Australien – Road Trip 2. Akt

Australiens Red Centre – 1539 km durch die rote Wüste

Der erste Teil unseres Road Trips durch Australien vom Norden bis ins Zentrum hat uns schlichtweg begeistert. Jetzt würden wir das Herzen des Kontinents entdecken: die endlos rote Wüste, seine Hauptstadt Alice Springs und natürlich auch den berühmten Uluru. Und wir sollten nicht enttäuscht werden.

Map Redcenter roadtrip

1 – Alice Springs

Aber zunächst, gleich nach unserer Ankunft in der Wüstenhauptstadt Alice Springs, stand etwas weit weniger romantisches auf dem Programm. Arbeitssuche. Schließlich wussten wir dass es nicht die Zeit sein würde, die das Ende unseres großen Abenteuers beschließt, sondern das Geld. So wollten wir entweder Geld verdienen, oder zumindest arbeiten, um keines für Unterkunft und Verpflegung zu zahlen. Doch trotz unseres Mega-Lebenslaufes, den wir in der ganzen Stadt verteilten, konnten wir einfach nichts finden.
Tagsüber waren wir in Alice Springs, doch wir hatten keine große Lust auch unsere Nächte dort zu verbringen. Alice Springs hat ein ernsthaftes Alkoholismusproblem, welches leider unter den Aborigines besonders ausgeprägt ist.

Aborigines in Alice Springs_Road Trip

So suchten wir uns jeden Abend ein ruhiges Plätzchen etwa 30 Fahrminuten von Alice entfernt, um im Auto zu schlafen. The Tropic of Capricorn_Road Trip Wir waren oft auf dem Parkplatz Simpson Gap oder dem vom Südlichen Wendekreis. Die ersten Nächte hatten wir auf einer Piste nur 10 km vor der Stadt verbracht. Ein typisch Australischer Outback Ort. Abgelegen, mit magischer Atmosphäre und perfekten Sonnenuntergängen. Aber nachdem zwei Nächte in Folge jemand ums Auto geschlichen war, fühlten wir uns doch etwas unbehaglich und entschieden uns lieber den Ort zu wechseln.
Zur Erinnerung, wir sind in der Wüste. Sobald die Sonne verschwindet, wird es bitterkalt und der Unterschied zu den heißen Tagen ist nicht leicht zu ertragen. Nachts sank die Temperatur fast bis auf 0°C, so dass wir selbst zum Abendessen und Zähneputzen nicht aus Auto und Schlafsack wollten. Brrr…

Where we slept near AS_Road Trip

Und so beeilten wir uns abends immer die Sachen aus dem Kofferraum (unserem Schlafzimmer) nach vorne auf Fahrer und Beifahrersitz zu räumen.

MyCar Guesthouse_Road TripAlice Springs ist zwar wahrlich keine Traumstadt, aber es gibt mehrere Möglichkeiten sich eine Idee vom Alltag dieser Stadt zu machen, die so weit von allem anderen entfernt ist. Um sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen, kann man auf den Anzac Hill steigen. Von hieraus sieht man quasi die ganze Stadt.

View over Alice from ANZAC Hill_Road Trip

Das Adelaide House ist das erste Krankenhaus der Stadt gewesen…

Adelaide House in Alice Springs_Road Trip

…und etwas später hat der berühmte Pilot Flynn die Flying Doctors gegründet, welche auch heute noch einen fliegenden Krankenservice bieten. Beides lohnt sich wirklich zu besichtigen.

Flying Doctor Service - Red Center Australia_Road TripFlying Doctor Service - Red Center Australia_Road Trip

Leider haben wir es nicht geschafft die school of the air zu besichtigen, in welcher erklärt wird, wie Kinder auf den Abgelegensten Farmen im Outback mit Radio, Post und Internet unterrichtet werden. Man passt sich an.

Auch die Entwicklung der Outback-Kommunikation ist eindrücklich erklärt, in der alten Telegrafenstation (Eintritt 8$, die wir gespart haben, weil wir schon da waren, bevor die Kasse aufgemacht hat).

Telegraph station in Alice Springs 1_Road Trip

Besonders gut hat uns der Markt an der Todd Mall gefallen (2 mal monatlich) und vor allem der Didgeridoo Kurs, den wir besucht haben. Dieses berühmte Aborigine Instrument ist verdammt schwer zu spielen und erfordert einen langen Atem.

Didgeridoo class in Alice Springs_Road Trip

Wer noch etwas mehr Zeit hat, kann sich auch das ehemalige Regierungsgebäude The Residency, oder das alte Gefängnis Old Stuart Town Gaol anschauen.

Nachdem wir die Stadt und seine Geschichte kennen gelernt und uns quasi überall beworben hatten, konnten wir nichts weiter tun, als auf Antworten zu warten. Und so entschieden wir uns zunächst fast 1600 km durch die rote Sandwüste des Red Centers zu fahren.

2 – Schluchten und Wasserlöcher im Zentrum der Wüste

Alice Springs – West MacDonnell Nationalpark (etwa 264 km)

Den Ausflug in den West MacDonnell Nationalpark kann man von Alice aus in einem Tag machen. Der Park besteht aus einer Bergkette, durchzogen von Schluchten und gespickt mit Wasserlöchern in einer ansonsten flachen und trockenen Wüstenlandschaft. Wie so oft in Australien sind die Sehenswürdigkeiten sehr gut ausgebaut. So zum Bespiel im Simpsons Gap, wo wir davon profitiert haben, um mal wieder gründlich unser Geschirr zu waschen. Danach haben wir unsere Füße im Ellery Creek Bighole gebadet und dabei gepicknickt.

West MacDonnell Ranges - Chilly bighole waterWest MacDonnell Ranges - Ellery Creek Bighole

In den Ochre pits kann man die farbigen Felsen bewundern, welche den Aborigines zum Herstellen ihrer Farben dienen. In der Schlucht von Ormiston Gorge haben wir die kleine Wanderung gemacht, die einen am Ghost Gum lookout einen wundervollen Ausblick auf die Schlucht gewährt.

West MacDonnell Ranges - Orchre PitsWest MacDonnell Ranges - Ghost Gum lookout

Wir sind noch etwas weiter gefahren um den Krater des Meteoriten Tnorala beim Tylers Pass Lookout zu sehen, aber der Krater ist zu gross und flach, als dass man ihn wirklich wahrnehmen kann. Auf dem Rückweg haben wir auf dem Mont Sonder einen Moment inne gehalten und einen dieser atemberaubenden Sonnenuntergänge Australiens gesehen.

West MacDonnell Ranges - Mont Sonder_Road Trip

Ca. 80 km vor Alice Springs haben wir dann unser Nachtlager aufgeschlagen und unser erstes echtes „Bush Tucker“ (Busch-Essen) versucht. Wir haben einen Damper, ein australisches Stockbrot (Rezept unten) gebacken, welches Kings Canyon - Campfire_Road Tripman entweder direkt in der Glut oder aber in einem Busch-Ofen backen kann. Dafür legt man Steine ins Feuer bis sie glühend heiß sind und gräbt sie dann zusammen mit Brot oder Kartoffeln ein. Ein anderer Vorteil des Ofens ist, dass die Steine bis zum nächsten Morgen heiß bleiben und man sich Hände, Füße und seinen Kaffee wärmen kann ohne eine neues Feuer anzünden zu müssen. Wir haben uns für die Feuerglut-Variante entschieden, aber waren definitiv noch keine Busch Experten und mussten das Brot verbrannt essen. Wenn man Hunger und keine Wahl hat, beschwert man sich auch nicht.

Am nächsten Morgen sind wir kurz in Alice Springs ausgestiegen, nur um uns zu Duschen und neu einzudecken.

3 – Uluru

Alice Springs – Uluru (470 km) 5 Stunden

Nach mehreren Stunden Autofahrt, waren wir ganz verrückt darauf, endlich den berühmten Uluru zu sehen; so sehr, dass wir den ersten großen Stein, der aus der flachen Wüste aufragte, voller Aufregung fotografierten.

Not Uluru, Mount Conner_Road Trip

Aber wir hatten uns täuschen lassen. Wir kamen erst ein paar Minuten vor Sonnenuntergang im Uluru Nationalpark an

Uluru National Park - Sunset view_Road Trip

Da es verboten ist im Park zu nächtigen, sind wir wieder hinaus gefahren in die Dunkelheit des Busches. Umgeben von hohem trockenem Gras, dem perfekten Versteck für Schlangen und sonstiges Getier, haben wir uns nach kurzem zögern doch getraut Spaghetti zu kochen.

Wir haben also bis zum nächsten Morgen gewartet, um den für die Aborigines so heiligen Berg zu erkunden.

Uluru NP - Mala Walk_Road Trip

Leider gibt es immer noch viele Touristen denen der Respekt für die Traditionen der Aborigines fehlt und die trotz Verbot auf den Uluru steigen und dabei auch noch Ihre Gesundheit riskieren.

Während der sehr interessanten und kostenlosen Tour Mala Walk, hat uns der Ranger erklärt, dass regelmäßig Hubschrauber Resting during Uluru Base Walkauf den Uluru müssen, um verletzte oder dehydrierte Touristen zu retten. Tatsächlich ist der Fels sehr steil und sieht von der Ferne glatt und rutschig aus.

Wir haben gerne darauf verzichtet auf dem Uluru zu spazieren und sind statt dessen lieber für dreieinhalb Stunden dem 10,6 km langen „Base Walk“ gefolgt. Der Weg ist komplett flach, aber die Sonne brennt so heiß, dass es unmöglich war keine Pausen zu machen.

Maria in front of Uluru NP_Road Trip

Für die besten Sonnenuntergang Fotos, begibt man sich zum car sunset viewing. Nach dem Spektakel haben wir uns noch zum Talinguru Nyakunytjaku viewing aufgemacht wo wir die Sonne endgültig haben verschwinden sehen, hinter dem zweiten Felsen des Parks, dem Kata Tjuta (Olga). Er ist weit weniger bekannt aber hat mit seinen interessanten Rundungen seinen eigenen Charme..

Uluru National Park - Kata Tjuta - Olga in sunset_Road Trip

Hier hat auch eine andere Überraschung auf uns gewartet: Myriam, die einsame Belgisch-Tunesische Reisende, mit der wir schon in Chiang Mai in Thailand einige Zeit verbracht hatten. Was für ein Zufall! Die Pfade der Backpacker ist eindeutig ausgetretener, als man so glauben möchte. Und wir haben Myriam später noch ein drittes mal zufällig getroffen, auf einem Gletscher in Neuseeland.

Uluru National Park - Myriem & Maria_Road Trip

Zu zweit haben wir unseren schönen Abend dann romantisch beendet, mit einem Abendessen auf dem Picknickplatz des Uluru Kultur Zentrums. Doch ein Ranger hat uns irgendwann verscheucht. Der Park schließt die Tore und er hat uns ganze 15 Minuten mit dem Auto bis zum Ausgang begleitet. Wir befanden uns also wieder für eine Nacht im einsamen Busch.

Am nächsten Morgen fühlten wir uns beide etwas schwach und Maria hatte Halsschmerzen. Seit immerhin einem Monat lebten wir unter freiem Himmel und schliefen im Auto. Seit einem Monat waren wir dem anstrengenden Unterschied zwischen den heißen Tagen und kalten Nächten ausgeliefert. Heute wollten wir den Kata Tjuta von nahem erkunden aber wir hatten nicht die Kraft die 4 stündige Wanderung durchs Valley of the winds zu machen. So gingen wir nur die ersten paar Minuten bis zum Karu lookout und spazierten anschließend zum Walpa Gorge.

Uluru National Park - Walpa Gorge - Björn climbed a navel_Road Trip

Am Abend haben wir es uns wieder an einem Tisch am Sunset viewing bequem gemacht und unser typischsten Australienessen gegessen: Nudeln mit Möhren und Fleischwurst. Wir haben gut gegessen, gut getrunken und gewürfelt und dabei den Sonnenuntergang genossen.

Uluru National Park - Pick nick at Cultural center_Road Trip

Solange, bis der gleiche Ranger wie am Vortag, Mike wie wir erfuhren, uns freundlich gebeten hat zum Ausgang zu fahren. Ach, wie gerne hätten wir seine Arbeit unter freiem Himmel an einem so zauberhaften Ort!

4 – Weises Salz, roter Fels
Uluru – Kings Canyon (Warrtaka Np) 325 km

Nach unserem Abendessen und -trinken, haben wir noch lustiges Restarea-Hopping gemacht und haben nach 150 km endlich einen Rastplatz mit Toilette gefunden. Bei dieser Nachttour haben wir versucht, keine Kängurus zu überfahren, was bei all der Fröhlichkeit und der Dunkelheit gar nicht so leicht war. In der Nacht hatten wir allerdings Besuch von Mäusen, die sich über unsere Vorräte hermachen wollten. Am Morgen schauten wir uns unseren Rastplatz genauer an und er schien zu sein wie viele die wir bisher gekannt hatten, ein enormer Trinkwassertank, ein paar Bänke, Mülleimer und eine Trockentoilette. Statt dieser gibt es oft nur, was Mutter Natur einem zu bieten hat.

A typical restarea in Australia_Road Trip

Jedenfalls waren es wohl die Mülleimer gewesen, die das Zuhause der Mäuse waren, wenn gerade keine Touristen mit frischen Vorräten vorbei kamen.

Auf der anderen Straßenseite versperrte eine Düne unseren Blick, der doch mittlerweile so sehr an Weite gewöhnt war, und wir waren neugierig zu sehen was es dahinter gab. Nachdem wir die Düne hinaufgestiegen waren, blickten wir auf eine sich weit, weit erstreckende weiße Ebene, die nicht auf unserer Karte auftauchte. Ein Salz-See. Wir gingen hinunter und liefen über das Salz. Es war als würden wir über Schnee laufen, nur das die Oberfläche knackte wie Karamell und das man darin einsank. Unter der Salzschicht war dunkel brauner Schlamm der den Fußstapfen einen grandiosen Kontrast verlieh.

Footprint in a Saltlake - Australia_Road Trip

Wir sind dann zum Kings Canyon gefahren. Der Kings Creek Walk von 2,5 km ist einer der einfachen Art, denn man läuft nur am Fuße der Schluchten entlang.

Kings Canyon - welcoming visitors_Road Trip

Kings Canyon walk_Road TripKings Canyon - Enjoyable Creek walk

Da man auch hier nicht im Park schlafen kann, sind wir wieder auf eine Piste ausgewichen und haben erneut ein Damper versucht, diesmal erfolgreicher. Bald können wir uns Outback-Experten nennen.

 

Kings Canyon - at the end of the walk_Road Trip

Am kommenden Tag haben wir den langen Marsch über 6 km und 4h30 gewagt, den Kings Canyon Walk. Es ist eine anstrengende Strecke, denn man läuft in der prallen australischen Sonne jede Menge steile Wege rauf und runter.

Kings Canyon - Björn over the creek_Road TripKings Canyon - Maria climbing_Road Trip

Kings Canyon - hanging over the ledge_Road Trip

Aber die steinige Landschaft ist überraschend schön und am immerwährenden Wasserloch „Garden Eden“ kann man die Füße kühlen und sich ausruhen. Kings Canyon - Whos that_Road TripAls wir zurück beim Auto waren, standen wir dennoch kurz vorm Hitzeschlag und haben auf dem Rastplatz kurzerhand eine indische Dusche gegönnt und unsere Sachen gewaschen.

Red Center road trip - shower_Road Trip
5 – zurück in Alice Springs

Kings Canyon – Alice Springs (480 km)

Wir haben einen Nudelsalat zu abend gegessen und sind vollkommen fertig im Auto eingeschlafen. Am nächsten Morgen haben wir es uns gegönnt mal wieder richtig auszuschlafen. Outback Rastplätze dienen nicht nur der Rast, sondern man kann hier auch wunderbar andere Reisende treffen. An diesem Morgen haben wir den Begriff „Grey Normad“ gelernt. Das sind Australischen Nomaden, die graue Haare und genug Zeit und Geld haben, um ihren Kontinent im Allrad neu zu entdecken. In der Luxus Version, nicht zu vergleichen mit unserem geliebten Ford Falcon.

Luxery camping - Grey Nomads in Australia_Road Trip

Wir sind an diesem Tag nur die 300 km bis zum Rastplatz kurz vor Alice Springs (60 km) gefahren und sind früh ins Bett gegangen. Denn wir hatten am nächsten Tag ein Vorstellungsgespräch bei… Mc Donalds.

Der nächste Tag war ein Freitag und wir haben den Manager von dem Mc Do von Alice Springs getroffen. Er kam etwas zu spät und wir mussten so das Gespräch zusammen machen. Das war auch garnicht so schlecht, so hatten wir vier Ohren um sein seltsames Outback-Australisch zu verstehen. Das Gespräch ist gut gelaufen. Wir haben etwas gelogen und gesagt, dass wir 3 Monate bleiben wollten, aber wir mussten dennoch bis zum kommenden Montag auf seine Antwort warten, was uns etwas genervt hat, denn einerseits wollten wir einen Job aber andererseits hatten wir auch keine Lust hier in Alice zu krepieren.

Wir haben das Wochenende genutzt um uns ans richtig früh aufstehen zu gewöhnen. Unsere Schichten bei Mc Do sollten um 6 Uhr anfangen. Außerdem haben wir ein Zimmer gesucht und haben schließlich eins gefunden für 160 $ pro Woche bei einem armen Hund, dessen Frau gerade weggelaufen war. Als wir am Dienstag immer noch nichts von dem Manager gehört hatten, sind wir aber dann doch einfach aufgebrochen. Er wollte uns offensichtlich nicht, sondern suchte Leute die mindestens 6 Monate bleiben. Wir haben wirklich zu viel Zeit in dieser Stadt verbracht. All das hat uns aber nicht daran gehindert zum Abschied noch bei Mc Donalds zu essen und wir haben uns gesagt, dass wir doch Glück gehabt hatten. Wir wollten viel lieber an der freien Luft arbeiten, einen Nationalpark oder einer Krokodilfarm, als in einem Fast Food Restaurant. Also haben wir vom WiFi bei Mc Do profitiert und noch ein paar Bewerbungen geschickt an Orte, die uns wirklich interessierten.

Und dann, endlich, konnten wir unseren Road Trip weiter fortsetzen, weiter in Richtung der australischen Südküste.

*Rezept Buschbrot Damper :

500 g Mehl, 1,5 TL Salz und etwas Wasser

Mischen Sie Mehl und Salz mit etwa 3 EL Wasser und verrühren Sie dies zu einem glatten Teig (ggf. etwas mehr Wasser hinzugeben). Dann zu einem dicken Fladen kneten. Packen Sie den Teig in Alufolie (es geht allerdings auch ohne) und legen Sie ihn auf heiße Kohlen und bedecken Sie ihn ebenfalls mit Kohlen. Backzeit etwa 30min. Anschließend warm mit Butter genießen. Eine andere Variante ist den Teig in einen gusseisernen Topf mit Deckel, dem sogenannten Campoven, auf heißen Kohlen zu backen. Wer es im gewöhnlichen Backofen probieren möchte, der sollte den Teig ohne Alufolie bei 180°C etwa 30 min backen.




Australien – Road Trip 1. Akt

Vom Top End ins Red Center (1843 km)

Wir sind bereit fürs Abenteuer! Am 16 August 2011 beginnen wir unseren langen Road Trip quer durch Australiens Wüste. Mit Karte und Kompass bewaffnet geht es vom tropischen Norden durch das Rote Zentrum bis in den fruchtbaren Süden. Die Richtung ist klar, es gibt nur eine Straße, die Darwin und Adelaide verbindet: den Stuart Highway, der auf seinen 2834 km jede Menge Abenteuer und Überraschungen bereit hält.

1. – Das Top End

Von Darwin in den Litchfield Nationalpark (163 km)

Welch eine Freude es ist, durch die endlosen Weiten zu fahren! Sobald man die Stadt verlässt, umgibt einen die Einsamkeit und der Blick auf das Handy bestätigt es: kein Netz mehr, für die nächsten 1000 km. Jedes mal, wenn wir eine größere Stadt verlassen, warnen wir unsere Familien, dass sie die nächste Woche nichts von uns hören werden. Was für ein Unterschied zu unserem Aufenthalt in dem, aus allen Nähten platzenden, Asien.

Wir stellten uns den Stuart Highway, als eine schnurgerade Linie vor, aber in Wirklichkeit hält er neben sanften Hügeln sogar gelegentliche Kurven bereit, der Abwechslung halber.

Bei der Ankunft im Litchfield Nationalpark wird man von seltsam geformten Gebilden begrüßt, den Magnetic Termite Mounds. Zu hunderten wurden diese Hügel von Millionen fleißiger Kompass Termiten nebeneinander gereiht und mit mathematischer Präzision von Norden nach Süden ausgerichtet, um der prallen Mittagshitze zu entgehen.

