schmutzigen, hässlichen 12 Bett Schlafsaal. Die Leute schmeißen dort alles auf den Boden und lassen Pizzareste und Getränke tagelang rumstehen. Niemand spült wirklich ab und von Toilette und Küche wollen wir gar nicht erst sprechen. the frog hollow backpackers hostel Wir haben also schnell entschieden, dass wir nicht unendlich lange im Hostel bleiben werden. Auch fürs Internet (was in Asien fast immer umsonst war) zahlt man hier mindestens 4$ pro Stunde. Erst nach ein paar Tagen haben wir entdeckt, dass es in der Bücherei in Darwin ein paar Stunden Internet am Tag umsonst gibt. Nach 2 Nächten in unserem ersten Hostel, dem Cavanegh, welches wirklich nicht empfehlenswert ist, haben wir über Couchsurfing.com eine Gastfamilie gefunden. Where we lived for 2 weeks Am Anfang war alles super nett. Es gab außer uns noch eine ganze Reihe anderer Reisende, die normalerweise 2-3 Nächte geblieben sind ohne zu zahlen (wie couchsurfing ja gedacht ist). Aber wir haben uns in unserem Käfig wohl gefühlt (ja, wir haben wirklich in einem umgebauten, halb offenen Käfig im Garten geschlafen, inklusive Bett, Möbel, Kühlschrank und Nachtgeräuschen, die an Jurassic Park erinnern – die Fauna Australiens ist etwas ganz besonderes).

The cage from the outside Our bed in the cage

Also waren wir bereit eine Kleinigkeit zu zahlen um länger bleiben zu dürfen. Natürlich haben wir etwas um den Preis gefeilscht und erst im Nachhinein gemerkt, dass das sehr schlecht ankam. So haben wir dort zunächst ein paar wundervolle Abende verbracht. Mit der Zeit aber kam es uns immer mehr so vor, als würden wir in einer Kommune leben. Es war, als würden alle schauen, ob man sich auch genug am Gemeinschaftsleben beteiligt und wir hatten keinerlei Privatleben mehr. Schlimmer als die schlimmste Familie. Also haben wir gut 5 Stunden pro Tag mit der „Kommune“ verbracht und über Gott und das Reisen geplaudert. Some of the community around the kitchen table Aber das war immer noch weniger als die anderen zusammen gemacht haben und irgendwann haben auch noch alle angefangen für die ganze Gruppe zu kochen und jeder hat ein Flasche Wein pro Abend gekauft. Wir waren noch arbeitslos und mussten sparen und haben direkt daneben die billigste Pizza Darwins (und die schlimmste meines Lebens) gegessen. Auch Tagsüber haben die anderen viel zusammen unternommen und wir, beschäftigt mit Arbeit suchen und Auto kaufen, haben uns immer mehr wie Außenseiter gefühlt. Wir hatten nicht einmal Zeit Darwin zu besichtigen, obwohl es eigentlich nicht sehr viel zu tun gibt und die wunderschönen Sandstrände der Stadt mit hungrigen Krokodilen und Würfelquallen mit drei Meter langen, tödlichen Tentakeln verseucht sind.

Beautyfull, empty beach in DarwinSwimming here is dangerous

Eines schönen Abends sind wir dann von der Arbeit zurück gekommen und unser Vermieter hat uns, vor der gesamten Kommune, wie ein verrückter angeschrien.

1. Warum haben wir das Zimmer einfach gewechselt (wir waren für eine Woche auf der Veranda, weil ein Franzose gekommen war, der bereit war mehr für den Käfig zu zahlen als wir und als er wieder weg war, wollten wir gerne wieder in den Jurassic Park Käfig und hatten das vorher mit seiner Frau abgesprochen)

2. warum haben wir immer die Tür von der Veranda abgeschlossen, dass ist ja nicht unser Zimmer und

3. haben wir die ganze Zeit nur von ihm profitiert usw.

Und dann hat er uns rausgeschmissen als wären wir Aussätzige. Warum hat er nicht einfach früher gesagt, in einem humanen Ton, dass es Dinge gab, die ihn gestört haben? Man muss vielleicht erwähnen, dass das Paar, bei dem wir gewohnt haben, ihre Türen permanent offen gelassen haben. Unglaublich. Und der Typ hat den ganzen Tag über Joints geraucht. Außerdem gab es dort noch einen Penner, der unter dem eigentlichen Stelzenhaus geschlafen und nur für Strom und Wasser bezahlt hat. Also, wenn jeder von den Reisenden (manchmal fast ein dutzend) etwas gezahlt hat, dann wohnen die eigentlichen Mieter umsonst in ihrem Haus. Wir haben heute den Eindruck, dass die beiden Couchsurfing benutzen, um immer mal wieder Untermieter zu kriegen. Aber, was uns am meisten weh getan hat war die Tatsache, dass die anderen Reisenden, die für uns fast wie eine Familie geworden waren oder zumindest sehr gute Freunde, gar nicht reagiert haben und uns danach aus dem Weg gegangen sind. Vielen Dank an die tolle, harmonische Hippie Kommune! So haben wir uns, nach 2 Wochen in einem Haus wieder mit all unserem Gepäck auf der Straße gefunden.