Termitenhügel AustraliensHügel der australischen Kompass-Termite

Für seine Besucher hält der Park ein paar äußerst angenehme Alternativen zur Auswahl bereit. Das Buley Rockhole hat uns beim Sonnenuntergang zum Planschen im Wasserfall eingeladen und zog auch eine Schlange an, was einige Badende verängstigte; in Australien weiß man ja nie so recht, welches Tier gefährlich ist. Am nächsten Tag haben wir eine ganze Reihe anderer Wasserfälle auf unserer Wanderung durch die grüne Hitze des Parks getestet: die Florence Falls, die Tolmer und schließlich die Wangi Falls. Der eindeutige Testsieger war… eindeutig nicht zu ermitteln; alle waren herrlich.

Wangi Falls Wasserfall in AustralienTolmer Falls Wasserfall in Australien

Auch wenn der Kakadu Nationalpark, den wir vor Beginn unseres Road Trips besichtigt hatten, mit seiner einmaligen Aborigines Kunst und Kultur punktet, hat uns der Litchfield NP doch besser gefallen. Er ist kleiner und einfacher zu erkunden, quillt nur so über vor wucherndem Grün und vor allem muss man sein Blut an weit weniger Mücken verteilen.

Die Nacht haben wir auf dem Park eigenen Campingplatz verbracht und glücklicherweise hat niemand kontrolliert, ob wir auch brav das Geld in den Briefkasten geworfen hatten. 😉 Dabei bekamen wir einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Wochen und gewöhnten uns schon mal an Kompost produzierende Trockentoiletten, die zwar der Wasserknappheit in der Wüste Rechnung tragen, deren „Rosenduft“ aber auch wie ein Magnet auf Insekten wirkt.

Auf den letzten einhundert Kilometern des Tages sind wir mal wieder einem dieser beängstigen Road Trains begegnet. Auch der Anblick der vielen überdimensionalen zerrissenen Reifen, die selbst in Bäumen am Straßenrand hängen, ist nicht gerade beruhigend.

Outback - Reifen im BaumGeplatzter Reifen eines Road Trains

Wir sind an einem Rastplatz angekommen, der zwar nur ein Parkplatz neben dem Highway war und keine Toilette hatte. Aber zum ersten Mal durften wir ganz legal umsonst in unserem Ford Falcon „Rainbow Dreams“ schlafen.

Allerdings hatten wir an diesem Abend keinen Grillanzünder parat und brauchten satte drei Stunden um unser Feuer zu entfachen. Das ist ein anderes Erlebnis als die Mikrowelle zu hause! Von diesem Tag an hatten wir immer eine Tüte mit dem besten australischen Anzünder dabei: Eukalyptus-Blätter.

2. – Die unglaubliche Tierwelt Australiens

Vom Litchfield- zum Nitmiluk- Nationalpark (340 km)

Am kommenden Tag haben wir uns auf den Weg zum Nitmiluk Nationalpark gemacht, dessen Landschaft immer noch eher tropisch als trocken ist. Am Eingang des Parkes gab es zu unserer Freude heiße Duschen und Strom und so haben wir nach einem Kopfsprung in die Edith Falls Wasserfälle noch kurz von der Zivilisation profitiert.

Wir sind dann weiter bis zu Katherine Gorge gefahren, wo wir am späten Nachmittag ankamen. Unterwegs haben wir immer wieder überfahrene Kängurus gesehen, ein Beweis dafür, mit welcher Gnadenlosigkeit die Road Trains fahren.

Auf dem Parkplatz des Visitor Centers wurden wir von neugierigen Wallabies begrüßt, die sich mit einem Stück Karotte ganz nah anlocken ließen. Die Sonne war bereits dabei unter zu gehen und wir entschieden uns, nur die kurze Wanderung bis zum Baruwei Lookout zu machen.

Es war ein einmaliges Erlebnis, ein unglaubliches Spektakel, das wir nie vergessen werden. Sobald die Sonne verschwindet, strömen tausende kreischende Flughunde gleichzeitig die Schluchten des Katherine Flusses entlang. Wunderschön, surrealistisch und etwas beängstigend. Bevor wir uns auf den Rückweg machten, genossen wir noch so lange wie möglich den Ausblick.

Auch wenn man nicht mehr viel sehen konnte, wollte ich keine Taschenlampe benutzen. Plötzlich bleibe ich wie angewurzelt stehen. Ich sage nichts und hole langsam den Fotoapparat aus der Tasche. Im Blitzlicht sehen wir einen seltsam geformten, armdicken Ast auf dem Weg liegen. Erst als ich doch die Taschenlampe anmache, wird uns klar: dieser Ast, auf den ich fast getreten wäre, ist der Schwanz von etwas größerem. Sehr viel größer, 3 oder 4 Meter groß, um genau zu sein. Die größte Schlange, die wir je gesehen haben. Was sollen wir bloß machen? Wahrscheinlich ist sie nicht giftig, aber sie ist definitiv groß genug, um uns zu erwürgen, wenn sie denn Hunger hat. Zum Glück war ihr Kopf bereits weit vom Weg entfernt in einer Felsspalte verschwunden. Dennoch haben wir lieber gewartet, bis die Schlange den Weg freimacht und sind – diesmal mit Licht – zum Parkplatz zurück geeilt.

Olive Python - wilde SchlangeOlive Python - australische Würgeschlange

Nach diesem Adrenalin-Schock waren wir etwas paranoid, so dass uns selbst ein paar dutzend riesige, ekelhaft glitschige Kröten Angst einjagen konnten. Den Abend haben wir auf den Toiletten des Parks verbracht, um von Licht und Strom zu profitieren und die Fotos der letzten Erlebnisreichen Tage zu sortieren.

Auf dem Weg zu einem nahe gelegenen Parkplatz für unsere Nachtruhe haben wir noch ein weiteres animalisches Abenteuer erlebt. Zusammengerollt auf der Straße lag eine Schlange, sehr viel kleiner als die vorherige, aber mit bunten Streifen, was meist kein gutes Zeichen ist. Trotzdem steige ich aus und traue mich ganz nah heran, um sie zu fotografieren.

Es ist nicht empfohlen nachts zu fahren, da die Gefahr eines Känguru-Zusammenstoßes zu groß ist. Tatsächlich ist es schwer sie in der Dunkelheit zu sehen, oft sind es nur ihre funkelnden Augen, die einen warnen. Auf den 10 Minuten Fahrt haben zwei von ihnen nicht weit vor unserem Auto hüpfend die Straße überquert. Mit all den Tieren, die wir in nur einer Stunde gesehen haben, könnte man sich fast wie in einem Zoo fühlen, mit dem einzigen Unterschied, dass es hier keine Gehege gibt. Es ist wirklich einzigartig!

Am nächsten Tag wollten wir dann aber doch wissen, womit wir es in der Nacht zu tun hatten. Die erste Schlange, die gigantische, war eine Olive Python, ungefährlich für den Menschen. Aber im ernst, wer hätte sie davon abgehalten, wenn sie entschieden hätte einen von uns zu erwürgen? Die zweite Schlange, die bunte, war wohl entweder eine Pseudonaja (brown snake) oder eine Nachtbaumnatter (tree snake), wobei die erste eine der giftigsten Schlangen der Welt ist, deren Gift selbst in kleinsten Mengen für einen Menschen tödlich ist. Den Ranger stört es nicht weiter, dass ich bis auf einen Meter an die Schlange heran geschlichen bin und nirgendwo gibt es Informationen über die lebensgefährlichen Tiere der Region. Schon irgendwie verrückt diese Australier. Zur Abwechslung haben wir dann eine fünf-stündige Wanderung durch den Butterfly Gorge gemacht. Schmetterling hört sich doch harmlos an. Tatsächlich gab es nur ein paar der Flattertiere zu sehen und aus dem Wasser, in welches ich mich sofort zum Erfrischen stürze, beobachtet uns nur eine gemütliche Schildkröte. Keine Schlangen oder sonstiges mörderisches Getier zu sehen!

Bei aller Gefahr haben wir unsere Angst fast genossen, da sie richtig und wirklich erscheint. Wenn man echte Sorgen hat, wie genug zu Essen oder zu Trinken zu haben, an einem sicheren Ort zu schlafen oder vor Tieren und Elementen geschützt zu sein, also gesund zu bleiben und zu überleben, dann fühlt man sich weitaus lebendiger als wenn man sich um so abstrakte Dinge wie Probleme bei der Arbeit sorgt. Ein Road Trip in Australien kann eine wahre Anti-Stress-Therapie sein.

3. – Ein paradiesischer Fleck Erde

Vom Nitmiluk Nationalpark nach Mataranka (142 km)

Am Abend des gleichen Tages sind wir in Mataranka angekommen, welches bekannt ist für seine heißen Quellen. Wir haben auf dem Rastplatz der Bitter Springs gleich neben der kleinen Stadt mit seinen 250 Einwohnern geschlafen. Schon in Darwin hatten Freunde uns erzählt, dass wir im Outback automatisch mit dem Sonnenuntergang, spätestens aber um 21 Uhr einschlafen würden, aber wir wollten es nicht wirklich glauben. Und doch, seit dem ersten Tag unseres Road Trips hat sich unsere biologische Uhr an den Sonnenrhythmus angepasst. Nicht nur das fehlende Licht, sondern auch die Kälte hat uns früh unter die Decke getrieben. Die Nächte wurden immer kälter und es war mittlerweile nur noch 5°C im Auto.

Um die kalten Knochen zu wärmen, sind wir am frühen Morgen bibbernd in die Bitter Springs gestiegen. Diese natürliche Badewanne hält das ganze Jahr über Wasser von 36°C bereit und ist dabei perfekt durchsichtig. Ein kleines Stück Paradies umgeben von tropischer Natur! Kein Vergleich zum professionell ausgebauten und weit weniger zauberhaften Mararanka thermal pool, den wir danach noch gesehen hatten.

4. – Die Weite des Outback

Von Mataranka nach Tennant Creek (550 km)

167 km weiter südlich haben wir eine Pause im berühmten Daly Waters Pub im abgelegenen Busch eingelegt um, gegen 13 Uhr, das wohl reichhaltigste Frühstück der Welt zu genießen. Für 25 $ bekommst du eine enorme Portion Proteine und Kalorien, die dich im Nu satt macht.

Als Alternative zu diesem typisch australischen Frühstück gibt es in nur 286 km Entfernung das nächste Mc Morning; nur um dir eine Idee der Ausmaße des australischen Kontinents zu geben.

Diese endlosen Weiten sind zum großen Teil gigantische Farmen, auf denen sich das Vieh in absoluter Freiheit bewegt. Die größte von ihnen hat eine größere Fläche als Israel und die Straßen, auf denen man immerhin 100 km/h fährt, durchqueren das Farmland ohne Zäune. Allerdings schützt Freiheit vor Dummheit nicht. Wenn du ein paar Rinder friedlich am Straßenrand grasen siehst, bremst du besser ab, denn du kannst fast sicher sein, dass eines von ihnen im letzten Moment erschrocken in den Busch flieht… auf der anderen Straßenseite. Ein zweites wird dann entscheiden, dass es seinen Bruder nicht alleine lassen kann und ebenfalls selbstmörderisch vor dein Auto springen. Und sobald du anfängst zu Hupen werden von überallher weitere Kühe kommen, um die Straße zu passieren und dich daran hindern weiter zu fahren. Die australischen Rinder sind vermutlich die dümmsten, die man je gesehen hat.

Wilde Rinder AustralienAustralische Wildpferde

Wir haben das Selbe auch mit Wildpferden beobachtet, nur das diese dabei wenigstens elegant wirken. Selbst Kängurus lieben es über die Straße zu springen, aber nur in weiter Ferne, bisher…

Wir sind noch weitere 152 km bis nach Elliott gefahren, aber anstatt weiter nach Tennant Creek sind wir 12 km über eine unbefestigte Straße zum Longreach Waterhole abgebogen.

Die Piste ist eigentlich nur für Geländewagen geeignet und ich bin sehr vorsichtig und langsam gefahren. Mit dem Fahrer eines Jeeps, der uns überholt hat, haben wir eine Vereinbarung getroffen. Wenn wir in einer Stunde nicht am See angekommen sind, würde er uns abholen.

Nach einer kleinen Ewigkeit sind wir schließlich angekommen und haben einen herrlichen Abend an diesem abgelegen Ort verbracht. Ein älteres Ehepaar hat uns Tipps zum Angeln und Feuer anzünden gegeben. Der Duft der brennenden Eukalyptus-Blätter, die wir als Flammmaterial benutzt haben, ist sehr viel stärker als jedes ätherische Öl und sein Geruch wird in mir immer die Erinnerung an diesen romantischen Billabong hervorrufen.

Tatsächlich könnte man mit einem Jeep noch ganz andere und weit abgelegenere Orte entdecken, aber auch mit unserem Ford Falcon hatten wir ausreichend Abenteuer zu bestehen.

Nach einer Nacht im Zelt, welches etwas mehr Komfort bietet als der Kofferraum, haben wir uns auf den Rückweg über die Sandpiste gemacht und sind unserem Weg bis nach Tennant Creek gefolgt, der Stadt der Goldsucher. Leider waren wir zu spät dran, um selber zu schürfen und die Minentour war uns zu teuer. Schade, dann würden wir wohl heute nicht mehr reich werden.

5. Schatzsuche

Von Tennant Creek über Gem Tree nach Alice Springs (648 km)

Da wir kein Gold suchen konnten, haben wir weitere 100 km zurückgelegt und uns mit einem anderen geologischen Schatz getröstet, den im Abendrot glühenden Devil Marbles. Diese immensen, runden Felsbrocken sind außerordentlich Fotogen, aber leider zu schwer, um sie als Souvenir einzupacken. Aber wer hat es wohl fertig gebracht sie hier abzuladen? Einer Aborigines Geschichte zufolge sind es Eier der Regenbogenschlage (Rainbow Snake), welche sie während der Schöpfung, der „Traumzeit“, hier gelegt hat.

Devil Marbles - heavy stonesDevil Marbles - Australia

Als hätten wir noch nicht genug surrealistische Eindrücke gehabt, haben wir, nur 25 km weiter südlich, Wycliffe Well besichtigt, der australische Campingplatz, an dem man UFOs sehen kann. Wir haben es allerdings vorgezogen einen sichereren Schlafplatz ohne Außerirdische zu suchen und sind erst in absoluter Dunkelheit und ohne Brennholz auf einer Rest Area angekommen. Die Nacht war bitterkalt.

Am kommenden Tag hatten wir eigentlich geplant nach Alice Springs durchzufahren. Unterwegs hat uns ein Schild das nächste Krankenhaus in 75 km angekündigt. Wir näherten uns wieder der Zivilisation (75 km im Outback sind wie 5 km in Deutschland). Aber nach 300 km unterwegs haben wir uns entschieden einen kleinen Abstecher von 70 km bis nach Gem Tree zu machen. Auf diesem außergewöhnlichen Campingplatz wollten wir das Glück fordern und versuchen endlich reich zu werden. Hier wird zwar kein Gold gesucht, aber immerhin Edelsteine.

So haben wir einen 10-Liter Eimer Erde mit einem Sieb in der Hand nach Granat-Edelsteine durchsucht. Wir haben ein paar kleine transparent-rote Steine gefunden, aber um sie schätzen zu lassen, mussten wir den kommenden Tag abwarten.

Also richteten wir uns nicht weit entfernt im Busch am Rande des Plenty Highway für die Nacht ein. Wir haben einen wundervollen Abend in Lagerfeueratmosphäre mit Rumpsteak, Grillkartoffeln und Chips verbracht und dabei einen Film auf unserem kleinen Netbook geschaut, ein wirklich seltenes Vergnügen auf unserer Weltreise.

LagerfeuerabendGrillen im Outback

Aber die Nacht war noch kälter als die vorherige. Zum Glück wärmt bereits der erste Sonnenstrahl das Auto, welches dann schnell zum Ofen wird.

Am nächsten Tag haben wir dann die Granate schätzen lassen, aber sie waren zu klein, um sie in ein Schmuckstück einsetzen zu lassen. Wussten wir doch, dass es nur eine Abzocke sein würde.

Immer noch Mittellos haben wir also die letzten Kilometer bis nach Alice Springs im Herzen der Wüste Australiens zurückgelegt und unterwegs den südlichen Wendekreis passiert. Alice Springs wird der Startpunkt unserer Entdeckungstour des unbezähmbaren Red Centers mit dem weltberühmten Felsen, dem Uluru, sein. Wir sind gespannt, was für Wunder uns hier wohl erwarten.




Darwin und der Kakadu Nationalpark

In der letzten Zeit ist es recht still gewesen auf Augen-auf-Reise, aber wir machen uns nach einer kreativen Pause nun ans Schreiben. Es ist drei Jahre her, dass wir über Australiens rote Erde gewandelt sind. Von Indonesien hatten wir den kürzesten Weg zum fünften Kontinent genommen und Darwin, ganz im Norden des Landes, angesteuert. Wie wir uns hier anpassen mussten, unsere Startschwierigkeiten und professionellen Abenteuer, und wie man uns als Fische (nach drei Tagen fängt’s an zu stinken) beschimpft hat könnt Ihr in dem Artikel „Australien – aller Anfang ist schwer“ noch einmal im Detail durchleben.

Marmukala Billabong

Wir hatten mit einigen kleinen Jobs versucht, die Reisekasse aufzubessern: Tuk-Tuk Fahrer für australische Touristen, die Nachts zu betrunken waren, um alleine von der Bar ins Hotel zu kommen. „No worries, mate“ ich bring dich nach Hause. Ein Gast war so schwer gewesen, dass das Tuk-Tuk bei einer leichten Steigung kaum mehr von der Stelle kam und er gar mit mir tauschen wollte. „No way“ ich mach meinen Job zu Ende! Sehr oft gab es gutes Trinkgeld. Auch haben wir beide Pferde-wetten verkauft und auf einer Gala im Casino Getränke serviert. Als uns dann unsere australische Gastfamilie vor die Tür gesetzt hat, waren wir gezwungen unsere Weiterreise beschleunigt. Wir haben unser Heim und Gefährt für die nächsten Monate gekauft. Einen gebrauchten Ford Falcon, mit fast 400 000 km auf dem Tacho, den wir „Rainbow Dream“ getauft haben, angelehnt an die Dreamtime der Aborigines. Wir konnten nun einiges an Barem sparen und schliefen in unserem neuen Auto. Allerdings wollten wir kein zweites mal erwischt werden und mussten wir uns Nacht für Nacht vor der Polizei verstecken, was gar nicht so leicht ist in einer Stadt. Außerdem mussten wir auch irgendwo duschen und kochen, wofür wir entweder bis zu einem Strand mit öffentliche Duschen gefahren sind oder uns in Hostels schleichen mussten.

Bis hierhin hatten wir nicht einmal die Zeit gehabt, Darwin zu besichtigen. Zwei Tage reichen hierfür vollkommen aus. Darwin ist keine Großstadt.

Was es in Darwin zu sehen gibt:

  • Mindil Beach und sein Sunset Maket (jeden Donnerstag und Sonntag Abend bei Sonnenuntergang):

Mindil Beach - Darwin

  • Eastpoint Reservat: hier haben wir unser erstes Wallaby in freier Wildbahn gesehen, ein echtes Ereignis:

First Wallabie at the East point

  • Den Nudistenstrand vom Casuarina coastal reserve, der Strand mit den meisten Menschen von ganz Darwin :-):

Nudist beach Casuarina coastal reserve

  • Das Museum and art gallery of the Northern Territorry – kostenlos
  • Der botanische Garten – kostenlos
  • Crocodylus Park: an der Kasse gab es niemanden der uns die 35 $ pro Person abnehmen wollte und so sind wir kostenlos rein gekommen. :-) Glück muss der Mensch haben! Und dann waren wir auch noch dreist genug uns für einen Job zu bewerben, aber sie suchten gerade nur freiwillige Helfer:

Crocodylus parc - guideBjörn keeping a crocodile

Darwin fing an uns zu klein zu werden und der Wind der Freiheit drängte uns in Richtung Woanders und so verließen wir Darwin, wo wir immerhin einen Monat verbracht hatten.

Um unseren „Rainbow Dream“ vor seinem langen Road Trip (3000 km durch die australische Wüste) zu testen, unterzogen wir ihn einem Härtetest und machten einen Kurztrip in den 250 km entfernten Kakadu Nationalpark, den größten Nationalpark des Kontinents, welcher den Ureinwohnern gehört und für seine Felsmalereien bekannt ist. Wir waren voller Vorfreude; von der Freiheit kosten und uns auf das wirklich großes Abenteuer vorbereiten.

Die Straße scheint uns zu schmal für unseren Kombi, aber erst als uns der erste Roadtrain entgegen kommt wird es so richtig eng. Die Roadtrains können mit ihren Anhängern bis zu 53 Meter lang sein und fahren immer stur geradeaus. Stuart HighwayDa wir nicht so enden wollten wie die zahlreichen überfahrenen Kängurus, haben wir manches mal den klügeren gespielt und uns auf den Seitenstreifen gestellt. Abgesehen davon war das Fahren mit unserm neuen Automatik aber ein echter Genuss, selbst auf der linken Seite. Lange, gerade Straßen, wenig Verkehr und immer eine Hand frei zum Essen oder Trinken.

Es war gegen mitten in der Trockenzeit und der Kakadu Nationalpark war ganz ausgedorrt, mit jeder Menge, der für Australien so typischen Eukalyptusbäumen. Irgendwie haben wir „vergessen“ die 25 $ Eintritt zu bezahlen und sind gleich bis nach Marmukala durchgefahren, einem Sumpfgebiet, dass selbst zu dieser Jahreszeit noch feucht war und in dem zahlreiche Vogelarten Unterschlupf finden. Wir machten noch kurz beim Bowali visitor centre halt um Informationen über unser eigentliches Ziel zu sammeln, den Burdulba Campingplatz und den Nourlangie Rock. Man zahlt den Camping, indem man 5 $ in einen Umschlag legt und diesen in eine Urne wirft. Wir wurden so langsam zu Profis im nicht-zahlen und nahmen uns vor wo immer möglich kostenlos durchzukommen. Der Campingplatz ist einfach aber schön, ohne Duschen oder fließendes Wasser und es gibt einen ruhigen, einladenden Bach nicht weit entfernt. Es war das Warn-Schild (siehe Foto), dass uns davon abgeschreckt hat, uns im kühlen Nass zu erfrischen, obwohl wir es so sehr nötig gehabt hätten.

Dangerous animals

Wir haben also unser Zelt aufgebaut und uns erschöpft und hungrig ans Grillen gemacht. Zum Glück gibt es in Australien oft gut eingerichtete Grillplätze und an Brennmaterial fehlt es auch nicht. Es kann eigentlich nicht einfacher sein, ein Feuer anzuzünden, Euklyptus brennt so schnell, dass es fast Angst macht.

Campfire at Burdulba camping

Beim kochen wurden wir von tausenden Mücken angegriffen, sie schienen von überall zu kommen und, egal wo man hinblickte, man sah sie zu Dutzenden. Marias legs 'eaten' by mosquitoesNie hatten wir eine solche Konzentration von Mücken erlebt. Sie haben uns, oder um genauer zu sein besonders Maria, regelrecht massakriert. Und das, obwohl wir zweimal an diesem Abend unser, in Europa verbotenes, 70% DEET Anti-Mückenspray benutzt haben. In Europa sind maximal 30 % DEET erlaubt und bisher haben die 70% immer geholfen. Vielleicht sind die australischen Mücken anders, als die asiatischen und DEET resistent? Uns blieb nichts anderes übrig, als die Flucht ins Zelt.

Am nächsten Morgen, gleich nach dem Frühstück, machten wir uns daran, unser Mittagessen zu fangen, in dem nahen Bach. Wir haben wirklich kein Angeltalent und alles was wir gefangen haben, war der überhängende Ast eines Baumes.

Fishing with crocodiles

Aber dafür haben wir das Gebiss eines Baby-Krokodils gefunden, der endgültige Beweis dafür, dass das Warn-Schild nicht log. Vielleicht war es besser, dass wir keinen Fisch an der Angel hatten und man sollte dem gefährlichsten Krokodil der Welt, dem australischen Salzwasserkrokodile (Saltie) nicht das Essen klauen.

Beim Nourlangie Rock haben wir unsere ersten Aborigines Felsmalereien bewundert und den Erklärungen des Rangers gelauscht.

Aboriginal painting on Nourlangie Rock

Außerdem hat Maria sich hier auf klassisch indische Art eine improvisierte Dusche in den Toiletten gegönnt: mit Eimer und kaltem Wasser. So konnte sie sich zumindest kurzzeitig etwas Linderung von den vielen Mückenstichen verschaffen. Ich hab natürlich kaum was abbekommen von den Mückenstichen. Ist schon praktisch so ein natürliches Moskitoschutzmittel dabei zu haben. :-)

Nach dieser kleinen Pause ging es weiter zum Anbangbang Billabong (Billabong ist das Aborigine Wort für Wasserstelle, die niemals austrocknet). Hier haben wir den Nawurlandja Walkway genommen, welcher sich entlang des Billabongs und hoch zu einem Viewpoint schlängelt, mit einem herrlichen Blick über die australische Steppe bei Sonnenuntergang.

Nawurlandja Walkway viewpointNawurlandja Walkway - Kakadu Nationalpark in the sunset

Die Nacht haben wir auf einem nahe gelegenen Parkplatz verbracht und diesmal unser Auto mit Moskitonetz ausgestattet, ein Unterfangen, dass alles andere als unkompliziert war.

Camping in our car in Kakadu nationalpark

Am nächsten Morgen, schon um 6:30 Uhr, haben uns die ersten Sonnenstrahlen wachgekitzelt, aber wir waren bereits in bester Form. Es ist unglaublich wie schnell man seinen Lebensrhythmus ändert, wenn man nicht mehr von künstlichem Licht umgeben ist. Wir haben eine kleine Morgen-Spazierfahrt bis zur Gagudju lodge Cooinda unternommen, um eine Bootstour auf den Yellow Water zu machen, wo wir die Salties in ihrer natürlichen Umgebung beobachten wollten (66 $ pro Person). Während wir auf den Start unserer Tour warteten, sahen wir all die Australier das üppige, typisch australische Frühstuck mit Bohnen und gegrilltem Fleisch vertilgen und bekam so einen Hunger, das wir nicht anders konnten als uns, ganz diskret, selber über das Buffet herzumachen. Es war köstlich! Aber kein Wunder, dass die Australier nicht unbedingt als schlanke Nation bekannt sind.

Free breakfast at the Gagudju Lodge CooindaAussie Breakfast

Mit vollem Magen konnten wir die Bootstour beginnen und waren wirklich froh die 66 Dollar investiert zu haben. Wir haben ein gutes Dutzend der Krokodile von ganz Nahem gesehen ebenso wie eine ganze Reihe von Vögeln, die schnell oder stark genug sind um in Ihrer Nachbarschaft zu leben. Wir hatten uns vorgenommen auch hier nach einer Stelle zu fragen, aber die zuständige Person war nicht da und ein Bewerbungsschreiben abzugeben bringt bei solchen Jobs nichts.

Yellow Waters - wild saltwater crocodileBirds in Yellow Waters

Bevor wir weiter fuhren, entdeckte ich noch einen Container mit Eiswürfelsäcken, wovon ich gleich mal einen für unsere Kühltruhe einpackte. Das die 4 Kilo Säcke nicht gratis waren, habe ich leider erst zu spät gemerkt… Schon wieder eine dieser glücklichen Fügungen, die uns in Australien andauernd begegneten. :-)

Apropos Glück. In den Yellow Waters darf man auch angeln, was wir vor dem Heimweg nach Darwin dann auch nochmal versucht haben. Und wieder ohne Erfolg. Keine Ahnung, was wir falsch machen, der Typ neben uns hat nach nur 10 Minuten einen enormen Barramundi an Land geholt, gemessen und wieder zurück zu den Krokodilen geworfen. Warum? Erst ab 55 cm Länge hätte er ihn behalten dürfen, nur um ein paar Millimeter daneben.

Zurück in Darwin, den Auto-Test bestanden, haben wir uns auf das wirklich große Abenteuer vorbereitet: 3000 km durchs Outback. Das hieß eine echte Dusche nehmen, Volltanken, Milchpulver und Müsli kaufen, Eis für die Kühltruhe, frisches Essen für 2-3 Tage, Dosen- und Trockenfutter für den Notfall und vor allem jede Menge Trinkwasser! Auf geht’s lang ersehnte Leere, wir kommen.




Bali

Bali. Was hat diese Insel so besonders? Warum kennt jeder den Namen Bali und wie kommt es, dass dennoch viele nicht wissen in welchem Land es sich eigentlich befindet?

Vielleicht liegt es daran, dass Bali so ganz und gar anders ist als der Rest von Indonesien. Man fühlt sich hier wie in einer anderen Welt und manchmal gar wie in einer anderen Zeit.

Wir haben die große Insel Java und einen seiner zahlreichen Vulkane, den Bromo, hinter uns gelassen und uns der Touristenattraktion Nr. 1 von Indonesien zugewendet: Bali.

Nach 13 Stunden Fahrt sind wir spät abends, gegen 23 Uhr, erschöpft im kulturellen Herzen Balis, der Stadt Ubud, angekommen und hatten so unsere Schwierigkeiten ein Zimmer für die Nacht zu finden. Die Agus Pension hat uns dann doch noch freundlich aufgenommen und wir haben uns ein Zimmer mit Rückentöter-Betten zu dritt geteilt.

Bali - Statuen mit Blumen in den Ohren

Mit dem aufstehen, dem ersten Sonnenstrahl und dem Frühstück in unserer Pension konnten wir spüren, dass Ubud uns gefallen würde. So haben wir auch keine Zeit verloren und gleich die kleine Stadt erkundet. Ubud ist ohne Zweifel eine der schönsten Städte Asiens und vielleicht gar der Welt! Ubud beeindruckt nicht mit grandiosen Monumenten oder wunderschönen Straße und Gassen, sondern es ist das Gesamtbild der Stadt das uns komplett in seinen Bann gezogen hat. Jedes einzelne Haus, egal ob Restaurant, Guesthouse, Boutique oder Wohnhaus ist ein kleines Wunder. Eine mit Statuen verzierte von Detailreichtum kaum zu überbietende Fassade lädt zum Eintreten ein.

Bali - Ubud - TheaterBalinesischer Tempel

Im Inneren entdeckt man dann nach und nach eine Architektur die einem Tempel oder Palast in Miniaturform ähnelt. Überall gibt es kleine Innenhöfe, deren üppig grüne Pflanzen und farbenfrohe, formenreiche Blüten ihn in einen paradiesischen Garten verwandeln. Irgendwo plätschert in jedem Innenhof ein Brunnen, welcher die im Wasser treibenden Frangipani Blütenblätter zum Tanzen bringt und eine unbeschreibliche Ruhe verbreitet.

Frangipani Blüten in einem balinesischen BrunnenBalinesische Fresken

Die balinesische Kunst, mit welcher die Statuen angefertigt werden, findet man nur und einzig auf Bali. Viele Elemente erinnern an den Hinduismus, aber Ubud gleicht doch keiner Stadt Indiens. Balinesische Künstler legen extremen Wert auf die Erhaltung der bestehenden Formen, so dass sich viele Bilder und Figuren in jedem Gebäude wiederfinden lassen können. Doch sind die Figuren, Skulpturen und Statuen Balis so vielfältig und die Arbeiten so außergewöhnlich detailliert, dass einem garantiert nie langweilig werden wird und man sich niemals sattsehen kann.

Nach einem kurzen Spaziergang im Monkey Forest, einem von dreisten Affen bewohnten, sehr schönen tropischen Park am Rande Ubuds, wollten wir den balinesischen Tanz kennen lernen.

Monkey Forest dreister AffeEin Affe auf der Affenstatue in Ubud

In Ubud gibt es einige Theater, in denen man ein solches Schauspiel bewundern kann. Der balinesische Tanz ist ein theatralischer, ausdrucksstarker Tanz der von wiederkehrenden zum Teil fast schrillen Tönen von Schlaginstrumenten und Flöten begleitet wird. Was am meisten beeindruckt sind die Augen der Tänzerinnen. Sie fixieren dich die ganze Zeit mit übertrieben weit aufgerissenen Augen. Eine nur schwer zu beschreibende Vorstellung.

Balinesische Tänzerin

Am nächsten Tag haben wir uns ein Auto samt Fahrer gemietet, um die Umgebung von Ubud zu erkunden. Tempel Gunung Kawi auf BaliBali ist eine Vulkaninsel und ihr Boden daher besonders fruchtbar, was zusammen mit den heißen Temperaturen und dem Wasserreichtum perfekte Bedingungen bietet, um Reis anzubauen. Nach all der Zeit in Asien hatten wir uns den Besuch der Reisfelder für unseren letzten Abschnitt aufgehoben. Wir sind unter anderem durch den Tempel Gunung Kawi geschlendert, welcher umgeben ist von Reis und Dschungel, und haben die großartigen und Fotogenen Reisterrassen von Tegallalang bewundert.

Reisterasse bei Ubud - Bali

Man sollte sich auch einige Tage für das ausgedehnte Durchschlendern Ubuds nehmen, um seinen ganzen Reichtum kennenzulernen. Man findet einen schönen Markt mit einer unglaublichen Auswahl an Früchten und kunsthandwerklichen Souvenirs, Kunstgalerien, günstige Massagestudios, unzählige gemütliche Restaurants etc.

Udubs local maketKunstgallerie in Ubud

Bali hat seine ganz eigene Religion. Man findet in Ubud überall kleine geflochtene Körbe mit Opfergaben: Blüten, Früchte, Reis und Raucherstäbchen. Vor quasi jedem Haus, Balinesinen beim Galungan Festivaljeder Tür und selbst auf Motorrädern gibt es solch ein Körbchen. Eine Balinesin hat uns erzählt, dass sie jeden Tag dutzende solche Körbe flechten, was meist den ganzen Morgen in Anspruch nimmt. Sie legt die Opferkörbchen vor alles, was ihr wichtig ist, selbst vor den Computer, die balinesische Version eines Antivirus Programms. Indonesien ist das größte muslimische Land der Welt, aber Bali hat seinen eigenen Religionscocktail beibehalten:Hmm... Lecker Muffins eine Mischung aus Hinduismus, Animismus und Buddhismus. Wir hatten das Glück zur Zeit des Galungan Festivals in Bali gewesen zu sein. Die Balinesen feiern an diesem Tag die Erschaffung des Universums und die Opfergaben werden an diesem Tag vervielfacht und aufgemotzt. Es war nicht einfach, all den süßen Leckereien, die man auf dem Straßenboden, in den Händen und Münden von Statuen oder auf Motorradsesseln findet, zu widerstehen, aber wir waren brav, ganz ehrlich. Am Tag des Galungan Festivals machen sich die Balinesen schick, das heißt, sie ziehen ihren besten Sarongs an und ihre schönsten Flip-Flops. Und das gilt für Frauen und Männer, uns eingeschlossen. Um in die Tempel gehen zu dürfen haben Maria, ihre Schwester und ich uns extra einen Sarong gekauft, doch wir konnten definitiv nicht mit den wunderschönen Balinesinnen mithalten, mit den Blumen in ihren seidenweichen Haaren.

Sarongs für das Galungan Festival in UbudOpferkörbchen auf Motorad in Bali

Opfergaben zum Galungan Festival

Nach diesem intensiven Kulturbad wurde es für uns Zeit, uns den balinesischen Stränden zu widmen. Wir mussten wählen zwischen den schwarzen Sandstränden im Norden Balis, die weitgehend für ihre bezaubernden Landschaften und ihre Abgeschiedenheit beliebt sind, und den von Australiern überlaufenen weißen Sandstränden im Süden Balis. Hm… Yin oder Yang? Warum haben wir uns nochmal für den Süden entschieden??? Jedenfalls hieß unser nächster Stopp auf Bali: Kuta.

Von Ubud nach Kuta zu kommen ist kinderleicht. Jede der unzähligen Reiseagenturen bietet die Strecke an; die Strecke, d.h. die eine Strecke! Denn Bali ist nicht gerade mit einer perfekten Infrastruktur gesegnet und die Straßen sind so voll, dass selbst eine kurze Strecke eine Ewigkeit dauert. Und in Kuta selbst ist es nicht besser. Es gibt schlicht zu viele Touristen. Wir hatten ein echtes Problem damit, eine Unterkunft zu bekommen und mussten in unterschiedlichen Hotels schlafen. Auch der endlose Strand ist von Touris übersaht, der eine Teil mit Sonnenbrand, der anderer gerade erst angekommen. Der Strand ist eher grau als weiß, dass Wasser nicht wirklich Türkis, nur der Sonnenuntergang war tatsächlich atemberaubend.

Kuta Beach

Also warum, um alles in der Welt, sind all die Australier in Kuta, obwohl sie in ihrem eigenen Land einige der schönsten Strände überhaupt haben? Nach eigenen Recherchen konnten wir drei Hauptgründe finden: Magic Mushrooms in Kuta1. Die Kosten. Es gibt von Australien nach Indonesien jede Menge günstige Flüge (billiger als viele Inlandsflüge in Aussiland) und der Alkohol auf Bali kostet im Vergleich nichts. 2. Der Rausch. Alkohol darf auf Bali, im Gegensatz zu vielen Städten Australiens, auf offener Straße und am Strand getrunken werden und es gibt andere Substanzen… Wie kommen eigentlich diese Magic Mushrooms an den Strand? 3. Björn und sein SurfbrettDas Meer. Vor allem die Nordaustralier können von Ihren endlosen, menschenleeren Sandstränden quasi nicht profitieren: Salzwasserkrokodile, Haie und der schlimmste Feind aller Strandfreunde: die tödliche Würfelqualle. All das macht Schwimmen und Surfen an so manchen Stränden Australiens zu einer heldenhaften Mutprobe und Bali zu einem Traumziel.

Wo wir gerade vom Surfen reden, die Preise für Surfkurse in Kuta sind schwer zu unterbieten. Ich habe für einen 2,5-stündigen Einzelkurs inklusive Ausrüstung ganze 9 Euro bezahlt. Während ich schon nach einigen Versuchen auf dem Brett stehen konnte, hat Maria von der Ruhe profitiert und sich in der Sonne gebadet.

Surfen auf Bali2

Auf der Suche nach etwas romantischeren Stränden, haben wir uns am Abend erneut nach einem Fahrer umgeschaut, um die Küste zu erkunden. Keine Ahnung an welcher Magie das liegen könnte, aber alle Angestellten der Reiseagenturen von Kuta wirken übertrieben gut drauf. 😉

Jedenfalls wurden wir am kommenden Tag von unserem Fahrer abgeholt und haben neben der höllisch überlasteten Infrastruktur Balis die Strände Dreamland und Padang Padang kennen gelernt. Hier haben wir uns etwas mehr Zeit gelassen, die Sonne genossen, in den Wellen getobt und die erfahrenen Surfer beim Surfen bewundert. 1000 Mal besser als Kuta! Danach hat uns unser Fahrer zum Ulu Watu Tempel gebracht, wo wir eine Show sehen sollten (wir hatten wirklich keine Lust auf eine Touri-Show und dieser Zwischenstopp war nicht abgesprochen). Das wir uns geweigert haben und statt dessen lieber den Sonnenuntergang an der Steilküste genießen wollten, passte dem Fahrer nicht wirklich und die Stimmung war etwas angespannt. Zum Abschluss gab es dann aber noch einen tollen Bonus. Wir wurden am Jimbaran Strand abgesetzt, wo sich ein Fischrestaurant neben dem anderen befindet. Touristen und Einheimische profitieren hier gleichermaßen von fangfrischem Fisch aller Formen und Größen. Der Barrakuda war eine wahre Offenbarung! In der Zeit hat der Fahrer geduldig auf uns gewartet, um uns im Anschluss zurück nach Kuta zu bringen. Preis für Auto inklusive Fahrer vom frühen Nachmittag bis zum späten Abend: 13,50 Euro! Preis wie in Asien üblich verhandelt.

Dreamland beachPadang Padang Strand bei Kuta - Bali

Bali ist auch ein guter Ausgangspunkt für ein Bootsfahrt nach Gili: diese wundervolle kleine Insel ohne Autos und ohne Polizei, auf welcher Maria und ich uns verlobt haben. Ein Must-Do Indonesiens. 😉

Gili - eine Trauminsel Indonesiens

Ansonsten hätten wir gerne noch mehr von den 13.466 Inseln Indonesiens profitiert. Klar ist es unmöglich alle zu sehen, aber zumindest Komodo mit seinen berüchtigten Waranen, den Dschungel Lombok, den wir nur kurz auf dem Weg zwischen Bali und Gili bewundern konnten und die Orang Utans von Sumatra hätten wir sehr gerne noch erlebt.

Bali - Ein Festmahl zum Abschied von Asien

Unsere Letzten Tage haben wir dann wieder in Ubud verbracht, haben von den himmlischen Asiatischen Gerichten profitiert, letzte Asien-Souvenirs gekauft und unser nächstes großes Abenteuer vorbereitet: der Sprung auf einen neuen Kontinent. Auf nach Down Under, auf nach Australien.




Im Bann des Vulkans Bromo, Indonesien

Wenn es eine Sache in Indonesien gibt, die mir auf die Nerven geht, dann sind das die schier endlosen Fahrten mit dem Minibus. Obwohl es keinen Stau gibt und man sicher mit 60 km/h über die gewundenen Straßen holpert, zieht sich eine Überlandfahrt auf Java – Indonesien – immer extrem in die Länge. Die Fahrt von Yogyakarta, der Studenten- und Künstlerstadt bis zum Vulkan Bromo ist so ein Beispiel. Zwischen den beiden Punkten liegen gerade einmal 380 km Landstraße und selbst ohne die 3,5 Stunden Verspätung wäre es ein Monstertrip gewesen. So waren wir geschlagene 14 Stunden unterwegs und unser Tag entwickelte sich zu einer nicht enden wollenden Geduldsprobe, die wir gegen Mitternacht endlich bestanden hatten. Auch wenn es rechnerisch unmöglich scheint, ist es wirklich so geschehen. Wie, warum und wo die Zeit dann geblieben ist bleibt ein Mysterium Indonesiens.