Aber wie alles Schlechte hatte auch dies eine gute Seite. Wir waren zurück im Zentrum der Stadt und haben unsere Organisation beschleunigt. Wir haben wieder für zwei Nächte im Hostel geschlafen. Diesmal im Frog Hollow (sauberer und mit besserer Atmosphäre als das Cavanegh). Und, jubel jubel, schon am nächsten Tag haben wir es geschafft, ein Auto zu kaufen. Einen 97er Ford Falcon Kombi mit gerade einmal 390 000 gefahrenen Kilometern! Er war etwas teurer als die meisten anderen Autos (2100$), aber hat einen guten Eindruck gemacht.

Our Ford Falcon Where we sleep all night

No camping or sleeping overnight in Darwin Es ist nicht ganz einfach links zu fahren, mit dem Lenkrad auf der rechten Seite, mit automatikschaltung (eigentlich leichter, aber dennoch ungewohnt) und zudem so ein großes Auto. Aber zum Glück sind die Straßen hier, wie schon gesagt, riesig und halb verlassen. Auch toll ist, dass wir mit dem Auto das ganze Camping Material gekriegt haben. Und der Kofferraum ist so groß, dass man bei umgeklappten Rückbänken hinten bequem zu zweit schlafen kann, aber morgens verwandelt die australische Sonne unser Bett in einen Ofen. Immerhin sind wir dann gut durch, wenn wir aufwachen :). Zudem ist das schlafen im Auto in der Stadt Darwin strengstens verboten. So haben wir auf unser Glück gehofft, nicht erwischt zu werden, was auch vier Nächte lang gut gegangen ist. In der fünften Nacht aber, gegen 6 Uhr morgens klopfte jemand an unser Fenster und hat uns, wie den ca. 60 anderen armen Backpackern, ein Strafzettel von 137$ pro Person aufgedrückt… aaarrgghhhh, die Spinnen die Ozzys. Was können wir dafür, dass es in ganz Darwin keinen Campingplatz gibt? Ob wir die Strafe bezahlen müssen oder nicht und welche Konsequenzen das haben kann, wissen wir noch nicht genau. Wir wissen nur, dass wir uns die nächsten Nächte besser verstecken müssen.

Cooking at mindil beach Having lunch outside

Maria preparing to go to bedMaria making breakfast

Nach dem aufstehen müssen wir dann immer einen Ort finden, an dem wir auf Toilette gehen, duschen, und frühstücken können. Tja, so sehen unser Nächte im Moment aus. Recht unangenehm so zu Leben und ziemlich überraschend, ist Australien doch als das absolutes Camper-Land bekannt. Was die Arbeit betrifft, so haben wir erste kleine Jobs probiert, während wir nach etwas richtigem suchen. Well dressed to go to work Als erstes habe ich etwas angefangen, was ich mir niemals vorgestellt hätte. Ich fahre Rikscha (Indien), oder Cyclo (Vietnam), oder Tuk Tuk (Thailand) oder, wie man es hier nennt, Pedicab. Ich miete das Rad für fünf Stunden und zahle dafür 10$ bis 120$ und behalte alles, was ich mehr einnehme. Eine kleine Fahrt im Zentrum kostet dabei 5$ pro Person. Bisher habe ich es immer geschafft mindestens 10$ pro Stunde zu verdienen. Bjoern driving the Pedicab Danneben haben wir beide vier Tage lang Wetten beim Pferderennen angenommen, was ziemlich kompliziert ist und der australische Akzent macht das ganze Unterfangen nicht einfacher. Es war anstrengend, Maria at the race coursehat aber auch viel Spaß gemacht. Bei Maria hat einmal eine Frau 6500$ gewonnen. Leider gab es kein Trinkgeld :( Und dann haben wir noch im Casino bei dem größten Event des Jahres, dem großen Gala Ball gearbeitet. An dem Abend kam die Schickeria Australiens zusammen, alle gekleidet wie Prinzen und Prinzessinnen und haben Champagner getrunken wie Wasser. Wir mussten die kostenlosen Standardcocktails mischen, welche die Kellner rund um die Uhr den Gästen gebracht haben. Zusammen mit den 3 Stunden Dressed woman at the Cup Carnivalvom Pferderennen haben wir an dem Tag 15 Stunden gearbeitet. Der schlimmste Teil des Abends aber war es um 3.30 Uhr, als alles vorbei war, den ganzen – in Australien wirklich teuren – Alkohol und das großartigen Essen vom Buffet weg zu schmeißen. Eine Schande! Wir durften nichts davon nehmen und haben selber die ganze Nacht nur Toasts und Leitungswasser bekommen.

Insgesamt sind wir mittlerweile einigermassen in Australien angekommen. Aber, als mittellose, kleine Backpacker fühlen uns in hier wirklich bettelarm. Jeden Abend müssen wir uns fragen, wo wir die Nacht verbringen können und wo und was wir Essen werden. Das ist nicht leicht ohne Küche und ohne Kühlschrank. Vorbei mit guten Hotels und Restaurants für wenig Geld wie in Asien :( Das Arbeiten und die Arbeitszeiten sind anstrengend und während man noch arbeitet muss man sich auch schon wieder nach neuen Jobs umschauen. Das ist das Leben des Gelegenheitsjobbers. Wenn wir nicht in den nächsten Tagen eine Antwort bekommen für eine etwas bessere und längerfristige Arbeit, werden wir endlich mal etwas Tourismus in und um Darwin machen. Also bereiten wir uns jetzt vor auf unseren ersten Road Trip zu den Nationalparks der Gegend und dann quer durch das Land durch die Wüste Australiens. Outback, Einsamkeit, Kängurus, großes Abenteuer, wir kommen!