Pferdeführer, um zum Aussichtspunkt zu gelangen

Jedenfalls haben wir, also Sonia, Maria und ich, es uns gegen 00:30 Uhr im eisigen Zimmer auf 2300 m Höhe gemütlich gemacht, um gleich darauf, Punkt 3:30 Uhr um genau zu sein, wieder geweckt zu werden. Maria hatte sich zu allem Überfluss auch noch erkältet. Es stand uns ein anstrengender und, soviel kann schon verraten werden, absolut unvergesslicher Vormittag bevor. Der Vulkan Bromo war gerade einmal fünf Monate vor unserem Besuch, am 23 Januar 2011, zum letzten Mal ausgebrochen und er ist der aktivste Vulkan Javas.

Doch zunächst mussten wir noch etwas leiden. Als würde die Folter der vergangenen 24 Stunden nicht genügen, wurden wir von unserem Jeep gefühlte 200m entfernt vom Hotel entfernt abgesetzt, um den restlichen Weg bis zum Gipfel des Mt Penan Jakan in tiefster Nacht zu Fuß zurückzulegen. Man kann sich wohl vorstellen, dass wir nicht gerade in Bestform waren. Und doch hielten wir den verlockenden Angeboten der Pferdehalter stand und marschierten tapfer bis nach ganz oben. Dafür wollten wir dann aber auch etwas Besonderes geboten bekommen. Zunächst war es aber noch zu dunkel, um überhaupt etwas zu sehen und so harrten wir aus, zusammen mit den anderen Touristen, den Sonnenaufgang herbeisehnend. Dabei hielten wir die ganze Zeit unsere Fotoapparate in den Fingern, um ja nicht den ersten Sonnenstrahl zu verpassen.

Maria und Björn vor dem Szenario des Vulkans Bromo

Als es dann schließlich so weit war, als sich die Sonne über den Horizont kämpfte, als die Nacht sich schlussendlich dem Tage geschlagen gab, fühlte ich mich fast wie in Trance. Müdigkeit, Höhenluft, Kälte, das lange Warten, aber vor allem der Ausblick betäubten fast meine Sinne. Der Bromo selber war nicht zu sehen, aber sein Rauch beherrschte das Panorama. Er lag über den anderen Gipfeln der Kette, wie ein stetiger, bedrohlicher Wächter. Zwischen uns und dem Vulkan lag ein von Nebel bedecktes Tal und mit jedem Grad, den die Sonne aufstieg, wärmte sie unsere kalten Gesichter und der Nebel löste sich nach und nach auf. Es ist schwer zu beschreiben, was unter dem Nebel zum Vorschein kam.

Sonnenaufgang über Bromo dem VulkanAschewolke des Vulkans Bromo

Je klarer die Konturen wurden, desto unsicherer war ich, ob ich wachte oder träumte. Die Landschaft glich der einer Star Wars Episode. Die erste Eruption des Bromo, die wir wahrnahmen, klang wie das morgendliche Magengrummeln eines fernen Riesen.

Sicht über die surreale Mondlandschaft im Tal des Bromo

Nachdem wir alle genug Fotos gemacht hatten, wurden wir aus der Szenerie hinaus und hinunter ins Tal geführt. In Geländewagen fuhren wir eine steinige, vollgeaschte Piste hinunter. Als wir dann unter dem Nebel hindurch tauchten, trauten wir unseren Augen nicht. Star Wars und Kino war Vergangenheit. Wir waren nun direkt im geschehen gelandet. Wir waren auf dem Mond. Das Bild, das sich uns bot, als unser Jeep den tiefen, ausgefahrenen Spuren im Staub folgte, durch das komplett mit Vulkanasche verschneiten Tal hindurch, ist einfach unbeschreiblich. In der Mitte des Tals dann der Beweis, dass wir halluzinierten. Der Guide hielt an einer verrückten, futuristischen Raumstation und lies uns aussteigen.

Hindu Tempel Pura Luhur Poten gleicht einer Raumstation 2

Angeblich soll es sich um den Hindu-Tempel Pura Luhur Poten handeln. Wir befanden uns nun genau am Fuße des Mount Bromo. Hatten wir bisher Respekt vor einem der aktivsten Vulkane der Erde gehabt, so war dieser mittlerweile einer tiefen Ehrfurcht gewichen. Wenn wir den Guide richtig verstanden, sollten wir den Pfaden und Stufen folgen und den Krater besteigen. Abgesehen davon, dass wir zu tiefst eingeschüchtert waren, hatten wir einfach auch keine Kraft mehr. Und so ließen sich Sonia und Maria nun doch von Pferden bis zu den Stufen hinauf bringen.

Maria am Fusse des Vulkans BromoUnser Weg durch Ascheberge zum krater

Ein Ritt, wie in einem Traum, durch eine Landschaft, die surrealer nicht sein konnte. Uns umgaben Berge aus grauem Puderzucker und unser Weg führte durch Klippen aus Kakao.

Die Vulkanasche gleicht Watte oder Kakao

Die Ponys suchten vorsichtig nach festem Tritt und brachten uns langsam aber sicher bis hinauf zu einer Treppe, die wie in den feinen Staub gemeißelt erschien.

Die letzten stufen hinauf zum Kraterrand

Die Stufen legten wir dann zu Fuß zurück. Es war unfassbar, aber man durfte tatsächlich bis hinauf zum Gipfel steigen. Kein Touristenführer kam hier her und am Kraterrand gab es keinerlei Sicherheitsvorrichtungen.

Maria zum Fallen nah am Kraterrand

Der Krater klaffte vor uns und ein falscher Schritt, ein Zentimeter zu weit in Richtung Vulkan würde den sicheren Tod bedeuten. Der Puderstaub, Maria in einer Wolke von Vulkanascheder den steilen Trichter des Kraters bedeckte, bot keinen Halt und in seinem Zentrum, vergiss das nicht, herrscht ein stetiges bedrohliches Grollen jederzeit bereit dich für immer zu verschlingen. Von Zeit zu Zeit wird das Grollen zu einem Brüllen und Massen an Staub, Rauch und Asche ziehen gen Himmel, wo sie solange hängen, bis die nächste Eruption nachascht.

Blick vom Kraterrand in den Schlund des Vulkans Bromo 2Blick vom Kraterrand in den Schlund des Vulkans Bromo 3

Die Gefahr ist etwas Faszinierendes und hier am Rand des Bromo waren wir ihr so nah wie vielleicht nie zuvor auf unserer Reise. Sie besaß eine ungeheure Anziehungskraft; je länger wir verweilten, desto nähern wollten wir an den Rand heran, noch ein letztes, besseres Foto vom Vulkan machen. Wir alle waren wie hypnotisiert und fast bereit, uns in den Schlund des Ungeheuers zu stürzen, um ihm ein Opfer zu bringen, diesem mächtigen Naturspektakel.

Praktische Infos:

Zu allererst: wählt eure Agentur gut! Was wir erlebten war grauenhaft und das es besser laufen kann zeigen andere Berichte. Wir hatten die Exkursion zum Vulkan Bromo von Yogya gebucht und nach unserem oben beschriebenen Abenteuer gab es ein extrem bescheidenes Frühstück, bevor es so weiterging: Minibus -> Agentur (lange Wartezeit) -> Minibus -> Restaurant -> Boot -> Minibus -> Ankunft in Denpasar (Bali). Mit einem Taxi ging es dann ins wunderschöne Ubud, wo wir einige Schwierigkeiten hatten ein Guesthouse zu finden (es war mittlerweile 23h). Wir haben also am ersten Tag 14 Stunden Fahrt gehabt, den Bromo gesehen und am zweiten Tag erneut 13 Stunden Fahrt. Ein ermüdendes Programm, aber ehrlich, der Bromo war es dennoch wert. Viele Agenturen in Yogyakarta bieten diese Tour an. Also lasst euch in keinem Fall von den Stundenlangen Autofahrten abschrecken. Die Tour hat uns 380 000 Rupiah (27 Euro) plus 20 000 Rupiah (1,50 Euro pro Person) für den kleinen Aufstieg mit Pferd gekostet. Zu guter Letzt: vergesst bloß nicht den Fotoapparat. Wir sind keine Profifotographen, aber die Fotos vom Mt Bromo sind einmalig und haben einen besonderen Platz in unserem Fotobuch von Cewe Print. Eine wunderbare Erinnerung mit kleinen Texten um die Fotos herum durch die Du dich blättern kannst, wenn das Fernweh mal wieder zu stark wird.




Java – von Jakarta bis Jogjakarta

Einreise nach Indonesien

Schon die Einreise nach Indonesien war etwas anders. Zum einen ist es etwas komplizierter als sonst in Asien, zum anderen sind Grenzüberquerungen per Boot eher selten. Mit unserem frisch beantragten indonesischen Visum kamen wir also per Fähre in Tarakan (Borneo, Indonesien) an. Tarakan ist eine der Städte Asiens, die noch nicht viele europäische Touristen gesehen haben. So hat sich hier auch noch kein touristen(un)freundliches, englischsprachiges Empfangskomitee von Taxi-Fahrern und Hotel-Schleppern installiert. Wir waren also endlich mal wieder nur auf uns selber gestellt, fast ein kleines Abenteuer.

Das Zimmer, das wir letztlich gefunden hatten war dann auch, der Atmosphäre der Stadt entsprechend, dreckig und herunterkommen und das Essen konnte nicht mehr als satt machen. Zum Glück haben wir am Flughafen von Tarakan, beinahe zum Internetpreis  (790.000 Ringgit pro Person), einen Lion-Air-Flug für den nächsten Tag nach Jakarta bekommen, wo wir uns mit Marias Schwester Sonia getroffen haben.

Jakarta

Thailands Bangkok, Malaysias Kuala Lumpur oder Indiens Mumbai werden immer wieder gerne als Moloch bezeichnet. Aber alle diese Städte haben schöne Ecken und Orte, die es sich zu erkunden lohnt. In Jakarta habe ich nichts dergleichen gefunden. Ich habe eigentlich nur zwei Bilder im Kopf, wenn ich an Jakarta denke, hässlich graue, halb zerfallene Gebäude und endlose Reihen von indonesischen Batik Stoffen in Shopping Malls. Es gibt keine andere Stadt in Asien, von der wir so wenige Fotos gemacht haben.

Eindruck aus Jakarta - IndonesienBatik Stoffe in indonesischer Mall in Jakarta

Mein Zimmerbewohner hat Jakarta allerdings anders erlebt. Nachts. Zum Feiern gibt es seiner Meinung nach keine bessere Stadt und es gibt Clubs, in denen am Wochenende drei Tage lang ohne Unterbrechung getanzt wird. Sonntagmorgens, nach dem Frühstück, hatten wir kurz überlegt hinzugehen, uns dann aber doch entschieden weiter nach einem hübschen Fleck zu suchen. So blieb uns Party-Jakarta unbekannt.

Jogjakarta

Alles was Jakarta an Charme fehlt, hat Jogjakarta abbekommen, könnte man meinen. Allein schon, dass die Stadt einen Spitznamen, „Jogja“, trägt, macht sie sympathisch. Und da hört es lange nicht auf.

Jogjakarta StreetartIndonesischer Maler in Jogjakarta

Kunst in JogjakartaLustige Kunst in Indonesien

Die, in warmen Orangetönen gestrichenen, Häuser bilden kleine Sträßchen die in verwinkelte Gassen übergehen. Wer sich in dem Wirrwarr nicht verlieren mag, kann seine Unterkunft für Jogjakarta im Voraus mit Holidaycheck buchen. Das Viertel, indem sich viele der Guesthouses finden, erscheint wie ein gewachsenes Labyrinth lebendiger Kunst.Überall finden sich Wandzeichnungen und kreative Kunst in all seinen Formen. Auch die Besucher werden eingeladen kreativ zu werden. In Koch- oder Batik-Kursen bekommt man indonesische Kultur zum Anfassen. Wir haben eine Silberklasse besucht und unsere eigenen Silberringe geschmiedet.

Silberkurs in Jogjakarta

Auf der Straße und in Cafés sprechen oder singen einen alle möglichen bunten Vögel aus alten Holzkäfigen an. In einer unwahrscheinlich unbefangenen Art verbindet Jogja einen mit den Menschen, die hier leben. Ich habe mich selten in Asien so dazugehörig gefühlt wie hier. Wenn man so durch die Straßen schlendert, könnte man den Eindruck bekommen, als hätte man hier gerade sein Auslandssemester begonnen. Tatsächlich ist Jogjakarta mit über 100.000 Studenten das Bildungszentrum Indonesiens und so versprüht es eine unglaublich junge Dynamik. Jogja hat mich zu jedem Zeitpunkt heiter gemacht. Selbst die aufdringlichen Verkäufer hier sind freundlich-aufdringlich. Zum Beispiel hat uns ein Kunst-Galerie-Schlepper an Sonias Geburtstag dreißig Minuten lang mit heiteren Anekdoten animiert, bevor er uns zu einem Tee in seiner Galerie eingeladen hat. Dass wir nichts gekauft haben, hat ihn am Ende auch nicht wirklich gestört. Jogja ist wie Cocktail am Strand, hier gibt es nur den Moment und nichts anderes zählt wirklich. Jogja ist wie ein Kaminfeuer im Winter, angenehm warm und einladend und man mag einfach gerne da sein. Jogja ist der Augenblick. Jogja inspiriert.

Vogelkäefige indonesischer Künstlerstadt

Ach ja, um Jogjakarta herum gibt es auch noch Tourismus zu machen, auch wenn die Must-See’s der Umgebung nicht einmal im Entferntesten mit Jogja mithalten können. Borobudur gehört selbstverständlich zum Pflichtprogramm. Der immense erst 1983 wieder eröffnete Tempel-Komplex ist seit 1991 Weltkulturerbe. Was soll ich sagen? Borobudur verdient seinen Status und sein Ansehen. Es ist beeindruckend, großartig und faszinierend.

Mit ausgeliehenen Röcken auf BorodudurIndonesische Schüler quf Exkursion

Borobudur in Java, IndonesienSicht über Java von Borodudur

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man immerhin 2 Stunden pro Weg. Gleichzeitig wie wir waren dutzende Schulklassen dort. Obwohl wir nur 30 Minuten wirklich vor Ort und daher etwas gestresst waren, konnten wir uns den lächenlnden Schülern nicht verwehren alle mussten paar Minuten für eine Ihrer Kameras posieren. Wir beeindruckten mit unseren unfreiwillig ausgeliehenen Röcken offensichtlich mehr, als irgendsoein Tempel.

2010 wurde Borobudur übrigens von dem nahen Vulkan Merapi während eines Ausbruchs mit Asche bedeckt, wovon man heute aber nichts mehr bemerkt.

Vulkan Merpai - gefährliche Schönheit

Der Merapi allerdings, gut von Jogjakarta zu erreichen, lässt jederzeit erahnen, mit welcher Macht er im Oktober und November 2010 ausgebrochen ist. Der mit Vulkanschlamm gefüllte Fluss, verbrannte Baumreste und zentimeterhohe Ascheschichten, als wäre der Ausbruch erst gerade gewesen, machen klar, in welcher Gefahr die Menschen um den Vulkan herum leben. Es ist erstaunlich wie Menschen so nah an einer Todbringenden Naturgewalt leben können. Der Merapi gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt und bricht im Schnitt alle 10 bis 15 Jahre aus. Aber lass einfach die Bilder auf dich wirken. Und wer es noch etwas zerstoererischer mag, sollte sich den beeindruckenden Bericht über den Vulkan Montserrat von Martin Wos anschauen. Fahrt zum Vulkan Merapi - Indonesien

Achtung gefâhrlicher VulkanVerbrannte Bäume bei Merapi auf Java

Vom Vulkan Merapi zerstörtes Haus

Merapi - geschmolzener CD-PlayerVerbrannter Koran in Indonesien

Weniger todbringend, weil nicht in der Nähe einer Stadt, aber dafür umso beeindruckender und rund um die Uhr aktiv wird unser nächstes Ziel: der Vulkan Bromo.




Best of Malaysia

Was erwartet dich, wenn Du nach Malaysia reist? Was muss Du unbedingt gesehen haben? Mit diesem Artikel zeigen wir dir alles, was uns ganz besonders gefallen hat und auch, was wir leider nicht sehen konnten.

Menschen und Kultur Malaysias

Was Malaysia für uns zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht hat sind seine Bewohner, die ganz unterschiedlichen Kulturen angehören: Muslime, Chinesen, Inder und viele andere kleinere ethnische Gruppen. Diese Mischung spiegelt sich natürlich auch in Kleidung, Monumenten, Sprache, Musik und der Gastronomie wider. Wir haben in unserem Artikel „One Malaysia“ detailliert darüber geschrieben.

Etwas anderes, dass Malaysia zu einem außergewöhnlichen Land macht, ist seine Natur. Auf beiden Seiten der Halbinsel gibt es kleine Inseln mit wundervollen Traumstränden. Aber, da unsere Schuhe noch voll von Thailands weißem Sand waren, haben wir uns auf etwas ganz anderes besonders gefreut. Etwas, dass wir noch nicht in dieser Form gesehen hatten: tropischer Regenwald! Hier herrschen bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit das ganze Jahr über Temperaturen von 28°C – 30°C. Malaysias Wälder sind unglaublich dicht und beherbergen eine beeindruckende Tiervielfalt. In Malaysia war es, wo wir unsere erste giftige Schlange und die größte Blüte der Welt gesehen haben. Auch finden sich in den sumpfigen Flüssen Malaysias die größten Krokodile der Welt: die menschenfressenden Salzwasser- oder Leistenkrokodile.

Wo wir gerade beim Thema sind: das Essen in Malaysia ist unglaublich! Jeder Biss den man wagt, Ais Kacang -Malayisches Eis mit Bohnen und Maisegal ob chinesisch, indisch, malaiisch oder auch Baba-Nonya (chinesisch-malaiisch) ist alleine schon eine Reise wert. All das findet man in Foodcourts, unter einem Dach vereint. Der Perfekte Ort, um sich von Dumpling über Satay und Tandoori bis hin zu solchen Kuriositäten wie Eis mit Bohnen und Mais zu naschen. Ansonsten haben wir in Malaysia oft etwas ganz lokal-typisches gegessen. Mc Donalds. Das billigste McDo unserer Reise; man sieht es den Malaien an.

Die besten Orte und Städte Malaysias

Malaysia besteht aus zwei voneinander getrennten Gebieten. Auf der malaiischen Halbinsel ist die Infrastruktur enorm gut entwickelt, was man von dem malaiischen Teil Borneos nicht unbedingt behaupten kann. In letzterem muss man es entweder akzeptieren sich langsam und mühsam zu bewegen, oder man fliegt.

Malakka

Malakka liegt uns persönlich sehr am Herzen. Es ist eine der hübschesten und angenehmsten Städte Asiens mit einem ganz ungewöhnlichen Charme, in der der holländisch- und portugiesisch-Koloniale Einfluss noch deutlich sichtbar ist. Malakka hat eine süße kleine Altstadt die man sowohl zu Fuß als auch auf der romantischen Bootstour erkunden sollte. Ein Besuch der Villa Sentosa ist ein etwas spezieller Ausflug. Es ist ein lebendes Museum, in dem man einen Einblick in einen Teil malaiischer Geschichte bekommt, wie sonst nirgendwo. Nur der Bewohner und Guide des Hauses hat eine Art, die kurzfristig lustig ist, aber mit der Zeit anfängt aufdringlich zu sein. Nur damit Du gewarnt bist.

Alles andere als Ruhig geht es auch auf dem weekend night market zu. Ich liebe diese Märkte, auf den es so billigen Ramsch gibt, dass er nicht für Touristen gedacht sein kann. Komplette Entspannung findet man dafür im Cheng Hoon Teng, dem ältesten chinesischen Tempel in Malaysia (1646). Aber der Grund, warum wir Malakka sicher nie vergessen werden, ist unserVolontariat im Krokodilpark, bei dem wir neben den Krokos auch die Malaien besser kennengelernt heben.

Kolonialer Flair in Melakka - MalaysiaRathausplatz town square

Kuala Lumpur

KL ist definitiv kein Grund um nach Malaysia zu reisen, aber da man fast zwangsläufig durch diese moderne, graue Großstadt kommt, sollte man das Beste daraus machen und die Vorteile kennen. Das Symbol Kuala Lumpurs und des modernen, aufstrebenden Malaysias insgesamt sind die Petronas Towers, welche mit 452m bis 2004 die höchsten Türme der Welt waren. Auch die zahlreichen Foodcourts und Shoppingmalls passen in dieses Bild. Ganz anders zeigt sich die Stadt, wenn man sich traut ein traditionelles Cupping (Entgiftung durch schröpfen) zu machen. Dabei fühlt man sich, als hätte man eine tonnenschwere Metallplatte auf dem Rücken. Die Behandlung hinterlässt eindrucksvolle blaue Flecken.

Schröpfen in MalaysiaCupping und seine Folgen

Aber das Beste an Kuala Lumpur war für uns sein kulturelles Angebot. Zuerst sollte man sich zum Touristenbüro aufmachen, welches bei weitem das Beste ist, welches wir auf unserer langen Reise gesehen haben. Es besticht nicht nur durch die modernen Räumlichkeiten und den perfekten Service, sondern auch durch die angebotenen Tanzshows.

Für sagenhafte 5 Ringit (1,25 EUR) haben wir eine Stunde lang traditionelle Tänze und Kostüme aus ganz Malaysia bestaunt. Auch in der Fußgängerzone von zwischen China Town und Little India gibt es abends regelmäßig kostenlose Konzerte zu sehen.

Petronas TowersMaria in einer malayischen Moschee

P.S. Um die Moschee zu besichtigen brauch man nicht seine Djellaba und sein Kopftuch mitzubringen. Man kann es sich am Eingang ausleihen, was praktisch ist, da man wegen der Hitze garantiert in kurzer Hose und T-Shirt sein wird. Schlafen ist in der Moschee übrigens verboten, wie das Schild am Eingang zu verstehen gibt.

Schlafen in Moschee verboten!Schlafen in Moschee verboten...

Taman Negara Nationalpark

Der undurchdringliche Urwald des Taman Negara Nationalparks war absolut eines der besten Erlebnisse Malaysias. Wenn Du wissen willst, wie sich Maria fast das Bein gebrochen hat, während wir uns durchs von dutzenden Blutegeln besiedelte Unterholz gekämpft haben und wie ich mich nach dem Angriff eines wilden Tieres in einen Wackelpudding verwandelt habe, lies unseren Artikel Taman Negara.

Kuching

Kuching selber ist kein Highlight. Aber man kann sich das wirklich interessante Sarawak Museum anschauen oder einen Ausflug zu Jong’s Krokodilfarm machen. Dieser Krokodilpark ist nicht der schönste, den wir gesehen haben, aber die Fütterung ist unglaublich beeindruckend.

Ansonsten hat die Stadt keine spezielle Atmosphäre und wir haben Sie wegen den Bettwanzen in unserem Guesthouse in schlechter Erinnerung. Es ist vielmehr die Umgebung von Kuching, die uns hier 10 Tage hat verweilen lassen. Sowohl der Bako als auch den Gunung Gading Nationalpark sind einen Ausflug wert.

Eine Nacht mit Bedbugs - Nicht grade ein Highlight Gunung Gading Nationalpark

Das besondere des Gunung Gading Nationalparks ist, dass man hier mit guter Wahrscheinlichkeit und relativ leicht erreichbar die größte Blüte der Welt sehen kann. Die Blüte der Rafflesia kann bis zu einen Meter im Durchmesser groß werden. Unsere war ein „kleines“ Exemplar von 67cm – was schon beeindruckend genug ist. Man kann in der Touristeninformation fragen, ob sie gerade blüht. Zwar ist der Park auch ohne die Rafflesia ein schöner Ausflug – auf leicht begehbaren Wegen kann man z.B. zu einem erfrischenden Wasserfall gelangen. Uns hat der Park gut gefallen, aber wenn man nicht unbegrenzt Zeit hat, gibt es spektakulärere Parks in der Gegend zu sehen. Gunung Gading Nationalpark Zum Gunung Gading kommt man, indem man mit dem Bus 1 bis Jln Penrissen fährt, danach für 1,5 Stunden einen Reisebus nimmt und anschließend mit dem Mini-van, Taxi oder zu Fuß die restliche Streck bis zum Park zurück legt. Rafflesia the biggest flower of the world, hier 67 cm Der Bako Nationalpark

Den Bako Nationalpark sollte man auf gar keinen Fall auslassen. Der Regenwald direkt am Meer ist weniger Dicht als der des Taman Negara, aber er bietet auf kleinstem Raum unglaublich abwechslungsreiche Landschaften. Man kommt mit dem Boot in einem Mangrovenwald an, in dem schon ein Begrüßungskomitee von hungrigen und neugierigen Makaken wartet. Vom Zentrum des Parks kann man dann unterschiedliche Wanderungen unternehmen. Auf dem Telok Pandan Kecil Trail geht es durch einen immer lichter werdenden Wald vorbei an Gruppen von handgroßen fleischfressenden Pflanzen (Pitcher plants), welche ihre Beute in einer Flüssigkeit in Ihrem Trichter fangen und verdauen. Irgendwann wird der Boden steinig, dann sandig, bevor man endlich zu einem kleinen, abgelegenen Strand gelangt. Strand von Bako Nationalpark Aber das wahre Highlight des Parks ist seine Tierwelt. Hier bekommt man alles zu sehen, was einem in der Dichte manch anderer Regenwälder verborgen bleibt. Wie echte Biologen sind wir den Stars des Parks, den nur auf Borne heimischen und vom Aussterben bedrohten Nasenaffen hinterher geschlichen. Mit etwas Glück und viel Geduld konnten wir entlang das Telok Paku Trails eine ganze Familie dabei beobachten, wie sie sich von einem Baum zum nächsten schwang. Die gigantischen Nasen der Männchen geben dabei durchgehend ein seltsames, grunzendes Geräusch von sich. Der Star Borneos -  Der Nasenaffe

Vielen Dank an Christoph von malaysia-borneo-2012.blogspot.co.at, der uns dieses einmalige Foto zur Verfürgung gestellt hat!

Aber auch die restliche Tierwelt ist beeindruckend. Mitten im Parkzentrum haben wir eine giftige Pit Viper (Grubenotter) zu Gesicht bekommen und nur einige Minuten später hat eine gar nicht scheue (also gefährlichen?) Schlange ihr züngelndes Köpfchen auf meinen Fuß gelegt, ohne dass ich es bemerkt habe.

Eine unbekannte Schlage MalaysiasPit Viper - Grubenotter in Malaysia

Bei der Nachtwanderung wiederum haben wir eine ganz andere Fauna vorgefunden. Von Dschungel-Kakerlaken und riesigen Höhlenspinnen über süße, kleine grell grüne Frösche bis hin zu einem Flying Lemur (Riesengleiter).

Eine Wald-Kakerlake

Die Nacht verbrachten wir in einem etwas feuchten, stinkenden und leicht angeschimmelten Mehrbettzimmer. Während der Rückfahrt auf dem von Leistenkrokodilen bewohnten Fluss erzählte uns jemand, wie die kleine Schwester einer Freundin in Afrika bei ebenso einer Bootsfahrt von einem Krokodil aus dem Boot gerissen und nie wieder gefunden wurde. Wir haben unsere Arme für den Rest der Fahrt dann nicht mehr ins Wasser baumeln lassen.

Iban Longhouse

Einen Aufenthalt bei der berüchtigtsten ethnischen Minderheit Malaysias, den Iban, ihres Zeichens Nachkommen von Kopfjägern, kann man von Kuching aus organisieren. Wenn Du wissen willst, ob es sich lohnt, oder nicht, dann lies unseren Artikel über uns Touristen bei den Iban.

Sipadan

Der perfekte Ort zum Tauchen. Hier haben wir unsere ersten Meeresschildkröten bewundert, Clown-Fische, Lion-Fische und Barrakudas gesehen sowie die Bekanntschaft von Haien und einem Mondfisch gemacht. Leider ist das kristallklare Wasser mit Plastikabfällen verschmutzt. Lest unbedingt unseren Artikel und lasst euch von den Fotos in eine fremde Welt entführen.

Moschee auf Sipadan

Was wir leider verpasst haben

– Die paradiesischen Inseln Pulau Perhentian, Pulau Tioman vor der Ostküste und Pulau Langkawi an der Westküste der malaiischen Halbinsel

– Spazierengehen auf den Hügeln und durch die Teeplantagen der Cameron Highlands

– Wer sich gegen die Schwerkraft bewiesen will, sollte auch das Besteigen des Mount Kinabalu (4095 m) einplanen.

– Die einzige Möglichkeit die abgeschiedenen Bario & Keblabit Highlands in weniger als einer Woche zu erreichen ist es, ein sehr kleines Flugzeug zu nehmen. Hier kann man endlos lange Wanderungen weit ab des Borneo-Standard-Tourismus machen. Ich will das unbedingt noch nachholen!

– Die Turtle Cavern bei Sipadan ist einer der Orte, die man nur mit viel Taucherfahrung und in Begleitung eines Profis besuchen sollte, wenn man nicht wie die vielen Hai- und Schildkrötenskelette enden möchte. Für uns noch einer unserer großen Träume.

Wenn wir das nächste Mal nach Malaysia reisen, wird es für die Strände und die Cameron Highlands sein und um unsere Freunde von der Krokodilfarm in Malakka zu besuchen. Aber das, was Malaysia im Herzen wirklich ausmacht, sind seine freundlichen Bewohner. Ihre offene und herzliche Art ist uns noch mehr aufgefallen als in allen anderen Ländern Asiens. Und um dich wirklich zu überzeugen, dass sich eine Reise nach Malaysia lohnt: Malaysia ist noch viel weniger touristisch als sein Nachbar Thailand.




Valentinstag in Laos

Valentinstag ist es doch immer wieder das Gleiche: die Dame hofft, der Herr vergisst. Da ist es egal, ob man im heimischen Deutschland ist, oder auf Reise im fernen Asien.

Ganz ehrlich? Mir ist es während unserer Weltreise nicht aufgefallen, dass am 14. Februar in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, überall Herzen hingen, dass sich erstaunlich viele Pärchen am Strand des Mekong verliebt in die Augen schauten und gemeinsam Sandherzen bauten. Ja ja, Männer sind blind! Das Mann übersieht, wenn die Freundin Blonde Strähnchen hat, kann ja mal passieren, aber so blind wie ich an diesem Valentinstag… Das war schon fast böswillig. Na ja, als ich dann mit Maria in der Bar saß und der Kellner die Cocktails mit einem Luftballon-Herzen servierte, da hat es endlich auch bei mir Klick gemacht. Und mit ein paar lieben Worten und einem Hundeblick konnte ich meinen Kopf sogar noch aus der Schlinge ziehen. Bleibt zu hoffen, dass das auch dieses Jahr wieder irgendwie klappt, am 14. Februar.

Björn




Taucherfahrung auf Sipadan – Paradies unter Wasser, Müllhalde an Land

Sipadan zählt zu den schönsten Tauchplätzen der Welt. Auf dieser Insel im Osten Malaysias, die Teil eines Naturschutzgebietes ist, kann man nicht übernachten. Aber ganz in der Nähe befindet sich die Insel Mabul, auf der es verschiedene Tauchzentren und Unterkünfte gibt. Willst Du wissen, ob Sipadan seinen Ruf verdient hat? Wir geben dir eine Antwort und dazu praktische Infos, um deinen eigenen Sipadantrip zu planen. Und wenn Du dann noch nicht genug hast, dann kann ich dir diesen Blogartikel empfehlen und auf Sipadan.com findest Du eine ganze Reihe praktischer Infos und atemberaubender professioneller Fotos und Videos.

Auf dem Meer nach Mabul-Island

Anreise

Schon bei der Bootsfahrt von Semporna aus folgt man eine Stunde lang einem Strom aus Plastikmüll. Nie zuvor habe ich solche Mengen an Abfällen im Wasser schwimmen sehen. Und dass soll der Weg in ein unberührtes, naturgeschütztes Paradies sein? Auch Mabul Island, nicht mehr als 12 km von Sipadan entfernt, ist übersähet von Dreck. Es leben einfach zu viele Menschen hier, ohne dass es ein Entsorgungssystem gibt.

Müll im Tauchparadies - Mabul-Island

Mabul Tauchgänge

Abgesehen vom Müll aber ist es ein perfekter Ort, ein Kontrast, der das Ganze irgendwie noch schlimmer macht. Blaues, kristallklares Wasser, Fische, Seesterne und selbst Meeresschildkröten kann man schon im flachen Wasser beobachten. Klares Wasser - SipandanUnsere ersten beiden Tauchgänge waren am Mabul House Reef. Trotz einiger wunderschöner Lion- und Clown-Fische, war es noch keine Sensation.

Lionfisch - Tauchen Mabul

Nemo - Tauchen Mabul Dazu hatten wir auch unsere Probleme mit dem Material. Marias Tauchmaske beschlug andauernd und so glaubte sie den halben Tauchgang lang, bei schlechter Sicht zu tauchen. Erst als sie auf die Idee kam die Maske zu fluten… hatte die Unterwasserwelt wieder Farben. Etwas spät, leider. Ich für meinen Teil hatte mit einem klemmenden Knopf an meinem Inflatorschlauch zu kämpfen und einmal bin ich sogar hilflos nach oben gedriftet. Eine Situation die nicht angenehm ist – zu schnelles Auftauchen kann zur Dekompressionskrankheit führen! Insgesamt hatten wir also eher einen enttäuschenden Tauchtag. Paradischer Sonnenuntergan - Mabul

Sipadan

Aber wir waren ja für Sipadan hergekommen. Am nächsten Tag war mein Material etwas besser. Aber Maria hatte leider ein Leck im Mundstück und andauernd Salzwasser im Mund. Die Insel Sipadan selber ist nichts besonderes, das Wunder befindet sich unterhalb des Meeresspiegels.

Tauchen auf Sipandan-Island

Der erste Tauchgang war der „Sipadan south point“. Wunderschöne Korallen, eine enorme Fischvielfalt und eine ordentliche Strömung begrüßten uns. Es war manchmal richtig anstrengend vorwärts zu kommen und so war die Luft schneller aufgebraucht als üblich. Das Highlight des Tauchgangs war ein Schwarzspitzen-Riffhai von ca. 1,80 m Länge. Grauer Riff Hai - Taucherfahrung SipandanAm zweiten Tauchort, dem „Barracuda Point“, gab es gleich mehrere dieser Jäger, Seite an Seite mit riesigen Barrakudaschwärmen. Und dann war es dann endlich so weit: wir begegneten unserer ersten Meeresschildkröte. Der Moment war getränkt mit Magie. Das gut 1m lange Tier schlief gemütlich zwischen den Korallen und wir hielten fast den Atem an – keine gute Idee beim Tauchen – um es nicht aufzuwecken.

Hanging Gardens

Doch das Beste kam tatsächlich zum Schluss. Die „Hanging Gardens“! Eine Korallenwand, die bis zu 70 m tief abfällt, so tief, dass man keinen Grund sieht. Das Gefühl von Schwerelosigkeit war hier viel greifbarer, als bei all unseren bisherigen Tauchgängen und man hat kaum Orientierungspunkte. Ich ließ mich einmal, nur für wenige Augenblicke, von einem hübschen kleinen Fisch in Richtung offenes Meer locken. Als ich mich dann umdrehte, um zu Maria und den anderen zurück zu schwimmen… war ich alleine! Ganz und gar alleine. Ich schaute nach oben (?) nach unten (?) in alle Richtungen: nichts! Ich vergaß zu paddeln, bemerkte nicht, dass die Strömung mich bewegte, ich wusste nicht ob ich dabei war aufzusteigen oder abzusinken. Dann erinnerte ich mich an die Kurse: wenn man nicht weiß, wo oben und unten ist muss man die Luftblasen beobachten. Ich fing an mich zu beruhigen und meine Orientierung wieder zu erlangen. Das ganze dauert nur etwa 30 Sekunden und doch schien ich komplett isoliert. Dann kam von irgendwo eine Hand, die mich ergriff und nach oben zog. Ich war bereits 5 Meter abgesunken, ohne es zu merken. Maria hat mir vermutlich das Leben gerettet. Den Rest des Tauchgangs genossen wir händchenhaltend.

Sipadan - Heimat der Schildkröten

Aber auch Maria hatte Ihre Probleme. Wegen dem Leck im Mundstück hatte sie Salzwasser im Mund und durch das regelmäßige Fluten der Brille waren Ihre Augen und Nase sosehr gereizt, dass sie daran dachte aufzutauchen. Erst am Ende des Tauchganges ging es besser und die wunderbare Unterwasserwelt ließ sie alles Leid vergessen. An den Hanging Gardens wimmelt es nur so von Schildkröten, die einen mit großen Augen beobachten. Sie ruhen sich in den Felsvorsprüngen aus und gleiten dann und wann wie kleine Raumkapseln aus einem gigantischen Mutterschiff in die unendliche Weite hinaus. Sie sind einfach unglaublich schön. Allein für diesen einen Tauchgang hat sich der Ausflog gelohnt. Am Ende wollten wir aus dieser grandiosen Welt gar nicht wieder auftauchen!

Eine wahre Seltenheit

Was wir auf dann auf dem Rückweg sahen, war eine echte Rarität. Plötzlich hielt der Tauchguide den Motor an und sprang aufgeregt umher. „Mola mola“ rief er. Ein gigantischer, fast 3 m großer Mondfisch war neben dem Boot aufgetaucht. Ein Tier dieser Größe beeindruckt unwahrscheinlich und macht, trotz aller Ruhe, die er ausstrahlt, ein wenig Angst. Er kam immer wieder neugierig auf uns zu geschwommen und lies sich selbst nicht stören, als wir mutig zu ihm ins Wasser sprangen. Es ist wahrhaft unglaublich, welch wundervolle Kreaturen die Unterwasserwelt beherbergt.

Mola mola - Mondfisch auf Sipadan

Praktische Infos

Um aus dem Ausland, aber auch von der malaiischen Halbinsel oder von Borneo selbst, nach Mabul zu kommen, muss man zunächst nach Tawau fliegen (z.B. über www.Expedia.de). Von dort aus geht es eine Stunde lang durch Palmölplantagen mit dem Minibus (30 RM p.P.) oder dem Taxi (200 RM pro Taxi) nach Semporna und danach mit dem Boot auf die Insel Mabul, von wo aus wir unsere Tauchgänge gestartet haben.

Wenn Du nun auch daran denkst in Sipadan zu tauchen, dann solltest Du überlegen, ob Du nicht vielleicht etwas mehr ausgeben willst als wir, um dafür ordentliches Material zu bekommen. Wir hatten bei Uncle Chang gebucht. Achtung, es gibt für Sipadan nur eine begrenzte Anzahl an Tauchplätze pro Tag, so dass man etwas im vorher reservieren sollte! Hier findest Du eine Liste mit allen ansässigen Tauchzentren und den Angeboten, die sie uns gemacht haben.

Tauchcenter Homepage Mail-Adresse Aufenthalt Dives Preis
Sipadan dive center www.pulau-tiga.com sdc@sipadandivers.com 2T/1N 3 (0S) 450 RM
Billabong Scuba www.billabongscuba.com bsds.sipadan@gmail.com 1T/1N 3(3S*) 550 RM
Uncle Chang’s www.ucsipadan.com/ world@ucsipadan.com 3T/2N
4Bed shared
5 (3S) 900 RM
Noble Inworld Resort www.sipadan.com info@sipadan.com 3T/2N 6 (3S) 1390 RM
Abdillah Sipadan Paradise www.borneo.org jworld@po.jaring.my 3T/2N 6 (3S) 1900 RM
Seaventures tours www.seaventuresdive.com/ info@seaventuresdive.com 4T/3N 9 (3S) 2480 RM
GTS travel service www.mataking.com sales@mataking.com 3T/2N 6 (3S) 3465 RM
Explore asia tours www.Sipadan-mabul.com.my information@borneodivers.info 7T/6N ? 3976 RM
Borneo Divers and Sea sport www.borneodivers.info information@borneodivers.info 5T/4N ? (3S) ?
Borneo Sea adventures www.bornsea.com bornsea@streamyx.com
Gayana eco resort www.gayana-eco-resort.com info@gayana-eco-resort.com
O2 diver international www.o2diver.com seaking@o2diver.com
Palau Sipadan Resort www.Sipadan-resort.com sepilok@po.jaring.my
Scuba paradise www.scubaparadiseborneo.com.my scubadiv@tm.net.my

T: Tage, N : Nächte, S: Anzahl enthaltenener Tauchgänge auf Sipadan, *: ohne Sipadan-Garantie

1 Malaysian ringgit (RM) = 0.25 €

Bye, uncle shang Tauchzentrum




Indische Zugerfahrungen

Nachdem wir von Hong-Kong aus nicht zurück nach China konnten, mussten wir mit dem Flieger nach Indien einreisen und haben uns dann dort fast ganz und gar auf das Schienennetz aus der englischen Kolonialzeit verlassen. Hier ein paar Leckerbissen und Anekdoten. Dass es in Indien mehr Zug erfahren als Zug fahren heißt, habe ich ja schon in dem Artikel Zug fahren in Indien angedeutet. Auch Antje Blinda von Spiegel Online fand einige unserer Geschichten so besonders, dass Sie uns ein paar Seiten in Ihrem neuen Buch „Sorry wir haben uns verfahren“ gewidmet hat.

Erleuchtung im Indien-Express

Der Indien-Express

Ein Mitfahrer hat mich auf der Fahrt nach Agra 20 Minuten vor der Ankunft aus dem Nichts heraus bei den Händen gefasst, mir in die Augen geschaut und gesagt: „Ich werde dir jetzt etwas über Indien beibringen. Schließe deine Augen und leg deine rechte Hand auf deinen Kopf.“ Nach einer Blitzeinweisung sollte ich mich so mit der „Quelle“ verbinden, mit Brahman dem höchsten Gott des Hinduismus. Ich bin nicht wirklich religiös, aber ich versuche gerne Neues. Für 10 Minuten habe ich dann still dagesessen, die Augen geschlossen, und meditiert. Das gesamte Abteil schien den Atem anzuhalten und mich zu beobachten. Als ich die Augen wieder öffnete… war alles wie vorher. Nur habe ich seit diesem Tag angefangen zu meditieren.

Dies war sicher eine der positivsten Erfahrungen, die ich in Indien gemacht habe. Aber auch andere Zugfahrten waren bemerkenswert.

Das Heilige Buch

Wir warten mit Indern auf den Zug

Beim Warten auf den Zug saßen wir malwieder auf dem Boden. Als wir mit dem Schmökern im Reiseführer fertig waren und unser Abendbrot aßen, sprach uns ein junger Mann an. Sicher nicht älter als 23 Jahre, aber mit einer Ruhe und Selbstsicherheit, die eigentlich den Alten und Weisen vorbehalten sein sollte. Wir unterhielten uns eine Weile bis er sagte: „Ihr solltet euer Buch nicht auf dem Boden liegen lassen. Das ist sehr schlecht angesehen.“ „Wieso?“, fragen wir. „Das ist nur ein Reiseführer, kein heiliges Buch.“ „Bei uns“, sagt er „ist jedes Buch heilig. Die Gedanken, die ein Mensch wichtig genug fand, um sie aufzuschreiben, sind etwas Besonderes. Das geschriebene Wort ist wertvoll.“

Schlafen in Begleitung

Schlafen im Zug in Indien

In welcher Nacht, in welchem Zug, auf welcher Strecke es war? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur, dass wir spät zugestiegen sind, so gegen 1 Uhr vielleicht. Wir können noch nicht lange in Indien gewesen sein: wir waren noch rücksichtsvoll. Auf unseren Betten lagen schon Gestalten. Ist ja kein Problem, wir wussten immerhin schon, dass es in jedem Nachtzug Fahrgäste gibt, die nicht das Glück eines Schlafplatzes haben. Also haben wir leise und vorsichtig die Beine geschüttelt, die aus den kurzen Matratzen hervorragten. Keine Reaktion. Wir wurden etwas lauter und etwas nachdrücklicher. Keine Reaktion. Okay, die Inder sind nicht sonderlich empfindlich, also richtig ruppig und ordentlich laut. Keine Reaktion. Da kommt uns ein älterer Mann zur Hilfe. Er rüttelt und schüttelt die beiden wach. „Lasst euch nichts gefallen. Die sind nicht nett!“.  Nun gut, wach sind sie, aber uns unseren Schlafplatz geben, das wollen sie immer noch nicht. Irgendwie kommen wir dann doch auf unser Bett, legen uns hin und versuchen zu schlafen. Leider haben die beiden geweckten ihrerseits nun keine Lust mehr zu schlafen. Stattdessen reden sie lauthals mit Ihren Freunden, hören Musik und… setzen sich auf mein Bett, und damit auch auf meine Beine. Und als Antwort auf mein Meckern gibt es nur ausgelassenes Lachen. Als sie irgendwann – irgendwann – doch müde werden, schlafen sie zu zweit auf dem Boden zwischen unseren Betten ein.

Inder und Alkohol?

Inder fahren mit dem Zug nach Goa

Auf unserem Weg von Mumbai nach Goa waren wir in der Begleitung von fünf indischen Studenten, die dem stressigen Alltag der Großstadt entfliehen wollten. Wir sprachen über alles Mögliche: über Frauen, verlegenes Lachen – noch nicht vergeben; über Alkohol, nein sie trinken nicht; über ihr Studium, ihre Pläne über unsere Reise… Sie waren irgendwie beeindruckt, fast eingeschüchtert von uns Ausländern. Aber mit der Zeit – und davon hat man genug im Zug in Indien – wurden sie entspannter. Schließlich erklärten Sie uns ganz freudig, dass Goa der Staat in Indien ist, in dem die Alkoholsteuer am niedrigsten ist. „Achso, ihr trinkt also doch Alkohol?“. Als Antwort gab es wieder nur verlegenes Lachen und schüchternes auf den Boden schauen. Nach den Frauen haben wir dann nicht noch einmal nachgefragt…




Ein Wochenende mit Kopfjägern, den Iban

Nach Hightech-Singapur befinden wir uns nun wieder in Malaysia, diesmal im Staat Sarawak auf der von Dschungel überwucherten Insel Borneo.

Lemanak Fluss im Dschungel Malaysias

Wir wollten unbedingt etwas von den diversen dort vertretenen Ethnien kennenlernen. Die angsteinflößendste von allen sind die Iban, die Kopfjäger Borneos. Es gehörte zu ihrer Tradition, ihre Feinde oder auch die Mitglieder der benachbarten Stämme zu köpfen, die Köpfe zu räuchern und mit dieser Trophäe ihr Haus zu dekorieren. Machen sie das immer noch? Selbstverständlich ist es heute vom Staat verboten, aber gesichert ist, dass noch bis in die zweite Hälfte des 20ten Jahrhunderts hinein Köpfe gejagt wurden. Und wer weiß schon, was sich in den abgelegenen Ecken des wilden Urwalds wirklich abspielt.

Rumhängen im Sarawak Museum

Traditionell leben die Iban relativ abgeschieden im Dschungel in Langhäusern. Dieses beherbergt unter einem Dach neben den Zimmern aller Familien auch einen langen, gemeinsamen Flur, welcher als Gemeinschaftsraum für die ganze Sippe dient.

Als Basis für unsere Ausflüge diente uns eine Unterkunft in Kuching, das Nomad Guesthouse. Es ist ein geschmackvoll eingerichtetes und von einem Iban geführtes Hostel. Maria hatte schon so Ihre Sorgen, bei einem Kopfjäger zu wohnen. Was ihren Kopf angeht, waren sie zwar unberechtigt, aber dafür wurde sie 2 Wochen lang nächtlich von Bettwanzen geküsst.

Tattoo eines Iban

Um aber Iban zu treffen, die noch traditioneller leben, in einem Langhaus nämlich,  waren wir leider auf eine Reiseagentur angewiesen. Man kann bei den Iban nicht einfach so vorbeischauen und sich selber mitbringen. Eine Einladung des Chefs des Langhauses ist Pflicht und Kopfjäger will man nicht unbedingt verärgern. Auch liegen die meisten Langhäuser eher abseits und nur selten an einer Straße. Alle Agenturen, die solche Ausflüge anbieten, tun das – verglichen mit den sonstigen Kosten Malaysias – leider zu unverschämten Preisen. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass es sich im Endeffekt nur darum handelt, eine Nacht mit anderen Touristen auf dem Boden in einem Flur zu schlafen, muss man sagen, dass die Agenturen hier wirklich von der Abhängigkeit der Touristen und der Anziehungskraft des Wortes Kopfjäger profitieren. Das beste Angebot, das wir finden konnten waren 480 RM = 121 Euro pro Person. Natürlich sind auch etwas Singen und traditioneller Tanz (Nagajat) mit im Programm. Aber ob das alles wohl so authentisch sein würde? Wir waren dabei, uns wissentlich wie dumme Touristen zu verhalten. Nach langem Zögern haben wir dann entschieden, das kommende Wochenende abzuwarten, an dem die Iban das wichtigste Fest des Jahres feiern. Das Erntedankfest Gawai Dayak findet immer am 1. Juni statt und ist Anlass für eine Zeremonie im Rahmen der Familie anstelle der gewöhnlichen Tänze für die Touristen – das zumindest hofften wir. Aber wir wussten, wir würden dem Preis entsprechend hohe Erwartungen haben und sind unsere Reise mit einigen Bedenken angetreten. Gleichzeitig faszinierten uns die Kopfjäger und Maria hatte wirkliche Angst.

Unser eigener Minibus

So sind wir am 31 Mai 2011, einen Tag nach Marias 28tem Geburtstag, aufgebrochen. Wir waren alleine in einem Minibus mit dem chinesischen Fahrer, der auch unser Guide war. Er verbrachte die meiste Zeit damit, über die faulen Malaien herzuziehen. Auch unser Mittagsessen-Stop verhieß nicht viel Gutes. In einer kleinen Snackbude bekamen wir ein schlechtes Essen, eine wahre Seltenheit in Malaysia. Danach ging es zum Laden nebenan, um das zum Protokoll gehörende Mitbringsel zu kaufen. Und was kauft man für eine Familie mit über 100 Mitgliedern? Irgendwas, dass sich lange hält und was man gut teilen kann: Cracker – im XXL Format. Rein zufällig war ein anderes Touristenpaar auch gerade dabei das gleiche zu kaufen.

The perfekt gift - XXL cracker

Nach vier Stunden Autofahrt wartete ein klappriges Langboot und wir liessen uns 45 Minuten lang auf dem Lemanak-Fluss schaukeln, der oft nicht tief genug war, um das Boot zu tragen. Der Dschungel aber, der uns umgab, war wunderbar – ganz im Indiana Jones Stil. Wir fuhren mit vier weiteren Paaren in die gleiche Richtung. Jedes Paar war mit seinem eigenen Siebensitzer angekommen, schaukelte auf einem eigenen Boot und hatte seinen eigenen Guide, der nicht gerade viel erzählte.  An dem Punkt hätte man schon mal sparen können. Warum sind wir nicht alle gemeinsam gefahren? Immer diese Reiseagenturen, die die naiven europäischen Touristen ausnehmen, wo sie nur können. Puh, okay, ich versuche mich zu beruhigen!

Start of the boat trip on the Lemanak river

our boat trip  on the Lemanak river

Der Ort, an dem wir ankamen immerhin, war schön und abgelegen und wir wurden sehr freundlich empfangen. Wir lernten natürlich den Chef des Langhauses und auch die ersten Bewohner kennen, die sehr nett zu sein schienen. Der Hausälteste war tatsächlich sehr alt und spargeldünn. Er hatte sogar ein berüchtigtes, traditionelles Tattoo auf dem Kehlkopf, welches nach den alten Riten bezeugt, dass er bereits jemanden geköpft hat. Hilfeee!

Iban Longhouse

Und nun war der schlimmste Moment der Tour gekommen: jeder der Touristen übergab dem Ältesten persönlich sein Paket XXL Cracker. Als Dank gab es ein Händeschütteln und eine Pose fürs Foto. Wir hatten von allen Touris die wenigsten Cracker mitgebracht, aber es war uns egal. Das ganze war vollkommen lächerlich. Was wollten die Iban mit einer Tonne Cracker anfangen? Vielleicht wieder an den Laden zurückverkaufen, von dem wir es geholt hatten?

What to do now with all the Crackers

Björn war danach mit den Kindern der Gemeinschaft im schlammigen Fluss schwimmen. Nicht weit entfernt hatten sich einige alte Damen, mit Pareo bekleidet, zurückgezogen um sich zu waschen, damit die Touristen nicht ihren blanken Busen sahen. Unter den Iban wäre niemand geschockt seine Oma topless zu sehen. Gut erfrischt gab es ein leckeres, von unserem Guide gekochtes Abendessen.

Playing in the river with Iban children

Und dann ging der Abend richtig los. Alt und Jung tanzten die ganze Nacht lang zusammen den „Pocho-Pocho“. Auch wir wurden zum mitmachen gezwungen, doch zum Glück ist der Pocho-Pocho schön einfach zu lernen. In einer kurzen Pause wurde uns auch noch ein „echter traditioneller Tanz für Touristen“ vorgeführt. Man konnte sehen, dass sie das jede Woche machten, im Gegensatz zum Pocho-Pocho.

Ngajat Iban danceNgajat dancing

Nach dieser obligatorischen Unterbrechung ging es zurück zum Feiern des Erntedankfestes. Es wartete der Gawai-Tree auf uns, ein Baum, bestückt mit Geschenken – vorzugsweise Reiswein und Reisschnaps. Einer nach dem anderen machte eine Runde um den Baum, ein Feder auf dem Kopf und einen Säbel in der Hand um sich ein Geschenk abzuschneiden (ein Schere hätte auch gereicht, oder?).

Gawai treeWe unter the Gawai tree

Als der Chef Maria dann den Säbel etwa auf Halshöhe entgegenstreckte, hatte sie schon wieder schlimmes im Kopf. Ja, sie ist wirklich etwas Paranoid. Also durften auch wir uns ein bisschen lächerlich machen und im Vogelstil um den Baum tanzen.

Maria dancing around the Gawai tree Ricewine present

Den restlichen Abend verbrachten wir damit, den Pocho zu tanzen und jede Menge Reiswein und Reisschnaps zu trinken. Genau um Mitternacht wurde die Stereoanlage dann ausgeschaltet und es wurden christliche Gebete gesungen. Tatsächlich sind die meisten Kopfjäger heute gläubige Christen. Sie breiteten ein üppiges Dinner auf dem Flurboden aus und wir wurden aufgefordert von den unzähligen Köstlichkeiten zu probieren. Irgendwann, so gegen 2 Uhr morgens, gingen Maria und ich vollkommen erledigt schlafen, während die anderen im gleichen Zimmer weiterfeierten. Wir haben beide schlecht geschlafen. Maria hatte Angst geköpft zu werden und auch ich hatte Albträume diese Nacht.

Iban Longhouse from inside Eating together

Am Morgen waren wir die Letzten, die unter unseren Decken hervorkrochen und trotzdem hatten wir nicht genug geschlafen. Um 9:30 Uhr wartete schon seit langer Zeit ein deftiges Frühstück auf uns. Etwas gestärkt machten wir uns mit unserem Guide in den Dschungel auf, um die Reisfelder der Iban zu sehen, aber tausende Mücken schlugen uns in die Flucht. Auf diesen kleinen Spaziergang, aber auch auf andere Dinge, die im Programm vorgesehen waren, mussten wir wirklich  bestehen. Wir warteten nun darauf, Reis und Hähnchen zu probieren, spektakulär zubereitete auf die traditionelle Art in Bambus überm Feuer. Leider war auch dieses potentielle Highlight nicht die Aufregung wert gewesen.

Our Iban host preparing the Bamboo MealRice and chicken cooked in bamboo

Gegen Mittag verabschiedeten wir uns von den Familien und bevor wir auf die Boote stiegen gab uns noch einer von ihnen eine kurze Vorstellung der Blow-Pipe, einem Blasrohr, welches die Iban früher mit giftigen Pfeilen zur Jagt nutzten. Und dann ging es wieder zurück nach Kuching. Zuerst mit dem Boot, dann alleine mit dem Siebensitzer, und einem Fahrer-Guide-Koch, der nicht viel sprach (außer, wenn er über die Malaien lästerte).

Blow pipe demonstration

Im Nachhinein müssen wir sagen, dass der ganze Ausflug ziemlich insiniert wirkte, abgesehen von den Momenten, in denen die Iban das Gawai Dayak feierten, und das Preis-Leistungs-Verhältnis war miserabel. Sicherlich ist es oft nicht leicht, Tourismus und Tradition zu vereinen, aber vielleicht gibt es doch noch bessere Möglichkeiten Iban-Familien oder andere Ethnien wirklich kennenzulernen. Nichts desto trotz, wir haben uns nett Amüsiert und Maria hat jetzt weniger Angst geköpft zu werden.




Aircon-City Singapur

Als standardmäßig alternativer Durchschnittsbackpacker sollte man Singapur eigentlich so schnell wie möglich verlassen. Schließlich ist man ja auf der Suche nach Kultur, Freiheit und Authentizität und reist nicht bis nach Asien, um auch hier wieder nur Kommerz zu finden.

Aircon-City Singapur

Tatsächlich macht mir Singapur ein wenig Angst. Es ist wie eine real gewordene Zukunftsvision aus einem Sience-Fiction Roman der 70er Jahre. Alles ist sauber, fast steril. Die Menschen sind schick, gestresst und diszipliniert. Alles scheint anonym und funktional. Und über all dem wacht die Regierung und sorgt sich streng und liebevoll um die Perfektionierung der Perfektion.

Natürlich wird alles genau kontrolliert. Hier nur ein paar Beispiele. Der Besitz (!) von Kaugummis ist strengstens verboten: wir haben Thomas kennen gelernt, Singapur das heisst auch hohe Strafen für fast allesder das nicht wusste. Er geriet bei seiner Ankunft ziemlich mit dem Zollbeamten in Konflikt, als der beim Abtasten Kaugummis gefunden hatte. Thomas dachte der Beamte halte sie für Medikamente und hat sie ihm wieder aus der Hand gerissen und zurück in die Hosentasche gesteckt, woraufhin der Beamte dann völlig ausgerastet ist. Es ist also ein wirklich seriöses Delikt, der Kaugummibesitz.

Auto fahren ist in Singapur nur etwas für die ultrareichen. Man muss zuerst eine der wenigen Lizenzen ersteigern, Kostenpunkt etwa Moderne Wolkenkratzer in Singapur40.000 Euro, je nach Angebot und Nachfrage. Dazu kommen 120% Einführgebühr. Das ist auch der Grund dafür, dass die Straßen Singapurs fast leer und unglaublich ruhig sind. Das Smogproblem der meisten Großstädte wurde in Singapur gelöst. De Facto kostet ein Auto in Singapur also grob dreimal soviel wie bei uns. Als Ausgleich ist das öffentliche Verkehrsnetz supergut und superbillig. Man muss nur daran denken, keine Durian Frucht (groß, stachelig und unbeschreiblich penetrant stinkend) mit in die Metro zu nehmen. Das würde nämlich 500 Singapur-Dollar Strafe kosten. Und wirklich: für jeden noch so kleinen Verstoß gegen das strenge Gesetz gibt es extrem hohe Strafen: rauchen, spucken, urinieren etc., aber atmen ist zum Glück noch umsonst. Ach ja, Todesstrafe durch Erhängen gibt es auch noch (genau, so wie in Lucky Luke, nur ohne Teeren und Federn) falls jemand ein kleines Packet mit weißem Pulver in deinem Gepäck versteckt hat.

Pagode st. - chinesischer Flair im modernen Singapurmerlion-statue, das Wahrzeichen Singapurs

Der Konsum, der Kommerz, das westliche Lebensmodel ist in Singapur fast bis zur Perversion getrieben. Man fühlt sich fast schuldig, wenn man nicht mit einem guten Dutzend Einkaufstaschen rumläuft. Dabei ist es leicht von Shopping-Mall zu Shopping-Mall, von Aircon zu Aircon zu wandern, ohne je den Himmel zu sehen. Man steigt in die klimatisierte Metro und kommt gleich unter der klimatisierten Mall an, ohne in die unangenehme Hitze hinaus zu müssen. Die Bürgersteige draußen sind dafür leer. Alle Singapurer kratzen an den Wolken oder befinden sich unter der Erde. Sie fahren zur Arbeit, essen im klimatisierten Foodcourt, fahren zurück zur Arbeit, um dann intensiv Shopping einer der Malls zu zelebrieren. Davon gibt es in Singapur übrigens über 140 (ja, ich war so verrückt und habe tatsächlich gezählt -> http://www.shopping.sg/about-singapore/singapore-shopping-malls)

Esplanade moderne Shopping-Mall in Singapur

Ich nenne Singapur liebevoll „Aircon-City“. Liebevoll? Ja!

Denn ich habe es auch genossen. Singapur ist nämlich nicht nur das, was man von ihr erwartet. All die gestylten und gehetzten Geschäftsleute bleiben Menschen. Und zu eigentlich jeder Tages- und Nachtzeit findet man diese buntgemischte Masse beim genüsslichen Essen in Foodcourts und Straßenrestaurants. Hier findet man alles (wirklich absolut alles) an kulinarischen Träumen. Und obwohl Singapur verhältnismäßig teuer ist, bleibt das Essen preiswert.

Suntec Mall Foodcourt

Moderne Singapurer beim Essen im Strassenrestaurant

Und direkt neben High-Tech und Wolkenkratzern findet man einen kleinen chinesischen Tempel oder gebrannte Bollywood Musik. Man muss halt manchmal auch noch um die nächste Straßenecke gehen oder durch eine kleine Gasse. Im Schatten vieler Wolkenkratzer versteckt sich irgendetwas Unerwartetes. Die Mischung Singapurs ist großartig. Auch einzigartig. Zur malaiischen Vielfalt kommen hier nämlich noch Ausländer von quasi überall her.

Indischer Sri Mariamman Tempel im Schatten von Wolkenkratzern Kong Meng San Pho See Kark  Monastery - ein chinesischer Tempel

Und Singapur ist kein brüllendes, ermüdendes Moloch. Singapur ist nicht Kuala-Lumpur Singapore Slingund auch nicht Hongkong. Singapurs Straßen sind wirklich unglaublich ruhig. In Singapur kann man sich tatsächlich erholen. Hier kann man futuristische Architektur an der Esplanade genießen, ein Theater in Form einer Durian und vor allem der Hotelkomplex mit Kasino Marina Bay Sands, ein Boot auf drei Wolkenkratzern mit einem Schwimmbad in 191 m Höhe, ist beeindruckend. Der Zoo von Singapur - weisser TigerAuch Kultur ist überall zu finden: Das asian civilisation museum ist sehr schön, das buddha tooth relic temple & museum ist ein modernes Gebäude und soll einen echten Zahn Buddhas beherbergen. Abends kann man kostenlose Konzerte hören oder einen der berühmten Singapore Slings im Raffles Hotel bei stilvoller Livemusik schlürfen. Einen Tag sollte man unbedingt für den Singapurer Zoo einplanen und auch Shopping in der Orchard Road darf nicht fehlen. Für all das muss man mindestens 3 Tage rechnen.

Marina Bay Sands - reale zukunfts Architektur in Singapur

In jedem Fall aber ist Singapur ein Kontrastprogramm. Wenn man direkt aus Europa kommt wirkt es fremd. Wenn man wie wir seit Monaten in Asien war, ist es fürchterlich leise und wenn man hier wohnt hat man Moderne und Tradition Tür an Tür.

Die vier Sprachen Singapurs

In Singapur werden vier Sprachen gesprochen: chinesisch, englisch, malaiisch und indisch. Und es gibt Mischungen! Die Regierung versucht "Singlisch" zu verbieten.

Unsere Unterkunft in Singapur:

Unser Hostel in Singapur: backpackers cozy corner Es war nicht leicht, eine bezahlbare Unterkunft zu finden und da, wir erst um 23:30 Uhr angekommen sind, hatten wir schon im Voraus das Backpackers Cozy Corner für 13 Dollar pro Person reserviert. Unsere Dormbetten befanden sich… im Flur! Es gab also nicht einmal eine Tür. Als ich auf die Dachterrasse wollte, fand ich keinen Garten, sondern weitere Betten. Unter freiem Himmel. Es gibt also schlimmeres, als den Flur. Und rate mal, wo das Wohnzimmer war! In der Toilette… Sie haben den Platz wirklich optimal ausgenutzt, muss man zugeben.




Unsere Expedition durch den Regenwald Malaysias: Taman Negara Nationalpark

Der Taman Negara ist etwa 130 Millionen Jahren alt. Einer der ältesten Regenwälder der Welt. Es ist auch der erste und, mit einer Fläche von 4343 Quadratkilometern, größte Nationalpark Malaysias. Wir beiden Abenteurer wanderten zwei Tage lang, ohne Führer, durch das dichte Grün und verbrachten eine Nacht in einem einsamen Unterschlupf, nur umgeben von Tieren und Pflanzen im Dschungel. Diese unglaubliche Entdeckungsreise hat uns das Wandern lieben gelernt und der Natur näher gebracht.

Auf in den Dschungel

Ein Blick in den Dschungel

Wir verließen die schöne Stadt Melaka, wo wir mit unseren Krokodilen gearbeitet hatten, in Richtung Mitte der malaiischen Halbinsel. Am Abend kamen wir in der Stadt Jerantut an und verbrachten die Nacht in der Herberge NKS. „Morgen um 8.30 geht’s in den Dschungel!“ Wir konnten es kaum abwarten!

Sungai tembeling Dschungelfluss

So bringt uns ein Mini-Van am Freitag, dem 13 Mai 2011 von unserer Unterkunft an den Fluss Tembeling (Kuala Tembeling). Nach drei Stunden schaukeln in einem alten Holzboot (Longtail-Boat) durch eine wundervolle Waldlandschaft, erreichen wir den Regenwald des Taman Negara. Aber statt zu entspannen, sind wir damit beschäftigt, das Trekking am nächsten Tag zu planen. Der Nationalpark biete so viele verschiedene Möglichkeiten!

Das Dorf im Regenwald

Angekommen im Dorf Kuala Tahan am Eingang vom Nationalpark müssen wir, wie üblich, mit all unserem Gepäck herumlaufen, um ein günstiges und freundliches Hostel zu finden. Nach einer guten Zeit des Wanderns durch eine unglaublichen Hitze, fangen wir an uns abzuwechseln um Kräfte zu sparen. Trotzdem finden wir irgendwie kein Zimmer, das uns beiden gefällt. So machen wir eine kleine Pause, setzen uns in den Schatten eines Baumes und diskutieren darüber. Das schien einer Wespe, sehr schlank, rot und drei Mal größer als normal, gar nicht zu gefallen, so dass sie beschließt mich anzugreifen und in die Augenbrauen zu stechen. Verflucht, jetzt reicht‘s aber! Hungrig haben wir uns dann doch für ein Doppelzimmer entschieden, das Teresek Hotel (50 Ringgit pro Nacht = 12 Euro), was leider teurer ist, als wir erwartet hatten. Halb ausgehungert setzen wir uns ins Restaurant gegenüber.

Sehenswerte Formen des Dschungels

Angriff aus dem Urwald

Während Maria bestellt, fängt es bei mir überall an zu jucken. Ich gehe kurz rüber ins Hotel. Mein Körper ist von kleinen Pusteln übersät und ich nehme schnell eine kalte Dusche, um das Jucken zu bekämpfen. Zurück im Restaurant schaut mich Maria ganz komisch an: ich erinnere sie an Sylvester Stallone, sagt sie. Meine Unterlippe hängt herunter, das Gesicht fängt an immer weiter anzuschwellen, bis es ganz wabbelig wird. Ich fühle mich schrecklich und Maria sagt, ich sehe aus wie ein Monster. Sie kriegt es langsam mit der Panik zu tun. Trotzdem lässt sie noch den gebratene Reis einpacken (Überlebensinstinkt ;-)) und wir gehen in die Klinik. Gott sei Dank ist diese nur 5 Minuten entfernt. Manchmal ist doch praktisch auf dem Dorf zu sein. Maria bereut es heute, dass sie nicht daran gedacht hat mein Gesicht zu fotografieren! „Es wäre das Bild des Jahrhunderts gewesen!“ Ich bin ganz froh darum, glaube ich 😉 Die Krankenschwester fragte uns noch, ob mein Muttermal auch Teil der Allergie ist. 😀 Okay, jetzt habe ich auch die erste allergische Reaktion meines Lebens gehabt. Nach dem legendären Stich in den Hintern, ging es mir sehr schnell sehr viel besser, aber ich schlief mehrere Stunden wie ein Bär. So durfte Maria den Rest unseres Aufenthaltes im Taman Negara Nationalpark alleine organisieren.

Der grüne Dschungel

Vorbereitung auf unser Dschungel-Trekking

Sie sammelte ein paar Informationen von anderen, die ihr Dschungel-Abenteuer bereits überlebt hatte. Aber sie mochte nicht unbedingt, was sie zu hören bekam. Ein Österreicher kam von seiner Expedition im Dschungel mit Socken voller Blut zurück. Es scheint, dass der Wald voller Blutegeln auf uns wartet, vor allem nach dem Regen der letzten Tage. Hilfe, ich hasse diese schleimigen Kreaturen! Einer Gruppe von Singapurern war gerade im Urwald verloren gewesen und erst nach 3 Tagen durstig wiedergefunden worden. Ein Guide sagte, dass die Singapurer einfach nicht zu Fuß gehen können. Und sogar ihm, einem malaiischen Führer, sei es bereits passiert, dass er sich verlaufen hatte, obwohl er den Nationalpark seit Jahren kennt! Nun, das verspricht lustig zu werden! Vor allem, da wir uns ohne Hilfe auf den Weg machen wollen! Besonders für Maria ist Trekking in der Natur etwas Neues. Am Abend mussten wir uns noch mit Lebensmittel und Wasser – viel Wasser – eindecken. Vorausgesetzt, dass meine Allergie schnell heilt, sind wir bereit am Morgen aufzubrechen! Aber was, wenn wir mitten im Dschungel Malaysias von Wespen angegriffen werden – Stunden entfernt von jeglicher Zivilisation? (Und was ist erst mit Schlangen?)

Eine Nacht im Dschungel Malaysias

Der Tag der großen Herausforderung und eine einmalige Nacht warten auf uns! Wir verteilen das Gepäcks ganz gleichmäßig: Maria wird das bisschen Essen für zwei Tage tragen, ich das Moskitonetz, den Schlafsack und … 12 Liter Wasser. So wird das Trekking durch den Dschungel für uns beide ein wirklich anstrengendes Unterfangen. Und doch, die Wahrscheinlichkeit, dass Maria trotzdem vor mir zusammenbricht ist hoch.

Hoch oben in den Wipfeln des Dschungels

Bukit Turisek - Taman NegaraHängebrücke im Dschungel

Wir sind extrem gespannt und motiviert, stehen extra-früh auf, essen kurz etwas, verschmieren den Mückenschutz und los geht’s in den Dschungel! Schon jetzt sind die Hitze Malaysias und vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit zu spüren. Wir überqueren den Kuala Tembeling mit dem Taxi-Boot, bezahlen den Eintritt für den Nationalpark und dann ist er endlich da: der Dschungel. Der erste Abschnitt unserer Wanderung ist der Canopy Walkway. Er ist nur 20 Minuten vom Nationalpark-Eingang entfernt. Aber schon hier haben wir den Eindruck, tief drin im Urwald zu sein. Der Weg führt über die größte Hängebrücke der Welt. Sie ist 510 Meter lang und bis zu 45 Metern über der Erde. Da oben schaukelt man nicht schlecht!

Björn auf dem Cannopy walkway im Taman Negare Nationalpark Maria auf dem Cannopy walkway im Taman Negare Nationalpark

Hoch oben auf der Dschungel-Hängebrücke

Danach wird es weniger lustig. Wir machen uns auf den Weg an die Spitze des Hügels Bukkit Teresik (344m). Genau zur Mittagshitze und in einem Wald, der immer weniger dicht wird, immer weniger Schatten spendet. Wir erreichten den Gipfel komplett in Schweiß gebadet und völlig erschöpft (vor allem Maria, die Steigungen über alles hasst). Leider ist der Ausblick nicht einmal überwältigend und eigentlich nicht der Mühe wert. Wir machen eine kleine Pause und stärken uns mit kalten Nudeln.

Die Einsamkeit des Regenwaldes

Wurzelgeflecht im RegenwaldWandern im Urwald in Malaysia

Blutegel auf NahrungssucheSchilder im Nationalpark in Malaysia Der Abstieg macht mehr Spaß. Nach und nach verschwinden die von Menschen geschaffenen Strukturen und schon bald sind wir vollkommen alleine im Dschungel. Die Bäume sind so unglaublich groß und ihre Stämme so breit. Ihre Wurzeln bilden gigantische Schlangen auf dem Boden, man muss ständig darauf achten, nicht zu stolpern. Mehrmals müssen wir überlegen, welchen Weg wir nehmen. Es gibt kaum Schilder. Wir folgen also den ausgetretenen Pfaden, entlang dem Fluss, als plötzlich der Weg verschwindet. Wir haben uns verlaufen und müssen zurück bis zur Kreuzung und doch den schmaleren Pfad nehmen, immer tiefer in den Wald hinein. Unser Ziel ist es, die Unterkunft Bumbun Tabing vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Irgendwann kommt uns eine Gruppe von jungen Australiern entgegen und sie scheinen überglücklich uns zu treffen. Sie haben seit 5 Stunden keine Menschenseele zu sehen bekommen. Sie wandern in Flip-Flops und einer läuft gar Barfuß. Die kaputten Flip-Flops hält er in der Hand. Seine nackten Füße bluten. Aah, die Blutegel scheinen nicht mehr weit weg zu sein! Die spinnen, die Australier! Umso dichter der Dschungel uns umgibt, umso dunkler und feuchter wird der Boden. Und dann taucht er auf, der erste glitschige Blutegel. Sein Körper zuckt schleimig in alle Richtungen und folgt seinem nach Blut suchenden Kopf. Ugh!

Unsere Herberge für eine unvergessliche Nacht

Bumbun Tabing - Nachsitz im Taman Negara NationalparkEin Unterschlupf im Regenwald

Björn beim Ausruhen von der Dschungelwanderung

Wir beeilen uns, und nach einer halben Stunde, endlich, sehen wir eine zerbrochene Betonbrücke. Diese müssen wir überqueren, um zu unseren Nacht-Sitz zu kommen. Der Unterschlupf ist offen und sehr einfach, aber zum Glück auf Säulen. So werden uns die Blutegel zumindest nachts in Ruhe lassen. Wie es scheint gibt es außer uns niemand. Wir werden die Nacht komplett alleine im Dschungel verbringen. Unser neues Zuhause hat keine Fensterscheiben und keine Tür. Tiere, wie Ratten oder Schlangen, können uns also problemlos besuchen, während wir schlafen. Die großen Fenster ermöglichen aber auch einen wunderschönen Blick auf den Dschungel und den nahe gelegenen Bach. Die Toiletten sind schmutzig, es gibt keinen Strom, aber das schwerwiegendste: es gibt kein fließendes Wasser. Wir können nicht duschen, obwohl wir es so dringend nötig hätten. Um uns noch vor Dämmerung häuslich einzurichten, teilen wir die Aufgaben auf. Maria reinigt die Holzbetten und hängt das Moskitonetz auf, das als Schutz vor unerwünschten Viecher dienen wird. Außerdem hängt sie das Essen an einem Seil auf, um den Nagetieren das Leben ein bisschen schwerer zu machen. Inzwischen gehe ich Holz sammeln für ein Lagerfeuer.

Schlafen im Dschungel

Schlafen, umgeben von den Geräuschen des Dschungels

Blutegel auf dem Rücken Blutegel am Hals

Nebenbei habe ich aber auch fünf Blutegel mitgebracht, 2 davon am Hals. Dank des Baches, der neben unserem neuen Haus fließt, gibt es hier Blutegel in Hülle und Fülle. Eigentlich sind sie nicht wirklich schlimm. Sie tun nicht weh, sie übertragen keine Krankheiten und hinterlassen keine juckenden Stiche oder Narben. Aber sie sind ekelhaft! Vollgesaugt schwellen sie unglaublich an und werden erst richtig scheußlich. Glücklicherweise hatten wir uns mit 1 kg Salz bewaffnet und das funktioniert hervorragend: sobald man die Blutegel mit Salz bestreut trocknen sie aus und fallen ganz von alleine ab. Auch Maria untersucht sich und ist erleichtert: sie ist Blutegelfrei geblieben! Wir versuchen dann, mit den Zweigen, die ich gesammelt habe, ein Feuer anzuzünden. Zu feucht: es will einfach nicht gelingen! Schließlich, im dritten Versuch, klappt es doch! Wir essen etwas Dosenfutter und nutzen die Blechdose als Topf zum Kochen von Wasser und genießen dann unsere wohl verdienten Instant-Nudeln. Mittlerweile ist es stockdunkel und man kann die Tiere in der Umgebung hören, es ist magisch! Aber leider sehen wir keines vorbeischleichen. Schließlich schlafen wir erschöpft auf dem harten Holzbett, in unserer noch vom Schweiß nassen Kleidung, ein. Die Nacht ist dunkel, wir fühlen uns völlig abgeschnitten von der Außenwelt. Das einzige Lebenszeichen ist das unvorstellbar laute Geräusch all der Tiere der Nacht und des Dschungels, was uns daran erinnert, dass wir doch nicht ganz so allein sind…

Nachts im Regenwald

Tiefer hinein in den Regenwald des Taman Negara

Unsere Nacht im Dschungel war nicht allzu schlecht, nur ein wenig kalt. Ich hatte meine Probleme, auf dem Bett ohne Matratze direkt auf einem harten Brett einzuschlafen. Aber das Wichtigste war, dass wir keine neugierige Schlange in unserem Bett gefunden haben und dass unser Essen nicht von Ratten gefressen wurde. Also können wir unsere Toast mit Kaya frühstücken (leckere Kokosnuss-Marmelade).

Ein Morgen im Dickicht

Maria vor der gigentischen Wurzel eines Dschungelbaumes Björn in einer Wurzel eines Urwaldriesen

Wenn wir uns direkt zurück zum Eingang des Nationalparks aufmachen würden, wären wir in ungefähr 3 Stunden da. Doch der Taman Negara Nationalpark ist riesig und wir haben erst einen kleinen Teil des Dickichts erkundet. So entscheiden wir uns, weiter nach Norden zu ziehen, in Richtung des Berges Tahan. Nach 1 Stunde Wandern können wir den Weg kaum noch erkennen. Der Regenwald wird dichter und feuchter. Und die Blutegel sind überall. Sobald wir ein paar Sekunden stehen bleiben, suchen sie uns mit ihrem kleinen ekeligen Blutegel-Kopf und kriechen unglaublich schnell auf uns zu. Viele beginnen auf unsere Schuhe und Hose zu klettern, obwohl wir alles mit Salz bestreut hatten. Um die Blutsauger fern zu halten, läuft Maria wie noch nie in ihrem Leben, fast in Marathon-Geschwindigkeit.

Die Natur bildet Treppen im Regenwald Maria wandert durch den Dschungel

Doch irgendwann wird der Pfad immer unsichtbarer. Wir müssen uns durch dichtes Gestrüpp kämpfen und unter Bäumen her klettern, manchmal fast kriechen. Irgendwann entscheiden wir: dieses Dickicht muss für einen nächsten Besuch warten. Ab hier braucht man definitiv einen Führer und vor allem einen Säbel um sich einen Pfad durch das Unterholz zu schlagen. Wir drehen um und wandern – nein rennen – mit der gleichen Geschwindigkeit zurück, ohne auch nur eine einzige Trinkpause zu machen. Diesmal treffen wir einen Haufen Koreaner, sehr sportlich, mit riesigen Rucksäcken, die einem Führer im Laufschritt folgen, direkt ins Dickicht des Dschungels hinein. Sie sind in kurzen Hosen! (also leicht zugänglich für Blutegel) Vermutlich machen sie die schwierigste Wanderung: 9 Tage lang durch den Regenwald auf den Gunung Tahan, dessen Gipfel bei 2.187 m liegt. Wow, das ist genial!

Steile Wege durch den Dschungel Durchs Gehoelz des Urwaldes

Die Gefahren des Dschungels

Wir beschließen, die Mittagspause im Unterschlupf zu verbringen. Diesmal klettert Maria von der Seite über die kaputte Brücke. Kraks! Ein Stück des losen Betons bricht ab. Maria rutscht schreiend in den Schlitz zwischen Brücke und der Schlucht. Ihr Bein ist hoffnungslos eingeklemmt. Ich versuche sofort, sie zu befreien, aber der Boden des Waldes ist rutschig und ich mache es schlimmer und schlimmer. Die Schlucht ist nicht tief, aber die Vorstellung mit einem gebrochenen Knöchel mitten im Urwald zu sein ist schrecklich! Dann, zum Glück, findet Maria eine kleine Wurzel, die sie nutzen kann, um sich selber raus zu ziehen. Puh, das ist grad nochmal gut gegangen. Wieso können sie die Brücke nicht reparieren, oder abreißen? So ist es gefährlicher, als wenn es gar keine gäbe. So machen wir eine längere Pause, um unseren Geist und Körper mit einer köstlichen Dose Thunfisch wieder zu stärken.

Kaputte Brücke - eine echte Gefahr des DschungelsTiere im Regenwald

Der Rückweg

Der Rest des Rückwegs war dann unspektakulär. Wir kamen noch an einem verlassenen Dschungel-Camp vorbei, wo wir uns nochmal ausruhen konnten, und an dem Fluss Lubok Simpson, der sich durch den Urwald schlängelt. Leider fing es auch an zu regnen, so dass wir uns beeilen mussten. Schade, wir haben keine Tiere zu Gesicht bekommen, außer einigen sehr schönen Schmetterlingen, kleinen Salamandern, Eichhörnchen und natürlich jeder Menge Blutegel. Tatsächlich hätte ein großes Säugetier direkt vor uns sein können und wir hätten es nicht gesehen, wegen all der Bäume, die eine dichte, undurchdringliche Mauer bilden. Aber die Vegetation des Taman Negara ist dafür umso spektakulärer: die Reben und Wurzeln verflechten sich unglaublich und schaffen manchmal fast künstlerischen Skulpturen. Sie sind die Artisten des Regenwaldes!

Kunstvolle Verflechtungen Artisten des Regenwaldes Kunstvolle Urwaldwurzeln

Zurück in der Zivilisation

Insgesamt sind wir an diesem Wochenende mindestens 15 km oder 9 Stunden lang (Pausen nicht gezählt) durch den Urwald gewandert. Verteilt auf zwei Tage, hört sich das nicht großartig an. Manch einer schafft das auch an einem Tag. Doch mit dem Gepäck, der hohen Temperatur und der Luftfeuchtigkeit Malaysias, den Steigungen und dem schwierigem Gelände, war es doch sehr anstrengend. Und ein tolles Erlebnis! An diesem Abend, nach dem Abendessen und einer unglaublich wohltuenden Dusche, sind wir um 21:00 Uhr ins Bett gefallen und haben von unserem nächsten Ziel geträumt, so gegensätzlich zum Taman Negara Nationalpark: dem Großstadtdschungel von Singapur!

Ende

Symetrisch gewachsen




„One Malaysia“ – das perfekte Zusammenleben verschiedener Kulturen?

Malaysia, das ist ein orientalisches Juwel mitten im Herzen Süd-Ost-Asiens. Dort bietet sich ein ungewohnter Anblick:  One Malaysiahübsche Asiatinnen mit farbenfrohen, brillantenbesetzten Kopftüchern und in passend schicke Tuniken gekleidet. Die Männer flitzen mit schwarzem Songkok auf dem Kopf und Moped unterm Hintern durch die Straßen. Auch die Ohren sind leicht verwirrt. Anstatt asiatischer Klänge hört man an jeder Ecke Musik, die sehr an Nordafrika erinnert. Und gleichzeitig findet man gleich neben den majestätischen Moscheen auch wundervolle chinesische und hinduistische Tempel. In jeder Stadt gibt es ein bebendes Chinatown und ein von Bollywood-Musik tönendes Viertel, das Littel India genannt wird. Auf den ersten Blick scheint es, als lebten all diese Kulturen harmonisch miteinander. Das Symbol für ein gemeinsames Malaysia ist eine große 1 mit der malaiischen Flagge. „One Malaysia“.

Es gibt drei große Volksgruppen, die auf malaiischem Boden leben. Die Unterschiede ihrer Kulturen, Religionen, Traditionen und Sprachen könnten stärker kaum sein. 61,4 % von ihnen sind Bumiputra, muslimische Malaien und malaiische Ureinwohner; 23,7 % sind Chinesen, zumeist Buddhisten; 7,1 % sind Inder, welche vor allem aus Tamil stammen und hauptsächlich Hindus sind. Die Sprache der Malaien ist Bahasa Melayu, die Chinesen sprechen neben Kantonesisch und Hochchinesisch noch weitere Dialekte und die Sprache der Inder ist Tamil. Aber ganz so einfach ist es nicht. In Malaysia werden insgesamt über 140 Sprachen und Idiome gesprochen. Auf Grund der britischen Kolonialzeit ist Englisch für viele die zweite Sprache.

1 Tamil-Tempel in MalaysiaCheng hoon teng - Malaysias 1ter chinesischer TempelMoschee Masjid Jamek in Malaysia

Solch eine bunte Mischung, welche schon seit Jahrhunderten besteht, hat auch die Menschen auf ganz besondere Weise geprägt. Das macht sich auch in der abwechslungsreichen Küche bemerkbar. Egal, ob malaiisch, chinesisch, indisch, indo-malaiisch und chinesisch-malaiisch (Baba-Nonya), langweilig schmeckt es nie. Wir haben auch die Malaien alle als sehr offen empfunden. Die als reiche Händler geltenden Chinesen, die muslimischen Malaien und die Inder mit ihren starken Blicken, alle haben sich stets über ein kleines Gespräch gefreut, waren auf uns Ausländer neugierig und in keinem anderen Land Asiens ist es uns so leicht gefallen, liebe Menschen kennen zu lernen.

In 1Malaysia lieben es die Menschen drausen zu essen

Aber neben den Unterschieden der Kulturen gibt es auch soziale Schwierigkeiten. Die Ungleichverteilung des Wohlstandes wiegt dabei am schwersten. Die Chinesen machen nur ca. ein Drittel der Bevölkerung aus, haben aber gut 90% des Geldes in Besitz. Das führte schon 1969 zu Aufständen der Malaien, die sich von den mächtigen chinesischen Händlern benachteiligt sahen. So entwickelte die Regierung eine Politik, um für einen Ausgleich zu sorgen und den Frieden zu wahren. Es wurde ein Paket von Quoten und Bevorzugungen, die Bumiputra-Politik, beschlossen, welches noch bis heute Bestand hat. Damit können Bumiputra zum Beispiel günstiger Eigentumshäuser erwerben, werden bei der Vergabe von Aufträgen begünstigt oder bekommen bessere Staatsanleihen. Diese Bevorzugung führt natürlich wiederum bei den Chinesen zu Missmut und auch dazu, dass sie in ihren Unternehmen vorzugsweise andere Chinesen einstellen.

Das nicht alles perfekt ist in Malaysia, ist auch uns nach einigen Wochen aufgefallen. Die Gruppen mischen sich kaum untereinander und es gibt Vorurteile in alle Richtungen: Inder sollen eitel sein, Malaien können schlecht mit Geld umgehen und Chinesen könne man grundsätzlich nicht trauen. Das es regelrechten Rassismus gibt, wurde uns an dem Tag klar, als uns ein chinesischer Malaie anvertraute, dass er der Meinung sei, die Bumiputra-Malaien seien dümmer oder zumindest fauler als die Chinesen. Weshalb sonst wäre es wohl nötig, dass der Staat ihnen hilft?

Und genau deshalb gibt es „One Malaysia“. Das Programm wurde von Premierminister Najib Razak 2010 ins Leben gerufen. Es soll einen Dialog zwischen den Volksgruppen fördern. Es soll zu einem Verständnis der Kulturen, Traditionen und Mentalitäten führen und Vorurteile abbauen. Najib Razak hat beim Sikh Neujahr Vaisakhi viel von One Malaysia gesprochenEs soll die Menschen Malaysias näher zusammen bringen. Wie das Programm aber konkret umgesetzt wird, ist nur schwer zu erkennen. Es werden viele kulturelle Veranstaltungen durchgeführt, wie z.B. das Vaisakhi, das Neujahr der indischen Sikh.  Dort konnten wir, zusammen mit dem Premierminister Najib und bei kostenlosem Eintritt, indisch essen und feiern. Außerdem existieren im Internet verschiedene Plattformen zur Kommunikation. Greifbare Maßnahmen scheinen allerdings nicht geplant zu sein. Es ist vor allem eine Idee, die sich verbreiten soll. Auf der offiziellen Webseite 1malaysia.com.my von Najib Razak findet man folgende Kernaussage: „Die Einigkeit, die das 1Malaysia Konzept meint, ist absolut anders als das Konzept der Assimilation, welches in anderen Ländern existiert, in denen die ethnischen Identitäten ausgelöscht und durch eine homogene nationale Identität ersetzt werden.“

Meiner Meinung nach könnte Malaysia ein Paradebeispiel für das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen auf der ganze Welt werden. Die Menschen Malaysias sind die interessantesten und offensten, die wir auf unserer Reise kennen gelernt haben. Deshalb schmerzt es umso mehr, dass viele Reisende, die wir getroffen haben, Malaysia keine besondere Beachtung schenken mögen. Ein muslimisches Land, in dem feiern und Alkohol trinken teuer ist, passt vielen nicht in den Reiseplan. Schade, sie verpassen ein großartiges Land mit einmaliger kultureller Vielfalt und einer außergewöhnlichen Landschaft.

1 Malaysia, das ist auch vielfältige Kultur




Thailands weiße Strände

Bei Reisen im Süden Thailands stellt sich für jeden Reisenden die gleiche Frage: „Welcher Strand ist der beste?“ Obwohl wir viele der bekanntesten Inseln gesehen haben, ist es schier unmöglich diese Frage abschließend zu beantworten. Wir versuchen es dennoch und geben euch eine kleine Übersicht.

Koh Tao

Diese kleine, friedliche Insel ist eigentlich der Treffpunkt für alle, die tauchen wollen oder vorhaben, es zu lernen. Sie ist geradezu perfekt geeignet, um das erste Mal im Leben unter Wasser zu atmen – die Qualität der Ausrüstung und Tauchlehrer ist hoch und die Preise niedrig – und so kann es derartig voll sein, dass man beim Tauchen in einen kleinen Stau gerät und plötzlich seinen Tauchpartner nicht mehr findet oder man von den Luftblasen eines anderen Tauchers an die Oberfläche getrieben wird. Aber Koh Tao hat auch anderes zu bieten als nur Tauchen: wenn man sich nur einen oder zwei Kilometer von den bekannten Orten wie Mae Haad und Saree Beach weg bewegt, trifft man auf schöne Strände wie z.B. Jansom Bay. Und wer nicht tauchen mag, findet hier auch einen herrlichen Schnorchelplatz.

Björn taucht in Thailand Koh Tao - die Fisch Insel Thailands

Auch gibt es einige nette Restaurants und alles Wichtige ist zu Fuß zu erreichen, was ein großer Vorteil ist.

Am 13 April 2011 waren wir auf Koh Tao, als in Thailand Neujahr gefeiert wurde. An diesem Tag ist man besser nicht wasserscheu, denn die Thais lassen keine Gelegenheit aus, um Alles und Jeden mit Wasserpistolen, Eimern oder Schläuchen nass zu spritzen oder dir mit Creme das Gesicht zu verschmieren. Und das Ganze zum Rhythmus lauter Bässe. Es wir so exzessiv nass gespritzt, dass die Supermärkte gezwungen sind ihre Computer und Karten-Lesegeräte mit Plastikfolie einzupacken.

Thailändisches Neujahr auf Koh Tao

7-11 beim thailändischen Neujahr

Aber nachts in den Bars am Strand sind es vor allem die Touristen, die, mit Gefahr auf Verbrennungen, für eine heiße Stimmung sorgen. Manche sind wirklich verrückt (und betrunken) genug und spielen mit dem Feuer. Sie springen über ein brennendes Seil oder tanzen den Limbo unter einem flammenden Stock.

Feuer-Limbo am Strand

Koh Samui

Es ist etwas schwierig für uns, diese Insel zu beurteilen, da wir sie im Frühjahr 2011 besucht haben. Die Überschwemmungen vom März 2011 hatten schwere Schäden verursacht, auch am Lamai Beach, an dem wir gewohnt haben. Nicht weit entfernt – direkt über den Hügel – sollte der bekannte und beliebte Chaweng Noi Beach sein, und wir wollten uns das Tuc Tuc sparen. Aber Vorsicht, Koh Samui ist die drittgrößte Insel Thailands. Wir sind mehr als zweieinhalb Stunden durch die Hitze gelaufen und haben einen schweren Sonnenbrand und einen Sonnenstich riskiert. Nicht zu empfehlen! Aber der Weg hatte sich gelohnt, denn Chaweng Noi ist wirklich wundervoll, ein gigantischer, natürlicher Swimmingpool, perfekt geeignet um sich zu sonnen und zu erhohlen.

Sicht auf den weißen Strand Chaweng NoiChaweng Noi weißer Strand - Thailand

Koh Samui ist aber auch eine Insel für Pauschaltouristen. Viele Ressorts und Top-End-Hotels beherbergen vor allem reiche, ruhige und ältere Reisende sowie Familien, so dass die Strände eher leise sind. Um mehr Stimmung zu finden muss man schon in die Stadt, zum Beispiel nach Chaweng gehen. Hier finden sich viele Geschäft und sogar ein Mc Donalds. Wer mehr auf der Suche nach thailändischem Flair ist, der sollte besser zum Nachtmarkt von Lamai direkt neben dem Open Air Thaibox-Ring gehen.

Hut Maenum Strand- Insel Samui

Die Straßen Koh Samui’s sind in sehr gutem Zustand, was sie ideal macht für eine eigenständige Erkundung mit dem Roller. Macht dabei einen Stopp am Big Buddha und fahrt dann weiter in Richtung Sonnenuntergang zum Maenum Beach, wo ihr euch eine kleine Thai-Massage am Strand zum entspannen gönnen solltet.

Koh Phi Phi

Auf dieser kleinen Insel, die vom Tsunami im Jahr 2004 stark verwüstete wurde, ist wirklich alles zu Fuß erreichbar, zumal es keine Autos und keine Motorräder gibt. Dies verhindert allerdings nicht, dass Staus gibt… mit anderen Rucksacktouristen. Ganz besonders an der Fähranlegestelle in „Tourist Village“. Tatsächlich ist Koh Phi Phi überfüllt von Touristen, vor allem junge, oberflächliche Pauschalis auf der Suche nach nur zwei Sachen: billig trinken und feiern ohne Ende. Hier findet man kaum Thai-Kultur, aber man muss zugeben, dass es, abgesehen von der Full Moon Party auf Koh Phangan (s. unten) kaum einen besseren Ort geben kann um nächtelang durchzumachen. Tanzen, feiern und Spass haben direkt am Strand und dazu einmaligen, sexy Thailändern bei ihren grandiosen Feuershows zuschauen – das ist Koh Phi Phi bei Nacht.

Tanzen am Strand und im RegenThailändischer Feuerkünstler am Strand

Herrlicher weißer Sand am Strand von Monkey IslandTagsüber kann man sich während einer Bootsfahrt auf den umliegenden Inseln wie Monkey Island und Bamboo Island erholen. Das wundervolle, türkisfarbene Wasser lädt zum Planschen, Schwimmen und am Shark Point auch zum Schnorcheln ein. Dabei ist der Sand so weiß, dass er fast blendet. Natürlich darf man auch nicht den berühmtesten Ort Koh Phi Phis verpassen, die Maya Bay, an welcher „The Beach“ gedreht wurde. Aber betrachtet den Besuch dieses geschützten Strandes besser als Besichtigung eines Denkmals, lauft ein Stündchen herum, taucht ein bisschen ins Wasser ein und macht hunderte Fotos, genau wie die 200 anderen Ausländer auch.

Weißer Sand-Strand aus dem Film The Beach Sicht auf Thailands berühmtesten Strand - Maya Bay

Weisser Sandstrand in Thailand - Long beach

Long Beach, etwas abseits vom Inselzentrum, ist am besten mit einem Taxi-Boot zu erreichen und hat einen wirklich langen, perfekt weißen Sandstrand. Aber Vorsicht, auch in Thailand gibt es keine Paradis-Garantie. Zum Beispiel haben wir Loh Dalum Bay, bei unserer Ankunft auf Koh Phi Phi, nachmittags und bei Ebbe gesehen. Wir waren maßlos enttäuscht. Schlamm und Steine, das Wasser viel zu niedrig zum Schwimmen und Boote, die im Sand steckten. Das alles hatte nicht viel Tropisches und sah selbst verglichen mit einem Nordseestrand langweilig aus. Die gleiche Bucht sah morgens, bei Flut und Sonnenschein ganz, ganz anders aus und noch umwerfender abends bei Sonnenuntergang.

Loh Dalum Bay in Thailand - der Strand ist hässlichLoh Dalum Bay in Thailand - der Strand ist schön

Wer also Party jede Nacht und schöne Strände sucht, für den ist die Insel genau richtig, aber wenn man einen leichten Schlaf hat oder seine Ruhe möchte, dann helfen auch Ohrstöpsel nicht weiter. Bambushütte am weißen Strand in ThailandWir für unseren Teil konnten die Vorteile Koh Phi Phis leider kaum genießen. Zuerst war ich erkältet und als es endlich besser wurde und wir zum ersten Mal zur Beachparty gingen schüttete es wie aus Eimern (ein Wunder übrigens, dass in unseren Bambus-Bungalow voller Löcher kein einziger Tropfen Wasser kam). Wir tanzten trotzdem weiter und am nächsten Morgen war Maria es, die krank war und den Strand nicht genießen konnte. Gleichzeitig konnte ich nicht richtig laufen, weil ich auf eine Muschel getreten war und mein Fuß sich entzündet hatte, Millionen von Mücken fraßen uns Nacht für Nacht auf etc. Tja, auch ein Paradies kann zur Hölle werden. Unter besseren Umständen würden wir aber zurückkommen.

Koh Phangan

Full Moon Party am Strand von Haad Rin in Thailand Ganz am Ende unserer langen Reise machten wir noch einmal einen Zwischenstopp in Thailand und dieses Mal wollten wir unter keinen Umständen die berühmte Full Moon Party verpassen. Wie der Name schon sagt, findet sie, geboren in den 80er Jahren, jeden Monat bei Vollmond statt. Aber weil das nicht reicht gibt es mittlerweile auch eine Half Moon und eine Black Moon Party. Natürlich verdoppeln sich zu Full Moon Zeiten die Kosten der Unterkünfte schnell mal.

Die Insel an sich ist etwas weniger leicht zu erkunden, was vor allem an der schlechten Infrastruktur liegt. So kommt es, dass – abgesehen vom Touristenzentrum um den Strand Haar Rin – der größte Teil der Insel ziemlich ruhig und isoliert ist. Wir hatten einen netten Bungalow in der Nähe von Haad Yao und Haad Salad an der Westküste Koh Phangans. Beide Strände sind wunderschön, es gibt tolle Restaurants, aber keine wirkliche Partystimmung.

Wir waren zur Regenzeit auf Koh Phangan, was allerdings nur bedeutet, dass es gelegentlich mal regnet und dass von Zeit zu Zeit ein paar Wolken den Himmel bedecken. Aber es ist nicht kalt und man kann auch baden und tauchen. Nur wird das Wasser wegen der Winde nicht immer perfekt türkisfarben und die Sicht beim Tauchen unter Umständen nicht so gut sein.

Am Tag der Full Moon Party fuhren wir mit dem Tuk Tuk zum Haad Rin Strand, dem Touristen-Ghetto. Kurz vor der totalen Mondfinsternis Full moon Party - Koh PhanganDer Strand füllt sich gegen Abend erst langsam, aber in der Nacht dann fallen tausende Feierwütige über den Strand herBunt bemalt feiern am Strand und DJs sorgen überall für eine höllische Stimmung. Passend dazu verblüffte uns der Vollmond in dieser Nacht mit einer totalen Mondfinsternis. Auch die Feiernden selber sorgen für ein Spektakel. Sie bemalen und beschmieren sich von Kopf bis Fuß mit phosphoreszierenden Farben und erschreckend viele hatten die Füße oder Arme bandagiert. Das sieht man übrigens in ganz Thailand, weil viele betrunken mit dem Roller über Thailands steinige Straßen rasen. Aber selbst ein Gipsbein wird niemanden auf Koh Phangan daran hindern, die ganze Nacht wie verrückt zu tanzen. Auch die Feuerkünstler und die bekannten Flammenspiele dürfen hier nicht fehlen. Unser Abend war fantastisch.

Buckets am Strand Koh Phangan zur FullmoonpartyPhosphoreszierende Farben am Strand von Koh Phangan - Thailand

Tanzen am Strand in Thailand

Seilspringen am Strand - in Thailand eine heiße Sache

Schlafen auf dem Strand - zuviel gefeiertTanzen auf dem Strand ist in Thailand immer drin

Fazit

Es gibt so viele Strände in Thailand, die wir noch nicht gesehen haben. Loh Dalum Bay in Thailand - der Strand ist sehr hässlichUnd überhaupt ist es schwer von der schönsten Insel oder dem schönsten Strand zu sprechen. So etwas hängt von vielen Aspekten ab.   Der gleiche Strand kann idyllisch sein und bei schlechtem Wetter hässlicher als ein banaler europäischer Strand; wenn Ebbe ist, wenn es gerade ein Hochwasser gab, wenn es viel Müll oder zu viele Touristen gibt oder einfach, Palmen an einem Strand in Thailandwenn man eine schlechte Zeit erwischt hat… Sicher ist: jede Insel hat ihre Stärken und Schwächen und auf jeder gibt es ganz unterschiedliche Strände und Stimmungen, die sehr von den Besuchern abhängen, also auch davon ob man zur Haupt- oder Nebensaison dort ist. Ob ein spezieller Strand nun voll oder leer ist hat oft nichts damit zu tun, ob er schön oder hässlich ist, sondern vor allem damit, wie leicht er zu erreichen ist. An den Hauptstränden gibt es zumindest garantiert viele Unterkünfte, eine breite Palette an Restaurants und Orte zum Ausgehen, jedoch leider nur selten ausreichende sanitäre Versorgung. Viele Abwässer gehen direkt in das wunderschöne türkisfarbene Wasser. Wifi gibt es paradoxerweise aber überall… Naja, alles eine Frage der Priorität.

Zusammenfassend für deinen nächsten Strand-Urlaub in Thailand: Wenn Du reich bist und Ruhe liebst, ist Koh Samui am besten für dich geeignet; bist Du jung und auf der Suche nach der großen Party: geh zur Vollmond-Party nach Koh Phangan; willst Du wirklich jeden Abend tanzen und feiern, wähle Koh Phi Phi, wo Du auch erstklassige Strände findest; und schließlich zum Tauchen und Tauchen lernen und um eine entspannte Zeit zu genießen ist Koh Tao ideal. Und auf eigentlich allen Inseln gilt: es gibt mehr als nur den Strand. Das Inselinnere ist oft nur schwierig erreichbar und voller dichter Natur und Regenwald.

Und wer noch nicht genug hat von Strand und Partys im Süden Thailands, der sollte sich unbedingt noch den Strandartikel von Pernie und Vreni gönnen! Traumhaft!

Wundervolle Insel in Thailand